Kindheiten in deutschsprachiger Literatur vom 19. bis zum 21. Jahrhundert


Seminararbeit, 2011

19 Seiten, Note: 2,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Biografie und Inhalt

Graphic Novel

Iran

Die Situation der Frau im Iran

Die aktuelle Situation der Frau in islamischen Ländern

Probleme der Frauen in ländlichen Gebieten

Islamischer Fundamentalismus

Die Frau im Koran

Kleidung als religiöses Symbol

Der Schleier

Die Frau in der modernen Familie

Religiöse Kindererziehung in Österreich

Resümee

Quellenverzeichnis

Einleitung

Ich habe es mir zum Thema dieser Arbeit gemacht, die Rolle der Frau im Islam und in einigen islamischen Ländern herauszuarbeiten, da Marjane Satrapi sehr eindringlich schildert, wie sie die Veränderungen im Iran erlebt hat. Die Religion und die Rolle, welche die Frau in der Religion inne hat sind sehr prägend für die Erziehung des Kindes. Die jungen Mädchen werden in ein gewisses Rollenklischee hineingeboren, mit dem sie umzugehen lernen müssen. Es herrschen bestimmte Erwartungen, die erfüllt werden müssen, manchmal sogar um jeden Preis. Man wird später noch erkennen, dass es nicht immer einfach ist für die Frauen sich in diese Rollenmodelle zu fügen und dass es auch einigen Widerstand dagegen gibt.

Weiters möchte ich in dieser Arbeit einen Blick auf die Rolle der Frau in einer „modernen, westlichen“ Familie werfen, da dies ein sehr großer Kontrast zur islamischen Frau ist. Ich habe mich ebenfalls darüber informiert, wie das Gesetz die religiöse Kindererziehung in Österreich handhabt, unabhängig der Religion, der man angehört.

Meiner Meinung nach, kann man die Erziehung der islamischen Kinder und deren Weltbild nicht verstehen, wenn man nicht vorher einen Blick auf ihre Religion riskiert hat, da hier sehr viele Ungerechtigkeiten den Frauen gegenüber verankert sind. Die Religion macht die Menschen in diesen Ländern zu dem was sie sind, da sie einen elementaren Teil ihres Lebens ausmacht und sie in jeder Situation des Lebens begleitet.

Biografie und Inhalt

Marjane Satrapi wurde am 22. November 1969 in Rasht, Iran geboren und ist eine Urenkelin von Nāser ad-Dīn Schāh.

Sie wächst als einziges Kind einer wohlhabenden und linksorientierten Familie in Teheran auf. Die junge Marjane hat ein enges Verhältnis zu ihrer Großmutter, von welcher der Leitsatz stammt, dass es selbst in einer Diktatur die Wahl gibt, sich anständig zu verhalten oder eben nicht.[1]

Ihre Eltern sind politisch sehr engagiert und so auch Marjane, dies wird ersichtlich als sie sich mit ihrem Dienstmädchen heimlich an einer Demonstration beteiligt. Kurz darauf wird Marjanes Onkel hingerichtet, da er gegen das System agiert.

Marjanes Eltern schicken sie 1984 nach Wien, wo eine Freundin ihrer Mutter lebt. Sie hat einige Probleme in Wien, rutscht in die Drogenszene ab und reist mit 18 Jahren in ihre Heimat zurück. Sie studiert Graphik und Visuelle Kommunikation und heiratet 1991, doch wird diese Ehe bereits nach drei Jahren geschieden.

Aufgrund ihrer politischen Einstellung hat sie auch in ihrer Heimat Probleme und entschließt sich zu einer Auswanderung nach Frankreich, wo sie einen zweiten Abschluss in Kunst erwirbt und als Aerobic- und Sprachlehrerin arbeitet.[2]

Marjane Satrapi lebt seit 1996 in Paris und veröffentlicht ihr erstes großes Werk: Persepolis, welches ein internationaler Erfolg wird. 2007 wird Persepolis verfilmt, was ihr eine Nominierung für den Oscar eingebracht hat.

Anbei noch einige Zitate Satrapis, die ihre Position zum Comic und zur patriarchalen Kultur zeigen.

„Die Leute denken, Comics sind was für Jungen oder für geistig zurückgebliebene Erwachsene.“[3]

„Der größte Feind der Demokratie ist die patriarchale Kultur.“[4]

Graphic Novel

Bei dem Text Persepolis von Marjane Satrapi handelt es sich um eine Graphic Novel, da man sich unter diesem Begriff womöglich nichts vorstellen kann, oder an die Comichefte seiner Jugend denkt, möchte ich hier eine kleine Definition der Graphic Novel geben, um etwaige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Der vielseitige Comicautor Will Eisner versah in den Siebzigerjahren als erster Autor seinen Comic „A Contract with God“ mit dem Zusatz, dass es sich hierbei um eine „Graphic Novel“ handelt, da er damit herausheben wollte, dass es sich bei diesem Werk um Literatur handelt und sich die Geschichten an ein erwachsenes Lesepublikum richten.

