Die nachfolgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Die aktive Vaterschaft – Bedeutung und Barrieren einer neuen Vaterschaft in Deutschland“. Inhaltlich gilt es zunächst darzustellen, was aktive Vaterschaft bedeutet. Im Zuge dessen wird auf Erkenntnisse eingegangen, welche die Übernahme der Vaterrolle durch junge Männer heutzutage verdeutlichen sollen. Ebenso wird auf die Veränderung des väterlichen Rollenverständnisses eingegangen.
In Verbindung mit Väterlichkeit muss auch immer der demographische Wandel berücksichtigt werden, welcher die Veränderung der Bevölkerungsstruktur umfasst. Die demographische Entwicklung wird hierbei vor allem anhand der rückläufigen Geburtenrate erläutert und ein Zukunftsausblick dargestellt.
In Bezug auf aktive Vaterschaft werden desweiteren die aktuellen Problematiken der Vereinbarkeit von Familie und Beruf benannt, sowie auf Barrieren für die Annahme einer Vaterschaft eingegangen.
Zuletzt gilt es einer Darstellung familienpolitischer Maßnahmen, welche aktive Vaterschaft fördern sollen.
Das abschließende Fazit bildet eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Demographischer Wandel in Deutschland
2. Aktive Vaterschaft
2.1 Definition Aktive Vaterschaft
2.2 Junge Väter vor der Geburt
2.3 Veränderung des väterlichen Rollenbildes in der Gesellschaft
2.4 Vaterrollen aus Sicht der Väter
3. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
4. Barrieren für Vaterschaft
5. Familienpolitische Ansatzpunkte
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der "aktiven Vaterschaft" in Deutschland, beleuchtet die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen und analysiert, welche Barrieren der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für moderne Väter existieren.
- Bedeutung und Definition aktiver Vaterschaft im Wandel
- Einfluss des demographischen Wandels auf Familienstrukturen
- Konfliktlinien zwischen beruflicher Präsenz und familiärer Teilhabe
- Sozial- und familienpolitische Rahmenbedingungen und Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.3 Veränderungen des väterlichen Rollenbildes in der Gesellschaft
Die gesellschaftlich bestehende Annahme, dass eine nach Geschlechtern differenzierte Verteilung von Aufgaben innerhalb der Familie besteht bzw. bestand, wurde durch die Geschlechter- und Familienforschung bereits weitestgehend widerlegt. Ihre Existenz war gesellschaftlich nicht die Regel und trat nicht dauerhaft auf (vgl. Martschukat / Stieglitz 2005: 107). Mitte des 19. Jahrhunderts kehrte die Aufgabenverteilung, differenziert nach dem Geschlecht, in das Bürgertum ein. Zwischen 1950 und 1970 war es notwendig, dass angesichts der wirtschaftlichen Situation in Deutschland auch Frauen am Erwerbsleben teilhaben. Auf diese Weise konnten die Kosten einer Arbeiterfamilie gedeckt werden, der Mann als Alleinernährer konnte diese Aufgabe nicht alleine meistern. Zur Normalität hingegen wurde die Annahme, dass der Vater für das geregelte Einkommen einer Familie sorgt und sich die Mutter um die Erziehung und Versorgung der Kinder bemüht. Diese Annahme gilt als Diskussionsgrundlage über die Veränderungen des väterlichen Rollenbildes (vgl. Böllert / Peter 2012: 65).
Um das Jahr 1800 herum galt die Vaterfigur noch als die Person der Familie, welche Erziehungsempfehlungen aussprach. Die Väter wurden zu dieser Zeit noch bewusst Väter und galten als liebevolle Vaterfiguren. Sie beobachteten das Verhalten ihrer Kinder und interpretierten es anhand ihres Umganges mit den Kindern (vgl. Trepp 1996: 31f.). Illustrationen aus dieser Zeit belegen, dass sich Vater und Mutter zu gleichen Teilen um die Kinder kümmern und keine Hierarchie innerhalb der Familie bestand. Zu dieser Zeit waren für Väter Beruf und Leistung weniger bedeutsam als stetig bei der Familie zu sein, sich um die Kinder zu kümmern und an der Entwicklung der Kinder teilhaben zu können (vgl. Martschukat / Stieglitz 2005: 115).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der aktiven Vaterschaft ein und verknüpft diese mit dem demographischen Wandel sowie den Problematiken der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
1. Demographischer Wandel in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Bevölkerungsentwicklung anhand der Geburtenraten und deren Auswirkungen auf das Sozialsystem.
2. Aktive Vaterschaft: Es werden die Definition aktiver Vaterschaft, die psychologische Vorbereitung auf die Vaterrolle und historische sowie gesellschaftliche Veränderungen des väterlichen Rollenbildes dargelegt.
3. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Das Kapitel behandelt die Spannungsfelder, in denen sich berufstätige Väter bewegen, und die Erwartungshaltungen seitens der Arbeitgeber.
4. Barrieren für Vaterschaft: Hier werden strukturelle Hürden durch Sozial- und Familienpolitik sowie wirtschaftliche Faktoren analysiert, die einer aktiven Vaterschaft entgegenstehen.
5. Familienpolitische Ansatzpunkte: Es wird die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Elternzeit und Elterngeld sowie das Potenzial ganztägiger Betreuungsangebote diskutiert.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, wonach aktive Vaterschaft zwar ein erstrebenswertes Ideal darstellt, aber noch immer durch wirtschaftliche Zwänge und Rollenbilder behindert wird.
Schlüsselwörter
Aktive Vaterschaft, Demographischer Wandel, Rollenverständnis, Vereinbarkeit, Familie und Beruf, Erziehung, Elternzeit, Elterngeld, Familienpolitik, Geschlechterrollen, Alleinernährer, Arbeitswelt, Väterrolle, Sozialstaat, Lebenslauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Vaterrolle in Deutschland hin zu einem aktiven, engagierten Selbstverständnis und analysiert die dabei auftretenden Hindernisse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der demographische Wandel, die Definition aktiver Vaterschaft, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie familienpolitische Instrumente wie Elterngeld und Elternzeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Bedeutung aktiver Vaterschaft herauszuarbeiten und die Barrieren zu beleuchten, die junge Männer bei der Realisierung dieses modernen Vaterbildes in einem traditionell geprägten Arbeitsumfeld erfahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand sowie sozial- und familienpolitische Diskurse und Daten analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den demographischen Kontext, den Wandel väterlicher Rollenbilder seit dem 19. Jahrhundert, die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie politische Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind aktive Vaterschaft, Vereinbarkeit, Rollenverständnis, demographischer Wandel und Familienpolitik.
Welchen Einfluss hat das "Ehegattensplitting" laut Arbeit auf die Väterrolle?
Es wird als Belastungsfaktor identifiziert, da es das Modell des männlichen Alleinernährers wirtschaftlich begünstigt und somit eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung zementiert.
Warum empfinden Arbeitgeber das Thema Väter und Karriere oft als schwierig?
Viele Unternehmen sind noch immer von klassischen Rollenbildern geprägt, in denen Präsenzzeit als Hauptkriterium für Leistung und Loyalität gilt, was mit dem Wunsch nach Zeit für die Kinder kollidiert.
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- Florian Loerchner (Author), 2012, Die aktive Vaterschaft – Bedeutung und Barrieren einer neuen Vaterschaft in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196562