Die Diskussion um die neuen KMU-IFRS – Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand aus bilanzpolitischer Sicht


Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau des Assignments

2. Kleine und mittlere Unternehmen
2.1 Abgrenzung und Definition
2.2 Zukünftiges Potential

3. Rechnungslegung nach IFRS
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Markante Unterschiede zur HGB - Bilanzierung

4. Die KMU - IFRS
4.1 Inhalt
4.2 Argumente für die Anwendung der KMU – IFRS
4.3 Risiken für den deutschen Mittelstand

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: KMU – Anteile 2005 in Deutschland nach KMU – Definition der EU

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Quantitative Abgrenzung des IfM Bonn

Tabelle 2: Quantitative Abgrenzung der EU

Tabelle 3: Differenzierungen in HGB und IFRS

Tabelle 4: Aufbau der IFRS for SMEs

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

„Der Mittelstand ist in besonderer Weise Inbegriff für Leistungsbereitschaft, Fleiß und über den Tag hinausgehende gesellschaftliche Verantwortung“[1].

Dieses Zitat von Helmut Kohl zeigt auf eindrückliche Weise, welche Wichtigkeit dem deutschen Mittelstand auch in Zeiten zunehmender Globalisierung und Konzernausweitungen zu bemessen ist. Der hohe Stellenwert, der dem Mittelstand in Deutschland zugesprochen wird, kann allerdings nur aufrecht erhalten werden, wenn keine gravierenden Einschränkungen, z.B. durch Gesetzesänderungen, das Leistungspotential des Mittelstandes drosseln.

Eine mögliche Beeinträchtigung kann sich eventuell durch die Rechnungslegungsverordnungen nach IFRS ergeben. Besonders die am 9. Juli 2009 veröffentlichten[2] International Financial Reporting Standards for Small and Medium-sized Enterprises könnten die zukünftige Bilanzpolitik deutscher Unternehmen grundlegend verändern. Dies lässt sich vor allem aufgrund des Umfanges innerhalb des „Regelwerkes“ begründen. So umfasst z. B. allein der IAS 39 schon heute einen Umfang von 300 Seiten inkl. aller Anhänge[3]. In Relation dazu kann festgestellt werden, dass ein durchschnittliches europäisches KMU 6,8 Personen beschäftigt[4]. Schon alleine an Hand der Tatsache, dass der Verwaltungsaufwand deutlich zunehmen könnte, bilden sich starke Diskrepanzen heraus.

Andererseits können sich durch die KMU – IFRS zusätzliche Möglichkeiten für die mittelständische Wirtschaft ergeben. So erleichtern beispielsweise die internationalen Rechnungslegungsverordnungen den Zugang zum Kapitalmarkt[5], was zunehmend auch für kleine und mittlere Unternehmen eine interessante Möglichkeit der Kapitalbeschaffung ermöglicht.

In wie weit die mittelständischen Unternehmen die neuen Herausforderungen annehmen, die mit den IFRS for SMEs verbunden sind, kann nur durch eine Zukunftsbetrachtung ermittelt werden.

1.2 Zielsetzung und Aufbau des Assignments

Aufgrund des sehr umfangreichen Themas, sollen in dieser wissenschaftlichen Darstellung vorwiegend die Chancen und Risiken der IFRS für KMU im deutschen Mittelstand genauer beleuchtet werden.

Im ersten Kapitel dieses Assignments soll eine kurze Einleitung zur Aktualität dieses Themas gegeben werden. Dabei wird die Problemstellung sowie die Zielsetzung dieser wissenschaftlichen Arbeit abgegrenzt.

Aufgrund dieser Betrachtung soll eine mögliche Vorteilhaftigkeitsargumentation bzw. kritische Stellungnahme zu den KMU - IFRS als Finalziel dieses Assignments abgeleitet werden.

Damit eine abschließende Aussage dazu gemacht werden kann, werden im zweiten Kapitel dieser Hausarbeit zunächst die kleinen und mittleren Unternehmen innerhalb der Wirtschaft abgegrenzt. Als Modalziel dieses Assignments soll eine Definition für diese Wirtschaftseinheiten gefunden werden. Weiterhin wird das zukünftige Potential dieser Unternehmen kurz dargelegt.

Im darauf folgenden Teil dieser Hausarbeit werden die Rahmenbedingungen der Rechnungslegungsverordnung nach IFRS auszugsweise aufgezeigt. Es werden markante Unterschiede zur HGB – Bilanzierung angeführt.

