Strickers "Daniel von dem blühenden Tal" als ein Werk der nachklassischen Artusepik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der klassische Artusroman

3. Die nachklassische Artusepik und die Herausbildung eigener Formen

4. Daniel von dem blühenden Tal
4.1 Der Autor und sein Werk
4.2 Episoden- Untersuchung des Daniels
4.3 König Artus und der Artushof
4.4 Minne und Darstellung der Frau
4.5 Daniel als listiger und kluger Superheld

5. Intertextuelle Bezüge im Daniel
5.1 Intertextuelle Bezüge zwischen dem Daniel und dem Rolandslied bzw. dem Karl
5.2 Intertextuelle Bezüge zwischen dem Daniel und dem Iwein
5.3 Garel von dem blühenden Tal

6. Fazit

7. Literatur

1. Einleitung

Gegenüber den klassischen Artusromanen wie Hartmanns von Aue Iwein und Wolframs von Eschenbach Parzival weist die deutsche nachklassische Artusepik wesentliche Veränderungen auf. Darunter fallen beispielsweise die Werke von Ulrich von Zatzikhovens Lanzelet, Wirnts von Gravenberg Wigalois, Strickers Daniel von dem blühenden Tal, Pleiers Garel von dem blühenden Tal und Heinrichs von dem Türlin Diu Crône. Die Unterschiede liegen nicht nur im vermehrten Vorkommen von so genannten aventiuren, die der arthurische Held durchlebt, in der verstärkten Verwendung der phantastischen Motiven innerhalb der aventiuren oder den damit in Zusammenhang stehenden engeren Kausalzusammenhang in den einzelnen Handlungsteile des Werkes. Zentral ist vor allem das veränderte Heldenbild, bedingt durch den fehlenden doppelten Kursus, der das Verhältnis von Verfehlung und Rehabilitation des Helden an Bedeutung verlieren lässt. Die Aufgabe des bereits vollkommene, aber damit auch statischen, Held besteht nicht mehr darin, eine Krise zu bewältigen, um seine Ehre zurück zu gewinnen und zu sich selbst zu finden. Stattdessen entwickelt oder verändert sich das heldische Selbstverständniss im Handlungsverlauf nicht. Zugleich wird das etablierte Zweiteilungsschema, wie es bei Hartmann Iwein und Wolframs Erec noch zu finden ist, zur bloßen Hülle reduziert. Die perfekte Übereinstimmung von Inhalt und Form als wesentliches Strukturmerkmal der klassischen Artusepik ist in den nachklassischen Werken oftmals nicht mehr zu finden. Mit dieser Loslösung kommt es zu einer zunehmenden Ausschmückung der immer phantastisch werdender aventiure, die ihre ursprüngliche Funktion verlieren und eine neue Bedeutung bekommen.

Die vorliegende Hauptseminararbeit soll anhand der auffälligen Aspekte in Strickers Daniel von dem blühenden Tal den Wandel in der deutschen Artusepik aufzeigen und verdeutlichen, dass es sich um bewusste und beabsichtigte Veränderungen innerhalb eines etablierten Genres des Autors handelt.[1] Dabei soll immer wieder Bezug zu den bekannten Forschungsergebnissen der klassischen arturischen Werke genommen werden, damit „die nachklassischen Texte als individuelle Leistungen ebenso individueller Verfasser auf ihre Umwandlung hin transparent gemacht werden können.“[2] Neben der reinen Darstellung der neuen Merkmale der nachklassischen Artusepik sollen diese natürlich auch hinsichtlich ihrer Funktion untersucht werden. Des weiteren soll die Frage nach Grund und Intention für Strickers Abgrenzung von der Gattungstradition der klassischen Artusepik beantwortet werden.

