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Das "Rotkäppchen" der Brüder Grimm und Charles Perraults "Le petit Chaperon rouge"

Eine vergleichende Analyse mit besonderer Berücksichtigung der Frage: Welchen Bezug haben diese Versionen zueinander?

Titel: Das "Rotkäppchen" der Brüder Grimm und Charles Perraults "Le petit Chaperon rouge"

Seminararbeit , 2009 , 39 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: B.A. Ira Ekmann (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
Märchen (mittelhochdeutsch Maere = „Kunde, Bericht, Nachricht“) gehören zur Literaturgattung der Epik. Im etymologischen Wörterbuch ist der Märchenbegriff folgend beschreiben: „Erzählung (ohne Bindung an historische Personen oder an bestimmte Örtlichkeiten), phantastische Dichtung; erfundene Geschichte, Lüge. Das seit dem 15. Jh. bezeugte Wort ist eine Verkleinerungsbildung zu dem heute veralteten Substantiv Mär(e).“ Märchen finden sich zu allen Zeiten und bei allen Völkern dieser Welt. Eine wichtige Rolle spielten die Märchen für die Entwicklung des Nationalbewusstseins und der
Nationalliteraturen. Vor allem in der Romantik wurden zahlreiche Sammlungen von Volksmärchen angelegt. Hier ragen die Volksmärchen der Deutschen von J.K.A. Musäus aus den Jahren 1782/87 heraus. Zu erwähnen ist auch Ludwig Bechsteins Deutsches Märchenbuch von 1845. Märchen können nach Typen unterschieden werden. Bei Volksmärchen lässt sich kein bestimmter Urheber feststellen. Die mündliche Weitergabe war für lange Zeit die ausschließliche Form der Überlieferung. Dennoch hat auch die schriftliche Überlieferung seit ihren Anfängen auf die traditionelle mündliche Erzählweise mit
eingewirkt. Denn schon im Mittelalter fanden Märchen Eingang in die Literatur und wurden aus den verschiedensten Gründen schriftlich festgehalten. Mit der Möglichkeit des Drucks in der Neuzeit hat die schriftliche Verbreitung naturgemäß eine größere Position eingenommen.
Aufgrund der mündlichen Erzähltradition besitzt das Volksmärchen keine konstante Form. Vielmehr tritt es in zahlreichen und teils sehr unterschiedlichen Varianten auf. Die ältesten europäischen Volksmärchensammlungen stammen von Giovanni Francesco Straparola
(Ergötzliche Nächte, 1550), Giovanni Battista Basile (Pentameron, 1634) und Charles Perrault (1696/97). Weltgeltung erlangt haben aber insbesondere die 1812 veröffentlichten Kinder und Hausmärchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Zum Typ der Volksmärchen ist auch die orientalische Sammlung „Tausendundeine Nacht“ zu rechnen.
Dem anonymen und mündlich überlieferten Volksmärchen, das einem festen narrativen Schema folgt und sich an ein jugendliches Lesepublikum wendet, steht die stärker literarisierte Form des Kunstmärchens gegenüber. Hier ist ein klar identifizierbarer Autor, der seine Märchenerzählungen schriftlich fixiert, zu finden. Diese häufig an symbolischer Darstellung interessierte Form verbindet sich mit dem Anspruch auf geistvolle Unterhaltung...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Brüder Grimm

2.1. Zu den Personen

2.2. Entstehung der Grimmschen Märchensammlung

2.3. Verbreitung der Grimmschen Märchensammlung

3. Charles Perrault

3.1. Zur Person

3.2. Entstehung der Perraultschen Märchensammlung

3.3. Verbreitung der Perraultschen Märchensammlung

4. Vergleichende Analyse des „Rotkäppchen“ mit „Le petit Chaperon rouge“

5. Entwicklungsgeschichte des Märchens

6. Zusammenfassung

7. Anhang:

Charles Perraults „Le petit Chaperon rouge“ - französischer Text

Charles Perraults „Le petit Chaperon rouge“ - deutsche Übersetzung

„Rotkäppchen“ der Brüder Grimm

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Beziehung zwischen dem Rotkäppchen-Märchen der Brüder Grimm und der französischen Vorlage „Le petit Chaperon rouge“ von Charles Perrault zu untersuchen und Art sowie Ausmaß dieser Verbindung zu analysieren.

