Kaiser Konstantin und sein Leben


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

0. Einleitung

1. Das Leben des jungen Konstantin

2. Kaiser Anfänge
2.1 Konstantin besiegt Maxentius- eine Bekehrung?
2.2 frühe Gesetzgebung und Kirchenpolitik
2.3 Das Mailänder Toleranzedikt

3. Konstantins Weg zum Alleinherrscher

4. Gesetzgebung und Leben als Alleinherrscher

5. Konstantinopel

6. Taufe und Tod Konstantins

7. Schlussteil

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

10. Erklärung

Abbildungsverzeichnis

11. Abbildungen
I: Das römische Reich im 4. Jahrhundert
II: Das Siegeszeichen Konstantins
III: Das Silbermedaillon von Ticinum

0. Einleitung

Konstantin der Große ist einer der wohl bekanntesten, aber auch umstrittensten römischen Kaiser. Bei der ersten intensiveren Auseinandersetzung und Literaturrecherchen wurde schnell deutlich, dass zahlreiche Kontroversen mit Konstantin und seiner Person verbunden sind. Dies mag daran liegen, dass die Darstellung seines Lebens und die Beurteilung seiner Aktivitäten stark geprägt sind von den grundsätzlichen Vorstellungen und Konzepten der einzelnen Kunsthistoriker. Christliche Autoren wie Eusebius von Caesara und Laktanz, die bedeutenden Konstantinbiographen, unterstellten dem Kaiser recht früh eine Hinwendung zum Christentum. Konträr dazu wurde derselbe Kaiser von den Heiden etwa als berechnender Machtmensch gezeigt, der geprägt von politischen Berechnungen war.

Man hat also sorgfältig aus den verschiedenen Divergenzen auszuwählen, welche Elemente aus den Darstellungen als zuverlässig gelten. Die einzig unumstößliche Tatsache auf die sich sowohl antike als auch moderne Autoren einigen können ist, dass Konstantin der erste christliche Kaiser im römischen Reich war.

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die ersten Lebensjahre Konstantins bis zu seiner Kaisererhebung im Jahre 306 chronologisch behandelt/ rekonstruiert. Zum besseren Verständnis wird direkt zu Beginn das Herrschaftssystem der dokletianischen Tetrarchie am Beispiel des Konstantius Chlorus, Konstantins Vater, erläutert.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Weg den Konstantin bis zu seiner tatsächlichen Alleinherrschaft zurücklegt. Es wird beschrieben, wie ein Soldatensohn trotz des diocletianischen Herrschaftssystems zum alleinigen Herrscher des gesamten römischen Imperiums wurde, und somit das Ende der Tetrarchie und die Rückkehr zu einer älteren Traditionslinie einleitete. Die konstantinische Wende wird kurz angesprochen, um dem Leser einen Einblick in die Problematik zu ermöglichen, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Dabei werden seine frühen Gesetzgebungen und die von ihm betriebene Kirchenpolitik ab dem Jahre 312 kurz dargestellt, das Mailänder Toleranzedikt und schließlich der Höhepunkt des Werdegangs- sein Leben und die Gesetzgebung als Alleinherrscher gezeigt. Hierzu gehört die neue Reichshauptstadt Konstantinopel, deren Besonderheiten und Grundsätzlichkeiten genannt werden. Diese Arbeit findet ihr Ende mit Konstantins Empfang der Taufe und dem darauf folgenden Tod, und schließt ab mit einem Erklärungsversuch des späten Zeitpunkts der Taufe.

1. Das Leben des jungen Konstantin

Gaius Flavius Valerius Konstantinus1, so wahrscheinlich sein voller Name, wurde etwa um das Jahr 280 nach Christus als Sohn des Konstantius Chlorus und der Gastwirtstochter Helena in Naissus in Moesien, dem heutigen Serbien, geboren. Weder zu seinem Namen noch zu seinem Geburtsdatum gibt es zuverlässige Informationen.2 Sein Vater Konstantius, der Soldat war, wurde 293 gemäß der von Kaiser Diocletian eingeführten Tetrarchie zum Caesar das Westens ausgerufen. Diese Tetrarchie besagte, dass das römische Reich in Ost (Nicomedien) und West (Rom) geteilt war, also in zwei Regierungsbereiche, das insgesamt von vier Herrschern mit Kaiserrang regiert wurde. Es gab jeweils einen Seniorkasier (Augustus) in Rom und einen in Nicomedien, der wiederum je einen Juniorkaiser (Caesar) als seinen Nachfolger adoptierte. Allerdings gelten die Gesetzte, die von Augustus und Caesares erlassen wurden, gleichsam für das gesamte Imperium.