2. Der klassische Artusroman

Als Begründer der Artusdichtung gilt Chrétien de Troyes (ca. 1135-1188). Der von ihm geschaffene Typ des Artusroman wird vor allem durch die Werke Erec und Iwein von Hartmann von Aue auch in Deutschland zum Muster. Zentrale Bezugspunkte im Artusroman bilden König Artus und seine Ritter der Tafelrunde, wobei Artus zwar als einer von ihnen, jedoch ihr Erster gilt. Die Handlung des Romans beginnt mit einer Störung in der höfischen Ordnung.[3] Kennzeichnend für die klassische Artusepik ist das so genannte Prinzip des doppelten Kursus, das heißt die Gliederung des Werkes in zwei Teile. Krise und Fall des Protagonisten fungieren als inhaltliche Symmetrieachse. Der Held verlässt die Artussphäre beziehungsweise die familiäre Umgebung aus dem rein subjektiven Streben nach Ruhm und Ehre. Kennzeichnend für den ersten Weg sind hier die Eroberung einer Frau und die Herrschaft über ein Land, sowie die Aufnahme in die arturische Ritterrunde. Die Partnerin des Helden, die er im Verlauf der Handlung erwirbt, bleibt zentral ist jedoch eigentlich nur ein Objekt, nämlich die die Belohnung für die ritterlichen Leistungen.

Der scheinbare Idealzustand erweist sich als brüchig, als die zuvor erlangte Ehre in Gefahr gerät und eine Verfehlung in Form von Schuld, Schulderkennung oder Beschuldigung über den Held einbrechen. Er muss erfahren, dass sein sozialer Aufstieg ihn noch lange nicht zu einer ausgereiften Persönlichkeit gemacht hat. Es kommt zu seinem plötzlichen Fall. Auf einem längeren und beschwerlichen, jedoch erkenntnisreichen zweiten Weg wandelt sich das Bewusstsein des Helden. Durch das Bestehen einer Reihe von Bewährungsstationen, so genannten aventiuren, muss er das Verlorene dauerhaft wiedererlangen, was zu einem veränderten Selbstbild führt.[4] Auf seinem Entwicklungsweg gelangt er zur Rehabilitation vor Gott, der Welt und sich selbst.[5] Somit wird dieser zweite Weg durch den Schmerz über die Erkenntnis der Schuld oder des Verlustes der zuvor erworbenen Ehre ausgelöst. In den klassischen Artusromanen liegt diesem zweiten Weg immer eine Motivation zugrunde, die sich aus dem heldischen Schuldeingeständnis und der dadurch ausgelösten Krise entwickelt.[6] Charakteristisch für den Helden der klassischen Artusepik sind seine Entwicklungsfähigkeit und Flexibilität, seine Vorbildungsfunktion, sowie sein eigenes Wohl über das der Gemeinschaft zu stellen.

Da die aventiuren vom Artushof ausgehen und wieder dorthin zurückführen, fungieren sie als Modell, die gemeinschaftlichen Verhältnisse, als auch die des Helden selbst zu regeln. „Der Dienst für die Gemeinschaft bietet zugleich die Möglichkeit des individuellen Aufstiegs.“[7] Die Handlungskette im Artusroman besteht aus äußerlich eher unabhängigen Episodenmotiven, die aneinandergereiht oder ineinander verschachtelt sind. Das Geschehen gewinnt erst durch den Bezug auf die Person des Helden. an Sinnzusammenhang und wird zu einer inneren Einheit Er löst sich von egoistischem Handeln und vollbringt soziale Taten, womit er also ritterliche Tugenden erwirbt. Die aventiuren scheinen erstmals zufällig aneinandergereiht und erweisen sich erst am Ende des Romans als notwendig und sinnvoll für den Handlungsverlauf.[8] Da der Sinn über die Form dominiert, werden phantastische Motive in den aventiuren der klassischen Artusepik sparsam verwendet. Sie sind weder handlungstragend, noch handlungsbeschleunigend, sondern eng mit dem heldischen Bewusstwerdensprozess verbunden. Stattdessen sollen sie die falschen Vorstellungen und Verhaltensweisen des Helden demonstrieren, die ihm im weiteren Verlauf zum Verhängnis werden und die es zu korrigieren gilt. Die äußere heldische Umgebung und die innere Welt des Helden stehen dabei in Kontrast zueinander: Während ersteres als unbeschwert und voller Leichtigkeit beschrieben wird, ist das Leben des Helden von Leid, Schuld, Tragik und Schwere geprägt.[9] Die Krise des Protagonisten erlaubt eine Reflexion des Wertemuster des geforderten ritterlich-höfischen Handelns.[10]

