Handlungsfeld eines Praxisanleiters unter Zeitdruck


Facharbeit (Schule), 2012
13 Seiten

Leseprobe

1. Einleitung

Das Ziel dieser Facharbeit ist es zu bestimmen, wie das Handlungsfeld eines Praxisanleiters unter Zeitdruck aussieht, welche Rollen und Aufgaben er innerhalb seiner Tätigkeit zu Leisten hat. Ebenfalls wichtig ist es, die Anforderungen an die Qualifikation und Kompetenz von Praxisanleitern zu erörtern und auch Grenzen der Anwendbarkeit zu definieren. Des Weiteren, sollen die Funktionen, Aufgaben und Kompetenzen der Praxisanleiter im Rahmen der Weiterbildung zum Praxisanleiter im Gesundheitswesen erläutert werden. „ Praxisanleiter finden sich in vielen Rollen wieder. Sie tragen nicht nur eine hohe Verantwortung innerhalb des Ausbildungsprozesses, sondern genießen meist auch das Vertrauen vieler Pflegender, die sich in Praxisfragen bei ihnen Rat holen. Die Erwartungshaltung vieler am Ausbildungsprozess beteiligter Personen an Praxisanleiter ist hoch.“[1] An die Praxisanleiter werden viele verschiedene Aufgaben übertragen. Das wird dadurch erklärt, sie in den meisten Fällen als zuverlässig, verantwortungsbewusst und leistungsfähig charakterisiert werden. Die Praxisanleiter übernehmen diese Verpflichtungen, weil sie ein nicht deutlich abgegrenztes Aufgabenfeld haben. Sehr häufig werden sie zu den Ansprechpartnern für alle möglichen Mitarbeiter und zur Vertrauensperson für Schüler und Mitarbeiter bei bestimmten Problemen. „Zweifellos leisten Praxisanleiter einen wichtigen Beitrag in der Pflegeausbildung, dessen Stellenwert mit den neuen Berufsgesetzen deutlich betont wurde, doch Praxisanleiter sollten sich nicht in die Rolle einer Allroundkraft drängen lassen und sich für alle Dinge verantwortlich fühlen, die an sie herangetragen werden.[2] Hohe psychomentale Belastungen sind für Pflegetätigkeiten typisch. Sie sind auch für die Tätigkeit von Praxisanleitern kennzeichnend, weil sie die Vielfalt an Aufgaben erfüllen sollen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die Aufgaben und Grenzen zu definieren und sich mit Erwartungen an ihre Tätigkeit vertraut zu machen. Die Pflegeeinrichtungen bezeichnen unterschiedlich die Funktionen von Praxisanleitern. Der Begriff „Praxisanleiter“ wird sehr häufig mit den Begriffen „Mentor“ oder „Tutor“ identifiziert. Die Praxisanleitung hängt nicht von den Organisationsstrukturen und ausbildenden Einrichtungen ab. Die Tätigkeit der Praxisanleiter ist im Fall der Kooperation der Mitarbeiter und des Vorhandenseins der entsprechenden Rahmenbedingungen innerhalb ihrer Einrichtung möglich. Es bestehen Ansprüche gegenüber den Praxisanleitern von Seiten der Schule, Kollegen, Vorgesetzten und natürlich der Schüler. Zusätzlich muss hier noch der eigene Anspruch benannt werden.

2. Zulassungsvoraussetzungen

Examinierte Altenpflegerinnen und Altenpfleger, mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung können an einer staatlich anerkannten Weiterbildung mit 234 Unterrichtsstunden und Abschlussprüfung teilnehmen. Die Kosten der Ausbildung werden in der Regel durch die Arbeitgeber übernommen. Die neue bundeseinheitliche Gesetzgebung schreibt eine große Bedeutung der praktischen Ausbildung der Fachpflegekräfte in den Pflegeeinrichtungen zu. Die Aufgaben einer professionellen Praxisanleitung bestehen aus verschiedenen Anforderungen und Ansprüchen. Die professionelle Begleitung am Arbeitsplatz ist sowohl für Auszubildende, als auch für neue Mitarbeiter notwendig. Die Praxisanleitung wird als pädagogischer Prozess bezeichnet, um Auszubildende im Gesundheitswesen nachhaltig und effizient anzuleiten. Dieser Prozess erfordert für den Praxisanleiter selbständige Planung und Gestaltung. Pädagogische und soziale Kompetenzen sind für die professionelle Durchführung einer Praxisanleitung ebenso erforderlich. Die Weiterbildung ermöglicht die Vermittlung der Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die Gestaltung der praktischen Ausbildung von Schülern notwendig sind. Eine professionelle Praxisanleitung wird als ein wichtiges Element der Qualitätssicherung verstanden.

3. Rollen und Kompetenzen von Praxisanleitern

Der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe hat die Rollen und Berufskompetenzen der Praxisanleiter beschrieben. Die Praxisanleiter können folgende Rollen einnehmen:

- Professionelle Pflegende
- Direkte Pflegende
- Forscher
- Leiter
- Manager
- Koordinator
- Coach
- Patientenanwalt
- Lehrer in der Pflege

Es werden auch folgende grundlegende Rollen von Praxisanleitern betont:

Pflegespezialist: Er muss handlungskompetent sein und sein Fachwissen ständig vervollkommnen.