  • Lebensläufe und Wirken von Jacob und Wilhelm Grimm sowie Charles Perrault
  • Entstehung und Verbreitung der jeweiligen Märchensammlungen
  • Vergleichende inhaltliche Analyse beider Märchenvarianten
  • Einfluss literarischer Vorbilder auf die mündliche Überlieferung
  • Entwicklungsgeschichte und pädagogische Ausrichtung der Märchen

Auszug aus dem Buch

Vergleichende Analyse des „Rotkäppchen“ mit „Le petit Chaperon rouge“

Das Grimmsche „Rotkäppchen“ und das Perraultsche „Le petit Chaperon rouge“ wurden als selbständige, nach mündlicher Erzählung aufgezeichnete Varianten angesehen. Das Märchen ist vorwiegend im romanischen Raum und hier besonders in Frankreich und Italien bekannt. Den 24 selbständigen Varianten aus Frankreich, Italien, Portugal und Wallonien stehen nur sechs deutsche und vier Varianten aus dem übrigen Europa gegenüber. Der Name „Rotkäppchen“ wird durch das rote Mützchen des Kindes, ein Geschenk der Mutter oder Großmutter, in beiden Fassungen ausführlich erklärt. Schon der zierliche Übername weist auf den wesentlichen Zug des Rotkäppchens hin. „Chaperon“ bezeichnet im 17. Jahrhundert eine schlichte bürgerliche Kopfbedeckung und im übertragenen Sinne auch eine beschützende Anstandsdame, die ältere Begleiterin einer jungen Frau. Ihre Schutzlosigkeit ist charakteristisch. Perrault bekräftigt diese Schutzbedürftigkeit und Ahnungslosigkeit, indem er sein Rotkäppchen nicht wissen lässt, „dass es gefährlich war, stehenzubleiben und einem Wolf zuzuhören“.

In beiden Fassungen ist der Verschlinger ein Wolf. In der Grimmschen Fassung tritt neben den drei Hauptpersonen (Rotkäppchen, Wolf, Großmutter) der Jäger auf. In der Perraultschen Fassung treten zusätzlich Holzfäller auf, die Rotkäppchen im Wald treffen. Rotkäppchen bekommt den Auftrag, der kranken und schwachen Großmutter, die im Walde wohnt, einige Aufmerksamkeiten zu bringen – eine Ausgangsszene, die den bäuerlichen, ländlichen Situationsrahmen des ganzen Märchens umreißt. In der Perraultschen Fassung wird die Lage des Hauses der Großmutter ausführlicher beschrieben. Es ist das erste Haus im Nachbardorf am Waldesrand in der Nähe der Windmühle. Die Gaben, die das Kind zur Großmutter bringt sind Galetten und einen Topf Butter. In der Grimmschen Fassung wohnt die Großmutter eine halbe Stunde vom Dorf entfernt draußen im Wald. Unter den drei großen Eichbäumen bei den Nusshecken steht ihr Haus. Rotkäppchen bringt ihr Kuchen und Wein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Märchenbegriffs und Einordnung in die Gattung der Epik sowie Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Brüder Grimm: Detaillierte Darstellung des Lebenslaufs, der akademischen Laufbahn und der literarischen Arbeiten der Brüder Grimm.

3. Charles Perrault: Biografie des französischen Schriftstellers und Beschreibung der Entstehungsgeschichte sowie der Wirkung seiner Märchensammlung.

4. Vergleichende Analyse des „Rotkäppchen“ mit „Le petit Chaperon rouge“: Gegenüberstellung der beiden Märchenvarianten mit Fokus auf Unterschiede, Gemeinsamkeiten und erzählerische Motive.