3. Die nachklassische Artusepik und die Herausbildung eigener Formen

Eine entscheidende Veränderung im Heldenbild der nachklassischen Artusepik ist der Wegfall der Krise zwischen den beiden aventiuren - Wegen. Der arthurische Held gerät mit dem Verlust seiner Ehre in keinen krisenhaften Zustand, womit das Verhältnis zwischen Verfehlung und anschließender Rehabilitation an Bedeutung verliert.[11] Stattdessen kommt es nicht nur zu einer erheblichen Zunahme von aventiuren an sich, sondern auch zu einer Ausschmückung der phantastischen Motive innerhalb der aventiuren. Entscheidend ist hier, dass sie handlungstragend und zu festen Richtpunkten im literarischen Geschehen werden, was einen engeren Kausalzusammenhang der jeweiligen Handlungsabschnitte zur Folge hat und die Handlung im Allgemeinen beschleunigen. Laut Roßnagel wird der „erneute Aufbruch zu einem neuen aventiure- Zyklus [ ] durch den vorhergehenden Handlungsteil motiviert oder zumindest vorbereitet.“[12] Da die Autoren der nachklassischen Artusromane den Protagonist als nahezu perfekt und vollkommen darstellen, machen sie die Möglichkeit eines gravierenden heldischen Fehlverhaltens als Auslöser einer persönlichen Entwicklung geradezu unmöglich. Zwar wird die Sinnstruktur des doppelten Kursus in den meisten Fällen beibehalten, doch wird mit dem Ausbleiben des krisenhaften Zustands des Helden als Auslöser des zweiten Weges gewissermaßen überflüssig. Durch das Aufheben der klassischen Kongruenz von Form und Inhalt, kommt es zu einer Reduzierung des Zweiteilungsschemas zur bloßen Hülle und die ursprüngliche Gliederung der Handlung in zwei Teile verliert damit ihre Funktion: Der erste aventiure - Weg dient nicht mehr zur Vorbereitung der Verfehlung des Helden und der zweite Teil soll nicht mehr die Bewährung und abschließende Selbstfindungen des Protagonisten transparent machen.[13] Einen möglichen Grund für den Wegfall der crisis und dem damit veränderten Heldenbild sieht Roßnagel in einem verändertem Erwartungshorizont des Publikums, das mit den Werken von Hartmann und Wolfram bereits so vertraut ist, dass das Heldenbild „an ein inzwischen vorgegebenes und bekanntes Resultat, den idealen Endzustand, angepasst wird; der mühsame Selbstfindungsprozeß fällt aus.“[14] Das Ergebnis des typischen aventiure- Musters ist in den Erwartungen des Publikums also so gegenwärtig, dass es in den Prozess des Erzählens bereits hineinwirkt.

4. Daniel von dem blühenden Tal

4.1 Der Autor und sein Werk

Zwar ist es urkundlich nicht belegt, dass es sich beim Stricker tatsächlich um den Autor des Daniels handelt, wird in der Forschung jedoch als sehr wahrscheinlich eingestuft. Ob sein Name als ein Pseudonym, als eine Berufsbezeichnung, ein Künstlername, der seine Arbeitsweise des Selbststrickens von Geschichten metaphorisch umschreibt oder ein Eigenname verstanden werden kann, ist ungeklärt. Laut Rosenhagen stammt der Stricker von niederer Herkunft, der ein Leben als fahrender Berufsdichter geführt hat und rhetorisch, juristisch, wie theologisch gebildet gewesen ist. Für den Daniel existiert keine genaue zeitliche Datierung, doch der Zeitraum zwischen 1220 und 1250 wird als ungefähre Schaffenszeit angenommen.[15]

Bei der Betrachtung des Werkes sticht der starke Wiedererkennungswert ins Auge: Stricker verwendet spielerisch bereits bekannte Helden, wie unter anderem die Artusritter Gawein, Parzival und Iwein. Doch die Zuhörer beziehungsweise Leser merken schnell, dass es sich hier um keinen klassischen Artusroman handeln kann: Neben der untypischen Verwendung von mythologischen Aspekten und einer ungewöhnlich ausgedehnten und brutalen Darstellung der Kampfszene fehlen die zentralen Bestandteile der klassischen Artusepik: die Abenteuer und die Liebe (minne). Auch das Heldenbild scheint ein anderes zu sein: Daniel, der die list als Mittel zur Konfliktbewältigung einsetzt, ist von Beginn an nahezu perfekt, steht auf selber Ebene mit den anderen Artusgrößen und wird schnell als Ritter in die Artusrunde aufgenommen. Es kommt im Handlungsverlauf zu keiner Entwicklung seinerseits und im Gegensatz zu den Helden der klassischen arturischen Romane muss er keine aventiuren bewältigen, um seine ritterliche Vollkommenheit unter Beweis zu stellen. Stattdessen wirken seine aventiuren wie eine Aneinanderreihung von Zufällen.