Pädagoge und Didaktiker: Von ihm werden die Lernprozesse organisiert und gestaltet. Er berücksichtigt die individuellen Voraussetzungen und fördert die Lernenden, indem er ihre Interessen beachtet.

Vertrauensperson: Ihre Tätigkeit ist nicht direkt mit der praktischen Ausbildung verbunden. In dieser Rolle wird der Praxisanleiter eher als Ansprechpartner wahrgenommen , was jedoch als Vertrauensbasis sehr entscheidend sein kann.

Die erwähnten Rollen weisen darauf hin, dass es unmöglich ist, sie alle vollkommen zu erfüllen. Deshalb ist es sehr wichtig die Kompetenzen von Praxisanleitern richtig auszulegen. „Praxisanleiter benötigen Handlungskompetenz als Pflegende und Ausbildende in der Pflege, diese Kompetenz ist nicht automatisch in ständig wechselnden Praxissituationen vorhanden, sondern muss erworben werden. Handlungskompetenz als Praxisanleiter bedarf gezielter Weiterbildung und Lernprozesse.“[3]

Die Handlungsfähigkeiten von Praxisanleitern muss folgende grundlegende Kompetenzen umfassen:

- Fachkompetenz,
- Sozialkompetenz,
- Personale Kompetenz,
- Methodenkompetenz.[4]

Unter Fachkompetenz versteht man pflegerische und pädagogische Fachkompetenz. Die Pflegeanleiter sollen in der Lage sein, die Aufgaben zielorientiert zu lösen, indem sie ihr fachliches Wissen und Können anwenden. Zur Fachkompetenz gehören:

- Pflege, die auf den Prozess orientiert ist,
- Organisatorische Fähigkeit,
- Gestaltung der Lernprozesse und Förderung der Lernenden,
- Planung des Lernprozesses,
- Fähigkeit, lernpsychologische Kenntnisse anzuwenden.

Soziale Kompetenz bedeutet die Gestaltung der sozialen Beziehungen. Dazu zählt man:

- Toleranz,
- Kommunikationsfähigkeit,
- Kooperationsfähigkeit,
- Ethische Kompetenz,
- Fähigkeit, im Team zu arbeiten,
- Kritikfähigkeit.

Personale Kompetenz bezeichnet die Wahrnehmung der Anforderungen im Beruf als individuelle Persönlichkeit. Dazu gehören folgende Eigenschaften:

- Zuverlässigkeit,
- Motivation,
- Zielstrebigkeit,
- Selbstkritik,
- Zielstrebigkeit,
- Sorgfalt,
- Belastbarkeit,
- Verantwortungsgefühl,
- Flexibilität.

Methodenkompetenz bezeichnet systematische und planvolle Handlungen und die Fähigkeit, die Lehr- und Lernprozesse zu leiten und bestimmte Methoden und Techniken selbständig zu verwenden.

4. Ziel der Weiterbildung und Aufgaben der Praxisanleiter

Das Ziel der Weiterbildung besteht in der Vermittlung der notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, über die Krankenschwestern, Krankenpfleger, Kinderkrankenschwestern, Kinderkrankenpflegern, Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten, Altenpflegerinnen und Alterspflegern, Physiotherapeutinnen und Psychotherapeuten verfügen sollen, um die Aufgaben der Praxisanleitung zu lösen. Die Bereitschaft der Teilnehmer zu den hohen Anforderungen an die fachlichen, sozialen und pädagogischen Kompetenzen ist von großer Bedeutung. Die Tätigkeit der Praxisanleiter umfasst die Mitwirkung bei der Entwicklung von pädagogischen Konzepten. Die Praxisanleiter sollen die Lernenden informieren, begleiten und beraten und ihre praktischen Leistungen beurteilen. Die Wissensvermittlung für die praktischen Prüfungen ist mit ausschlaggebend. Zudem sollen die Praxisanleiter die praktische Anleitung planen, durchführen und auswerten, sowie die Anleitungssituationen dokumentieren.

[...]


[1] Mamerow, Ruth: Praxisanleitung in der Pflege, Heidelberg 2010, S. 3

[2] Mamerow, Ruth: Praxisanleitung in der Pflege, Heidelberg 2010, S. 4

[3] Mamerow, Ruth: Praxisanleitung in der Pflege, Heidelberg 2010, S. 5

[4] Mamerow, Ruth: Praxisanleitung in der Pflege, Heidelberg 2010, S. 5

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Details

Titel
Handlungsfeld eines Praxisanleiters unter Zeitdruck
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V196554
ISBN (eBook)
9783656310464
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
handlungsfeld, praxisanleiters, zeitdruck
Arbeit zitieren
Tino Müller (Autor), 2012, Handlungsfeld eines Praxisanleiters unter Zeitdruck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196554

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