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Die Verschiebung der Zeitebenen in Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt"

Title: Die Verschiebung der Zeitebenen in Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt"

Term Paper , 1999 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christina Wagner-Emden (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll die Verschiebung der Zeitebenen in dem 1988 erschienenen Roman “Die letzte Welt” von Christoph Ransmayr untersuchen.
Bei der Lektüre des Werks ist die außergewöhnliche Darstellung von Zeit sowohl beim Aufbau der fiktiven Welt als auch innerhalb dieser Fiktion offensichtlich. Auf vielfältige Weise setzt Ransmayr bei der Gestaltung des Romans Zeit im realen und herkömmlichen Sinn außer Kraft, um sie als Mittel des Ausdrucks stärker in die Aussage des Romans einzubeziehen. Auf welche Weise dies geschieht, soll in der folgenden Analyse untersucht werden.
Dazu wird es nötig sein, die Zeitebenen, innerhalb derer die Fiktion aufgebaut ist, anhand genauer Textanalyse herauszuarbeiten und deren Verschiebung aufzuzeigen, um diese Untersuchung anschließend auf die Erscheinung von Zeit und deren Asynchronität auch auf Bewußtseinsebene der Figuren sowie bezüglich der intertextuellen Vorlage zum Roman, den “Metamorphosen” Ovids zu erweitern.
Die Untersuchung ist so aufgebaut, daß die verschiedenen Handlungsschauplätze Tomi und Rom getrennt voneinander betrachtet werden, um so die ihnen jeweils spezifischen Merkmale und die bestehenden Unterschiede deutlicher sichtbar zu machen.
Weiterhin ist die vorliegende Arbeit nah am Primärtext selbst orientiert, da die Verschiebung der Zeitebenen zwar in den meisten der Rezensionen und wissenschaftlichen Arbeiten zum Werk erkannt und interpretiert, selten jedoch im einzelnen vom Text her entwickelt und dargelegt wird. Zumeist befassen sich diese Darstellungen auch nicht explizit mit dem hier behandelten Einzelaspekt des Romans, sondern stellen diesen in Zusammenhang mit anderen Gesichtspunkten zu einer breiter angelegten Deutung dar.
Schließlich wird in einem letzten Abschnitt auf den Begriff der Postmoderne einzugehen sein, mit dem “Die letzte Welt” - auch und besonders durch die ihr immanente Zeitenkompilation - in der Forschungsliteratur häufig in Zusammenhang gebracht wird. Dazu ist ein kurzer Versuch der Eingrenzung dieses Begriffs vor allem auch im Verhältnis zur Moderne und bezüglich seiner oft berufenen Pluralität vorgesehen. Nach dieser Darstellung wird versucht werden, den zuvor untersuchten Aspekt der Verschiebung der Zeitebenen im Blickwinkel der Postmoderne zu betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zeitebenen zur Schaffung der fiktiven Welt

1. Der historische Zeitrahmen der Antike

2. Die Zeitebene der Moderne

3. Die Vermischung der Zeitebenen

III. Asynchronität innerhalb der Fiktion

1. Die Chronologie der Handlung

2. Die Naturzeit

3. Die Zeit auf mythischer Ebene

IV. “Die letzte Welt” im Spiegel der Postmoderne

1. Eingrenzung des Begriffs “Postmoderne”

2. Die Verschiebung der Zeitebenen als Aspekt postmoderner Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexe Verschiebung und Vermischung von Zeitebenen in Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt" (1988), um aufzuzeigen, wie Ransmayr herkömmliche Zeitvorstellungen durchbricht und den Roman als postmodernes Werk verortet, in dem Geschichte und Mythos sowie Antike und Moderne ineinanderfließen.

  • Analyse der Zeitebenen: Historische Antike versus technisch-industrielle Moderne
  • Untersuchung der Asynchronität innerhalb der Handlung und der Naturzeit
  • Rolle des Mythos und der intertextuellen Bezüge zu Ovids "Metamorphosen"
  • Einordnung des Romans im Kontext postmoderner Literaturtheorien

Auszug aus dem Buch

Die Vermischung der Zeitebenen

“Die Zeiten streiften ihre Namen ab, gingen ineinander über, durchdrangen einander.” Was hier in der Fiktion geschieht, gilt ebenso für die Geschichtszeit im Roman:

