Chancengleichheit versus Schulautonomie

Zwei unterschiedliche Wege führen zum Erfolg


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

57 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Gegenüberstellung – Vorstellung beider Länder

2. Geschichtliche Aspekte der Schulsysteme
2.1. Finnland auf dem Weg zur Chancengleichheit
2.2. Der Schulstreit und seine Folgen – Geschichte des niederländischen Schulsystems

3. Organisation, Steuerung und Verwaltung des niederländischen und finnischen Bildungssystems

4. Trägerschaften

5. Lehrerausbildung
5.1. Finnische Lehrerausbildung
5.2. Niederländische Lehrerausbildung

6. Bildungssysteme im Vergleich
6.1. Die vorschulische Erziehung
6.2. Primarbereich
6.2.1. Niederländische Basisschool
6.2.2. Finnische Gemeinschaftsschule (Peruskoulu)
6.3. Sekundarbereich
6.3.1. Finnischer Sekundarbereich
6.3.1.1. Berufliche Grundausbildung
6.3.1.2. Gymnasiale Oberstufe
6.3.2. Niederländischer Sekundarbereich
6.3.2.1. VMBO
6.3.2.2. HAVO
6.3.2.3. VWO
6.4. Sonderpädagogische Maßnahmen
6.4.1. Integratives Bestreben des finnischen Förder- und sonderpädagogischen Unterrichts
6.4.2. Strikte Trennung von Sonder- und Regelschulen? – Die Niederlande auf dem Weg zu einem integrativen Sonderschulkonzept?

7. Die Ergebnisse der PISA-Studie – Versuch eines Vergleichs

8. Probleme der Bildungssysteme

9. Resümee: Chancengleichheit versus Schulautonomie. Zwei unterschiedliche Wege führen zum Erfolg

Bibliographie:

1. Einleitung

Als Ende 2001 die ersten PISA-Ergebnisse veröffentlicht wurden, schockierte dies sowohl Bildungsforscher, Medien und Politiker: Deutschland lag mit Platz 22 nicht nur unter dem OECD-Durchschnitt sondern rangierte neben Ländern wie Mexiko oder Russland auf den hintersten Plätzen im Bildungsranking. Die Medien kreierten seinerzeit sogar das Bild vom „Bildungs-Skandal-Erreger“, was in der Kurzform gesprochen Parallelen auf die gleichnamige Krankheit BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie) wirft und ins Deutsche übersetzt so viel heißt wie „schwammartige Gehirnkrankheit der Rinder“. Der Sachverhalt wurde somit in überspitzter und satirischer Art genau auf den Punkt getroffen: deutsche Schüler schienen nicht in der Lage zu sein, gelerntes Wissen anwenden zu können. Doch müssen jene Dezembertage im Jahr 2001 nicht zwingend als dunkelste Stunde der deutschen Bildungsforschung angesehen werden, da durch die detaillierte Studie erstmals vergleichende Aussagen zum Erfolg verschiedener Bildungssysteme getroffen werden konnten. Es wurde klar, in welchen Punkten es Nachholbedarf gab bzw. wie erfolgreich die Maßnahmen der anderen Vergleichsstaaten hinsichtlich der eigenen Probleme waren. Gerade in der Folgezeit wurde geschaut, inwieweit sich diese erfolgreichen Strategien in das deutsche Bildungssystem einflechten lassen. Viele dieser Innovationen, welche oftmals zwar nicht realisiert wurden, aber dennoch in der Diskussion standen, stammen aus den Niederlanden oder Finnland, deren Bildungssysteme den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ausmachen werden. Als übergeordnetes Ziel soll daher geschaut werden, inwieweit, wodurch und warum gerade diese beiden Bildungssysteme so erfolgreich abschlossen. Im ersten Kapitel richtet sich der Fokus primär auf die geschichtlichen Aspekte beider Bildungssysteme. Vor allem historisch gewachsenene Begebenheiten, Einstellungen oder Spezifika sollen auf diese Weise ihre Darstellung finden. Die Kapitel 2. und 3. befassen sich hingegen mit der heutigen Situation der Bildungssysteme und vergleichen diese. Vor allem die Organisation, Steuerung und Verwaltung der Bildungssysteme seitens der Regierung, sowie deren Ziele bei der Bildung als auch das Trägerschaftensystem beider Länder soll in diesem Kontext thematisiert und miteinander verglichen werden. Das folgende Kapitel geht auf ein weiteres wesentliches Gebiet innerhalb eines Bildungssystems ein: auf den Beruf des Lehrers. Im Vordergrund des Kapitels wird zwar der Ausbildungsverlauf der angehenden Lehrkraft stehen, doch sollen erstmals auch Probleme der Bildungssysteme durchleuchtet werden. Den Hauptteil dieser Arbeit macht jedoch das fünfte Kapitel aus, welches die Bildungsysteme miteinander vergleicht sowie jeweilige Vor- und Nachteile festhalten möchte. Inwieweit allerdings eine wirklich vergleichende Analyse möglich sein wird, steht noch zur Debatte, da sich beide Systeme höchst unähnlich sind und beispielsweise Finnland zwar an der PISA-Studie teilnahm, allerdings nicht an der IGLU-Studie. Auch sei in diesem Kontext erwähnt, dass diese Arbeit aus Platzgründen gewisse Bereiche der jeweiligen Bildungssysteme auslassen wird. Dies betrifft in erster Linie die Tertiärstufe beider Länder: die Bedeutung der Universitäten, Fachhochschulen und Erwachsenenbildung wird somit nicht zur Sprache kommen. Im sechsten Kapitel geht es schließlich um die eingangs postulierte PISA-Studie. Ziel ist es, die bisher gewonnenen Erkenntnisse auf die PISA-Studie zu übertragen, um Gründe für das jeweilige gute Abschneiden auszumachen. Um der Ausarbeitung einen konsistenten Abschluss zu verleihen, sollen im letzten Kapitel schließlich die Probleme der jeweiligen Bildungssysteme aufgezeigt werden. Denn wie Juoni Välijärvi in seiner Arbeit zur Chancengleichheit bereits erwähnte, würden selbst erfolgreiche Bildungssysteme nur dann weiter bestehen, wenn eine kontinuierliche Weiterentwicklung erfolgt, sodass auf bevorstehende Probleme frühzeitig eine entgegenwirkende Reaktion stattfindet.[1]

