Die Arbeit ist der Erfahrungsbericht von einer 8-monatigen Fremdsprachenassistenz in Groß-Britannien. Als Fremdsprachenassistentin unterrichtete die Autorin als zusätzliche Lehrkraft in Großgruppen, als Förderlehrkraft für Kleingruppen und als individuelle Betreuerin für einzelne Schüler in der Vorbereitung der A-Levels (Hochschulreife). Im Bericht geht sie auf beobachtete Unterrichtsmethoden, Organisationsstrukturen der Upper School und Disziplinierungsmaßnahmen an der Schule ein. Der Bericht ermöglicht einen beispielhaften Einblick in eine staatliche Schule des englischen Schulsystems.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Aufbau der Schule
1.1 Struktur
1.1.1 Departments
1.1.2 Tutor-Groups
1.1.3 Years
1.1.4 Schulleitung
1.2 Kommunikation in der Schule
1.2.1 Meetings
1.2.2 Email und Telefon
1.2.3 Assessment-Days
1.3 Nicht-unterrichtende Departments
2 Pädagogisches Programm
3 Pädagogische Erfahrungen im Unterricht
3.1 Abiturjahrgänge
3.2 Kleingruppenarbeit
3.3 Unterrichtsassistenz
3.4 Hilfskraft
4 Pädagogische Erfahrungen außerhalb des Unterrichts
5 Betreuung durch Fachlehrer
6 Fortbildungen
7 Disziplin
7.1 Schuluniform
7.2 System of Assertive Discipline (Ausdrückliche Disziplin)
8 Persönliches Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit reflektiert die Tätigkeit als Fremdsprachenassistentin an einer britischen Upper School und zielt darauf ab, die pädagogischen Strukturen sowie die Unterrichtspraxis vor Ort kritisch zu beleuchten und mit dem deutschen Schulsystem zu vergleichen.
- Struktureller Aufbau einer britischen Schule (Departments, Tutor-Groups, Hierarchien).
- Kommunikationsprozesse und Schulkultur.
- Pädagogische Methoden im Fremdsprachenunterricht und in der Förderarbeit.
- Disziplinierungsmaßnahmen und das System der "Assertive Discipline".
- Reflexion über die eigene berufliche Entwicklung durch die Tätigkeit als Fremdsprachenassistentin.
Auszug aus dem Buch
1.1 Struktur
Zur Zeit meines Aufenthaltes an der Schule wurden dort umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen. Dies, und die Tatsache, dass das College ohnehin auf mehrere Schulhöfe und viele Gebäude verteilt ist, bedingten, dass es kein gemeinschaftliches Lehrerzimmer für die ca. 200 Lehrer gab. Kleine Lehrerräume gab es in den einzelnen Abteilungen (Departments), wie zum Beispiel dem Erdkunde-Department, dem Sprachendepartment oder dem Kunstdepartment. Jedes einzelne Fach (darunter auch Theater und Hauswirtschaft) hat an dieser Schule seinen eigenen festgelegten Bereich, in den meisten Fällen in der Form von Klassenraumcontainern, zu dem die Schüler in den jeweiligen Stunden gehen. So gibt es zum Beispiel ein eigenes Gebäude in dem fast ausschließlich Sprachunterricht stattfindet. Am Modell dieses Departments erkläre ich, wie ein einzelnes Department aufgebaut ist:
1.1.1 Departments
Jedes Department hat einen Abteilungsleiter (Head of Department). Im Fall des Languages Department war dies Ms. H. Als Head of Department verdient sie ca. doppelt so viel wie ein einfacher Lehrer, entscheidet über Finanzen, Personal- und Organisationsfragen. Sie ist für das Lösen von Problemen im Team verantwortlich und fungiert zusätzlich als Vermittlerin zwischen Schulleitung und Lehrern, Eltern und Lehrern, Schülern und Lehrern oder bei allen anderen Schwierigkeiten, bei denen sich Mitglieder des Teams überfordert fühlen. Als zweiter Abteilungsleiter ist der Second of Department eingesetzt. Im Falle der Sprachen teilt sich diese Stelle in Head of German und Head of French, welche vorrangig für die Aufgaben innerhalb der eigenen zu unterrichtenden Fremdsprache zuständig sind.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Autorin erläutert den Rahmen ihres Auslandsaufenthaltes als Fremdsprachenassistentin und gibt einen Ausblick auf die behandelten Schwerpunkte wie das Schulsystem und ihre pädagogischen Erfahrungen.