Die Gegenstände der technisch-industriellen Moderne mischen sich in Ransmayrs “Die letzte Welt” wie selbstverständlich in das antike Zeitfeld und durchbrechen somit den durch die historischen Figuren gegebenen antiken Zeitrahmen. Die Figuren leben in einer antiken Welt, in der Errungenschaften der Gegenwart Normalität sind, und leben demnach in einer Vermischung der Zeiten. Auf der Ebene ihres Bewußtseins werden diese Objekte der Neuzeit nicht als Unmöglichkeit, sondern als gleichwertig mit denen der Antike angesehen und erscheinen in ihrer Wahrnehmung ebenso alltäglich. Wie auf der Bewußtseinsebene der Figuren selbst Zeit im Sinne von Geschichtszeit empfunden wird, ist aus dem Text nicht zu erkennen, eine Einordnung über Jahreszahlen oder andere Anhaltspunkte findet nicht statt. Die Figuren leben in einer Vermischung der Zeiten. Einzig der Beiname Tomis, “der eisernen Stadt” legt in der Anbindung an Ovids “Metamorphosen” nahe, daß die Handlung im Zeitalter “von hartem Eisen”, dem eisernen und letzten der vier Zeitalter spielt, wobei auch dies keine nähere geschichtliche Einordnung zuläßt, sondern lediglich bezeichnet, daß dieses Alter bis heute andauert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Zeitdarstellung und der Anachronismen in Ransmayrs Roman ein und erläutert die methodische Vorgehensweise der Textanalyse.

II. Zeitebenen zur Schaffung der fiktiven Welt: Dieses Kapitel arbeitet die Koexistenz von antiken und modernen Elementen heraus, die den historischen Rahmen des Romans durchbrechen.

III. Asynchronität innerhalb der Fiktion: Hier wird untersucht, wie eine nicht-lineare Zeitwahrnehmung durch die Handlung, Naturphänomene und mythische Bezüge konstruiert wird.

IV. “Die letzte Welt” im Spiegel der Postmoderne: Das letzte Kapitel reflektiert den Roman vor dem Hintergrund postmoderner Konzepte und deutet die Verschiebung der Zeitebenen als Ausdruck dieses Wirklichkeitsverständnisses.

Schlüsselwörter

Christoph Ransmayr, Die letzte Welt, Zeitebenen, Anachronismus, Postmoderne, Ovid, Metamorphosen, Antike, Moderne, Mythos, Asynchronität, Fiktion, Zeitwahrnehmung, Geschichtsbild, Literaturtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Zeit und die gezielte Verschiebung von Zeitebenen in dem Roman "Die letzte Welt" von Christoph Ransmayr.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Vermischung von Antike und Moderne, die Aufhebung linearer Zeitabläufe sowie die Einordnung des Werks als postmodernes Erzählen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die narrative Gestaltung der Zeit und die durch Anachronismen erzeugte "Zeitenkompilation" im Roman textnah herauszuarbeiten und zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer detaillierten Textanalyse des Primärwerks unter Berücksichtigung der Forschungsliteratur und relevanter literaturtheoretischer Begriffe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Zeitebenen in Tomi und Rom, die Asynchronität in der Handlung und Naturdarstellung sowie die Verknüpfung mit den "Metamorphosen" Ovids detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch die Begriffe Zeitebenen, Anachronismus, Postmoderne, Mythos und Intertextualität charakterisieren.

Warum wird Tomi als "eiserne Stadt" bezeichnet?

Der Beiname verweist auf die antike Vorstellung des "eisernen Zeitalters" aus Ovids "Metamorphosen" und signalisiert, dass sich die Handlung in einem permanenten Endzustand befindet.

Welche Rolle spielt die Postmoderne für das Verständnis des Romans?

Die Postmoderne dient als interpretativer Rahmen, um die aufgehobenen Zeitkoordinaten und die Pluralität der Ebenen als ästhetische Strategie Ransmayrs zu verstehen.

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Details

Title
Die Verschiebung der Zeitebenen in Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt"
College
University of Münster  (Institut für Deutsche Philologie II (Neuere deutsche Literatur))
Course
Antike Mythen - fortgeschrieben
Grade
2,0
Author
Christina Wagner-Emden (Author)
Publication Year
1999
Pages
21
Catalog Number
V197097
ISBN (eBook)
9783656230908
Language
German
Tags
Antike Moderne Zeitebenen Postmoderne Ransmayr Die letzte Welt Roman Ovid Metamorphosen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Wagner-Emden (Author), 1999, Die Verschiebung der Zeitebenen in Christoph Ransmayrs "Die letzte Welt", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197097
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