1.1. Gegenüberstellung – Vorstellung beider Länder

Die Republik Finnland, im Volksmund Suomen Tasavalta genannt, ist mit einer Fläche von 338.000 km² zwar das fünftgrößte Land Europas, doch mit einer Bevölkerungsdichte von nur 15 Einwohnern pro Quadratmetern, gleichzeitig auch eines der am dünnsten besiedelten.[2] Die 5,3 Mio. finnischen Staatsbürger siedeln größtenteils im urbanen mittleren und westlichen Süden des Landes. Der Norden hingegen, vor allem Lappland, ist nur äußerst spärlich und vereinzelt besiedelt.[3] 67% der finnischen Bevölkerung leben in städtischen Zentren, deren größten Helsinki (560.000), Espoo (227.000), Tampere (203.000), Vantaa (185.000), Turku (174.000) und Oulu (124.000) sind. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Finnland 1995 in die EU aufgenommen. Das Land gilt als parlamentarische Republik mit einem Einkammerparlament, welches alle vier Jahre per Direktwahl neu gewählt wird.[4] Statistischen Angaben von 2005 zufolge ist die Verteilung zwischen Mann (2.572.350) und Frau (2.683.230) relativ ausgeglichen, doch auch Finnland hat, wie viele andere europäische Länder, große Probleme mit dem derzeitigen Alterungsprozess der Bevölkerung. So sank die Gruppe der 0-14 jährigen von 1990 bis 2004 von 19,3 auf 17,5%, wohingegen die Gruppe der über 65jährigen von 13,5 auf 15,9% stieg. Die Folgen, die hierdurch für die Kommunen und somit auch für das Bildungssystem entstehen, sind derzeit zwar noch nicht abzuschätzen, doch ist auf jeden Fall eine negative Tendenz auszumachen, auf die in einem der späteren Kapitel noch genauer eingegangen wird.[5] Hinsichtlich der Sprache, Ethnie und Religion ist Finnland recht einheitlich: 93% sprechen finnisch, 5,6% schwedisch, 0,8% russisch und 0,03% samisch. Der Ausländeranteil liegt bei 1,7%. 83% sind der ev. lutherischen Kirche angehörig. Der Rest besteht aus Atheisten (10%) sowie Minderheiten wie weitere christliche Gemeinschaften, Juden und Moslems.[6] Die Arbeitslosenquote ist mit 9% relativ hoch, doch das BIP von 30.005 Euro pro Kopf gilt als überdurchschnittlich.[7]

Das Königreich der Niederlande (Koninkrijk der Nederlanden) ist hingegen mit einer Fläche von 41.528 km² ein recht kleines Land, aber mit einer Bevölkerungsdichte von 491 Einwohnern pro km² auch eine der am dichtesten besiedelten Regionen Europas. Das kleine Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der EU und gilt als parlamentarische Monarchie mit einem Zweikammersystem (sog. Generalstaaten): Die erste Kammer (Vertreter der Provinzparlamente) besitzt 75 Plätze und hat lediglich ein Zustimmungs- und Vetorecht. Die zweite Kammer entspricht dem deutschen Bundestag, hat 150 Plätze und ist neben der Krone die gesetzgeberische Instanz, welche per Direktwahl alle vier Jahre neu gewählt wird. Die Niederlande zählen 16,5 Mio. Einwohner, deren größter Anteil in den Städten Amsterdam (1. Mio.), Rotterdam (982.000), Den Haag (619.000), Utrecht (429.000) und Eindhoven (324.000) lebt. Doch wie zuvor schon in Finnland lässt sich auch bezüglich der niederländischen Bevölkerung ein Alterungsprozess ausmachen, der in etwa so stark wie der in Finnland ist. Die Sprache ist zu 100% niederländisch, doch spricht eine kleine Minderheit zudem noch Friesisch. Der Ausländeranteil liegt mit 5% eher hoch. Inwieweit dieser Aspekt als problematisch erscheint, wird noch zu klären sein, doch ist die Arbeitslosenquote mit 2,8% ausgesprochen gering. Hinsichtlich Religion gibt sich die niederländische Bevölkerung sehr facettenreich: 29% sind römisch-katholisch, 19% protestantisch und ca. 5% muslimisch. Weitere 42% sind konfessionslos und 4% gehören einer Minderheitenreligion, wie beispielsweise dem Judentum an. Das BIP liegt mit 45.650 Euro pro Kopf weit über dem finnischen BIP.[8]