Ausgehend von diesem Buch hat sich bis heute ein eigenes Segment entwickelt, das formal dem Comic zuzuordnen ist und sich inhaltlich in viele Richtungen ausdifferenziert hat.[5]

Es existiert momentan keine eindeutige comicwissenschaftliche Definition der „Graphic Novel“, da sich die Fachpresse nicht auf eine eindeutige Definition einigen kann, jedoch ist man sich relativ sicher, was die Abgrenzung zum Comic betrifft, da eine Graphic Novel den Anspruch hat Literatur zu sein.[6]

Der Oberbegriff „Comic“ ist ebenfalls nicht eindeutig definiert, doch kann sich jeder vorstellen, worum es sich bei einem Comic handelt.[7]

Graphic Novels erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit und auch Literaturzeitschriften berichten regelmäßig über die Graphic Novels.

Interessant ist, dass die großen Enzyklopädien, wie zum Beispiel der Brockhaus, den Begriff der Graphic Novel gar nicht kennen und somit auch keine Definition liefern können.

Iran

Durch den Staatsstreich von 1921 kam Reza Pahlavi, der damalige Oberst der Kosakenbrigade, an die Macht und wurde zuerst Kriegsminister und später iranischer Premier. Er stützte seine Macht auf das Militär und ließ sich 1925 zum Schah krönen.

Er nahm sich zum Ziel den Iran nach westlichem Vorbild umzugestalten, zu dieser Zwangsverwestlichung gehörte auch, dass das Tragen des Schleiers verboten wurde und der Klerus kein politisches Mitspracherecht mehr hatte.

„1941 marschieren die Sowjetunion und Großbritannien im Iran ein. Sie zwangen Reza Chan zur Abdankung und machten seinen Sohn Mohammed Reza zum Herrscher über den Iran.“[8]

1950 geriet der neue Schah in einen Konflikt mit dem iranischen Premier Mohammad Mosaddegh, welcher eine nationalliberale Koalition anführte, die das Ziel hatte die anglo-iranische Ölgesellschaft zu verstaatlichen. Daraufhin boykottierten fast alle namhaften Ölgesellschaften den Iran und stürzten das Land in eine schwere Krise. Zu dieser Zeit flüchtete der Schah ins Ausland, jedoch kehrte er 1953 nach der Entmachtung Mohammad Mosaddeghs in den Iran zurück.[9]

Der Schah setzte sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein, führte das Frauenwahlrecht und ein liberales Scheidungsrecht ein. Der Klerus wurde dadurch immer weiter zurückgedrängt, was viele Gläubige brüskierte.

Jedoch hat der Schah auch jegliche demokratische Mitbestimmung im Iran verhindert und so blieb die religiöse Opposition der einzige Weg um Widerstand zu leisen.

Am 7. Jänner 1978 beginnt die islamische Revolution, die hauptsächlich von den Städten getragen wird, in denen die verarmte Landbevölkerung lebte. [10]

Im Zuge der Revolution musste der Schah das Land verlassen, Ayatollah Khomeini kehrte aus seinem Pariser Exil zurück und errichtete ein repressives System im Iran.

“Die Scharia, das islamische Gesetz, wurde eingeführt. Das Tragen des Schleiers wurde zur Pflicht, die Frau wurde gegenüber dem Mann rechtlich stark benachteiligt und auch das Trinken von Alkohol wurde verboten.“[11]

Unzählige politische Gegner wurden hingerichtet und jegliche Opposition ausgeschalten.

Im September 1980 begann der erste Golfkrieg, in welchem der Irak den Iran angegriffen hat, um sich die Vorherrschaft am Persischen Golf zu sichern und um iranische Ölfelder zu besetzen.[12]

Die irakischen Truppen wurden bald zurückgedrängt, doch kam es zu keinen Friedensverhandlungen und so wurde noch acht Jahre weitergekämpft.

Die Bilanz des Krieges war erschreckend: Insgesamt eine Million Tote waren auf beiden Seiten zu beklagen.[13]

Die Situation der Frau im Iran

Nach der Machtübernahme der Geistlichkeit 1979 wurden viele Gesetze zur Gleichstellung von Mann und Frau abgeschafft und durch neue überaus diskriminierende und frauenfeindliche Gesetze ersetzt. Die Frauen gelten im Iran per Gesetz als Menschen zweiter Klasse, da sie nicht dieselben Rechte wie die Männer haben und auch vor Gericht nicht gleichbehandelt werden.[14]