Im vierten Kapitel sollen, als weiteres Teilziel der Arbeit, die KMU – IFRS vorgestellt werden. Hierbei werden die Vor- und Nachteile, die sich für die betroffenen Unternehmen ergeben, abgewägt. In diesem Zusammenhang sollen zukünftige Chancen und Risiken verdeutlicht werden.

Im Fazit dieser Arbeit, welches im fünften Kapitel folgt, soll eine kritische Würdigung das Thema zusammenfassen und abrunden.

2. Kleine und mittlere Unternehmen

2.1 Abgrenzung und Definition

Bei der Abgrenzung von kleinen und mittleren Unternehmen lassen sich oftmals keine einheitlichen Definitionen finden[6].

Eine praxisnahe Abgrenzung wird vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn angewandt. Als „klein“ wird hierbei ein Unternehmen bezeichnet, welches bis zu 9 Beschäftigte unterhält und einen Jahresumsatz von unter 1 Million Euro generiert[7].

Mittlere Unternehmen beschäftigen 10 – 499 Mitarbeiter und erzielen einen Jahresumsatz von 1 bis unter 50 Millionen Euro[8]. Somit weisen KMU eine Beschäftigtenzahl von bis zu 499 auf und erzielen bis unter 50 Millionen Euro Umsatz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Quantitative Abgrenzung des IfM Bonn[9]

Eine weitere, wichtige Definition der KMU, wurde von der Europäischen Kommission erarbeitet. Hierbei wird als weiteres Kriterium, neben der Beschäftigtenanzahl und dem Jahresumsatz, die Bilanzsumme herangezogen[10]. Außerdem wird dabei eine Segmenterweiterung um den Bereich „Kleinstunternehmen“ durchgeführt. Zusammenfassend wird innerhalb der Definition der EU ein KMU als Unternehmen angeführt, welches bis zu 249 Beschäftigte unterhält, sowie entweder einen Umsatz bis zu 50 Millionen Euro im Jahr generiert oder eine Bilanzsumme bis 43 Millionen Euro aufweist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Quantitative Abgrenzung der EU[11]

2.2 Zukünftiges Potential

Die kleinen und mittelständischen Betriebe nehmen in der deutschen Wirtschaft eine wichtige Stellung ein. Vor allem der Bereich der Nutzeninnovationen wird sehr stark durch den Mittelstand geprägt[12]. Diese Aussage lässt sich vor allem dadurch unterstreichen, dass 90 Prozent der europäischen Patentanträge aus dem Jahr 2005, von Unternehmen und Erfindern stammten, die weniger als fünf Erfindungen zum Schutz einreichten[13].

Ein Großteil von Arbeits – und Ausbildungsplätzen wird auch weiterhin durch mittelständische Unternehmen bereit gestellt. Dabei sollte vor allem auf einzelne strukturelle Unterschiede geachtet werden. So gehören zum Beispiel 99 Prozent der hessischen Unternehmen dem Mittelstand an[14], wobei 70 % der hessischen Ausbildungsplätze in diesem Bereich geschaffen werden[15]. Kleine – und mittlere Unternehmen bieten vor allem durch die intensive Kunden – und Lieferantenbindung einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung des Dienstleistungssektors in Deutschland. Aufgrund der gesamten Entwicklung, die die mittelständischen Unternehmen in Deutschland verzeichnen, lassen sich für zukünftige Potentiale sehr positive Chancen ableiten. Dabei ist es um so wichtiger, an dieser Stelle erneut zu betonen, dass jegliche Art von Verwaltungsbeeinträchtigung zu einem raschen konjunkturellen Abschwung im mittelständischen Bereich führen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: KMU – Anteile 2005 in Deutschland nach KMU – Definition der EU[16]

3. Rechnungslegung nach IFRS

3.1 Rahmenbedingungen

Die Rechnungslegung nach den IFRS „wurde mit dem Ziel entwickelt, international akzeptierte Standards zu schaffen, um eine globale Harmonisierung der Rechnungslegungsgrundsätze, -methoden und –verfahren zu erreichen“[17].

Von diesen internationalen Einflüssen sind bis jetzt vor allem kapitalmarktorientierte Unternehmen betroffen[18]. So fallen seit 01.01.2005 Konzernabschlüsse von kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen mit Sitz in der EU in den Pflichtanwendungskreis der IFRS[19].

