Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Antiquity

Die Agrarkrise der römischen Republik

Welche Motvie, hinsichtlich des ager publicus, führten zu den Reformversuchen des Tiberius Gacchus und somit zu einer Initiative für ein Ackergesetz?

Title: Die Agrarkrise der römischen Republik

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marco Schmidt (Author)

World History - Antiquity
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die soziale Krise, die Tiberius Gracchus als erster zu lösen versuchte, war eine Agrarkrise. Dieser setzte sich an die Spitze der Unzufriedenen und forderte eine Bodenreform zur Problemlösung. Ohne Zweifel ist die historische Bedeutsamkeit der Agrarkrise immens, da sie die Grundlage für die Sempronische Agrarreform des Jahres 133 v. Chr. unter Tiberius Sempronius Gracchus darstellt. Theodor Mommsen sah die damalige Agrarkrise noch schärfer: Das Ackergesetz „war das einzige Mittel, um einen noch viel größeren, ja den Staat geradezu vernichtenden Übel, dem Untergang des italischen Bauernstandes, wenigstens auf lange hinaus zu steuern“. Der im Besitz des Gemeinwesens befindliche Grund und Boden (ager publicus) sollte nach geltendem Recht, das jedoch von den Großgrundbesitzern in der Vergangenheit missachtet bzw. umgangen worden war, zugunsten der Kleinbauern umverteilt werden. Diese Maßnahme war notwendig, nicht nur um das Recht wieder herzustellen, sondern auch um den römischen Bauernstand, der durch die Besitzgier der Reichen in Existenznot geraten war, zu stärken. Nur ein starker Bauernstand, der auf erblichem jedoch unverkäuflichen Land seinen Lebensunterhalt erwirtschaftet, wäre in der Lage, das Milizwesen als Machtbasis Roms zu erhalten und somit auch die innere Sicherheit zu gewährleisten, die z. B. durch die Sklavenaufständen auf Sizilien (erster Sizilischer Sklavenkrieg von 135-132 v. Chr.) bedroht worden war. Daher beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Agrarkrise der römischen Republik und den Motiven hinsichtlich des ager publicus, die zu den Reformversuchen des Tiberius Gracchus und folglich zu einer Initiative für ein Ackergesetz führten. Unter Motiven sind die Beweggründe des Tiberius Gracchus, hinsichtlich einer Neuregelung zur Nutzung des ager publicus, zu verstehen. Die vorliegende Arbeit will versuchen, die komplexen Zusammenhänge zwischen den Motiven des Tiberius Gracchus und deren Ursachen aufzuzeigen. Seit Mommsen ist es üblich geworden, das Jahr 133 v. Chr. als das Epochenjahr der „Römischen Revolution“ zu sehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HAUPTTEIL

2.1. DIE ENTWICKLUNG DES AGER PUBLICUS ALS VORAUSSETZUNG FÜR DIE SEMPRONISCHE AGRARREFORM

2.1.1. Die Nutzungsregelung des ager publicus nach dem zweiten Punischen Krieg

2.1.2. Bedeutung und Folgen für Bauern und Oberschicht

2.2. DER REFORMVERSUCH DES TIBERIUS GRACCHUS

2.2.1. Die persönlichen Motive

2.2.2. Die Regelung des ager publicus im Sempronischen Ackergesetz

3. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen der Agrarkrise der späten römischen Republik und den Motiven des Tiberius Gracchus für eine grundlegende Bodenreform. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine Analyse der antiken Quellen von Appian und Plutarch zu klären, wie die fehlerhafte Nutzung des ager publicus die Reforminitiative motivierte und inwiefern das Sempronische Ackergesetz tatsächlich in der Lage war, die agrarischen Disparitäten abzumildern.

  • Entwicklung und historische Bedeutung des ager publicus
  • Sozioökonomische Folgen für das kleinbäuerliche Proletariat
  • Die persönlichen Beweggründe des Tiberius Gracchus
  • Struktur und Effektivität des Sempronischen Ackergesetzes

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Die Nutzungsregelung des ager publicus nach dem zweiten Punischen Krieg

Der zweite Punische Krieg markiert in der Geschichte Roms den Beginn eines Umwandlungsprozesses, der bereits nach kurzer Zeit tiefgreifende Veränderungen im Gefüge des römischen Staates und der römischen Gesellschaft verursachte. Rom war ein Weltreich geworden, dessen Wirtschaftsstruktur und Sozialordnung neuen Bedingungen unterworfen waren. Zugleich führte dieser rasche Wandel dazu, dass Rom in eine soziale und politische Krise geriet. Die neuen Bedingungen ergaben sich zum Teil aus den direkten Folgen des zweiten Punischen Krieges für Italien, die im Niedergang und in der Proletarisierung des italischen Bauerntums, in der Herausbildung großer Güter und im Übergang auf die massenhafte Verwendung von Sklaven in der Produktion lagen. Schon der antike Historiker Appian beschrieb diesen Wandel:

