[...] Die vorliegende Hausarbeit soll einen Beitrag zur Untersuchung ihres Verhaltens als citizen consumer sowie dessen Ursachen und Wirkungen leisten. Konkret soll hierbei gefragt werden, wie das veränderte Kaufverhalten eine tatsächliche Verbesserung ihrer Lage erreichen sollte und wo die Grenzen ihrer Macht als Konsumentin zu suchen sind. Zur Klärung dieser Frage bedarf es jedoch einen Blick auf die Umstände der afroamerikanischen Frau, der sowohl ihre gesellschaftliche Stellung als auch ihre Zwangslagen, welche letztlich zum Ausschluss anderer Handlungsoptionen als Konsument beitrugen, nicht außer Acht lässt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Lebensumstände der afroamerikanischen Frau im urbanen Norden der USA
2.1. Die Lebensumstände und Diskriminierungen der afroamerikanischen Frau in der Arbeitswelt
2.2. Die Lebensumstände und Diskriminierungen der afroamerikanischen Frau in der Gesellschaft und der Politik des New Deal
2.3. Die Lebensumstände und Diskriminierungen der afroamerikanischen Frau in der Familie
3. Die Definition von Konsumgesellschaft und ihre Anwendung auf die afroamerikanische Frau
4. Definition und Wirkungsbereiche citizen consumer
5. Die besondere Ausprägung der afroamerikanischen Frau als citizen consumer
6. Fazit und Ausführungen zur Grenzen der Macht als citizen consumer
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhalten afroamerikanischer Frauen im urbanen Norden der USA während der Great Depression als sogenannte „citizen consumer“. Ziel ist es zu analysieren, wie sie trotz systemischer Diskriminierung und wirtschaftlicher Not ihre Konsumkraft politisch organisierten und welche strukturellen Grenzen diese Machtausübung einschränkten.
- Lebensbedingungen afroamerikanischer Frauen im urbanen Raum
- Die Rolle der „black economy“ in der Zeit des New Deal
- Definition und Ausübung der Rolle als „citizen consumer“
- Formen des kollektiven Widerstands, wie Boykottbewegungen und Konsumentenvereinigungen
- Einfluss von ethnischer und sozialer Klassenzugehörigkeit auf politische Handlungsspielräume
Auszug aus dem Buch
2.1. Die Lebensumstände und Diskriminierungen der afroamerikanischen Frau in der Arbeitswelt
Folgt man der Darstellung von Jürgen Martschukat, so richten sich die Programme des New Deal in erster Linie nach den als „forgotten men“ oder „breadwinner“ bezeichneten „weißen Familienvätern der unteren Mittelklasse und gehobenen Arbeiterklasse“. Dies würde eine Missachtung der afroamerikanischen Familienstruktur bedeuten, in der mehrere Familienmitglieder zum Haushaltseinkommen beigetragen haben. So waren nach dem sechzehnten Zensus der USA von 1940 circa 40% der afroamerikanischen Frauen in urbanen Regionen erwerbstätig, wobei etwa zwei Drittel der Frauen als Hauspersonal angestellt waren. Anna Valk und Leslie Brown geben dieser Arbeit einen niederen Stellenwert und begründen damit, dass solche Tätigkeiten weder von Weißen noch von afroamerikanischen Männern ausgeübt und somit den afroamerikanischen Frauen überlassen wurden. Gleichzeitig sehen sie darin ein Instrument zur Festigung der rassischen Hierarchie, da oft weiße Haushalte die Arbeitsstellen in jenem Bereich bildeten. In diesem Zusammenhang zeichnet Louise Mitchell ein Bild von den katastrophalen Arbeitsbedingungen der „Slave Markets“ in New York. Danach arbeiteten afroamerikanische Frauen als Hausbedienstete für 20 Cent pro Stunde, sodass der Verdienst in den meisten Fällen gerade einmal zur Deckung der Grundbedürfnisse reichte. Viele Arbeitgeber hielten sich nicht an Vereinbarungen, sodass der Arbeitnehmer schlechtere Kondition von geringeren Einkommen und längeren Arbeitszeiten akzeptieren mussten, wobei Sozialversicherung in den meisten Fällen vollkommen außen vor blieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der afroamerikanischen Frau als „forgotten woman“ während der Great Depression ein und erläutert die methodische Herangehensweise.