2. Geschichtliche Aspekte der Schulsysteme

2.1. Finnland auf dem Weg zur Chancengleichheit

Über die vorchristliche Geschichte Finnlands ist nicht viel bekannt. Zwar äußerte sich Tacitus in seiner Germania über die „Fennen“ in herabwürdigender Weise, doch entsprachen seine Aufzeichnungen mehr der antiken Auffassung über die nördlichen Völker, als dass sie die Wahrheit auszudrücken vermochten.[9] Der Beginn eines finnischen[10] „Schulwesens“ lässt sich aufgrund der mangelnden und aussagekräftigen Quellen erst für das 13. Jahrhundert belegen: 1271 wurde eine erste katholische Kathedralenschule[11] in Turku gegründet, deren Sinn es war, Beamte und Geistliche auszubilden.[12] Auch in weiteren Städten kam es in den Folgejahren vermehrt zu Schulgründungen, welche vor allen die Stellung und die berufliche Bildung des Bürgertums sichern sollten. Selbst auf dem Land bemühten sich sowohl die katholische als auch die orthodoxe Kirche mittels Klostergründungen um die Vermittlung von Bildung. Bis Anfang des 15. Jahrhunderts gab es beinahe 20 Klöster, in denen hauptsächlich das anfängliche Lesen unterrichtet wurde.[13] Doch von einem flächendeckenden Bildungssystem, ganz zu schweigen von einem allgemeinen Bildungsniveau in der Bevölkerung, konnte noch lange nicht die Rede sein. Erste Schritte hin zu einer allgemeinen Volksbildung wurden erst Mitte des 16. Jahrhunderts durch die protestantische Kirche, allen voran durch Mikael Agricola initiiert. Sein Ziel war es, eine finnische Beamtenschaft auszubilden, welche sich mit der neuen lutheranischen Kirchenlehre auskennt.[14] Des Weiteren sah er es als Recht des Volkes an, dass Wort Gottes in der jeweiligen Muttersprache lesen zu können.[15] Angestrebt wurde somit eine allgemeine Lesefähigkeit des Volkes, welche durch sogenannte Wanderschulen realisiert werden sollte.[16] Zwar wurden im 16. und 17. Jahrhundert die Schulen ausschließlich von den Kirchen verwaltet, doch kümmerte sich ab dem 17. Jahrhundert zunehmend auch der Staat um die Volksbildung. So wurde in einem königlichen Beschluss von 1723 den Eltern beispielsweise eine Geldstrafe angedroht, wenn sie ihren Kindern nicht das Lesen beibringen würden.[17] Zudem bewilligte der Reichstag in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts Gelder für den Volksunterricht, was als Zeichen gedeutet werden kann, dass der Staat zunehmend Verantwortung im Bildungswesen übernahm.[18] 1809 kam es schließlich zu einem politischen Kurswechsel in Finnland. Die schwedische Herrschaft, welche seit Mitte des 12. Jahrhunderts in Finnland bestand, wurde im finnischen Krieg zwischen Russland und Schweden abgelöst. Finnland wurde zu einem autonomen Großfürstentum unter russischer Herrschaft, was für die folgende „Nationenwerdung“ Finnlands ein wesentlicher Aspekt war.[19] Zwar wurden sowohl die Gesetzgebung als auch das Gesellschaftssystem aus der schwedischen Epoche beibehalten[20], doch wurden in der Folgezeit zunehmend Forderungen nach einer einheitlichen Schulreform laut, welche grundlegende Bildung, moralische Erziehung und die Einübung notwendiger Fähigkeiten für den späteren Beruf vermitteln sollte.[21] 1866 kam es daher zur Einführung der Volksschule, welche die Grundbildung übernehmen sollte. Als Endziel wurde eine breite Allgemeinbildung, welche auf religiöser Basis beruht, postuliert.[22] Zudem sah Finnland als eines der ersten Länder, dass der Erfolg einer solchen Volksschule auf einer hervorragenden Lehrerbildung beruhen muss. Dieser historisch verwurzelte Grund, ist sicherlich einer der Aspekte, die das positive Bewusstsein über den Lehrerberuf und die hohen Qualitätsanforderungen an den Lehrer in Finnland begründen. Über den Aufbau sowie den internen Betrieb dieser Volksschule sollte jedoch die Praxis im Laufe der Zeit entscheiden. Auch dieser Punkt scheint wesentlich für das finnische Schulsystem, da er sozusagen als Ursprung der didaktischen Autonomie in Finnland angesehen werden muss.[23] Selbst das Kommunalgesetz, welches 1866 mit dem Volksschulgesetz einherging, ist für das heutige finnische Bildungssystem wesentlich. So fiel das Volksschulwesen nach diesen Beschlüssen in den Wirkungskreis der Gemeinde.[24] Zudem wurden im 19. Jahrhundert die Oberschulen vereinheitlicht und es wurde eine neue Mittelschule geschaffen, sodass das System des 19. Jahrhunderts wie folgt aussah: Nach vier gemeinsamen Jahren an der Volksschule, teilte sich die Klasse in zwei parallele Zweige, welche aus den höheren Klassen der Volksschule und den Klassen der Oberschule bestand. Mit zunehmenden Industrialisierungsgrad kristallisierten sich zudem zwei Arten der Oberschule heraus. Einerseits gab es die fünfjährige Mittelschule, welche vor allem für die kaufmännischen und technischen Berufe gefordert wurde. Andererseits bestand nach wie vor die achtjährige Oberschule, welche auf die spätere universitäre Weiterbildung vorbereiten sollte.[25] 1898 folgte schließlich die erste für die Kommunen verpflichtende Volksschulverordnung. Sie sah vor, dass wenn in einem Bezirk mindestens 30 schulwillige Kinder im Alter von 9-16 Jahren vorhanden waren, eine Volksschule eingerichtet werden musste. Waren es mehr als 50 schulwillige Kinder in einem Bezirk, musste dieser sogar aufgeteilt werden. Des Weiteren mussten die Kommunen sicherstellen, dass keines der Kinder einen längeren Schulweg als fünf Kilometer hatte.[26] Diese Sachverhalte sind ein Grund dafür, dass es in Finnland auch heute noch im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Schulen als in allen anderen europäischen Ländern gibt. 60% der heutigen finnischen Schulen haben weniger als sieben Lehrkräfte, 40% haben weniger als 50 Schüler. Auch die Klassen sind kleiner als beispielsweise in den Niederlanden: Die durchschnittliche Klassenstärke der an der PISA-Studie beteiligten Klassen betrug in Finnland 19,5 Schüler. Die niedrige Klassenstärke ist ökonomisch zwar nicht sehr günstig, wohl aber pädagogisch: Gerade die lernschwächeren Kinder gedeihen in einer "intimen" Lernumwelt weitaus besser.[27] Als Finnland schließlich im Jahre 1917 von Russland unabhängig wurde, läutete dies eine neue Ära des Schulwesens ein. So enthält die erste finnische Verfassung von 1919 eine Verpflichtung für die finnische Regierung, eine allgemein bildende Pflichtschule und eine kostenlose Grundbildung bereitzustellen, welche unabhängig vom Geschlecht, von der Sprache und dem gesellschaftlichen Stand durchgeführt werden musste.[28] Eine Verbesserung des Bildungsniveaus war also von Anfang an wesentlicher Bestandteil der eigenständigen finnischen Politik. 1921 wurde schließlich eine allgemeine Lernpflicht[29] eingeführt, welche zwischen 1921 und 1970 überwiegend in einer sechsjährigen Volksschule stattfand,[30] wobei nach vier Jahren Volksschule ein Teil der Schüler an die Sekundarstufe wechseln konnte, welche aus einer vierjährigen Sek. 1 und einer dreijährigen Sek.2 bestand.[31] Das dahinter stehende System lautete wie folgt:

„Der Staat legte die allgemeinen Leitlinien der Ausbildung fest, er übernahm auch einen erheblichen Teil der kommunalen Kosten, aber über die Organisation des Unterrichts entschieden die Kommunen im Rahmen ihrer Selbstverwaltung.“[32]

Zwar ging es mit dem finnischen Schulsystem in der Folgezeit weiterhin beständig aufwärts, doch wurde vor allem in den 1960ern der Unmut über das bestehende System immer lauter. Vor allem die Zweiteilung des Schulsystems wurde immer weiter hinterfragt. So war man früher der Ansicht, man könne Jugendliche in zwei Gruppen aufteilen. Eine Gruppe sollte eine theoretische, die andere eine handwerklich praktische Ausbildung erhalten, die an die Bedürfnisse des Arbeitslebens angelehnt war. Zwar ließ sich diese Aufteilung in einer überwiegend agrarisch geprägten Gesellschaft noch begründen, doch unter dem Eindruck der sich verändernden Wirtschaftsstruktur sowie den großschrittig voranschreitenden technischen Errungenschaften war sie nicht weiter aufrechtzuerhalten. Man war sich einig, dass das durchschnittliche Kompetenzniveau der Bürger kontinuierlich gesteigert werden musste, was wiederrum zu einer Annäherung der Volks- und Oberschule führte. Das Beibehalten der parallel verlaufenen Schulzweige wurde somit in einem immer größeren Maße zu einer unzweckmäßigen Mittelverwendung.[33] 1968 kam es schließlich nach langem hin und her zur Absegnung des Gemeinschaftsschulgesetzes, welches zwischen 1972 und 1977 in ganz Finnland eingeführt werden sollte. Orientiert an den Konzepten der DDR und Schwedens, sollte die Gemeinschaftsschule 9 Jahre umfassen (Klasse 1 bis 9). Alle Schüler sollten gemeinsam unterrichtet werden, unabhängig ihrer sozialen Herkunft, ihrer Lernausgangslage sowie ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten. Ab 1980 kam es zudem zur Einführung einer gymnasialen Oberstufe, welche auf einem Kurssystem basiert, dies soll jedoch in einem späteren Kapitel genauer ausgeführt werden. In den 1990er Jahren wurde parallel zum Universitätssektor ein nichtuniversitärer Hochschulsektor geschaffen, der mittlerweile nahezu 30 Fachhochschulen umfasst.[34]

