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Niklas Luhmann Systemtheorie / Medientheorie: Inwiefern machen symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher?

Title: Niklas Luhmann Systemtheorie / Medientheorie: Inwiefern machen symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher?

Seminar Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Ira Ekmann (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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1.) Einleitung
Der leitende Gedanke Luhmanns in seinen soziologischen Arbeiten ist die Entlarvung von Aufklärungsidealen als Mythos. Er selbst spricht von einer Aufklärung der Aufklärung. Er will offizielle Fassaden, herrschende Moralen und dargestellte Selbstüberzeugungen entlarven und diskreditieren. Luhmann reflektiert die Ideale der Aufklärung erneut und führt an den Stellen eine zweite Aufklärung durch, wo er zeigen kann, dass die Aufklärungsideale illusionär geworden sind und darum wissenschaftliche Erkenntnis nicht leiten können. Seiner Theorie liegen keine moralischen Ideale zu Grunde. Seine Theorie will die Gesellschaft in ihrer ganzen Fülle kognitiv erfassen und die Frage beantworten, wie trotz aller gesellschaftlicher Probleme soziale Ordnung möglich sei. Seine Systemtheorie ist deshalb eine „Supertheorie“ der Gesellschaft. Die Funktion der Systembildungen in der sozialen Realität wie in der Theorie besteht in der Erfassung und Reduktion von Weltkomplexität. Auf Begriffsgenauigkeit im Rahmen seiner Theoriebildung legt Luhmann besonders großen Wert, denn „das Wissenschaftssystem kann nur beobachten, was es begreifen kann.“
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Problem der Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien könnten diesem Problem entgegenwirken, so Luhmann. Deshalb soll die Frage beantwortet werden, inwiefern symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher machen. Dazu wird zu Beginn ein grober Einblick in die Luhmannsche Systemtheorie gegeben. Hier werden wichtige Begrifflichkeiten erklärt sowie nützliche Unterscheidungen getroffen. Anschließend wird geklärt, was Luhmann unter Kommunikation versteht und in welcher Hinsicht sie unwahrscheinlich ist. Danach wird der Medienbegriff untersucht. Es werden die verschiedenen Arten von Medien dargestellt und wie sie zusammenhängen. Dann werden die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien thematisiert. Hier wird vor allem auf die
Funktion eingegangen. Nachdem die Ausgangsfrage beantwortet ist, werden schließlich Vor- und Nachteile der Luhmannschen Systemtheorie aufgezeigt. Das Erarbeitete wird abschließend zusammengefasst. Im Anhang sind Abbildungen zu finden, die bestimmte Sachverhalte veranschaulichen sollen. Darauf wird aber im Text hingewiesen. Luhmanns Veröffentlichungen, die zu dieser Arbeit herangezogen wurden, sind im Literaturverzeichnis mit Sigeln versehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Luhmannsche Systemtheorie

2.1.) Kommunikation als Operation sozialer Systeme

2.2.) Der Luhmannsche Medienbegriff

2.3.) Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

3.) Pro und Contra der Luhmannschen Systemtheorie

4.) Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Problem der "Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation" innerhalb der Systemtheorie von Niklas Luhmann. Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien als funktionale Mechanismen fungieren, um soziale Kommunikation erst zu ermöglichen und ihre Wahrscheinlichkeit zu erhöhen.

  • Grundlagen der Luhmannschen Systemtheorie und die Differenz von System/Umwelt.
  • Kommunikation als autopoietische Operation sozialer Systeme.
  • Theorie des Medienbegriffs als "Ordnung von Möglichkeiten".
  • Funktionsweise symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien wie Geld, Macht und Liebe.
  • Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen der Systemtheorie.

Auszug aus dem Buch

2.3.) Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

Laut Luhmann erfolgt Kommunikation über eine generalisierte Verwendung bestimmter Medien, die dadurch einen symbolischen Gehalt bekommen. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien sind etwa Macht, Geld oder Liebe. Alle haben die gleichen Eigenschaften und Strukturen. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien erbringen zunächst nur anspruchslose Sonderleistungen und sind dann noch nicht eigentlich Medien. Zu einer vollen Entfaltung kommt es erst unter der Voraussetzung einer funktionalen Differenzierung des Gesellschaftssystems.

Die Herkunft der Begriffe ist bei Parsons zu suchen. Ein Sinngehalt eigne sich, so Parsons, zwei verschiedene Akteure zu koordinieren. Beide beziehen sich auf dasselbe Symbol. „Generalisiert“ meint bei ihm die Tatsache, dass sich solche symbolischen Figurationen für verschiedene Situationen eignen müssen. Solche Symbole sind also nicht nur einmal verwendbar, sondern sie sind generalisiert.