„ Dies sahen sie anstelle von Besatzungen vor. Von dem Land, das sie jeweils erbeuteten, teilten sie das bebaute gleich den Siedlern zu oder verkauften oder verpachteten es. Das infolge des Krieges unbestellte Land aber, das sich am weitesten ausdehnte, ließen sie unterdessen, ohne noch die Zeit zu finden, es durch Los zu verteilen, durch öffentliche Ausrufung denen anbieten, die bereit waren, es gegen eine Abgabe von der jährlichen Ernte, und zwar eines Zehntels vom Getreide und einen Fünftels vom Obst, zu bebauen. Für die aber, die Vieh hielten, wurden Abgaben von Groß- und Kleinvieh festgesetzt.“

Anhand dieses Quellenausschnittes ist deutlich zu erkennen, wie die Nutzungsregelung des ager publicus durch die Oligarchie konzipiert war. Schon in der Frühzeit ergab sich ein Problem, das sich durch die gesamte Zeit der Republik ziehen sollte: die Frage nach der Nutzung des ager publicus. So konnte um das Jahr 180 v. Chr. dieses ungenutzte Staatsland, das mit der Expansion Roms zunahm, eigentlich von jedem Bürger, meist gegen die Zahlung einer Nutzungsgebühr okkupiert und landwirtschaftlich genutzt werden. Problematisch bei dieser Regelung, waren die ungleichen Kapitalverhältnisse zwischen der Unterschicht und der Oberschicht, die wiederum bei der Okkupation des Staatslandes eine ungleiche Verteilung zwischen diesen beiden Schichten verursachte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die soziale Agrarkrise der römischen Republik und die historische Einordnung der Reformversuche des Tiberius Gracchus im Jahr 133 v. Chr.

2. HAUPTTEIL: Detaillierte Analyse der agrarökonomischen Ausgangslage, der rechtlichen Probleme des ager publicus sowie der persönlichen Motive und der legislativen Umsetzung der Sempronischen Agrarreform.

3. FAZIT: Kritische Bewertung der Effektivität des Sempronischen Ackergesetzes und Schlussfolgerung über die strukturelle Unzulänglichkeit der Maßnahmen zur Rettung des Bauernstandes.

Schlüsselwörter

Agrarkrise, Römische Republik, Tiberius Gracchus, ager publicus, Ackergesetz, Bodenreform, Sempronische Agrarreform, Latifundien, Kleinbauern, Oberschicht, Antike, Appian, Plutarch, Landverteilung, Sozialgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Krise der späten römischen Republik und dem Versuch des Tiberius Gracchus, durch ein Ackergesetz die prekäre Situation des Bauernstandes zu verbessern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die rechtliche und tatsächliche Nutzung des Staatslandes (ager publicus), die wirtschaftliche Verdrängung der Kleinbauern durch Großgrundbesitzer sowie die politische Intention des Tiberius Gracchus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Motive des Tiberius Gracchus hinsichtlich der Verwaltung des ager publicus tatsächlich zu seiner Reforminitiative führten und wie das Sempronische Ackergesetz inhaltlich ausgestaltet war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der Berichte von Appian und Plutarch sowie auf die Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur zur römischen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Entstehungsgeschichte des ager publicus-Problems nach dem zweiten Punischen Krieg und eine Analyse des eigentlichen Reformversuchs inklusive der persönlichen Motive und der konkreten Gesetzesbestimmungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Agrarkrise, ager publicus, Reformversuch, Tiberius Gracchus, Latifundien und die Wiederherstellung des römischen Bauernstandes.

Warum war das Ackergesetz nach Ansicht des Autors wenig effektiv?

Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass das Gesetz die bestehenden Eigentumsverhältnisse und die Machtstruktur der Latifundien nicht grundlegend antastete und somit zur dauerhaften Stärkung des Bauerntums ungeeignet war.

Welche Rolle spielten die antiken Historiker Appian und Plutarch für diese Untersuchung?

Sie dienen als zentrale, wenn auch nicht zeitgenössische Quellen, deren Berichte über die soziale Ungleichheit und die Reden des Gracchus erst interpretiert werden müssen, um die Motive des Reformers zu verstehen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Agrarkrise der römischen Republik
Subtitle
Welche Motvie, hinsichtlich des ager publicus, führten zu den Reformversuchen des Tiberius Gacchus und somit zu einer Initiative für ein Ackergesetz?
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Grade
2,0
Author
Marco Schmidt (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V196489
ISBN (eBook)
9783656225843
ISBN (Book)
9783656226475
Language
German
Tags
agrarkrise republik welche motvie reformversuchen tiberius gacchus initiative ackergesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Schmidt (Author), 2009, Die Agrarkrise der römischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196489
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint