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Die Rezeption des Hererokriegs in der Satirezeitschrift "Simplicissimus"

Title: Die Rezeption des Hererokriegs in der Satirezeitschrift "Simplicissimus"

Bachelor Thesis , 2011 , 53 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Ulrike Ziegler (Author)

History - Miscellaneous
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Die Arbeit beschäftigt sich mit den Fragen, inwiefern der Hererokrieg in der Satirezeitschrift Simplicissimus thematisiert wurde, in welcher Form dies geschah und wo die Zeitschrift sich dabei in der politischen Diskussion positionierte. Die Arbeit basiert dabei auf einer Untersuchung der Ausgaben, die während des Hererokriegs in den Jahren 1904 bis 1907 erschienen sind. Dabei wurden alle Nennungen des Kolonialismus im Allgemeinen und des Hererokriegs im Speziellen gesichtet und den Hauptaspekten entsprechend in Themengebiete eingeteilt. Die beigefügte Tabelle zeigt, welche Themen zu welchem Zeitpunkt von Interesse waren. Diese quantitative Analyse trägt dazu bei, fundierte Aussagen über die Darstellung und Haltung des Simplicissimus treffen zu können. Aus allen gesichteten Beiträgen werden zur Untersuchung jene mit charakteristischer Aussage exemplarisch analysiert, kontextualisiert und interpretiert. Mithilfe von Bild- und Textanalyse soll dabei zudem untersucht werden, in welcher Form, mit welchem Ton, Humor etc. die Entwicklungen dargestellt wurden. Als weitere Quellen werden zusätzlich Briefwechsel der Redakteure in die Untersuchung einbezogen.
Zu Beginn wird der politische Diskurs über den deutschen Kolonialismus dargestellt. Dabei geht es einerseits um die Argumentationswege der politischen Strömungen, andererseits darum, den Wandel in der Haltung angesichts der historischen Entwicklungen aufzuzeigen. Daraufhin wird die Geschichte des Simplicissimus kurz dargestellt und gezeigt, wo die Zeitschrift in ihrer Grundhaltung politisch zu verorten ist. Im anschließenden Hauptteil folgt die Analyse der Darstellungen des Hererokriegs. In Rückbezug auf den allgemeinen politischen Diskurs wird anhand verschiedener Themenbereiche aufgezeigt, welche Haltung eingenommen wurde. Abschließend soll diskutiert werden, ob der Simplicissimus Meinung gemacht oder reflektiert hat. Dabei wird insbesondere der genaue Anspruch untersucht, den der Simplicissimus an sich selbst hatte, inwiefern er umgesetzt wurde und wie sich dies auf den Inhalt ausgewirkt hat.
Die Arbeit beinhaltet einen umfangreichen Anhang bestehend aus Karikaturen und Texten aus dem Simplicissimus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der deutsche Kolonialismus im politischen Diskurs

3. Der Simplicissimus – Geschichte und Positionierung

4. Die Rezeption des Hererokriegs im Simplicissimus

5. Das Verhältnis des Simplicissimus zu seinen Lesern

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit analysiert, inwiefern die Satirezeitschrift Simplicissimus den Hererokrieg in der Zeit von 1904 bis 1907 thematisierte, in welcher Form dies geschah und wie sich das Medium innerhalb des politischen Diskurses des Deutschen Kaiserreichs positionierte.

  • Untersuchung der Rezeption des Hererokriegs durch Bild- und Textanalyse
  • Einordnung des Simplicissimus im politischen Spektrum und im Verhältnis zur Regierung
  • Analyse der Diskrepanz zwischen kolonialpolitischen Ereignissen und gesellschaftskritischer Innenpolitik
  • Beleuchtung der Rolle von Zensur und finanziellen Interessen für die redaktionelle Linie
  • Untersuchung der Beziehung zwischen der Zeitschrift und ihrem liberalen bürgerlichen Leserkreis

Auszug aus dem Buch

Die Rezeption des Hererokriegs im Simplicissimus

Im Folgenden wird untersucht, wie der Hererokrieg im Simplicissimus dargestellt wurde. Um dabei die Positionierung auch in Bezug auf die politische Haltung aufzuzeigen, werden exemplarische Quellen aus den verschiedenen Themenbereichen analysiert, die im bereits erläuterten Diskurs um den Kolonialismus eine zentrale Rolle gespielt haben. Hauptsächlich werden dazu Darstellungen herangezogen, dich sich ausdrücklich mit der Kolonie Südwest beschäftigen. Wie jedoch bereits die Tabelle zeigt, wurde der Kolonialismus im Allgemeinen weitaus öfter thematisiert. Dies heißt jedoch nicht unbedingt, dass der Hererokrieg weniger Raum einnahm, denn nahezu alle Beiträge beziehen sich zumindest indirekt auch auf Südwestafrika. Allgemeine Darstellungen fließen demzufolge ebenfalls in die Untersuchung mit ein.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Zeitschrift eine kolonialkritische Haltung einnahm. Eine gute Übersicht über die kritisierten Aspekte zeigt eine Erzählung aus dem Jahr 1906. In Silvesternacht wird beschrieben, wie einem Deutschen namens Maier zum Jahreswechsel der Erzengel Michael erscheint. Dieser bittet Maier, ihm die Zustände im Deutsche Reich zu erklären. Dessen erste Aussage ist, dass er ihm nichts berichten könne, da er Untertan ist und demnach nichts wüsste. Der Erzengel spricht ihn zuerst auf die Marokkofrage an, die Deutschland zu der Zeit in internationale Konflikte brachte und dadurch wirtschaftliche Beziehung gefährdete. Michael kritisiert das riskante Vorgehen der Regierung, Maier lässt sich aber nicht beirren, da man ja nicht nur für den Gewinn, sondern wegen des „moralischen Prestiges“ handle. Der Erzengel erzählt daraufhin, dass im Himmel auch Deutsche angekommen seien, jedoch nicht in Pickelhaube, sondern mit Hut. „Hurra! Unsere Afrikaner,“ ruft Maier. Auch die kämpfen laut ihm für das Prestige. Im Folgenden erklärt er umständlich, dass das heißt, man kämpfe nicht für materiellen Gewinn, sondern für die Ehre. Der Erzengel versteht dies nicht und lässt ihn weiter ausführen. Maier: „Sehen Sie, da haben wir Kolonien. Wir bezahlten viele Millionen darauf und profitierten nichts. Aber trotzdem haben wir