2.2. Der Schulstreit und seine Folgen – Geschichte des niederländischen Schulsystems

Der nordwestliche Teil Europas, darunter auch das heutige Staatsgebiet der Niederlande, trat mit der sogenannten „karolingischen Renaissance“ in den Raum der abendländischen Bildung ein, welche mithilfe von Bildungsreformen sowie einer Belebung der Wissenschaften eine Synthese aus antikem Geist und Christentum anstrebte.[35] Von daher scheint es auch nicht verwunderlich, dass das „niederländische“ Schulwesen bis in das 15. Jahrhundert hinein, vorwiegend kirchlich geprägt wurde. Die vorhandenen Schulen[36] dienten analog zu Finnland vor allem zur Erziehung des geistlichen Nachwuchses[37] und umfassten Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen, wobei der Bildungsinhalt ausschließlich kirchlicher bzw. christlicher Natur war.[38] Im 13. Jahrhundert kam es schließlich zur Gründung erster städtischer Lateinschulen, welche durch ein zunehmend selbstbewusster auftretendes Bürgertum gegründet wurden.[39] Doch wurde der religiöse Charakter auch hier beibehalten, sodass der Lehrplan in etwa dem einer Kapitelschule glich. Erst durch das Erstarken der Kaufmanns- und Handwerkergilden schwand allmählich die kirchliche Monopolstellung im Bildungssystem. Doch sowohl die städtischen als auch die kirchlichen Bildungseinrichtungen waren hinsichtlich ihres Konzeptes nicht auf die neuen Bildungsbedürfnisse der Gilden eingerichtet. Erst durch das Entstehen der sogenannten „Französischen Schulen“, welche verstärkt auf Handel und Gewerbe ausgerichtet waren, konnte diese Leerstelle geschlossen werden.[40] Mit diesen Schulen entstand ein weltlicher Lehrstand, der im 15. Jahrhundert anfing, sich in Schulmeistergilden zu organisieren.[41]

Anschließend, zu Zeiten der alten Republik (1579-1795), wurde das „niederländische“ Schulwesen zu einem sehr komplexen und kaum durchschaubaren Geflecht von Zuständigkeiten. Sowohl die „Generalstaaten“ (zentrale Regierung), die „Staaten der Gewesten“ (Provinzialregierungen) und die einzelnen Städte als auch Eigentümer herrschaftlicher Gebiete, versuchten Einfluss auf das Schulwesen zu nehmen. Zwar besaßen die Schulen mit ihren facettenreichen Schulordnungen nach wie vor einen kirchlichen Charakter, doch hatte die weltliche Obrigkeit das Schulrecht nahezu an sich gezogen und ein dezentrales System geschaffen.[42] Dies änderte sich jedoch mit der Batavarischen Republik (1795-1813): unter französischem Einfluss wurden erste zentralistische Bemühungen unternommen, wie einheitliche Gesetze für das Elemementarschulwesen beweisen. Auch der spätere Dualismus zwischen openbare (öffentlichen) und bijzondere (private) Schulen wurde bereits zu jener Zeit im System verankert. Auf Grund des Gesetzes von 1806 gelang es dem Gesetzgeber, in der Folgezeit systematisch ein nationales Elementarschulwesen aufzubauen. Neue Lehrmethoden fanden Eingang in die Schule. Die Qualifikation der Lehrer konnte angehoben werden. Immer mehr Kinder nahmen am Schulunterricht teil. Doch trotz der großen Erfolge, wehte dieser zentralistischen Schulpolitik großer Widerstand entgegen, welcher Mitte des 19. Jahrhunderts kulminierte.[43] Große Teile des 19. Jahrhunderts wurden vom sogenannten Schulstreit beherrscht, der sich ausgehend von den Katholiken zunächst gegen den protestantischen Charakter der Schulen richtete. Er weitete sich jedoch zu einer Auseinandersetzung aus, die um das Recht stritt, dass allen gesellschaftlichen Gruppen Schulunterricht auf der Grundlage der jeweils eigenen Religion und Weltanschauung gestattet werden müsse.[44] Aus der Durchsetzung dieser Forderung resultierte schließlich das Problem der Versäulung.[45] Die „Versäulung“ führte zu einer starken Zunahme „der nach weltanschaulichen Standpunkten gegliederten Privatschulen. Wie sonst nirgends in Europa haben in den Niederlanden seitdem gesellschaftliche Gruppen mit unterschiedlichen weltanschaulichen Richtungen, gesellschaftspolitische Positionen oder pädagogische Konzeptionen die Möglichkeit, eigene anerkannte Schulen zu gründen und ihre Auffassung im Unterricht zur Geltung zu bringen.“[46] Die im Jahr 1917 durchgeführte Änderung an der niederländischen Verfassung, wonach öffentliche und private Schulen finanziell gleichgestellt wurden und private Personen sowie Vereine eine verfassungsrechtliche Grundlage bekamen, eigene Schulen zu gründen[47], verschärfte dieses Problem noch weiter.[48] Seit den 50er und 60er Jahren lassen sich jedoch allmähliche "Entsäulungstendenzen" wahrnehmen[49]: Eltern schickten aufgrund der liberal werdenden Einstellung ihre Kinder nicht mehr unbedingt auf eine Schule der eigenen Konfession, wenn sie das pädagogische Profil einer anderen Schule als besser erachteten.[50] Dennoch sei anzumerken, dass gerade die Versäulung sowie die Gleichschaltung von privaten und öffentlichen Schulen zu einer großen Vielfalt (Unterrichtsfreiheit) im Bildungsbereich führte, in dem die Niederlande nach wie vor unangefochten führend ist.

