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Against the tyrant and hegemonic world system

Gerechtigkeit als handlungslegitimierendes Motiv in der Darstellung iranischer Außenpolitik

Titel: Against the tyrant and hegemonic world system

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Kühn (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Naher Osten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seitdem vor gut 10 Jahren die Existenz geheimer Atomanlagen im Iran bekannt wurde ist das iranische Atomprogramm ein ständiger Konfliktherd in den Internationalen Beziehungen. Iran betreibt ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, aber auch den Vereinten Nationen. Die Aussenpolitik des Iran folgt dabei Mustern, die irrational und sprunghaft erscheinen. Anhand der Publikationen iranischer think tanks lässt sich verfolgen, welchen großen Linien diese Aussenpolitik folgt. Bedeutsam ist hierbei die Vorstellung von „Gerechtigkeit“, einem Symbol für die Dichotomie von gut und böse, welches eine rationale Begründung bzw. Legitimation für eine aktive Aussenpolitik des ansonsten isolierten und von hergebrachten institutionellen Arenen ausgeschlossenen Landes liefert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 METHODE

3 THEORIEKANON DER INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN

4 DARSTELLUNG DER IRANISCHEN AUSSENPOLITIK

5 GERECHTIGKEITSDISKURSE

6 GERECHTIGKEIT IM ISLAMISCHEN KONTEXT

6.1 POLITISCHE GERECHTIGKEIT / POLITICAL JUSTICE

6.2 JURISTISCHE GERECHTIGKEIT / LEGAL JUSTICE

6.3 SOZIALE GERECHTIGKEIT / SOCIAL JUSTICE

7 GERECHTIGKEIT ALS GEGENBEGRIFF ZUR TYRANNEI

8 SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Begriffs der Gerechtigkeit im außenpolitischen Diskurs des Iran, indem sie englischsprachige politikwissenschaftliche Aufsätze aus dem „Iranian Journal of International Affairs“ (2007–2009) hermeneutisch analysiert. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Gerechtigkeit als handlungslegitimierendes Motiv in einer Weltordnung genutzt wird, die vom Iran als tyrannisch und hegemonial wahrgenommen wird.

  • Analyse des iranischen außenpolitischen Narrativs
  • Rolle des Gerechtigkeitsbegriffs in der iranischen Außenpolitik
  • Konfrontation zwischen „Gerechtigkeit“ und „Tyrannei“
  • Legitimationsstrategien des iranischen Staates gegenüber den „Großmächten“
  • Bedeutung der schiitischen Identität für das außenpolitische Selbstverständnis

Auszug aus dem Buch

Gerechtigkeit als Gegenbegriff zur Tyrannei

Es muss nun um die Frage gehen, in welchen Kontexten mit dem Begriff der Gerechtigkeit operiert wird. Wie in Kapitel 5 schon besprochen, füllen die Autoren den Begriff „Justice“ nie mit Leben. Es werden keine Beispiele für eine gerechte Ordnung gebracht, es wird auch nicht expliziert, welcher Aspekt von Gerechtigkeit jeweils gemeint ist. Keine der in Kapitel 6 besprochenen Themen, Schwierigkeiten oder auch einfach nur Erzählungen findet sich in den Texten des IPIS wieder. Die Ausführungen bleiben im Vagen, es wird beispielsweise nicht die göttliche Ordnung thematisiert. In den vorangegangenen Kapiteln wurde zwar gezeigt, dass durchaus auf die schiitischen Vorstellungen Bezug genommen wird, jedoch stets nur als ein Verweis, ohne nochmalige Ausführung, von welcher schiitischen Tradition jeweils gesprochen wird. Dies bedeutet, dass Gerechtigkeit einerseits ein Symbol darstellen kann, dessen Bedeutung im iranischen Kulturkreis offenkundig ist und nicht mehr ausgeführt werden kann, oder andererseits, dass Gerechtigkeit mehr oder weniger ein rhetorisches Element ohne tatsächliche Bedeutung ist.

Gegen die letztgenannte Annahme spricht der Umstand, dass sich Bezüge auf Gerechtigkeit in allen untersuchten Texten finden. Sofern erstgenannte Annahme zutreffend sein sollte, kann dies im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht dargestellt werden. Es ist also nicht möglich, den Gerechtigkeitsdiskurs aus dem Begriff selbst heraus zu interpretieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Relevanz der Gerechtigkeitsrhetorik in der Außenpolitik unter Mahmud Ahmadinezad ein und beschreibt das methodische Vorgehen mittels Analyse des „Iranian Journal of International Affairs“.

