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Lernprozesse in der Gründungsphase: Eine empirische Analyse von Kleinunternehmen

Título: Lernprozesse in der Gründungsphase: Eine empirische Analyse von Kleinunternehmen

Tesis , 2009 , 179 Páginas , Calificación: Sehr Gut

Autor:in: Birgit Wimmer-Wurm (Autor)

Economía de las empresas - Fundación de empresas, planes de negocio
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Resumen Extracto de texto Detalles

Das Ziel dieser Arbeit spiegelt sich darin, gründungsrelevante Kompetenzfelder (GvK) von JungunternehmerInnen zu identifizieren, die sich nachhaltig auf die Unternehmensgründung bzw. des erfolgreichen Wachstumsprozesses auswirken.

Als theoretischer Hintergrund dient der Lernprozess durch Erfahrungen, der als Ergebnis optimierte Gründungskompetenzen vorweisen soll. Dabei wirken sowohl externe als auch interne Einflussfaktoren auf diesen Prozess ein. Spezielle Betrachtung findet in dieser Studie als externer Einflussfaktor die nicht-kommerzielle Gründungsberatung und der Beitrag, den sie für GründerInnen leisten kann.

Für die empirische Untersuchung wurden Experteninterviews bei EPUs und Kleinstunternehmen in Oberösterreich durchgeführt. Die befragten JungunternehmerInnen erlangten den Expertenstatus dadurch, dass sie bereits fünf Jahre am Markt bestanden und ihre Ziele zumindest weitgehend erreicht sahen und somit ihre Erfahrungen darlegten.

Anhand der Ergebnisse konnten Erweiterungen in Bezug auf die theoretischen Vorüberlegungen vorgenommen werden. Neben dem Normalverlauf der Erfahrungskurve, die die Kompetenzentwicklung im Zeitablauf darstellt, wurden drei weitere Typen in der Praxis identifiziert. Wesentliche Erkenntnisse wurden beim Lernen aus kritischen Ereignissen herausgefunden, die sich insofern charakterisieren lassen, als sie sich sprunghaft positiv auf die Erfahrungskurve auswirken. Sogenannte "Critical events" traten bei der Existenz von bedrohenden und herausfordernden Themenbereichen die struktureller oder finanzieller Natur sind, auf.

Die nicht-kommerzielle Gründungsberatung als externe Einflussfaktor auf die Kompetenzentwicklung ist differenziert zu betrachten. Werden die Kompetenzabstufungen nach Experten, Könner und Kenner unter-schieden, so zeigt sich für Experten, die bereits über Branchen-und Berufserfahrung und somit hohe Fachkompetenzen verfügen, tendenziell der höchste Beitrag. Für Kenner, die kaum Erfahrung mitbrachten, konnte die Gründerberatung meist keinen entscheidenden Beitrag leisten.

Aus den Gesamtergebnissen lassen sich Gestaltungsempfehlungen für die Gründungsberatung ableiten, die in Form von stärker ausgeprägter Invididualberatung möglicherweise zu einer Optimierung des Beratungserfolges beitragen können. Ziel war es demnach auch, interessante Erkenntnisse für die künftige Ausgestaltung der Gründungsberatung zu erlangen, die potenziellen GründerInnen wieder zugute kommt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemlandschaft

1.2 Zielsetzung

1.3 Wissenschaftlicher Diskussionsstand

1.4 Strukturierung der Arbeit

2 Terminologische Abgrenzung

2.1 Entrepreneurial Learning

2.1.1 Lernen durch Erfahrung

2.1.2 Erfahrungen

2.1.3 Kompetenzen

2.1.4 Gründungsrelevante Kompetenzfelder

2.1.5 Entrepreneurship Education (EE)

2.2 Umfeld des Entrepreneurial Learning

2.2.1 Entrepreneurship und Entrepreneur

2.2.2 Entrepreneurship und KMU

2.2.3 Erfolgskriterien für KMU

2.2.4 Gründungsprozess

2.2.5 Gründungsberatung

2.2.6 Gründungsberatung in der Wirtschaftskammer

3 Theoretische Grundlagen

3.1 Marktorientierter Ansatz vs. ressourcenorientierter Ansatz

3.1.1 Kompetenzbasierter Ansatz

3.1.2 Wissensbasierter Ansatz

3.2 Cognitive Theory als Innensicht

3.2.1 Grundlagen der Cognitive Theory

3.2.2 Bedeutung von Wahrnehmungsverzerrungen und Heuristiken

3.3 Entrepreneurial Learning

3.3.1 Komponenten des Entrepreneurial Learning

3.3.1.1 Grundlagen des Erfahrungslernens

3.3.1.2 Lern- bzw. Erfahrungskurvenkonzept

3.3.1.3 Modell des Erfahrungslernens

3.3.1.4 Weiterentwicklung des dynamischen Lernprozesses

3.3.1.5 Formen des Erfahrungslernens

3.3.1.6 Gründungsrelevante Lerninhalte

3.3.2 Einflussfaktoren im Lernprozess

3.3.2.1 Interne Einflussfaktoren

3.3.2.1.1 Wahrnehmung und Wahrnehmungsverzerrungen

3.3.2.1.2 Erfahrung

3.3.2.1.3 Erwartungen und Ziele

3.3.2.1.4 Lernkultur

3.3.2.1.5 Lernkompetenz

3.3.2.2 Externe Einflussfaktoren

3.3.2.2.1 Mikrosoziales Umfeld als informelle Lernquelle

3.3.2.2.2 Aus- und Weiterbildung als formelle Lernquelle

3.3.2.2.3 Gründungsberatung als formelle Lernquelle

3.3.2.3 Situative Einflussfaktoren

3.3.3 Phasen des Lernprozesses

3.3.3.1 Einführung

3.3.3.2 Akquisition

3.3.3.3 Transformationsprozess

3.3.3.4 Ergebnisse des Lernprozesses

3.3.3.4.1 Einführung

3.3.3.4.2 Gründungsrelevante Aufgabenfelder und Kompetenzen

3.3.3.4.3 Kompetenzfelder in der Vorgründungsphase

3.3.3.4.4 Kompetenzfelder in der Gründungsphase

3.3.3.4.5 Vermutete Kompetenzdefizite im Gründungsprozess

4 Empirische Untersuchung

4.1 Ziele der Untersuchung

4.2 Methodik und Forschungsdesign der empirischen Untersuchung

4.2.1 Forschungsprozess

4.2.2 Gütekriterien

4.2.3 Das problemzentrierte Interview (Auswahl des Verfahrens)

4.2.4 Differenzierungskriterien der Populationswahl

4.2.5 Datenerhebung und Aufbau des Leitfadens

4.2.6 Datenauswertung anhand der qualitativen Inhaltsanalyse

4.3 Darstellung ausgewählter Ergebnisse

4.3.1 Methodische Umsetzung

4.3.2 Struktur der interviewten Unternehmen

4.3.3 Gründungsberater

4.3.4 Lernen im Gründungskontext

4.3.5 Interne Einflussfaktoren im Lernprozess

4.3.5.1 Erfahrungen vor der Gründung

4.3.5.2 Motivationen, Erwartungen und Zielsetzungen

4.3.5.3 Lernbereitschaft und Kompetenzausstattung

4.3.5.4 Kompetenzbedarfe

4.3.6 Externe Einflussfaktoren im Lernprozess

4.3.6.1 Überblick externer Unterstützungsleistungen

4.3.6.2 Gründungsberatung

4.3.6.3 Zukunft und Ausblick der Gründungsberatung

4.3.7 Gründungsrelevante Kompetenzfelder in der Gründungsphase

4.3.8 Gestaltungsempfehlungen und Implikationen für die Gründungsberatung

5 Diskussion und Ausblick

5.1 Zusammenfassung und Forschungsbeitrag

5.2 Kritische Würdigung der eigenen Ergebnisse und offene Forschungsfragen

5.2.1 Grenzen der Arbeit

5.2.2 Ansatzpunkte für potentielle zukünftige Forschung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Gründungsprozess von Kleinunternehmen und Ein-Personen-Unternehmen, um zu identifizieren, welche Kompetenzfelder den Gründungserfolg nachhaltig beeinflussen. Das Ziel besteht darin, den individuellen Lernprozess der Gründer zu analysieren und den Beitrag der Gründungsberatung zur Kompetenzentwicklung herauszuarbeiten.

  • Analyse des "Entrepreneurial Learning" und der Rolle von Erfahrungswissen.
  • Identifikation relevanter Kompetenzfelder (fachlich-methodisch, sozial-kommunikativ, persönlich).
  • Untersuchung des Einflusses der Gründungsberatung in verschiedenen Phasen (Vorgründung, Gründung, Frühentwicklung).
  • Empirische Erhebung mittels qualitativer Experteninterviews mit Jungunternehmern und Gründungsberatern.
  • Ableitung von Gestaltungsempfehlungen zur Optimierung der Gründungsberatung.

Auszug aus dem Buch

3.3.1.2 Lern- bzw. Erfahrungskurvenkonzept

Entrepreneurial Learning beschreibt hier die Aneignung von Erfahrungen, die in unterschiedlichem Maße Wirksamkeit auf die Kompetenzentwicklung ausübt. Für den Lernerfolg ist Voraussetzung, dass beim Lernprozess nicht nur Erfahrungen aufgenommen, sondern auch verarbeitet und bewertet werden. Es lässt sich der Lernerfolg nicht durch schlichtes Wiederholen erreichen, sondern kann durch neue Tätigkeiten erworben werden. Das heißt auch, dass erste Erfahrungen in einer speziellen Situation stärkere Lerneffekte und Kompetenzentwicklungen hervorrufen als spätere Erfahrungen.