„Zwar bestehen bestimmte gesetzliche Auflagen, nach denen sich die Lehr- und Stundenpläne ausrichten müssen, wenn eine öffentliche Finanzierung angestrebt wird. Es gibt jedoch keine detailliert ausgearbeiteten amtlichen Lehrpläne oder Curricula, die für alle Schulen verbindlich wären. Jede Schule ist daher gehalten, einen eigenen Lehrplan zu erstellen.“[51]

Die einzigen Voraussetzungen, die gegenüber dem Staat eingehalten werden müssen, ist die Sicherung der Qualität[52], die Einhaltung staatlicher Richtlinien sowie die Einhaltung der Vorschriften bei den im Sekundarbereich abgehaltenen zentralen Abschlussprüfungen.[53] Dennoch dürfen sich private niederländische Schulen, ihre Lehrerschaft selbst aussuchen und auch selbst kündigen. Zudem können sie die Schulen nach eigenen Ideen ausgestalten. Gerade weil die jeweiligen Träger autonom sind, sodass sie ihre Schule nach eigenen Ideen und Vorstellungen gestalten können, konnten sich gerade niederländische Schulen zu professionellen und effektiven Organisationen weiterentwickeln: ein Punkt der unter dem Stichwort „Professionalisierung der Trägerschaft“ in einem anderen Kapitel genauer erläutert wird.

Neben den Entsäulungstendenzen, wollte man nach dem zweiten Weltkrieg vor allem auch die Uneinheitlichkeit des Sekundarbereiches überwinden, die zumindest in Teilen ein Erbe des ständisch orientierten Schulsystems des 18. Jahrhunderts darstellte. Da die niederländische Bevölkerung in zunehmenden Maße großen Wert auf einen gehobenen Bildungsabschluss legte, nahm die Bedeutung des Sekundarunterrichts stetig zu.[54][55] Doch wurde die soziale Mobilität durch das zersplitterte Schulwesen enorm erschwert. Nicht einmal zwischen der drei- und fünfjährigen Form der „hogere burgerschool“ bestanden geregelte Übergangsformen. Gefordert wurde daher ein Schulwesen, das jedem Kind unabhängig seiner sozialen Herkunft und dem materiellen Besitzstand seiner Eltern, den Zugang zu allen Bildungseinrichtungen ermöglichte.[56] 1968 wurde schließlich das Gesetz über den Sekundarunterricht (Wet op het Voortgezet Onderwijs) erlassen, welches ein einheitliches, für alle zugängliches Sekundarschulsystem mit drei weiterführenden Schulen[57] schuf, die in spezifischer Weise auf den weiteren Unterricht vorbereiten sollten. Wesentlicher Bestandteil des Gesetzes war, dass in jedem Bildungsgang jeweils Anschlüsse an den höher qualifizierenden Bildungsgang gegeben waren. „Damit konnten die Schüler jeweils auf einem höheren Niveau weiterlernen, d.h. nach dem MAVO konnte man in der vierten Klasse vom HAVO und nach HAVO in der fünften Klasse von VWO weiterlernen.[58] Bei alle diesen Schultypen wurden enorme Freiheiten gewährt, so konnte man in den letzten beiden Jahren jedes Schultyps 6 bzw. für VWO 7 Fächer frei wählen. Lediglich Niederländisch und eine weitere Fremdsprache waren verpflichtend. Eine individuelle Lebensplanung wurde somit enorm erleichtert.

[...]


[1] Vgl. Välijärvi: Chancengleichheit – Vorrausetzung für hohe Qualität, in: Sarjala, Jukka/ Häkli, Esko (Hrsg.), Jenseits von Pisa. Finnlands Schulsystem und seine neuesten Entwicklungen, (Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland, Bd. 10) Berlin 2008, S.98.

[2] Vgl. Zawacki-Richter, Olaf/ Reith, Alexandra: Länderstudie Finnland, in: Hanft, Anke/ Knust, Michaela (Hrsg.), Weiterbildung und lebenslanges Lernen in Hochschulen. Eine internationale Vergleichsstudie zu Strukturen, Organisation und Angebotsformen, Münster [u.a.] 2007, S. 167 ff.

