Geldpolitische Regeln, Makroökonomische Stabilität und Inflation


Seminararbeit, 2010

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Modell
2.1 Die Schätzfunktion
2.2 Unterschied: Real-Time- und Ex Post-Analysen
2.3 Die Ergebnisse
2.4 Veränderungen zum Modell von CGG(2000)

3. Interpretation
3.1 Fehlinterpretationen
3.2 Verhältnis Inflation und Outputlücke
3.3 Korrelationen und Verzerrungen
3.4 Inflation und Disinflation
3.5 Instabilität der Stop-Go-Politik

4. Das Jahr 1979 als Wendepunkt

5. Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Die nachfolgende Arbeit behandelt das Paper: „Monetary Policy Rules, Macroeconomic Stability and Inflation: A View from the Trenches” von Anthanasios Orphanides1 aus dem Jahre 2004. In diesem schätzt er eine forward-looking2 Reaktionsfunktion der Geldpolitik für die Federal Reserve für die Zeit vor und nach der Ernennung Paul Volckers3 zum Chairman of the Board der US-Notenbank (synonym: Federal Reserve Bank, Fed4 ) im Jahre 1979. Hierzu benutzt er Realtime- Daten des Federal Open Market Committee (FOMC)5 aus den Jahren 1966 bis 1995. Im Verlaufe des Papers stellt er die Hypothese auf, dass sich die Politikregeln, die die Federal Reserve vermutlich verfolgte, gar nicht so unähnlich waren. Dies stünde im Widerspruch zur allgemeinen Stoßrichtung, die besagt, dass der Wechsel an der Spitze der US-Notenbank zur Folge hatte, dass die Geldpolitik drastisch verändert wurde. Orphanides hingegen will mit seinem Paper aufzeigen, dass sowohl vor als auch nach der Ernennung Paul Volckers zum Chairman of the Board, die Politik zukunftsorientiert war und dabei einen starken Wert auf die Inflationserwartungen gelegt hat. In der nun folgenden Ausarbeitung des Papers wird in Abschnitt 2 das Modell von Orphanides vorgestellt. Die Schätzfunktion wird anhand ihrer Parameter erklärt und ihr zukunftsorientierter Ansatz aufgezeigt. Danach wird darauf eingegangen, warum Orphanides gerade Real-Time Daten benutzt und keine ex post Daten wie andere Autoren in der Vergangenheit. Im Anschluss dessen werden die Ergebnisse seine Schätzung über die beiden Samples vorgestellt. Ein kleiner Exkurs zum Modell von Clarida, Galí und Gertler (2000)6 wird präsentiert und Veränderungen werden aufgezeigt. In Abschnitt 3 findet eine Interpretation der vorliegenden Ergebnisse statt. Zuerst wird eine Erklärungsmöglichkeit für die Fehlinterpretationen gesucht. Anschließend wird zum besseren Verständnis der Problematik der Zusammenhang zwischen Outputlücke und Inflation erklärt. Darauf folgend werden die Ergebnisse des vorliegenden Modells für die entscheidenden Parameter mit den entsprechenden des Modells von CGG (2000) verglichen. Anhand der im folgenden Verlauf der Arbeit entwickelten Formel wird ein geeigneter Index für die Inflation gefunden, den sogenannten Policy Activism Index. Orphanides behandelt in seinem Paper zudem noch die Problematik einer „Stop-Go-Politik“. Auf diese wird dann im Abschnitt 3.5 eingegangen.

Abschnitt 4 zeigt dann die historischen Ereignisse im Jahr 1979 auf und erklärt, warum 1979 ein Wendepunkt in der Geschichte darstellt. Die Arbeit schließt mit Abschnitt 5, einem Kapitel, in dem nochmal die Schlussfolgerungen Orphanides‘ vorgestellt werden, sowie eigenen Schlussfolgerungen, die man aus dem Vergleich Orphanides‘ (2004) mit CGG (2000) und Erweiterungen sowie Erklärungen ziehen kann.

Die Tabellen, sowie Abbildungen befinden sich im Anhang der vorliegenden Arbeit.

