Aggression und Gewalt im Sportunterricht


Hausarbeit, 2010
8 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Begriffsdefinitionen
2.2. Formen von Gewalt
2.2.1. Rücksichtslosigkeit
2.2.2. Unterdrückung
2.2.3. Psychische Gewalt
2.2.4. Physische Gewalt

3. Fazit

Literatur

1. Einleitung

Was ist eigentlich unter Aggression und Gewalt zu verstehen? Müssen (zukünftige) Lehrer Angst haben vor aggressiven oder gewalttätigen Übergriffen im Unterricht? Oder kann man etwas dagegen unternehmen?

Im Folgenden soll diesen Fragen auf den Grund gegangen werden. Es werden verschiedene Formen von Gewalt mit entsprechenden Beispielen vorgestellt und zu jeweiliger Form werden Handlungsmöglichkeiten eines Lehrers aufgezeigt.

2. Hauptteil

2.1. Begriffsdefinitionen

Zunächst die Definition des Begriffs Aggression: ursprünglich wird der Begriff vom lateinischen Verb aggredi abgeleitet. Daraus entstehen zwei Bedeutungen: einerseits heißt es herangehen, andererseits angreifen. Die erste Bedeutung ist eher positiv besetzt und „beschreibt eine Kraft, die für etwas oder jemanden eingesetzt wird, eine aktive Herangehensweise, die nicht dazu dient andere Menschen zu verletzen, sondern ein biologischer Mechanismus ist, um sich zu verteidigen“ (http://www.u25-freiburg.de/aggression.html). Die zweite Bedeutung ist von vornherein negativ konnotiert. Auszeichnend ist das schädigende oder verletzende Vorgehen gegen andere Personen, Dinge, Institutionen oder sogar gegen das eigene Ich. Meistens hat diese Verhaltensweise zum Ziel, die eigene Macht innerhalb einer Gemeinschaft zu steigern oder die des Gegners zu schwächen (vgl. http://www.stangl.eu/psychologie/definition/Aggression.shtml).

Des Weiteren soll der Begriff Gewalt charakterisiert werden: grob gesagt bedeutet er die Anwendung von physischen oder psychischen Mitteln mit dem Ziel anderen Personen zu schaden oder sie dem eigenen Willen unterwürfig zu machen (vgl. http://www1.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=VA7HHE).

Allgemein ausgedrückt stehen Aggression und Gewalt für das Anstreben oder für die In-Kauf-Nahme einer Handlung, die eine Schädigung oder Beeinträchtigung eines anderen hervorruft.

2.2. Formen von Gewalt

Wie schon zu Beginn erwähnt gibt es verschiedene Gewaltkategorien. Neben der oben angesprochenen physischen und psychischen Gewalt gibt es zudem noch vermeintlich harmlosere Formen von Gewalt: Rücksichtslosigkeit und Unterdrückung.

Jedem Bereich lassen sich offen gezeigte und verdeckte sowie harmlose und besorgniserregende Aggressionen zuordnen (vgl. Söll & Kern 2005, 27 ).

Im Weiteren werden die einzelnen Gewaltformen näher erläutert.

2.2.1. Rücksichtslosigkeit

Rücksichtslosigkeit wird als „durchgehende Erscheinung im Schulalltag“ (ebd.) bezeichnet. Die Problematik beginnt mit Vorfällen, die als Kleinigkeiten oder Unachtsamkeiten abgehandelt und gerne unterschätzt werden. Dazu gehört unter anderem Schubsen, Drängeln oder sich auf Treppen setzen und dadurch Wege versperren.

Mit folgendem Beispiel soll deutlich werden, welche Ausmaße Rücksichtslosigkeit annehmen kann:

„Eine Grundschulklasse drängelt nach Stundenschluss durch die Klassenzimmertür. Dabei kommt ein Mädchen zu Fall; die anderen stolpern ungerührt über es hinweg. Am nächsten Tag ist der Körper des Kindes von blauen Flecken übersät, [...].“ (ebd.,S.28).

Befragt man Eltern zu dem unangemessenem Verhalten der Kinder erklären diese, ihre Kinder müssen fähig sein, sich durchzusetzen, das sei in der heutigen Gesellschaft so.

Doch welche Handlungsoptionen gibt es für Lehrer?

Prinzipiell können sie nur wenig gegen rücksichtsloses Verhalten unternehmen. Nichtsdestotrotz ist es hilfreich, sich immer wieder nebenbei und eher unauffällig einzumischen. So kann den Schülern zwischendurch verdeutlicht werden, dass ihr Verhalten nicht akzeptiert wird. Im Sportunterricht zeigt sich Rücksichtslosigkeit schnell, z.B. in Form von Vordrängeln oder Anrempeln. Besonders wichtig ist es als Lehrer keine Sündenregister auflaufen zu lassen und (je nach Schwere des Einzelfalls) auch unverzüglich einzuschreiten. Warten Pädagogen zu lange mit einer Reaktion auf das Schülerverhalten, stoßen sie oft auf Verständnislosigkeit, da das Verhalten vorher scheinbar akzeptiert wurde (vgl. ebd.).

2.2.2. Unterdrückung

Ebenso wie Rücksichtslosigkeit wird auch Unterdrückung als ein Bestandteil des Schulalltags angesehen. Das Phänomen Unterdrückung ist schwierig zu fassen, da der Übergang zwischen sozialer Rangordnung und Unterdrückung fast fließend ist. Definierend ließe sich sagen, Unterdrückung ist eine verstärkte Form von sozialen Rangordnungen. Im Falle von Unterdrückung werden die Machtstrukturen innerhalb der Klasse von Formen der Ausbeutung verstärkt. Dies zeigt sich u.a. dadurch, dass dominante Schüler andere Schüler benutzen, um unangenehmere Arbeiten wie Tafeldienst oder Schulhofreinigung für sie zu verrichten. Werden gute Schüler als Streber gekennzeichnet und zum Abschreiben ausgenutzt, spricht man von moralischer Unterdrückung (vgl. ebd., S.29).

Folgende Situation zeigt beispielhaft, wie sich Unterdrückung im Sportunterricht zeigen kann:

Eine Klasse hat einen Plan aufgestellt, der anzeigt, welche Schüler am Stundenschluss für das Aufräumen der Halle zuständig sind. Zu Beginn jeder Sportstunde werden die Namen vorgelesen. Am Stundenende kommen allerdings nicht die eingeteilten Schüler, sondern zwei andere.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Aggression und Gewalt im Sportunterricht
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Autor
Jahr
2010
Seiten
8
Katalognummer
V197266
ISBN (eBook)
9783656234845
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aggression, gewalt, sportunterricht
Arbeit zitieren
Anke Schepers (Autor), 2010, Aggression und Gewalt im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197266

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