[3] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Zum sozio-kulturellen Hintergrund des Bildungs- und Sozialwesens. Eine landeskundliche Einführung. Land und Bevölkerung, in: Matthies, Aila-Leena/ Skiera Ehrenhard (Hrsg.), Das Bildungswesen in Finnland. Geschichte, Struktur, Institutionen, bildungs- und sozialpolitische Perspektiven, Bad Heilbrunn 2009, S.25.

[4] Vgl. Zawacki-Richter, Olaf/ Reith, Alexandra: Länderstudie Finnland, S. 167 ff.

[5] Ebd., S.167.

[6] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Zum sozio-kulturellen Hintergrund des Bildungs- und Sozialwesens. Eine landeskundliche Einführung. Land und Bevölkerung, S. 26.

[7] Vgl. Zawacki-Richter, Olaf/ Reith, Alexandra: Länderstudie Finnland, S. 168 ff.

[8] Vgl. Auswärtiges Amt: Niederlande, http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Niederlande.html (Zugriff am 09.06.2010).

[9] Vgl. Sorvakko-Spratte, Marianneli: Historischer Überblick, in: Matthies, Aila-Leena/ Skiera Ehrenhard (Hrsg.), Das Bildungswesen in Finnland. Geschichte, Struktur, Institutionen, bildungs- und sozialpolitische Perspektiven, Bad Heilbrunn 2009, S.28.

[10] An dieser Stelle ist zu bemerken, dass Finnland bis 1809 zum Königreich Schweden gehörte. Dennoch soll im Folgenden der Begriff Finnland verwendet werden, da sich die Ausführungen nur auf die Region des jetzigen finnischen Staatsgebietes beziehen.

[11] Diese Schulform war im Mittelalter die höchstmögliche Schulstufe in Finnland. Weiterbildungen geschahen an ausländischen Universitäten.

[12] Vgl. Meri, Matti: Finnland, in: Döbert, Hans/ Hörner, Wolfgang/ von Kopp, Botho/ Reuter, Lutz R. (Hrsg.), Die Bildungssysteme Europas (Grundlagen der Schulpädagogik, Bd. 46), 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage Baltmannsweiler 2010, S.226.

[13] Vgl. Kuikka, Martti [u.a.]: Das allgemeinbildende Schulwesen in historischer Sicht. Zur Entwicklung des finnischen Bildungssystems, in: Matthies, Aila-Leena/ Skiera Ehrenhard (Hrsg.), Das Bildungswesen in Finnland. Geschichte, Struktur, Institutionen, bildungs- und sozialpolitische Perspektiven, Bad Heilbrunn 2009, S.59 f.

[14] Der Einfluss der katholischen Kirche nahm durch die Bemühungen von Gustav Wasa in den nordischen Ländern immer weiter ab. In die Leerstelle traten die Protestanten.

[15] Vgl. Sarjala, Jukka: Zur Geschichte des finnischen Schulwesens, in: Sarjala, Jukka/ Häkli, Esko (Hrsg.), Jenseits von Pisa. Finnlands Schulsystem und seine neuesten Entwicklungen, (Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland, Bd. 10) Berlin 2008, S.41.

[16] Die Kirchengemeinden wurden in Bezirke unterteilt und in den Häusern der Dörfer eines jeden Bezirks wurde abwechselnd Unterricht erteilt. Die Wanderschule blieb ca. 5-8 Wochen im jeweiligen Dorf.

[17] Vgl. Sarjala, Jukka: Zur Geschichte des finnischen Schulwesens, S.42.

[18] Vgl. Kuikka, Martti [u.a.]: Das allgemeinbildende Schulwesen in historischer Sicht. Zur Entwicklung des finnischen Bildungssystems, S.61.

[19] Vgl. Sorvakko-Spratte, Marianneli: Historischer Überblick, S.29 f.

[20] Vgl. Meri, Matti: Finnland, S.226.

[21] Vgl. Sarjala, Jukka: Zur Geschichte des finnischen Schulwesens, S.43.

[22] Vgl. Kallio, Niilo: Das finnische Schulwesen, Helsinki 1956, S.20-23.

[23] Beispielsweise konnten die Lehrer selbst entscheiden, welche Fächer sie unterrichten wollten, in welcher Reihenfolge die Fächer zu unterrichten waren bzw. wie hoch die Kursanforderungen für die verschiedenen Klassenstufen sein sollten.

[24] Vgl. Kuikka, Martti [u.a.]: Das allgemeinbildende Schulwesen in historischer Sicht. Zur Entwicklung des finnischen Bildungssystems, S.66.

[25] Vgl. Sarjala, Jukka: Zur Geschichte des finnischen Schulwesens, S.45 f.

[26] Vgl. Kuikka, Martti [u.a.]: Das allgemeinbildende Schulwesen in historischer Sicht. Zur Entwicklung des finnischen Bildungssystems, S.67.