2. Das Modell

2.1 Die Schätzfunktion

Anthanasios Orphanides benutzt für seine Schätzfunktion der Federal Funds Rate7 eine lineare Gleichung. Die Federal Funds Rate ist das Hauptpolitikinstrument, das der Fed zur Verfügung steht. Sie beschreibt den Zinssatz, zu dem die Banken am Tagesgeldmarkt untereinander Kredite vergeben. Steigt die Federal Funds Rate, so wird es für die Banken unattraktiv sich Geld zu leihen und so steigt auch der Realzins der Bank. Das Investitionsniveau der Realwirtschaft wird dadurch indirekt reduziert. Einen umgekehrten Effekt kann man beobachten, wenn die Federal Funds Rate gesenkt wird. Dies ist ein Mittel, um Investitionen attraktiver zu machen. Laut Orphanides (2004) werden die Maßnahmen der Geldpolitik nur von zwei Faktoren beeinflusst: die Inflationserwartung, gemessen an der Wechselrate des Output- Deflators und dem Auslastungsgrad der Ökonomie, der Produktionslücke8:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten9 10 11 12

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ist folglich eine Linearkombination aus dem Realzins im Gleichgewicht und der gewünschten Inflationsrate [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und ist im Falle [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] gleich dem Gleichgewichtszins [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. Die tatsächliche Federal Funds Rate für das Quartal ergibt sich nun aus einer Kombination der vorherigen realisierten Federal Funds Rate [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], aus dem Ziel für die jetzige Periode [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und einem Störterm [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. Beide Federal Funds Rates werden [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] multipliziertאmit dem Smoothing-Faktor13 [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 14

[...]


1 Anthanasios Orphanides ist momentaner Notenbankchef der Zentralbank Zyperns. Zudem ist er seit 1990 Mitglied des Board of Governors des Federal Reserve System und ist dort unter anderem als Berater in der Geldpolitik tätig.

2 Eine forward-looking Reaktionsfunktion ist im Gegensatz zur contemporaneous Reaktionsfunktion zukunftsgerichtet und basiert auf rationalen Erwartungen für die Zukunft(Vgl. Schmidt 2010: 5)

3 Paul Volcker war von August 1979 bis August 1987 Chairman of the Board der Federal Reserve. Heute arbeitet Volcker als Berater in ökonomischen Fragen für US-Präsident Barack Obama.

4 Das Federal Reserve System, kurz Fed, ist die Notenbank der USA. Sie besteht aus zwölf Districts aus denen sieben Chefs für das Board of Governors bestimmt werden.(Vgl. Jain, C (1981, S. 173 ff.))

5 FOMC (= Federal Open Market Committee): Dies ist das wichtigste Gremium des Federal Reserve Systems. Der Kopf dieses Gremiums ist zugleich der Chairman of the Board of Governors. Es besteht aus zwölf Delegierten, die sieben Governors, sowie noch fünf Repräsentanten der jeweiligen regionalen Federal Reserve. Das FOMC überwacht die Offenmarktgeschäfte und bestimmt die Zinsrate, sowie das Geldangebot der US-Wirtschaft.( Vgl. Jain, C (1981, S. 177 f.))

6 Das Modell von Clarida, Gali und Gertler befindet sich ausführlich in Abschnitt 2.4

7 Federal Funds Rate ist der Zinssatz, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen und Kredite vergeben. In Europa ungefähr vergleichbar mit dem Geldmarktzins. (Vgl. Schmitt 2010: 5)

8 Als Produktionslücke ist diejenige prozentuale Abweichung des tatsächlichen vom potentiellen Outputs beschrieben: כ௒ି ௒ , auch Outputlücke genannt.

9 Innerhalb des Quartals sind die Daten zugänglich

10 Ist [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] : stabilisierender Effekt auf die Wirtschaft

11 Ist[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] : destabilisierender Effekt auf die Wirtschaft

12 Steady state beschreibt den Zustand in dem das System im Gleichgewicht ist und es nicht von Schocks oder anderen Gegebenheiten beeinflusst ist. (Vgl. Hermeling 2010: 3)

13 Man benutzt den Smoothing-Faktor ߩ, da der Störterm mit der Zeit mit sich selbst korreliert. (Autokorrelation)

14 Die gleiche Verwendung für ߩ benutzen auch CGG (2000) und in beiden Fällen, kann man [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] annehmen (Vgl. CGG (2000, S. 153f.))

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Geldpolitische Regeln, Makroökonomische Stabilität und Inflation
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Makro- und Finanzmarktökonometrie
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V196459
ISBN (eBook)
9783656225232
ISBN (Buch)
9783656226147
Dateigröße
1476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzkrise, Finanzmarkt, Ökonometrie, VWL, Federal Reserve Bank, USA, Inflation, Taylor-Regel, Geldpolitik, Makroökonomik, Volkswirtschaftslehre
Arbeit zitieren
Matthias Fett (Autor), 2010, Geldpolitische Regeln, Makroökonomische Stabilität und Inflation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196459

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