Es handelt sich bei dem Nibelungenlied um das umstrittene Nationalepos der
Deutschen, was den Anschein einer starken Identifikation mit einem Volk und somit
auch einen Teil dessen Kulturgeschichte suggeriert.
Das Heldenepos wurde zunächst mündlich überliefert und um ca. 1200 von einem
unbekannten Autor schriftlich fixiert.
Über 35 nachweisbare Handschriften und Handschriftfragmente erzählen die Geschichte
Kriemhilds, wobei zunächst ihre erste Ehe mit Siegfried und dessen Tod und
anschließend ihre Rache im Mittelpunkt stehen.
Historisch lassen sich einige Anknüpfungspunkte, wie beispielsweise der Untergang des
Burgundenreiches durch den Heermeister Aetius bei Worms, belegen.
Doch neben der historischen Basis zieren viele Ausschmückungen und fantastische
Elemente dieses alte Werk, die folgend thematisiert werden sollen.
Der Schwerpunkt dieses Essays wird auf dem ersten Teil des Nibelungenliedes bis hin
zu Siegfrieds Tod liegen und sich hauptsächlich mit den mythologischen Elementen,
deren Definition und Analyse, in Hinblick auf mögliche Identifikationsmuster,
beziehen. Warum lassen diese fantastischen Elemente eine Identifikation überhaupt zu
und warum machen sie diese Geschichte so reizvoll?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der mythologischen Elemente
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay untersucht die mythologischen Elemente im ersten Teil des Nibelungenliedes und analysiert, inwieweit diese fantastischen Aspekte trotz ihrer Übernatürlichkeit Identifikationsmöglichkeiten für den Leser schaffen und zur Faszination des Epos beitragen.
- Definition und Funktion mythologischer Elemente
- Die Rolle von Waffen und Attributen (z.B. Balmung, Tarnkappe)
- Charakterisierung durch Beinamen und übermenschliche Kräfte
- Die Bedeutung von Schicksal und Vorhersehungen
- Die Bahrprobe als mythologisches Gottesurteil
Auszug aus dem Buch
Analyse der mythologischen Elemente
Das Nibelungenlied bietet eine große Anzahl an mythologischen Elementen, weshalb hier lediglich einige exemplarisch herausgegriffene Aspekte eine Stichprobe bieten sollen.
Zunächst wäre das Schwert, namens Balmung, zu erwähnen.
mit ir vater swerte, daz Palmunch was genant,
ez streit ab in der chüene den hort und Nibelunge lant. (Ursula Schulze: Das Nibelungenlied. München, 20081, S. 36, 94)
Waffen, die mit Namen versehen sind, weisen oft eine starke Verbundenheit zu ihrem Träger auf und gelangen oft auf schicksalhafte Weise an ihre Besitzer. Prüfungen, bei denen sich der Held als würdig erweisen muss und die Bedeutung des namenhaften Gegenstands gesteigert wird, erscheinen hierbei unumgänglich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Nibelungenlied als deutsches Nationalepos vor, umreißt dessen Entstehung und historische Bezüge und legt den Fokus auf die Untersuchung mythologischer Identifikationsmuster.
Analyse der mythologischen Elemente: Dieser Abschnitt untersucht exemplarisch fantastische Elemente wie das Schwert Balmung, die Tarnkappe, mythische Wesen sowie übernatürliche Fähigkeiten und schicksalhafte Vorhersehungen, die die Charaktere definieren.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die mythologischen Aspekte trotz ihrer Befremdlichkeit menschliche Grundthemen transportieren und dem Leser durch die Verbindung von Heldenstatus und tragischer Menschlichkeit Identifikationsraum bieten.
Schlüsselwörter
Nibelungenlied, Siegfried, Mythologie, Identifikation, Nationalepos, Balmung, Tarnkappe, Schicksal, Vorhersehung, Bahrprobe, Heldenepik, Kriemhild, Mittelalter, Gottesurteil, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Nibelungenlied und analysiert die Funktion der enthaltenen mythologischen Elemente im ersten Teil des Epos.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die mythologische Überhöhung der Helden, die Rolle des Schicksals und die Möglichkeiten zur Identifikation für den Leser trotz fantastischer Handlungselemente.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu ergründen, warum fantastische Elemente die Geschichte reizvoll machen und wie sie trotz ihrer Fremdheit Identifikationsmuster ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textstellen aus dem Nibelungenlied (in der Fassung von Ursula Schulze) zitiert und in einen interpretatorischen Kontext setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Beispiele für mythologische Elemente, darunter magische Waffen, übermenschliche Kampfkraft, mythische Wesen sowie Vorhersehungen und die Bahrprobe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nibelungenlied, Mythologie, Heldenepik, Schicksal, Identifikation und Gottesurteil.
Warum wird Siegfried als unbesiegbar dargestellt und welche Rolle spielt dabei die Tarnkappe?
Siegfried wird durch Beinamen und Taten als unbesiegbar stilisiert; die Tarnkappe dient dabei als mythologisches Element, das neue Spannungsbögen ermöglicht und den Helden aus der realen Welt heraushebt.
Welche Bedeutung kommt der Bahrprobe im Kontext des ersten Teils zu?
Die Bahrprobe dient als mythologisches Gottesurteil, bei dem die Wunden des Toten bei Anwesenheit des Mörders bluten sollen, was im Mittelalter als Beweisverfahren praktiziert wurde.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2010, Mythologische Elemente als unersetzlicher Grundpfeiler für die Identifikation mit dem germanischen Nationalepos: Das Nibelungenlied, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196408