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Konzeptionelle Überlegungen zur europäischen Kulturhauptstadtinitiative

Zum Stand der Diskussion

Titre: Konzeptionelle Überlegungen zur europäischen Kulturhauptstadtinitiative

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 36 Pages , Note: 1,00

Autor:in: Anne-Marie Geisthardt (Auteur)

Études Culturelles - Études euopéennes
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Ziel des vorliegenden Beitrags ist es zunächst, die im aktuellen Diskurs dominierenden Themenfelder zu extrahieren und aufzuzeigen, welche Fragen die Kulturhauptstadtforschung bis dato beschäftigt hat. Auf Basis der erstellten systematischen Übersicht soll im zweiten Schritt gefragt werden, welche Kulturbegriffe den einzelnen Ansätzen zu Grunde liegen. In den Blick genommen werden sollen sowohl ihre Schwächen und Stärken als auch die Frage, an welchem Kulturverständnis sich zukünftige Kulturhauptstädte orientieren können. Das Ergebnis des ersten, deskriptiven Schritts ist eine Kategorisierung von vier verschiedenen Themenfeldern, denen in der aktuellen Forschungsliteratur besondere Beachtung geschenkt wird: (1.) Europäische Integration und Identität, (2.) Stadt- und Regionalentwicklung, (3.) Nachhaltigkeit sowie (4.) Interkulturalität und Menschenrechte. Im zweiten, analytischen Teil der Arbeit soll noch einmal genauer gefragt werden: Welche Kulturverständnisse spiegeln sich in den verschiedenen Ansätzen wieder und welche Voraussetzungen implizieren sie? Welche Eigeninteressen werden von den verschiedenen Akteuren im Kulturhauptstadtjahr verfolgt? Welche Zielsetzungen lassen sich identifizieren, die anderen Bereichen als der Kultur zuzuordnen sind? Darauf aufbauend sollen die Kulturverständnisse, die sich in den verschiedenen Phasen (Europäische Integration und Identität, Stadt-und Regionalentwicklung, usw.) finden, tabellarisch aufgeführt werden. Das Schema fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und kann als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen zum Kulturhauptstadtkonzept dienen. Daneben werden im Fazit weitere Möglichkeiten der Systematisierung von Kulturverständnissen vorgestellt, an denen sich eine künftige Kulturhauptstadtforschung orientieren könnte. Die Arbeit endet mit Überlegungen zum zukünftigen Theorie-Praxis-Diskurs und zur Herausforderung einer interdisziplinären Kulturhauptstadtforschung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

1 DESKRIPTIVER TEIL: Thematische Schwerpunkte der europäischen Kulturhauptstadtinitiative

1.1 Europäische Integration und Identität

1.2 Stadt- und Regionalentwicklung

1.3 Nachhaltigkeit

1.4 Interkulturalität und Menschenrechtskultur

2 ANALYTISCHER TEIL: Kulturverständnisse der europäischen Kulturhauptstadtinitiative

2.1 Kultur als politisches Instrument der Europäischen Union

2.2 Kultur als Hilfsmittel zur europäischen Integration und Identität

2.3 Kultur als Sachverwalterin der Menschenrechte

2.4 (Inter-)Kultur als Stadt- und Standortpolitik

3 FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit unternimmt eine qualitative Bestandsaufnahme der europäischen Kulturhauptstadtinitiative, um die im aktuellen Diskurs dominierenden Themenfelder zu extrahieren und die ihnen zugrunde liegenden Kulturverständnisse kritisch zu analysieren.

  • Wandel des Konzepts der europäischen Kulturhauptstadt seit 1985
  • Wechselverhältnis zwischen Kulturpolitik und ökonomischen Standortfaktoren
  • Kulturelle Dimensionen von Identitätsbildung und europäischer Integration
  • Die Rolle der Kulturhauptstadtinitiative in Bezug auf Interkulturalität und Menschenrechte

Auszug aus dem Buch

1.1 Europäische Integration und Identität

Die Kulturpolitik der Europäischen Union war von Beginn an durch ihren instrumentellen Charakter bestimmt. Der Programmierung der Kulturhauptstadtinitiative lag das Ziel zugrunde, die europäische Identität und die Zustimmung zur europäischen Einigung zu stärken. (vgl. Mittag 2008b: 6; vgl. Quenzel 2008: 146; vgl. Rüsen 2008: 215)

Will man verstehen, vor welchem zeithistorischen Hintergrund das Konzept der Kulturhauptstadt Europas entstanden ist, lohnt sich ein kurzer Blick in die europäische Integrationsgeschichte. Schnell fällt auf, dass die Europäische Union und ihre rechtlichen Vorläufer im Bereich der Kultur lange Zeit nur über wenige Kompetenzen verfügten. Erst als die primär wirtschaftlich ausgerichtete europäische Integration in den 1980er Jahren in einen Stillstand geriet, begann Kultur auf europäischer Ebene an Bedeutung zu gewinnen. (vgl. Mittag 2012: 61; vgl. Schwencke 2005)

Langsam begriffen die europäischen Institutionen, dass sich die anhaltende Stagnation nur überwinden ließ, wenn die Zustimmung der europäischen Bürger zum Einigungsprojekt gesteigert würde. Ein wirklicher Fortschritt des europäischen Integrationsprozesses schien ohne die Kraft der Kultur nicht erreichbar zu sein: „Europa bleibt auf der Strecke, wenn seinen Institutionen und Strategien der Einigung nicht neue Impulse zuwachsen, und die können nur aus der Kultur, also aus den Mächten stammen, die in den Prozessen der Identitätsbildung wirken“ (Rüsen 2008: 220). Vor diesem Hintergrund sind die ersten kulturpolitischen Steuerungsversuche der Europäischen Union zu verstehen: als eine zweckgebundene Intervention, die auf Legitimation und Systemstärkung zielte. (vgl. Mittag 2008c: 64; vgl. Muschg 2005: 32; vgl. Nieland 2008: 167)

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkungen: Die Einleitung skizziert den Wandel der Kulturhauptstadtinitiative und begründet das wissenschaftliche Desiderat einer integralen Diskursanalyse.