2 METHODE: Das Kapitel erläutert den Narrativitätsansatz als hermeneutische Methode, um die innere Logik der untersuchten Texte zu dekonstruieren und politische Selbstdarstellungen zu verstehen.

3 THEORIEKANON DER INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN: Es wird die amerikanische Dominanz in der Disziplin der Internationalen Beziehungen skizziert und aufgezeigt, dass iranische Wissenschaftler den Realismus als Kontrastfolie nutzen, um ihre eigene Politik abzugrenzen.

4 DARSTELLUNG DER IRANISCHEN AUSSENPOLITIK: Die iranische Außenpolitik wird als wertorientiert und durch eine deontologische Ethik geprägt beschrieben, wobei die Revolution von 1979 als Bruch mit dem westfälischen System verstanden wird.

5 GERECHTIGKEITSDISKURSE: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Gerechtigkeit im iranischen Diskurs als zentrales, aber vage bleibendes Leitmotiv dient, das als unabdingbares Element der politischen Ideologie vorausgesetzt wird.

6 GERECHTIGKEIT IM ISLAMISCHEN KONTEXT: Es werden die verschiedenen Dimensionen der Gerechtigkeit – politisch, juristisch und sozial – im islamischen Kontext diskutiert und deren spezifische Bedeutung für das iranische Herrschaftsverständnis analysiert.

7 GERECHTIGKEIT ALS GEGENBEGRIFF ZUR TYRANNEI: Der Autor arbeitet heraus, wie der Gerechtigkeitsbegriff in einer dualistischen Logik als moralischer Gegenpol zu einer als „tyrannisch“ und „hegemonial“ wahrgenommenen westlichen Weltordnung genutzt wird.

8 SCHLUSS: Die Arbeit fasst zusammen, dass Gerechtigkeit weniger ein präzises Konzept als vielmehr ein notwendiges diskursives Konstrukt ist, um den iranischen Einflussanspruch in einer international isolierten Position zu legitimieren.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Außenpolitik, Iran, Islam, Internationale Beziehungen, Narrativ, Realismus, Tyrannei, Hegemonie, Legitimierung, Politikwissenschaft, Diskursanalyse, Ahmadinezad, Schiismus, Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, welche Bedeutung dem Begriff der Gerechtigkeit im außenpolitischen Diskurs der Islamischen Republik Iran zukommt und wie dieser Begriff politisch instrumentalisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit beleuchtet die iranische Außenpolitik, die Interpretation islamischer Konzepte von Gerechtigkeit, das Verhältnis zu den „Großmächten“ und die strategische Abgrenzung vom westlichen System.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle von Gerechtigkeit als handlungslegitimierendes Motiv in den Texten iranischer Politikwissenschaftler zu entschlüsseln und zu verstehen, warum dieser Begriff in der offiziellen Rhetorik eine solch zentrale Stellung einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Herangehensweise gewählt, die auf dem literaturwissenschaftlichen Konzept des Narrativs basiert, um Texte als konstruierte Erzählungen zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den theoretischen Rahmen, die Darstellung der iranischen Außenpolitik im Kontext schiitischer Traditionen und die gezielte Konstruktion eines dualistischen Feindbildes (Gerechtigkeit versus Tyrannei).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Gerechtigkeitsdiskurs, iranische Außenpolitik, Narrativität, Islamische Revolution und die Opposition zu hegemonialen Mächten.

Wie unterscheidet sich das iranische Gerechtigkeitsverständnis von westlichen Konzepten?

Laut der Arbeit ist das iranische Verständnis nicht auf das westliche „Equality“-Ideal ausgerichtet, sondern ontologisch in einer metaphysischen, göttlichen Sphäre verortet, die sich jeder zweckrationalen Abwägung entzieht.

Warum wird Gerechtigkeit als „Gegenbegriff zur Tyrannei“ bezeichnet?

Weil der Begriff in den untersuchten Texten primär dazu dient, den Iran als moralische Instanz im Widerstand gegen die westliche Hegemonie (die „Großmächte“) zu positionieren und so den eigenen Handlungsspielraum trotz internationaler Isolation zu rechtfertigen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Against the tyrant and hegemonic world system
Untertitel
Gerechtigkeit als handlungslegitimierendes Motiv in der Darstellung iranischer Außenpolitik
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für den Nahen und Mittleren Osten)
Veranstaltung
Politik, Staat und Gesellschaft im post-revolutionären Iran
Note
1,0
Autor
Martin Kühn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V196918
ISBN (eBook)
9783656230489
ISBN (Buch)
9783656231455
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Iran Aussenpolitik Gerechtigkeit IPIS Internationale Beziehungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Kühn (Autor:in), 2011, Against the tyrant and hegemonic world system, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196918
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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