Somit regierten im Osten zu dieser Zeit Kaiser Diocletian und Galerius, im Westen Kaiser Maximian mit Konstantius.

Konstantins Vater Konstantius trennte sich von Helena um eine Ehe mit Maximians Tochter Theodora einzugehen, wodurch Caesar Konstantius mit seinem Augustus Maximian verschwägert war.

Daraufhin drängte Diocletian seinen Caesaren Galerius zur Heirat seiner Tochter Valeria, um die gleiche familiäre Relation nachweisen zu können.3 Indes sei hier angemerkt, dass dies auf Grund der Tetrarchie nicht notwendig gewesen wäre. Dadurch, dass sein Vater zu einem der vier Herrscher des Imperiums gehörte, stand Konstantin der Weg an den Hofe Diocletians offen. An dessen Hof in Nicomedien erhielt Konstantin eine militärische Ausbildung und man ernannte ihn dort wegen seiner guten Fähigkeiten zum tribunus primi ordinis, ein hoher Offiziersrang. Er wurde dort laut dem christlichen Autor Eusebius von Caesara, der neben Laktanz der bedeutendste Konstantinbiograph ist, jedoch mehr als Geisel gehalten und floh.4

Über sein Leben vor der Kaisererhebung gibt es nur wenige zuverlässige Informationen. Die Angaben, die Eusebius von Caesara in seiner Konstantinbiographie (Vita Constantini) in diesem Zusammenhang macht, sind nur bedingt aussagekräftig. Sie sind geprägt von dem Wunsch, Konstantin so früh wie möglich als Christen zu zeichnen und so von seinen Vorgängern, die nicht nur als Anhänger der paganen Religion, sondern darüber hinaus als Tyrannen geschildert werden, positiv abzugrenzen.1 Dennoch hat Eusebius Biographie einen hohen Quellenwert, da die meisten seiner Dokumente (wie Edikte und Briefe Konstantins) heute als echt angesehen werden.

2. Kaiser Anfänge

Konstantin bat Galerius, der mittlerweile Augustus des Westens war, um Erlaubnis seinen Vater im Britannienfeldzug unterstützen zu dürfen.

Nach anfänglichem Zögern gab dieser letztlich seine Zustimmung, sodass Vater und Sohn den gemeinsamen Feldzug, der sich gegen die Picten und Scoten richtete, unternahmen. Nach dieser siegreichen Schlacht erkrankte Konstantius und starb am 25. Juli 306 in Eboracum (York), woraufhin die Truppen seines Vaters Konstantin als dessen Nachfolger und somit zum neuen Augustus ausriefen.

Dies wurde von den übrigen Kaisern nicht akzeptiert, sollte doch der tetrarchen Ordnung entsprechend Caesar Severus der neue Augustus werden.

Galerius verweigerte Konstantin die Anerkennung des Augusti Titels und sprach ihm notgedrungen den Titel des Caesaren zu, um dann Severus rechtmäßig zum Augustus zu ernennen. 307 ging Konstantin die Ehe mit Fausta, der Tochter des ehemaligen Augustus Maximian, ein. Durch seinen Schwiegervater Maximian erhielt er den Anspruch auf seinen zuvor von Galerius verwährten Augustus Titel zurück.2 Zur gleichen Zeit wurde Maxentius, Sohn des Maximian, zum neuen Augustus in Rom ausgerufen.