Doch wie funktionieren symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien? Es gibt einen Zusammenhang von Anpassung/Konditionierung und Motivation. D.h. wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind, dann wird die Motivation vorhanden sein, die Kommunikation zu akzeptieren. So wird ihr Fortgang garantiert. Medien kann man somit als spezialisierte Kommunikationsstrukturen bezeichnen. „Symbolisch“ meint, so Luhmann, dass diese Medien eine Differenz überbrücken und Kommunikation mit Ausnahmechancen ausstatten. „Generalisiert“ sind diese Medien wie bereits gesagt deshalb, weil die Situation, in der bspw. Geld angenommen wird, überhaupt noch nichts über die Anschlusssituationen sagt, in denen das Geld wieder ausgegeben wird.

Erst in den symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien scheint sich das Ziel der Kommunikation eigentlich zu erfüllen. Die unterschiedlichen Medien (Geld, Macht, Liebe und Medien) erfassen die wichtigsten zivilisatorischen Bereiche des Gesellschaftssystems und für die neuzeitliche Gesellschaft ihre primären Subsysteme (Wirtschaft, Politik, Religion und Wissenschaft).

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die systemtheoretische Problematik ein und umreißt die Fragestellung, wie Kommunikation trotz ihrer Unwahrscheinlichkeit durch Medien stabilisiert wird.

2.) Die Luhmannsche Systemtheorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen von Luhmanns Theorie, insbesondere die Differenz von System und Umwelt sowie die Bedeutung der Selbstreproduktion (Autopoiesis).

2.1.) Kommunikation als Operation sozialer Systeme: Hier wird Kommunikation als spezifische Operation definiert, die autopoietisch anschließt und sich durch die Elemente Information, Mitteilung und Verstehen konstituiert.

2.2.) Der Luhmannsche Medienbegriff: Dieses Kapitel definiert Medien funktional als Mittel zur Transformation von unwahrscheinlicher in wahrscheinliche Kommunikation und beleuchtet verschiedene Verbreitungsmedien wie Sprache, Schrift und Buchdruck.

2.3.) Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien: Die Analyse konzentriert sich hier auf Medien wie Geld, Macht oder Liebe, die durch ihre Symbolik die Anschlussfähigkeit von Kommunikation über verschiedene Situationen hinweg sichern.

3.) Pro und Contra der Luhmannschen Systemtheorie: Eine kritische Auseinandersetzung, die sowohl die intellektuelle Weite der Systemtheorie würdigt als auch deren Mängel bezüglich der Benutzerfreundlichkeit und Unanschaulichkeit diskutiert.

4.) Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Argumente der Arbeit hinsichtlich der systemtheoretischen Lösung für das Problem der Kommunikationswahrscheinlichkeit.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Kommunikation, Autopoiesis, System, Umwelt, Medien, Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien, Unwahrscheinlichkeit, Komplexitätsreduktion, Anschlussfähigkeit, Kontingenz, Beobachtung, Gesellschaft, Soziale Systeme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Soziologie Niklas Luhmanns und seiner Systemtheorie, insbesondere mit der Frage, wie soziale Kommunikation unter komplexen Bedingungen überhaupt erst zustande kommt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der autopoietischen Natur sozialer Systeme, der Definition von Kommunikation und der Rolle von Medien bei der Reduktion von gesellschaftlicher Komplexität.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien dazu beitragen, unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann und deren Rezeption durch Sekundärliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil wird der Kommunikationsbegriff Luhmanns detailliert untersucht, die Funktion der verschiedenen Medien (von Sprache bis zu symbolisch generalisierten Medien) analysiert und eine kritische Bilanz der Systemtheorie gezogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den prägenden Begriffen zählen Autopoiesis, System-Umwelt-Differenz, Anschlussfähigkeit, Kontingenz sowie symbolisch generalisierte Medien wie Geld oder Macht.

Warum bezeichnet Luhmann Kommunikation als "unwahrscheinlich"?

Weil das Erreichen von Empfängern, das korrekte Verständnis der Mitteilung und der Erfolg der Kommunikation (die Annahme des Sinnvorschlags) jeweils an unsichere Selektionsvoraussetzungen gebunden sind.

Welche spezielle Rolle nehmen Medien im Vergleich zur Kommunikation ein?

Medien sind für Luhmann keine Bestandteile der Kommunikation selbst, sondern stellen eine "Ordnung von Möglichkeiten" bereit, die den Selektionsspielraum begrenzt und somit die Wahrscheinlichkeit der Anschlusskommunikation erhöht.

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Details

Title
Niklas Luhmann Systemtheorie / Medientheorie: Inwiefern machen symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher?
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Philosophie)
Course
Medienphilosophie
Grade
1,3
Author
B.A. Ira Ekmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V196678
ISBN (eBook)
9783656227359
Language
German
Tags
Niklas Luhmann Systemtheorie Kommunikation Kommunikationsmedien Kommunikationsmedium symbolisch generalisierte Medien symbolisch generalisiert Soziologie Luhmann Systemtheorie Luhman Systemtheorie Kulturphilosophie Medienphilosophie soziale Systeme soziales System Medientheorie Medientheorien moderne Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Ira Ekmann (Author), 2009, Niklas Luhmann Systemtheorie / Medientheorie: Inwiefern machen symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196678
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