Man hat das Gesetz erlassen, dass das Tragen des Kopftuches zur Pflicht wurde, obwohl es unter der Herrschaft des Schahs gänzlich verboten war dieses zu tragen. Das Recht auf Scheidung und das Sorgerecht der geschiedenen Mutter für ihre Kinder wurde eingeschränkt, sowie das Mindestalter für die Verheiratung von Mädchen von 13 auf neun Jahre herabgesetzt. Weiters wurde die Polygamie wieder eingeführt.[15]

Die diskriminierenden Gesetze finden auch in der Strafmündigkeit Ausdruck, da Mädchen bereits ab dem neunten Lebensjahr strafmündig sind, jedoch Jungen erst ab dem fünfzehnten Lebensjahr. Wenn Frauen nun mit dem Gesetz in Konflikt geraten, werden sie von Männern verhaftet, verhört und verurteilt, wobei besonders erschreckend ist, dass der Richter Urteile nach eigenem Ermessen verhängen kann und sich somit über das Gesetz stellt.

Die schlimmste aller Hinrichtungsarten ist die Steinigung, welche im Iran immer noch vollstreckt wird, vorzugsweise an Frauen.[16]

„Nach den fundamentalistischen Gesetzen erwartet Frauen, die sich bei einer Vergewaltigung nicht wehren, wegen so genannter „Unkeuschheit“ die Steinigung bis zum Tode. Frauen, die ihren Vergewaltiger in Notwehr töten, droht nach dem „Vergeltungsgesetz“ die Hinrichtung durch den Strang.“[17]

Das Einzige Grundrecht, welches den Frauen nicht genommen wurde, ist das Wahlrecht, jedoch bleibt die Frage, inwieweit dieses Recht im Iran ausgeübt werden kann.

Es ist bezeichnend, dass bei den Wahlen im Februar 2004 unter den insgesamt 287 Abgeordneten nur 13 Frauen zu finden waren, damit wird klar, dass den Frauen das Recht auf politische Mitsprache eindeutig verwehrt wird.[18]

Seit der Machtübernahme der Geistlichkeit im Iran haben unzählige Frauen ihr Leben für den Kampf gegen das System gelassen, doch wie man seine Augen vor der Realität verschließen und die Tatsachen verdrehen kann zeigt einer der führenden Islamischen Vereine auf seiner Homepage. Ich habe einige Zitate ausgewählt um zu zeigen, dass die gegenwärtige Situation der Frauen im Iran nicht von allen Seiten anerkannt wird.

„Sie kann den Frauen der Welt als Vorbild dienen, in ihrer Eigenschaft als Mutter, als Gefährtin des Gatten, als Schwester des gesamten Volkes.“[19]

„Sie setzen sich dafür ein, daß in der islamischen Republik Iran in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft Frauen von Frauen medizinisch betreut und Töchter von Lehrerinnen unterrichtet werden.“[20]

„So wird zum Beispiel die berufstätige Frau dahingehend unterstützt, Halbtagsarbeiten zu erledigen, um die Fürsorge ihrer Kinder wahrnehmen zu können.“[21]

[...]


[1] http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/marjane-satrapi/ (16.7.2011)

[2] ebenda

[3] ebenda

[4] ebenda

[5] http://www.graphic-novel.info/?page_id=3032 (16.7.2011)

[6] ebenda

[7] ebenda

[8] http://www.planet-wissen.de/laender_leute/naher_und_mittlerer_osten/iran/index.jsp (18.7.2011)

[9] ebenda

[10] http://www.bpb.de/themen/V7TWWG,0,0,Irans_Geschichte%3A_19411979__Vom_Zweiten_Weltkrieg_bis_zur_Islamischen_Revolution.html (18.7.2011)

[11] http://www.planet-wissen.de/laender_leute/naher_und_mittlerer_osten/iran/index.jsp (18.7.2011)

[12] http://www.planet-wissen.de/laender_leute/naher_und_mittlerer_osten/iran/index.jsp (18.7.2011)

[13] ebenda

[14] http://www.igfm.de/Frauen-im-Iran-Buergerrechte-nur-fuer-Maenner.478.0.html (23.07.2011)

[15] ebenda

[16] ebenda

[17] http://www.menschenrechtsverein.org/index.php/cat/60/title/Zur%20Lage%20der%20Frauen%20im%20Iran (23.07.2011)

[18] http://www.igfm.de/Frauen-im-Iran-Buergerrechte-nur-fuer-Maenner.478.0.html (23.07.2011)

[19] http://www.islam-pure.de/iw/frauimschutzedesislam/die_frau_im_iran.htm (23.07.2011)

[20] ebenda

[21] ebenda

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Kindheiten in deutschsprachiger Literatur vom 19. bis zum 21. Jahrhundert
Hochschule
Universität Wien
Note
2,00
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V196759
ISBN (eBook)
9783656229049
ISBN (Buch)
9783656229711
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kindheiten, literatur, jahrhundert
Arbeit zitieren
Alexander Wimmer (Autor), 2011, Kindheiten in deutschsprachiger Literatur vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196759

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