Maxentius galt allen als Usurpator (Gegenkaiser), was zum einen an seiner christenfreundlichen Politik lag, zum anderen daran, dass Galerius ihn als Mitregenten nicht akzeptieren wollte und ihn auf Grund seiner politischen Vorhaben zum Staatsfeind erklärte.3

Maxentius gelang es schließlich Augustus Severus militärisch zu überwältigen, woraufhin man in der Konferenz in Carnuntum im Jahre 308 Licinius als dessen Nachfolger bestimmte. Maxentius wurde hierbei die Anerkennung völlig versagt, womit in Nicomedien Galerius und Caesar Maximinius Daja, in Rom Licinius und Konstantin herrschten. Und so ÄJO FNWe es in Carnuntum tatsächlich, [«] erneut eine Tetrarchie zu konstruieren [...] "1

Maxentius und Maximian wollten nicht länger auf ihren Herrschaftsanspruch verzichten, weshalb Letzterer sich zum Kaiser in Rom erheben ließ.

Als Konstantin dies erfuhr, machte er sich umgehend auf den Weg und zwang Maximian zur Kapitulation, woraufhin dieser Selbstmord beging. Nach dem Tod seines gegen ihn revoltierenden Schwiegervaters im Jahre 310 berief sich Konstantin zur Legitimation seines Amtes, was damals so üblich war, auf den Sonnengott und verbündete sich außerdem mit Licinius, dem Augustus des Westens.

2.1 Konstantin besiegt Maxentius- eine Bekehrung?

Der Sieg Konstantins über Maxentius im Jahre 312 in der Schlacht an der Milvischen Brücke ist nicht nur militärisch wichtig, sondern auch unter dem Aspekt der ,Bekhrung" seines Glaubens interessant.2 Konstantins Sieg über den Augustus des Westens bedeutete nicht nur die Herrschaft über das gesamte westliche Territorium, sondern auch, so wie Eusebius und Laktanz einige Jahre später berichteten, den Sieg des christlichen Glaubens in Konstantin. Beide Konstantinbiographen berichten diesbezüglich jedoch unterschiedliche Versionen, auf semantischer Ebene jedoch ,stimmen beide Berichterstatter [...] uberein."3

Laktanz berichtete, dass Konstantin im Schlaf ermahnt wurde, das himmlische Zeichen Gottes auf den Schilden seines Heeres anzubringen und so die Schlacht zu beginnen. Er tat, was ihm befohlen wurde und brachte das Siegeszeichen (Chi-Rho) auf den Schilden des Heeres an. Das Christogramm besteht aus den sich kreuzenden Christus Initialen X und P (im Griechischen).

[...]


1 Anmerkung: Konstantintius und Konstantin werden in dieser Arbeit mit dem Konsonanten K geschrieben

2 Vgl. Karen Piepenbrink: Konstantin der Große und seine Zeit. In: Geschichte kompakt- Antike, hg. v. Kai Brodersen. Darmstadt: 2002, S. 28

3 Vgl. Ebd. S. 7

4 Vgl. Manfred Jacobs: Das Christentum in der antiken Welt. Von der frühkatholischen Kirche bis zu Kaiser Konstantin. In: Zugänge zur Kirchengeschichte, hg v. Manfred Jacobs. Kleine Vandenhoeck-Reihe. Band 2. Göttingen: 1987, S. 164

1 Vgl. Piepenbrink. S. 38

2 Vgl. Piepenbrink: Konstantin der Große und seine Zeit. S. 31

3 Vgl. Jacobs: Das Christentum in der antiken Welt. S. 164 3

1 Piepenbrink: Konstantin der Große und seine Zeit. S. 31

2 Vgl. Lutz E. von Padberg: Die Christianisierung im Mittelalter. Stuttgart: Reclam 1998, S.21

3 Ernst Dassmann: Kirchengeschichte II/1. Konstantinische Wende und spätantike Reichskirche. In:
Kohlhammer Studienbücher Theologie, hg. v. Gottfried Bitter u. a.. Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer 1996, S. 25

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Kaiser Konstantin und sein Leben
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Kirchengeschichte)
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V196603
ISBN (eBook)
9783656228165
ISBN (Buch)
9783656228271
Dateigröße
708 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Hausarbeit aus dem ersten Semester, die bis auf ein paar überschaubare Formalia einen guten Einstieg in das große Schaffen Kaiser Konstantins bietet, samt Abbildungen.
Schlagworte
Römisches Reich, Kirchengeschichte, Kaiser Konstantin, Christentum
Arbeit zitieren
Christiane Eberle (Autor), 2005, Kaiser Konstantin und sein Leben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196603

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