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Die Schuldenbremse in Deutschland

Bisherige Erfahrungen und Ausblick

Title: Die Schuldenbremse in Deutschland

Seminar Paper , 2012 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadine Dräger (Author)

Business economics - Economic Policy
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Staatsverschuldung lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückführen. Damals verliehen reiche Fernhandelshäuser in Italien ihr Geld an Fürsten und bildeten den Ursprung für die heutigen Kreditermächtigungen. Deutschland war bis zum Ersten Weltkrieg weitgehend schuldenfrei. Jedoch mussten im Angesicht der geschichtlichen Ereignisse immer wieder Schulden zur Finanzierung der Ausgaben aufgenommen werden. Ein kleiner Lichtblick bot sich in den Anfängen der Bundesrepublik ab 1948 in denen Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet wurden. Nichtsdestotrotz hielt dieser Zustand nicht lange an und bereits ab 1955 setzte sich die beständige Talfahrt mit Tiefen und leichten Anstiegen in den kommenden Jahren fort1. Mit der Finanzkrise 2008/2009 wurde schließlich im Haushaltsjahr 2011 ein bis dahin noch nie da gewesener Höchstwert in der Geschichte der Verschuldung erreicht2. Um die deutsche Nettokreditaufnahme nicht weiter zu Lasten zukünftiger Generation anwachsen zu lassen, waren dringend neue gesetzliche Bestimmungen zur Eindämmung der Neuverschuldung erforderlich. Diese ehrenvolle Aufgabe obliegt seit dem Haushaltsjahr 2011 in Deutschland der im Grundgesetz niedergeschriebenen neuen Schuldenbremse. Doch wie sehen die Neuregelungen zur Staatsverschuldung aus? Welche Ziele werden mit der Schuldenbremse verfolgt? Sind bisherige positive Erkenntnisse bei der Umsetzung zu verzeichnen? Besteht Kritik an den gesetzlichen Neuregelungen? Haben Bund und Länder die gleichen Vorgaben oder lassen sich Ermessensräume erkennen? Gibt es bedenkliche Umgehungsmöglichkeiten der Verschuldungsregel? Diesen Fragen wird u. a. in der vorliegen Seminararbeit nachgegangen. Dabei sind im folgenden Text die Wörter Schuldenbremse und Verschuldungsregel synonym verwendet. Soweit nicht ausführlich mit a. F. gekennzeichnet, beziehen sich die gesetzlichen Regelungen des Grundgesetzes auf die bereinigte Verfassung von 2010.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Ziel der Schuldenbremse

3. Entstehungsgeschichte der neuen Schuldenbremse

3.1. Ursachen für die Einführung

3.2. Bisherige Regelungen zur Begrenzung von Staatsschulden

3.3. Entwicklung und Einführung der neuen Schuldenbremse

4. Konzept und gesetzliche Grundlagen der Schuldenbremse

4.1. Allgemein verbindliche Regelungen für Bund und Länder

4.2. Schuldenregelung für den Bund

4.3. Schuldenregelung für die Länder

4.4. Stabilitätsrat

5. Bisherige Erfahrungen mit der Schuldenbremse

5.1. Bisherige Umsetzung der Schuldenbremse auf Bundesebene

5.2. Bisherige Umsetzung der Schuldenbremse auf Länderebene

5.3. Defizite der neuen Schuldenbremse

6. Der Blick in die Zukunft

6.1. Chancen für die Politik

6.2. Bundeshaushalt 2013 und Finanzplanung bis 2016

6.3. Umgehungsmöglichkeiten der Schuldenbremse

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Einführung, Konzeption und Umsetzung der deutschen Schuldenbremse. Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit der verfassungsrechtlichen Neuregelung zur Begrenzung der Staatsverschuldung zu analysieren, bisherige Erfahrungen auf Bundes- und Länderebene zu bewerten sowie kritische Defizite und zukünftige Herausforderungen aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung und Ursachen der Schuldenbremse
  • Gesetzliche Grundlagen und Regelungswerke für Bund und Länder
  • Rolle des Stabilitätsrates bei der Haushaltsüberwachung
  • Analyse der bisherigen Umsetzung und Defizite
  • Ausblick auf fiskalpolitische Chancen und Umgehungsrisiken

Auszug aus dem Buch

3.1. Ursachen für die Einführung

Die Einführung der neuen Schuldenbremse beruht im Wesentlichen auf den Auswirkungen der hohen Staatsverschuldung. Diese definiert sich als Gesamtbetrag für die Aufnahme von Krediten, Darlehen und Anleihen durch Bund, Land und Kommunen (Gebietskörperschaften) zur Deckung der öffentlichen Ausgaben. Der Blick in die Vergangenheit zeigt anhand von Aufzeichnungen des Statistischen Bundesamtes seit 1955 einen Anstieg der Verschuldung in Deutschland (siehe Abb. 1). Grund für dieses Wachstum ist unter anderem, dass die Schulden nie getilgt, sondern ausschließlich umgeschuldet wurden.