1 DESKRIPTIVER TEIL: Thematische Schwerpunkte der europäischen Kulturhauptstadtinitiative: Dieser Teil kategorisiert vier zentrale Diskursfelder, darunter Integration, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit sowie Interkulturalität.

1.1 Europäische Integration und Identität: Es wird erläutert, wie Kultur als politisches Instrument zur Stärkung des europäischen Einigungsprojektes eingesetzt wurde.

1.2 Stadt- und Regionalentwicklung: Dieses Kapitel untersucht die Transformation der Initiative zum Marketinginstrument für wirtschaftliche Stadtentwicklung und Tourismus.

1.3 Nachhaltigkeit: Hier wird der Zielkonflikt zwischen kurzfristigem Eventcharakter und dem Anspruch langfristiger städtischer Transformation analysiert.

1.4 Interkulturalität und Menschenrechtskultur: Der Abschnitt befasst sich mit neuen gesellschaftspolitischen Anforderungen und der Rolle von Kultur als Strategie für eine globalisierte Welt.

2 ANALYTISCHER TEIL: Kulturverständnisse der europäischen Kulturhauptstadtinitiative: Die Analyse hinterfragt die zugrunde liegenden Kulturbegriffe der verschiedenen Akteure und deren Interessenlagen.

2.1 Kultur als politisches Instrument der Europäischen Union: Dieser Abschnitt beleuchtet die zweckgebundene Nutzung von Kultur zur Legitimation geopolitischer Macht.

2.2 Kultur als Hilfsmittel zur europäischen Integration und Identität: Hier wird die Problematik einer kulturell kodierten Identitätspolitik und die Gefahr monolithischer Kulturbilder diskutiert.

2.3 Kultur als Sachverwalterin der Menschenrechte: Es wird untersucht, wie Kultur zur Erprobung von Solidarität und Inklusion beitragen kann.

2.4 (Inter-)Kultur als Stadt- und Standortpolitik: Die Analyse zeigt auf, wie interkulturelle Projekte einerseits zur Instrumentalisierung neigen, andererseits aber neue Wege der Teilhabe eröffnen.

3 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und plädiert für eine interdisziplinäre Forschungsagenda zur Evaluierung der Kulturhauptstadtinitiative.

Schlüsselwörter

Europäische Kulturhauptstadt, Kulturpolitik, Europäische Integration, Identitätsbildung, Stadtentwicklung, Standortmarketing, Nachhaltigkeit, Interkulturalität, Menschenrechte, Kulturbegriff, Instrumentalisierung, Standortfaktor, europäisches Einigungsprojekt, Diskursanalyse, Kulturmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Standortbestimmung der europäischen Kulturhauptstadtinitiative, indem sie aktuelle Forschungsliteratur analysiert, um die dort dominierenden Themenfelder und Kulturverständnisse offenzulegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte sind die europäische Integration, städtische Regionalentwicklung, das Konzept der Nachhaltigkeit sowie interkulturelle und menschenrechtliche Aspekte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die in der Literatur zu findenden Argumente zu destillieren und zu zeigen, welche spezifischen Kulturbegriffe, politischen Interessen und ökonomischen Erwartungen hinter der Initiative stehen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin verfolgt einen integralen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der eine systematische Kategorisierung und kritische Analyse der aktuellen Forschungsliteratur beinhaltet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Ein deskriptiver Abschnitt zur thematischen Einordnung und ein analytischer Teil, der die Kulturverständnisse in Bezug auf Politik, Ökonomie und Gesellschaft kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kulturhauptstadt, Instrumentalisierung von Kultur, europäische Identität, Standortpolitik und Nachhaltigkeit definiert.

Welchen Einfluss hatte Glasgow auf die Entwicklung des Konzepts?

Glasgow gilt als Referenzpunkt, da die Stadt 1990 das Konzept erfolgreich in einen langfristigen Strategieplan zur Stadtentwicklung einbettete und damit den sogenannten „Glasgow-Effekt“ auslöste.

Warum wird eine kritische Sicht auf das Konzept der „Nachhaltigkeit“ gefordert?

Die Autorin weist darauf hin, dass Nachhaltigkeit oft nur ökonomisch gemessen wird, was die künstlerische Zweckfreiheit und die notwendigen Risikoprozesse in der Kultur untergraben könnte.

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Résumé des informations

Titre
Konzeptionelle Überlegungen zur europäischen Kulturhauptstadtinitiative
Sous-titre
Zum Stand der Diskussion
Université
University of Constance  (Kulturelle Grundlagen Europas)
Cours
Kulturelle Aspekte der europäischen Integration
Note
1,00
Auteur
Anne-Marie Geisthardt (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
36
N° de catalogue
V196430
ISBN (ebook)
9783656225119
ISBN (Livre)
9783656226970
Langue
allemand
mots-clé
konzeptionelle überlegungen kulturhauptstadtinitiative stand diskussion
Sécurité des produits
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Citation du texte
Anne-Marie Geisthardt (Auteur), 2012, Konzeptionelle Überlegungen zur europäischen Kulturhauptstadtinitiative, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196430
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Extrait de  36  pages
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