2. Die Lebensumstände der afroamerikanischen Frau im urbanen Norden der USA: Dieses Kapitel beleuchtet die prekären Lebensbedingungen der afroamerikanischen Frauen in der Arbeitswelt, der Politik des New Deal sowie in der familiären Umgebung.
3. Die Definition von Konsumgesellschaft und ihre Anwendung auf die afroamerikanische Frau: Es wird der theoretische Konsumbegriff nach Wolfgang König diskutiert und kritisch hinterfragt, inwieweit diese Definition auf die afroamerikanische Bevölkerung anwendbar ist.
4. Definition und Wirkungsbereiche citizen consumer: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung der „citizen consumer“ und deren Bedeutung als politischer Akteur in einer von Krisen geprägten Wirtschaft.
5. Die besondere Ausprägung der afroamerikanischen Frau als citizen consumer: Dieser Abschnitt analysiert spezifische Formen der Organisation, wie Boykotte und genossenschaftliche Ansätze innerhalb der schwarzen Gemeinschaft.
6. Fazit und Ausführungen zur Grenzen der Macht als citizen consumer: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die strukturellen Grenzen der Handlungsfähigkeit afroamerikanischer Frauen unter den Bedingungen von Rassismus und Klassenspaltung.
Schlüsselwörter
Great Depression, Afroamerikanische Frauen, New Deal, Citizen Consumer, Konsumgesellschaft, Rassismus, Arbeitswelt, Boykott, Black Economy, soziale Diskriminierung, Konsumgenossenschaften, politische Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen und wirtschaftlichen Rolle afroamerikanischer Frauen in den USA während der Zeit der Great Depression.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Arbeitsbedingungen, die Auswirkungen der New Deal-Politik, die Konsumkultur und kollektive Widerstandsformen durch Konsumentenorganisationen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es zu untersuchen, wie afroamerikanische Frauen trotz prekärer Lebensumstände ihre Rolle als Konsumentinnen politisierten, um ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Sekundärliteratur, historischen Statistiken sowie Tagebucheinträgen und Kommentaren von Zeitzeugen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lebensumstände, definiert den Begriff der Konsumgesellschaft und untersucht spezifische Wirkungsbereiche der afroamerikanischen Frau als „citizen consumer“.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Great Depression, „citizen consumer“, systemische Diskriminierung, Boykottbewegungen und soziale Hierarchien.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „upper-class“ und „lower-class“ innerhalb der schwarzen Gemeinschaft eine Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass interne soziale Differenzierungen und Hautfarben-Diskurse die kollektive Organisation und den Erfolg von Protestaktionen maßgeblich beeinflusst haben.
Welche Bedeutung hatten die sogenannten „Slave Markets“ für die untersuchte Bevölkerungsgruppe?
Diese Märkte symbolisieren die extremen Ausbeutungsbedingungen von Hausbediensteten, bei denen afroamerikanische Frauen oft unterhalb des Existenzminimums arbeiten mussten.
Wie bewertet die Arbeit den Erfolg der „consumer cooperatives“?
Die Arbeit stellt fest, dass diese Organisationen zwar wichtige Ansätze für eine „black economy“ boten, jedoch aufgrund mangelnden Kapitals und struktureller Diskriminierung oft nur begrenzte wirtschaftliche Reichweite hatten.
Inwieweit beeinflusste der New Deal die Situation der afroamerikanischen Frau?
Die Analyse zeigt auf, dass der New Deal primär auf weiße männliche Ernährer ausgerichtet war, was die afroamerikanische Bevölkerung strukturell benachteiligte.
- Arbeit zitieren
- Kevin Rimek (Autor:in), 2011, Die Relation zwischen der gesellschaftlichen Stellung der black women im urbanen Norden und ihrer Macht als citizen consumer zur Zeit der Great Depression, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197182