1 Aufbau der Schule: Es wird die organisatorische Struktur der Schule beschrieben, inklusive der Abteilungssysteme, Kommunikationswege und der allgemeinen Verwaltung.
2 Pädagogisches Programm: Dieses Kapitel fasst das Leitbild und die Zielvorgaben der Schule zusammen, die auf die individuelle Förderung und respektvollen Umgang setzen.
3 Pädagogische Erfahrungen im Unterricht: Die Autorin reflektiert ihre praktische Arbeit in verschiedenen Bereichen, von Abiturkursen bis hin zur Kleingruppenarbeit und ihrer Rolle als Assistenzkraft.
4 Pädagogische Erfahrungen außerhalb des Unterrichts: Hier werden außerunterrichtliche Projekte, wie etwa ein Sprachwettbewerb, und deren Einfluss auf die Beziehung zu den Schülern thematisiert.
5 Betreuung durch Fachlehrer: Eine Analyse der unterschiedlichen Haltungen des Kollegiums gegenüber dem Fremdsprachenassistenten.
6 Fortbildungen: Vorstellung der Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung durch das British Council und das Goethe-Institut.
7 Disziplin: Darstellung des Umgangs mit Schuluniformen und des Systems der "Assertive Discipline" zur Verhaltenssteuerung.
8 Persönliches Fazit: Die Autorin zieht Bilanz über ihre persönliche und berufliche Entwicklung während des Auslandsjahres.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenassistenz, Großbritannien, Schulsysten, Upper School, Pädagogik, Unterrichtsmethodik, Schuluniform, Assertive Discipline, Lehrerrolle, Sprachunterricht, Schulleitung, interkulturelles Lernen, Berufspraxis, Lehrplan, Erziehungswissenschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Erfahrungsbericht über ein einjähriges Praktikum als Fremdsprachenassistentin an einer britischen Upper School im Schuljahr 2007/2008.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der internen Struktur der Schule, den pädagogischen Zielsetzungen, den spezifischen Unterrichtserfahrungen der Autorin sowie dem Umgang mit Disziplin und Schulkultur.
Welches primäre Ziel verfolgt der Bericht?
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen dem britischen und deutschen Schulsystem aufzuzeigen und die eigene pädagogische Entwicklung durch die Arbeit in einem fremden Bildungsumfeld zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Erfahrungsbericht, der auf teilnehmender Beobachtung und persönlicher Reflexion basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Schulorganisation, die Beschreibung der Unterrichtstätigkeit (z. B. Kleingruppen, Abiturvorbereitung) und die Analyse von Disziplinierungssystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fremdsprachenassistenz, Schulsysten, Pädagogik, Assertive Discipline und interkulturelles Lernen.
Wie wird das System der "Assertive Discipline" in der Praxis umgesetzt?
Das System ist stufenweise aufgebaut, von einer mündlichen Verwarnung bis hin zur Isolation, wobei das Ziel darin besteht, störendes Verhalten konsequent zu sanktionieren und den Unterrichtsfluss aufrechtzuerhalten.
Welchen Stellenwert hat die Schuluniform laut der Autorin?
Die Uniform soll zur Disziplin beitragen, wird jedoch von den Schülern oft dazu genutzt, Grenzen auszutesten, was zu Konflikten zwischen Schülern und Lehrkräften führt.
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- Mareike Hachemer (Author), 2005, Fremdsprachenassistenz: Erfahrungsbericht aus einer Upper School in Großbritannien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196410