Im weiteren Verlauf meiner Hauptseminararbeit werde ich noch einmal genauer auf die angesprochenen Aspekte eingehen.

4.2 Episoden- Untersuchung des Daniels

Es folgt eine Betrachtung des Werkes im Detail, wobei ich eine kurze Inhaltsangabe der einzelnen Episoden geben werde. Darüber hinaus sollen Auffälligkeiten und Besonderheiten diskutiert werden, von denen einige im weiteren Verlauf der Hauptseminararbeit noch einmal genauer beleuchtet werden.

4.2.1 Prolog

Zwar reiht sich der Prolog in die Gattungstradition ein, jedoch nicht ohne gewisse Akzente zu setzen. Wie im Iwein fordert auch der Stricker ein Publikum auf, Gehörtes in Taten umzusetzen und durch gute Literatur, ein guter Mensch zu werden. Mit dem intertextuellen Bezug zum Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht, bei dem er das Widererkennen des Rezipienten vorausgesetzt haben könnte, widersetzt er sich der Position seiner dichterischen Welt. In dem er anders als die Dichter der klassischen Artuswerke die poetischer Lüge nicht als schöne Verkleidung höherer Wahrheit rechtfertigt, gebraucht er die Quellenberufung nicht nur auf ironische Weise, sondern erhebt auf sein Werk auch einen gewissen Authentizitätsanspruch („Louc er mir, sô liuge ouch ich“[16] ). Auch taucht in Zusammenhang mit dem Namen des Alexanders immer wieder das Motiv der list auf, womit er den Begriff möglicherweise durch die Erweckung von Assoziationen im Publikum einleiten möchte, um in im Roman selber als leitenden Aspekt einzusetzen.[17]

Mit seinen Werk Daniel von dem blühenden Tal etabliert der Stricker einer ganz neue Art von Literatur und eine neue Kunstfertigkeit des Schreibens: Einerseits gelingt es ihm durch das scheinbar Neue das „einfache“ Volk zu unterhalten als auch zu belehren. Andererseits kann er mithilfe unmarkierter intertextueller Bezüge zu bereits bekannten Romanen der klassischen Artusepik Intellektuelle und Experten beeindrucken und fesseln.

4.2.2 Exposition und Konfliktauslösung

Schon zu Beginn des Romans lässt der Stricker seinen Protagonisten der Artushof aufsuchen, bei dessen Ankunft er seine ritterlichen Fähigkeiten im Zweikampf zuerst gegen den schmählich unterliegenden Kaie, dann gegen die angesehenen Artusritter Gawein, Iwein und Parzival unter Beweis stellen muss. Alle enden unentschieden, womit Daniel zwar überraschend, doch wie selbstverständlich, schon zu Beginn des Artusromans zum Mitglied der Tafelrunde erhoben wird und damit auf die Stufe der tüchtigsten Artusritter gestellt wird. („Sie [die Artusritter] nahmen Daniel unter Zusicherung der Treue in ihre Gemeinschaft auf, die von solcher Kraft war, dass sie keinerlei Bedrängnis, nur der Tod allein, auflösen konnte.“[18] ). Daniels Integration in den Kreis der Artusrunde bewirkt beim Publikum die Aufnahme des Werkes in den Kanon der Artusepik.[19] Ungewöhnlich ist hier auch, dass der Stricker dem Artushof öffentlichen Raum gibt, was vorher in keinem Artusroman zu finden ist.

Als König Artus eine Art Kriegserklärung von König Maturs erhält und auf Anraten der Artusritter den Entschluss trifft, eine Woche zu warten bevor er mit seinem Heer nach Cluse ziehen, beschließt Daniel heimlich vorher aufzubrechen und Matur eventuell alleine zu besiegen.