Dies kann durch die Lern- bzw. Erfahrungskurve veranschaulicht werden, indem der Zusammenhang von Erfahrung und Kompetenz im Zeitablauf zum Ausdruck kommt. Das Verhältnis von Lernaufwand und Lernertrag wird durch den Verlauf der Kurve bestimmt. Abbildung 6 stellt auch dar, dass der Gründer bereits über eine Basis an Kompetenz zu Beginn des Gründungsprozesses verfügt. Im Entrepreneurial Kontext heißt das, dass Erfahrungen von Gründern zu Beginn des Gründungsprozesses stärkeren Einfluss auf die Lerneffekte und die Kompetenzentwicklung ausüben als im weiteren Verlauf der Gründung.

Die Übertragbarkeit und Anwendbarkeit von Erfahrungen auf neue Situationen kann meist nur dann erreicht werden, wenn diese durch Ähnlichkeit zur Lernsituation gekennzeichnet sind. Das heißt, wenn erworbene Erfahrungen einer späteren Situation ähnlich sind, kann eine hohe Lernübertragbarkeit („learning transfer“) und eine dadurch erworbene Kompetenz erzielt werden. Beispielsweise kann bei einer neuerlichen Gründung frühere Gründungserfahrung hilfreich sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Relevanz von Kleinunternehmen für die Wirtschaft und führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Gründer durch Erfahrung und Beratung ihre Kompetenzen entwickeln können.

2 Terminologische Abgrenzung: Hier werden grundlegende Begriffe wie Entrepreneurial Learning, Kompetenzen, Erfahrung und die spezifischen Formen der Gründungsberatung definiert, um einen einheitlichen Rahmen für die Arbeit zu schaffen.

3 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert den kompetenzorientierten Ansatz und die Cognitive Theory, um den Lernprozess und die Einflussfaktoren (intern, extern, situativ) theoretisch zu fundieren.

4 Empirische Untersuchung: Die methodische Vorgehensweise, basierend auf problemzentrierten Experteninterviews mit Jungunternehmern in Oberösterreich, wird hier dargelegt und die Ergebnisse zur Kompetenzentwicklung sowie zum Beratungsbedarf werden präsentiert.

5 Diskussion und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert den Forschungsbeitrag im Lichte der Theorie und leitet Implikationen sowie künftige Forschungsmöglichkeiten ab.

Schlüsselwörter

Entrepreneurial Learning, Kompetenzmanagement, Kleinunternehmen, EPU, Gründungsberatung, Erfahrungslernen, Handlungskompetenz, Fachlich-methodische Kompetenz, Sozial-kommunikative Kompetenz, Persönliche Kompetenz, Gründungsprozess, Critical Events, Qualitatives Interview, Selbsteinschätzung, Unternehmensgründung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Unternehmensgründer in der Gründungsphase neue Kompetenzen erwerben und welche Rolle Erfahrungen sowie externe Beratung bei diesem Lernprozess spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Entrepreneurial Learning (unternehmerisches Lernen), die Identifizierung von gründungsrelevanten Kompetenzfeldern und die Effektivität von nicht-kommerzieller Gründungsberatung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Kernziel ist es, aufzuzeigen, wie Gründer vom "Kenner" zum "Experten" werden und welche Faktoren diesen Prozess, insbesondere bei Klein- und Ein-Personen-Unternehmen, unterstützen oder behindern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemzentrierten Experteninterviews (PZI) mit 20 Jungunternehmern und Beratern in Oberösterreich basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Lernprozesses und eine anschließende empirische Untersuchung, in der die theoretischen Annahmen anhand von Praxiserfahrungen reflektiert und typisiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Entrepreneurial Learning, Kompetenzmanagement, Gründungsprozess, Erfahrungslernen und Gründungsberatung.

Was sind "Critical Events" und warum sind sie wichtig?

"Critical Events" sind kritische Ereignisse, die den Lernprozess massiv beschleunigen können, da sie den Gründer vor existenzbedrohende Herausforderungen stellen, die eine Reflexion und Neuorientierung erzwingen.

Welche Rolle spielt die Gründungsberatung laut der Studie?

Die Gründungsberatung wird besonders von Experten-Gründern als wertvoll geschätzt, um neue Perspektiven zu gewinnen. Bei weniger erfahrenen Gründern (Kennern) ist der Beitrag oft geringer, da diese erst ein Bewusstsein für ihren tatsächlichen Informationsbedarf entwickeln müssen.

Final del extracto de 179 páginas  - subir

Detalles

Título
Lernprozesse in der Gründungsphase: Eine empirische Analyse von Kleinunternehmen
Universidad
University of Linz  (Institut für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung)
Calificación
Sehr Gut
Autor
Birgit Wimmer-Wurm (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
179
No. de catálogo
V197031
ISBN (Ebook)
9783656232575
ISBN (Libro)
9783656233251
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kompetenzmanagement KMU Entrepreneurial Learning
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Birgit Wimmer-Wurm (Autor), 2009, Lernprozesse in der Gründungsphase: Eine empirische Analyse von Kleinunternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197031
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