Weiterführende Ursachen lassen sich aus der Finanzpolitik und der Geschichte Deutschlands ableiten. Das Inkrafttreten des Stabilitätsgesetzes von 1967 verursachte durch die antizyklische Fiskalpolitik in Westdeutschland die erste Schuldenwelle. Aufgrund falscher Umsetzung des nachfrageorientierten Konzepts kam es zur konjunkturell bedingten Verschuldung. Ferner mussten der Bund und die Länder in den siebziger Jahren aufgrund des Einbruchs bezüglich der Ölkrisen und dem Rückgang des Wirtschaftswunders mit Hilfe der Fiskalpolitik die Konjunktur stützen. Besonders große soziale und wirtschaftliche Probleme entstanden hinsichtlich des Strukturwandels für die Länder, die im Wesentlichen durch die Industriezweige ihre Einnahmen verzeichneten. Ein weiterer Grund für die steigende strukturelle Verschuldung war die Wiedervereinigung Deutschlands 1990. Sie erforderte in den neuen Bundesländern zahlreiche Investitionen, die überwiegend durch Kredite finanziert werden mussten. Zudem verursachte die Entwicklung der Bundesrepublik zu einem Sozialstaat eine Erhöhung der Staatsverschuldung. Des Weiteren muss der Staat in Milliardenhöhe Zuschüsse leisten, um beispielsweise behinderte Personen, Rentner und Arbeitslose abzusichern. In diesem Zusammenhang ist der demografische Wandel mit zu berücksichtigen. Durch den Bevölkerungsrückgang und die Zunahme des Lebensalters erhöhen sich die Staatsausgaben. Um diese zu decken, muss abermals auf Kredite zurückgegriffen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der Staatsverschuldung in Deutschland ein und skizziert die Fragestellungen sowie den Aufbau der Arbeit zur neuen Schuldenbremse.

2. Definition und Ziel der Schuldenbremse: Das Kapitel definiert die Schuldenbremse als verfassungsrechtliche Neuregelung ab 2009 und erläutert ihr Ziel, die langfristige Tragfähigkeit der Haushalte von Bund und Ländern zu sichern.

3. Entstehungsgeschichte der neuen Schuldenbremse: Hier werden die historischen Ursachen der Staatsverschuldung, das Scheitern der alten Regeln und der Weg zur Verfassungsänderung nachgezeichnet.

4. Konzept und gesetzliche Grundlagen der Schuldenbremse: Dieses Kapitel erläutert die konkreten Regelungen für den Bund und die Länder sowie die Funktion des neu geschaffenen Stabilitätsrates.

5. Bisherige Erfahrungen mit der Schuldenbremse: Eine Analyse der Umsetzung auf Bundes- und Länderebene, ergänzt um eine Darstellung der Defizite und verbleibenden Schwachstellen im Regelwerk.

6. Der Blick in die Zukunft: Das Kapitel diskutiert politische Chancen, die Entwicklung des Bundeshaushalts bis 2016 und potenzielle Möglichkeiten zur Umgehung der Verschuldungsregeln.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die die Schuldenbremse als grundsätzlich erfolgreich, aber verbesserungsbedürftig in ihrer praktischen Anwendung einstuft.

Schlüsselwörter

Schuldenbremse, Staatsverschuldung, Grundgesetz, Haushaltsdisziplin, Nettokreditaufnahme, Stabilitätsrat, Finanzpolitik, Neuverschuldung, strukturelle Defizite, Haushaltsautonomie, Föderalismusreform, Konsolidierung, Haushaltsnotlage, Fiskalpolitik, Generationengerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtliche "Schuldenbremse" in Deutschland, ihre historische Genese, ihre Funktionsweise und die ersten praktischen Erfahrungen bei ihrer Umsetzung.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Zu den Schwerpunkten gehören die Konzepte für Bund und Länder, die Rolle des Stabilitätsrates, die Bewertung der bisherigen Haushaltskonsolidierung sowie die Untersuchung möglicher Umgehungstatbestände.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Effektivität der neuen Verschuldungsregeln zur langfristigen Sicherung der Tragfähigkeit öffentlicher Haushalte zu prüfen und kritische Schwachstellen der Implementierung aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, basierend auf einer Auswertung von Gesetzesgrundlagen, offiziellen Dokumenten der Bundesregierung und finanzwissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert dargestellt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen Grundlagen (Art. 109, 115 GG), die Analyse der Umsetzungspraxis auf verschiedenen staatlichen Ebenen und die Diskussion der Kritikpunkte sowie Ausblicke.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?

Die zentralen Begriffe sind Schuldenbremse, Haushaltsdisziplin, Stabilitätsrat, Nettokreditaufnahme und strukturelle Verschuldung.

Warum wird die Regelung als "Schuldenbremse" bezeichnet und was verhindert sie konkret?

Der Begriff beschreibt eine verfassungsrechtliche Begrenzung der Neuverschuldung. Sie verhindert nicht den Abbau bestehender Schulden, sondern zielt primär darauf ab, das Eingehen neuer, struktureller Kredite zu beschränken, um die Tragfähigkeit für zukünftige Generationen zu sichern.

Welche spezifischen Umgehungsmöglichkeiten der Schuldenbremse werden identifiziert?

Die Arbeit identifiziert Schwachstellen wie ungenaue Definitionen von Notlagen, die Nutzung von Finanztransaktionen statt Transferzahlungen sowie das Outsourcing von Verbindlichkeiten in Sondervermögen oder an öffentliche Unternehmen als Risiken für die Wirksamkeit der Regelung.

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Details

Title
Die Schuldenbremse in Deutschland
Subtitle
Bisherige Erfahrungen und Ausblick
College
Berlin School of Economics
Grade
1,0
Author
Nadine Dräger (Author)
Publication Year
2012
Pages
38
Catalog Number
V197202
ISBN (eBook)
9783656232544
ISBN (Book)
9783656234296
Language
German
Tags
Schuldenbegrenzungsregel Schuldenbegrenzungsregelung Deutschland Erfahrungen mit Schuldenbremse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Dräger (Author), 2012, Die Schuldenbremse in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197202
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