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des imperial turn ein und stellt die Relevanz des Hererokriegs als Genozid sowie die Eignung satirischer Medien zur Diskursanalyse dar.

2. Der deutsche Kolonialismus im politischen Diskurs: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Motive für den deutschen Kolonialismus und stellt die unterschiedlichen Positionen der politischen Strömungen wie SPD und Liberale gegenüber.

3. Der Simplicissimus – Geschichte und Positionierung: Die Geschichte der Gründung des Simplicissimus wird skizziert, wobei die satirische Ausrichtung, der künstlerische Anspruch und die kritische Grundhaltung gegenüber dem wilhelminischen System hervorgehoben werden.

4. Die Rezeption des Hererokriegs im Simplicissimus: Es wird analysiert, wie die Zeitschrift den Hererokrieg behandelte, wobei deutlich wird, dass der Fokus primär auf innenpolitischen Aspekten und wirtschaftlicher Kritik lag, anstatt auf dem Genozid selbst.

5. Das Verhältnis des Simplicissimus zu seinen Lesern: Hier wird diskutiert, wie die Zeitschrift ihr bürgerliches Publikum ansprach und warum die Notwendigkeit kommerzieller Absätze oft zu einer Art Selbstzensur führte.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Simplicissimus zwar kolonialkritisch eingestellt war, den Genozid jedoch als zweitrangig gegenüber der innerdeutschen Gesellschaftskritik behandelte.

Schlüsselwörter

Simplicissimus, Hererokrieg, deutscher Kolonialismus, Genozid, Satire, Karikatur, Wilhelminismus, politische Diskursanalyse, Sozialdemokratie, Liberalismus, Bürgertum, Wirtschaftspolitik, Pressegeschichte, Lothar von Trotha, Südwestafrika.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die bekannte satirische Zeitschrift Simplicissimus zwischen 1904 und 1907 auf den Hererokrieg und die deutsche Kolonialpolitik in Südwestafrika reagiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die koloniale Wirtschaftspolitik, der Umgang der Regierung mit dem Aufstand, die Rolle der deutschen Soldaten und die kritische Auseinandersetzung des Mediums mit dem wilhelminischen Bürgertum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die politische Haltung des Simplicissimus im Hinblick auf den Kolonialismus zu bestimmen und zu klären, warum das genozidale Vorgehen gegen die Herero weniger thematisiert wurde als innenpolitische Missstände.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Bild- und Textanalyse von exemplarischen Quellen (Artikeln und Karikaturen) der Jahre 1904 bis 1907, ergänzt durch historische Kontextualisierungen und den Briefwechsel der Redaktion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der politische Diskurs des Kolonialismus, die Geschichte des Simplicissimus, die konkrete Berichterstattung zum Krieg und das Spannungsfeld zwischen Redaktionsanspruch, Leserschaft und finanziellen Zwängen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Simplicissimus, Hererokrieg, Kolonialkritik, politische Satire, Gesellschaftskritik und liberale Presse.

Wie bewertet der Simplicissimus das Handeln der Großunternehmer?

Die Zeitschrift bewertet das Profitstreben der Großunternehmer extrem negativ und deckt Korruption bei Rüstungs- und Transportverträgen als skandalös auf, wobei sie dies als bezeichnend für die Gier des Bürgertums darstellt.

Welchen Einfluss hatte das Publikum auf die Berichterstattung?

Das bürgerliche Zielpublikum und der Wunsch nach hohen Verkaufszahlen führten zu einer vorsichtigen, teilweise selbstzensierenden Linie, um das liberale Publikum nicht durch zu radikale oder sozialdemokratische Töne abzuschrecken.

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Details

Title
Die Rezeption des Hererokriegs in der Satirezeitschrift "Simplicissimus"
College
Bielefeld University  (Geschichtswissenschaft)
Grade
1,1
Author
Ulrike Ziegler (Author)
Publication Year
2011
Pages
53
Catalog Number
V197200
ISBN (eBook)
9783656232568
ISBN (Book)
9783656550846
Language
German
Tags
Herero Genozid Simplicissimus Kolonialismus Satire Lothar von Trotha Albert Langen Thomas Theodor Heine Bismarck Zentrum SPD Liberalismus Hererokrieg Deutsch Südwest Kaiserreich Bülow Wilhelm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Ziegler (Author), 2011, Die Rezeption des Hererokriegs in der Satirezeitschrift "Simplicissimus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197200
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