[27] Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Bemerkungen zum finnischen Schulwesen, http://www.km.bayern.de/km/lehrerinfo/positionen/2004/01219/ (Zugriff am 14.05.2010).

[28] Vgl. Kansanen, Pertti: Finnland, in: Döbert, Hans/ Hörner, Wolfgang/ von Kopp, Botho/ Mitter, Wolfgang (Hrsg.), Die Schulsysteme Europas (Grundlagen der Sozialpädagogik, Bd. 46) Baltmannsweiler 2004, S.142.

[29] Lernpflicht darf in diesem Kontext nicht gleichgesetzt werden mit Schulpflicht, da neben der Schule auch die Möglichkeit des behördlich überwachten Hausunterrichts bestand.

[30] Schon 1910 bestand ein Gesetz zur Lernpflicht, doch weigerte sich der russische Zar, dieses zu ratifizieren.

[31] Vgl. Kansanen, Pertti: Finnland, S.142.

[32] Vgl. Sarjala, Jukka: Zur Geschichte des finnischen Schulwesens, S.48.

[33] Vgl. Sarjala, Jukka: Zur Geschichte des finnischen Schulwesens, S.53 ff.

[34] Vgl. Meri, Matti: Finnland, S.226 f.

[35] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande. Geschichte Struktur und Reform, (Studien zum Bildungswesen Nord- und Westeuropas Bd.6) Gießen 1986, S.5-17.

[36] Zu nennen sind in diesem Kontext vor allem Dom- und Kathedralenschulen, Kapitel- und Stiftsschulen sowie Kloster- und Pfarrschulen.

[37] Vgl. Brinkmann, Günter: Niederlande, in: Anweiler, Oskar [u.a.] (Hrsg.), Bildungssysteme in Europa. Entwicklungen und Struktur des Bildungswesens in zehn Ländern: Deutschland, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Rußland, Schweden, Spanien, Türkei, 4. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Weinheim/ Basel 1996, S.125.

[38] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 18 f.

[39] Vgl. Brinkmann, Günter: Niederlande, S.125.

[40] Auch in Finnland ließ sich zu gleicher Zeit ein ähnliches Phänomen nachweisen, wonach städtische Schulen gegründet wurden, um die Stellung und berufliche Bildung des finnischen Bürgertums sicherzustellen.

[41] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 20 f.

[42] Vgl. Brinkmann, Günter: Niederlande, S.125.

[43] Vgl. Brinkmann, Günter: Niederlande, S.125 f.

[44] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 26 f.

[45] Gliederung des gesamten öffentlichen Lebens nach konfessionellen und weltanschaulichen Gesichtspunkten. Versäulung meint also die selbstständige Organisationsform großer gesellschaftlicher Gruppen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben.

[46] Vgl. Brinkmann, Günter: Niederlande, S.126.

[47] Vgl. Van de Ven, Bob: Niederlande, in: Döbert, Hans/ Hörner, Wolfgang/ von Kopp, Botho/ Reuter, Lutz R. (Hrsg.), Die Bildungssysteme Europas (Grundlagen der Schulpädagogik, Bd. 46), 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage Baltmannsweiler 2010, S.506.

[48] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 28.

[49] Neueste Tendenzen zeigen allerdings wieder eine Versäulung. Unter dem Stichwort „schwarze Schulen“ soll dieses Problem im weiteren Verlauf der Arbeit noch einmal aufgegriffen werden.

[50] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 28 f.

[51] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 29.

[52] Meint sowohl die Qualität der Schule als auch die Qualität der Lehrerschaft.

[53] Vgl. Van de Ven, Bob: Niederlande, S.506.

[54] Statistik der Schüler die den Sekundarunterricht besuchten: 1900 (8%), 1950 (45,2%), 1990 (85,4%).

[55] Vgl. Van de Ven, Bob: Niederlande, S.507.

[56] Vgl. Skiera, Ehrenhard: Das Bildungswesen der Niederlande, S. 37 ff.

[57] Diese waren: MAVO (4 Jahre) bereitet auf weiterbildende Berufsschule vor, HAVO (5 Jahre) bereitet auf Berufshochschule vor und VWO (6 Jahre) bereitet auf wissenschaftlichen Unterricht bzw. auf ein Studium vor.

[58] Vgl. Van de Ven, Bob: Niederlande, S.507.

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Chancengleichheit versus Schulautonomie
Untertitel
Zwei unterschiedliche Wege führen zum Erfolg
Hochschule
Universität Osnabrück  (Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Bildungssysteme im internationalen Vergleich
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
57
Katalognummer
V197221
ISBN (eBook)
9783656234692
ISBN (Buch)
9783656236153
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
PISA, Bildung, Bildungssysteme, Geschichte, Finnland, Niederlande, Schulautonomie, Chancengleichheit, Lehrerbildung, IGLU, Schule, Lehrer, Schüler, Pädagogik, vorschulische Erziehung, Förderung, Frühförderung, Erziehung, Kompetenzen, Primarbereich, Sekundarbereich, Sonderpädagogik, integratives Schulkonzept
Arbeit zitieren
Niklas Möllering (Autor), 2010, Chancengleichheit versus Schulautonomie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197221

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