Mutterunternehmen, die konzernrechnungspflichtig sind, allerdings keine Kapialmarktorientierung aufweisen, haben das Wahlrecht ihren Konzernabschluss nach IFRS statt nach handelsrechtlichen Grundsätzen aufzustellen[20].

Trotz Einführung der internationalen Standards in die nationale Rechnungslegung, muss der Jahresabschluss der Unternehmen weiterhin nach HGB – Vorschriften aufgestellt werden. Ein IFRS – Einzelabschluss entbindet die Unternehmen nicht von der Aufstellung eines Jahresabschlusses nach HGB - Grundsätzen[21].

[...]


[1] http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_helmut_kohl_thema_mittelstand_zitat_23866.html Abruf 16.06.2012 Ausdruck 16.06.2012

[2] Vgl. http://www.prof-dr-anton.de/ifrs-for-smes/ Abruf 16.06.2012 Ausdruck 16.06.2012

[3] Vgl. Norbert Lüdenbach, IFRS: Der Ratgeber zur erfolgreichen Anwendung von IFRS, 6. Auflage, Freiburg 2010, S. 411

[4] Vgl. Beobachtungsnetz der europäischen KMU Erhebung, Bericht Juni 2007, S. 7

[5] Vgl. Reinhard Heyd und Isabel von Keitz, IFRS – Management: Interessenschutz auf dem Prüfstand, 1. Auflage, München 2007, S. 202

[6] Vgl. Christian Nufer, KMU Risikomanagement – Warum und wohin?, 1. Auflage, Norderstedt 2007, S. 2

[7] Vgl. Simon Furtner, Die Grundstruktur von Basel II unter Würdigung der individuellen Umsetzung innerhalb der EU und ihre Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen in Deutschland, 1. Auflage, Norderstedt 2008, S. 57

[8] Vgl. Furtner, Die Grundstruktur von Basel II unter Würdigung der individuellen Umsetzung innerhalb der EU und ihre Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen in Deutschland, S. 57

[9] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89 Abruf 16.06.2012 Ausdruck 16.06.2012

[10] Vgl. Marc Witte, Open Innovation als Erfolgsfaktor für KMU - Theoretische Analyse und praktische Untersuchung, 1. Auflage, Hamburg 2011, S. 11

[11] http://www.munich-business-school.de/intercultural/images/7/75/Tab2.jpg Abruf 16.06.2012 Ausdruck 16.06.2012

[12] Vgl. Carsten Siegemund, Nutzeninnovation – Entwicklung eines Beratungsproduktes für die Strategieberatung von kleinen und mittelständigen Unternehmen, 1. Auflage, Hamburg 2011, S. 47

[13] Vgl. http://www.mittelstandswiki.de/2006/06/mittelstand-stellt-90-prozent-aller-patente/ Abruf 16.06.2012 Ausdruck 16.06.2012

[14] Vgl. www.hessen.de Abruf 17.06.2012 Ausdruck 17.06.2012

[15] Vgl. www.hessen.de Abruf 17.06.2012 Ausdruck 17.06.2012

[16] http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=1015 Abruf 17.06.2012 Ausdruck 17.06.2012

[17] Christoph Berentzen, Die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten im IFRS – Abschluss nach IAS 39 und nach IFRS 9, 1. Auflage, Köln 2010, S. 19

[18] Vgl. Martin Mösch, IFRS im Mittelstand – eine Chance für KMU?, 1. Auflage, Norderstedt 2006, S. 7

[19] Vgl. Mösch, IFRS im Mittelstand, S. 7

[20] Vgl. Mösch, IFRS im Mittelstand, S. 7

[21] Vgl. Mösch, IFRS im Mittelstand, S. 8

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Diskussion um die neuen KMU-IFRS – Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand aus bilanzpolitischer Sicht
Hochschule
AKAD-Fachhochschule Leipzig
Veranstaltung
BIL11
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V196520
ISBN (eBook)
9783656226598
ISBN (Buch)
9783656227168
Dateigröße
919 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
diskussion, kmu-ifrs, chancen, risiken, mittelstand, sicht
Arbeit zitieren
Matthias Jahnke (Autor), 2012, Die Diskussion um die neuen KMU-IFRS – Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand aus bilanzpolitischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196520

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