5. Entwicklungsgeschichte des Märchens: Untersuchung der historischen Entwicklung und der Wechselwirkung zwischen mündlicher Tradition und literarischer Fixierung.

6. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse zur Abhängigkeit der Grimmschen Fassung von der Perraultschen Vorlage.

Schlüsselwörter

Rotkäppchen, Gebrüder Grimm, Charles Perrault, Volksmärchen, Literaturgeschichte, Märchenforschung, kultureller Austausch, mündliche Überlieferung, Erzählanalyse, Kinder- und Hausmärchen, Literaturvergleich, pädagogische Funktion, Motivanalyse, Märchenvariationen, Literaturströmungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Märchen „Rotkäppchen“ in der Version der Gebrüder Grimm und der französischen Fassung von Charles Perrault, um deren inhaltliche und historische Verbindung zu analysieren.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Im Zentrum stehen die Biografie der Autoren, die Entstehung der jeweiligen Märchensammlungen, die Verbreitungsgeschichte der Stoffe sowie der direkte literarische Vergleich der beiden Erzählvarianten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der Frage, in welcher Beziehung die Grimm-Version zum Märchen von Perrault steht und wie sich diese Abhängigkeit historisch und literarisch begründen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sowohl die Textinhalte als auch die historischen Entstehungsbedingungen der Märchen miteinbezieht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Leben der Grimms und Perraults, der Genese ihrer Sammlungen und führt einen tiefgehenden Vergleich der Handlungsmotive, Figurenkonstellationen und Schlüsse beider Märchen durch.

Wie lässt sich die Arbeit inhaltlich charakterisieren?

Die Arbeit ist eine komparative Studie, die Märchen als Zeugnisse literarischer Adaption und pädagogischer Einflussnahme auf das Zielpublikum betrachtet.

Warum spielt die Figur des Jägers eine besondere Rolle für den Vergleich?

Der Jäger ist eine spezifische Erweiterung in der Grimmschen Fassung, die einen glücklichen Ausgang ermöglicht, wohingegen er in Perraults Ursprungsversion (und in dem dort reflektierten Tieck-Drama) fehlt.

Welche Bedeutung wird dem „kannibalistischen Zug“ zugeschrieben?

Der kannibalistische Aspekt ist in vielen französischen Varianten vorhanden, wird aber bei Perrault abgeschwächt, während die Grimm-Version ihn zugunsten eines pädagogisch "versöhnlichen" Endes und durch die Einführung von Steinen im Wolfsbauch ersetzt.

Warum unterscheidet sich die Symbolik der „roten Kappe“ in der Interpretation?

Die Arbeit diskutiert, dass das Rotkäppchen-Symbol oft überinterpretiert wurde (z.B. Menstruation oder sexuelle Reife), betont jedoch, dass das Wesen der Figur primär durch ihre Handlungen und Reaktionen bestimmt wird.

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Details

Titel
Das "Rotkäppchen" der Brüder Grimm und Charles Perraults "Le petit Chaperon rouge"
Untertitel
Eine vergleichende Analyse mit besonderer Berücksichtigung der Frage: Welchen Bezug haben diese Versionen zueinander?
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Märchen und Märchenforschung
Note
2,0
Autor
B.A. Ira Ekmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
39
Katalognummer
V196679
ISBN (eBook)
9783656227342
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Märchen Märchenforschung Rotkäppchen Brüder Grimm Charles Perrault Le petit Chaperon rouge vergleichende Analyse Märchensammlung Märchenentwicklung Entwicklung der Märchen Vergleich der Fassungen Kinder- und Hausmärchen Volksmärchen Kindermärchen Hausmärchen Märchentradition
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Ira Ekmann (Autor:in), 2009, Das "Rotkäppchen" der Brüder Grimm und Charles Perraults "Le petit Chaperon rouge", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196679
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Leseprobe aus  39  Seiten
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