Hier ist eine klare Parallele zwischen dem Daniel und Hartmanns Iwein in dem heimlichen Aufbruch des Protagonisten zu sehen, der dies jedoch, anders als sein Vorbild, ohne die Verwendung einer list tut, womit das Motiv der list schon hier eine Akzentuierung erfährt.[20]

4.2.3 Erste Episode: Trueber Berg

Als Daniel den Berg vor Cluse erreicht, trifft er auf die Jungfrau vom Trueben Tal , „die von dem in seinen Liebeswerben abgewiesenen Zwerg Juran bedrängt wird.“[21] Da der Zwerg ein Wunderschwert besitzt, mit dem sich Daniel Zugang zum Land Cluse verschaffen könnte, das von König Maturs Bruder mit einer undurchdringbaren und unverwundbaren Haut bewacht wird, beschließt er sich zum Zweikampf mit ihm. Er überzeugt den Zwerg davon, dass er die Jungfrau nur von seiner Ritterlichkeit überzeugen könne, wenn er ohne Schwert kämpfen würde. Als der Zwerg allerdings zu unterliegen droht, läuft dieser, um das Schwert zu holen. Dabei ist Daniel jedoch schneller als der Zwerg und schafft, ihn mit dessen Wunderschwert zu enthaupten.

Wennerhold sieht in der Juran-Episode, das erste der drei Abenteuer Daniels, die Harpins-Episode des Iwein als Vorbild, jedoch unter der Verwendung neuer Aspekte. Diese lägen „vor allem in der Übertölpelung des Zwergs, die hier erstmals betont überlegtes Vorgehen als wichtigstes neues Element des Strickerschen Protagonistenkonzeption vorführt.“[22] Vermutlich hat der Stricker diese Abweichung eingesetzt, um Rolle der list klar hervorzuheben. Möglicherweise wollte er auch die Abgrenzung vom literarischen Typus der klassischen Artusepik bewusst markieren wollte.[23] Durch das Motiv der list mit dem der Held den Zwerg Juran zu besiegen weiß, wird schon im ersten Abenteuer deutlich, dass der Stricker hier kein klassisches Heldenbild zeichnen möchte. Stattdessen hat man es hier mit einem klugen und überlegten Helden zutun haben, der sein Handeln im Vorfeld abwägt und sich selbst zu reflektieren weiß. Damit entwirft er von Anfang an ein perfektes und vollkommenes Heldenbild.

Untypisch ist der weitere Verlauf der Handlung. Im klassischen Artusroman hätte auf Daniels Sieg über den Zwerg eine Heirat zwischen Daniel und der Jungfrau folgen müssen, denn der Held erhält eine Belohnung für seine erbrachten Leistungen. Schon an dieser Stelle des Romans werden die „unterschiedliche Prioritätensetzung im Verhältnis von Minne und ritterlicher Tat“[24] des Strickers deutlich.

[...]


[1] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 1

[2] ebd.

[3] Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik. 6. Auflage. München 2006. S. 195

[4] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 18

[5] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 5

[6] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 110

[7] Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik. 6. Auflage. München 2006. S. 197

[8] Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik. 6. Auflage. München 2006. S. 199

[9] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 5

[10] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 52

[11] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 113

[12] ebd.

[13] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 113

[14] Roßnagel, Frank: Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier. Stuttgart 1996. S. 52

[15] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 129f.

[16] Stricker, der: Daniel von dem blühenden Tal . Hg. Von Michael Resler. Tübingen. 1995. V. 14.

[17] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 141ff.

[18] Stricker, der: Daniel von dem blühenden Tal . Hg. Von Michael Resler. Tübingen. 1995. V. 340 – 344.

[19] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 141.

[20] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 146

[21] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 148

[22] ebd.

[23] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 148

[24] Wennerhold, Markus: Späte mittelhochdeutsche Artusromane. ,Lanzalet´, ,Wigalois´, ,Daniel von dem Blühenden Tal´ ,Diu Crône´. Bilanz der Forschung 1960-2000. Würzburg 2005. S. 149

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Strickers "Daniel von dem blühenden Tal" als ein Werk der nachklassischen Artusepik
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Fachbereich A)
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V197117
ISBN (eBook)
9783668715783
ISBN (Buch)
9783668715790
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
strickers, daniel, werk, artusepik
Arbeit zitieren
Lilli Heming (Autor), 2011, Strickers "Daniel von dem blühenden Tal" als ein Werk der nachklassischen Artusepik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197117

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