Klassische Konditionierung


Hausarbeit, 2004
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Grundlagen
1.1. Der Begriff des Lernens
1.2. Behaviorismus
1.3. Iwan Petrowitsch Pawlow (1849 - 1936)
1.4. John Broadus Watson (1878 - 1958)

2. Klassische Konditionierung
2.1. Konditionierung
2.2. Klassische Konditionierung und die Entdeckung Pawlows
2.3. Der kleine Albert und die weiße Ratte

3. Klassische Konditionierung im Alltag
3.1. Ein Experiment von Bousfeld
3.2. Klassische Konditionierung und Phobien
3.3. Klassische Konditionierung in der Schule und die Auswirkungen auf das Lernen

Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Grundlagen

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Modell der klassischen Konditionierung dargestellt werden. Vorweg stehen eine kurze Auseinandersetzung mit dem Begriff des Lernens und eine kleine Einführung in den Behaviorismus. Auch die beiden bekanntesten Forscher auf dem Gebiet der klassischen Konditionierung, Iwan Petrowitsch Pawlow und John Broadus Watson sollen vorgestellt werden.

Im Hauptteil geht es dann um das Prinzip der klassischen Konditionierung, welches vor allem anhand des pawlowschen Hundes erklärt werden soll. Weiter folgt das Experiment von Watson mit dem kleinen Albert.

Darauf aufbauend wird im Schlussteil eine Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen, gleichfalls auf die Situation Schule vorgenommen.

1.1. Der Begriff des Lernens

Um uns mit dem Thema der klassischen Konditionierung zu befassen, sollten wir zuerst einen kleinen Exkurs zum Thema Lernen einschieben, um uns bewusst zu machen, was Lernen ist und wie wir es in Verbindung zur klassischen Konditionierung setzen können.

Umgangssprachlich wird der Begriff des Lernens häufig mit der Institution Schule in Verbindung gebracht. Dort lernt man Lesen, Rechnen, Schreiben und erwirbt Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen sowie soziale Umgangsformen.

Will man nun versuchen den Begriff des Lernens zu definieren, ist zuerst festzustellen, aus welcher Perspektive man sich nähert, denn jede Wissenschaft wirft einen anderen Blickwinkel auf das Lernen und betont, das für sie Wichtige. Das bedeutet, dass wir eine Menge unterschiedlicher Definitionen bekommen, wenn wir fragen, was Lernen ist. So bezeichnet beispielsweise die Biologie Lernen als Entwicklung, die den Menschen lebensfähig macht.[1] In der Pädagogik hingegen wird Lernen als Aufgabe, die das strategische Vorgehen im Sinne einer Strukturierung der Lernsituation beinhaltet, verstanden. Der Prozess des Lernens ist dabei das Ziel. Die Psychologie sieht im Lernen einen Prozess, der durch Interaktion mit der Umwelt oder durch das Reagieren auf eine Situation zu einem relativ dauerhaften Erwerb einer neuen oder zu einer Veränderung einer bereits vorhandenen Fähigkeit, Fertigkeit oder Einstellung führt, die nicht durch Reifung entstanden ist, aber auf Erfahrungen aufbaut.[2] Weiter vertritt sie die Meinung, dass Lernen nicht direkt beobachtbar ist, sondern nur aus den Veränderungen des beobachtbaren Verhaltens erschlossen werden kann.[3]

Diesen letzten Blickwinkel, die Ansicht der Psychologie, sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn wir uns nun dem Behaviorismus zuwenden, in dessen Aktionsradius die Theorie der klassischen Konditionierung fällt. Das heißt nicht, dass die anderen Definitionen oder Ansichten über das Lernen falsch sind.

Es gibt noch weitere Definitionen, die aber hier nicht alle aufgeführt werden können. Für die Beschäftigung mit der klassischen Konditionierung ist es allerdings sinnvoll sich auf die psychologische Definition des Lernens zu beziehen, denn die Theorie der klassischen Konditionierung gehört in den Fachbereich der Psychologie.

1.2. Behaviorismus

Der Behaviorismus ist eine Forschungsströmung der amerikanischen Psychologie. Ab 1920 bis in die fünfziger Jahre war er die führende psychologische Richtung in den Vereinigten Staaten, gewann aber auch weltweit großen Einfluss. Gegründet wurde er 1913 von John B. Watson. Ausschlaggebend war die Veröffentlichung seines Buches „Psychology as the behaviorist views is“.[4] Der Behaviorismus vertritt ein klar definiertes experimentelles Vorgehen, mit dessen Hilfe beobachtbares Verhalten (Reaktionen) in Beziehung zur Umwelt (Reize) untersucht wird. Es wird versucht, das Verhalten auf eine vorhergehende Reizung zu verstehen. Das Ganze nennt man Reiz-Reaktions-Modell (auch Stimulus-Response genannt). Es wird davon ausgegangen, dass auf jeden Reiz eine Reaktion folgt.[5] Der Behaviorismus bezieht sich demnach, wie sein Name (behavior) vermuten lässt, auf „das direkt wahrnehmbare Verhalten eines Organismus“.[6] Dieses möchte er voraussagen und kontrollieren.

Die Behavioristen sind der Meinung, „daß alles Lernen – und zwar nicht nur das menschliche in seinen vielfältigen Formen, sondern auch das tierische – allgemeinen Lerngesetzen gehorcht[7] “. Damit unterscheidet sich der Behaviorismus ganz klar von der Anthropologie, die das Handeln des Menschen dem Verhalten des Tieres gegenüberstellt. Die Gleichstellung von Mensch und Tier im Behaviorismus erklärt auch die vielen Tierversuche, die zu Forschungszwecken betrieben und deren Ergebnisse dann auf den Menschen übertragen werden.[8]

Iwan P. Pawlow, ein weiterer bedeutender Vertreter des Behaviorismus, gelang es, seine Ergebnisse, die er bei einem bekannten Experiment mit einem Hund erzielt hatte, in eine objektive und messbare Form zu bringen und „zeigte damit den Weg auf in die später so genannte behavioristische Lerntheorie[9] “.

1.3. Iwan Petrowitsch Pawlow (1849 - 1936)

Iwan Petrowitsch Pawlow wurde am 14.9.1849 in Rjasan als Sohn eines russisch-orthodoxen Dorfpriesters geboren. Seine Ausbildung begann in einem örtlichen Seminar und führte ihn später an die Universität und die militärmedizinische Akademie nach St. Petersburg, wo er sich auf Tierphysiologie und Medizin spezialisierte. Nach seinem Examen kam er nach Deutschland und studierte dort von 1884 bis 1886 Physiologie und Medizin in Breslau und Leipzig. Nach beendetem Studium arbeitete er in St. Petersburg in einem physiologischen Labor. 1890 wurde er zum Professor für Pharmakologie und zum Direktor der physiologischen Abteilung ernannt.

Obwohl er dem Kommunismus kritisch gegenüberstand, baute ihm die russische Regierung 1935 ein Labor.

Seine Arbeiten befassten sich fast ausschließlich mit der Physiologie des Verdauungssystems, des Nervensystems und des Herzens. 1889 begann er seine berühmten Experimente über den konditionierten und unkonditionierten Speichelreflex beim Hund und wurde durch diese Studien weltweit bekannt, denn sie beeinflussten die physiologisch orientierten behavioristischen Theorien.

1904 bekam er für seine Arbeiten über die Drüsen des Verdauungstraktes den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.

Pawlow bezeichnete sich zeit seines Lebens als Physiologe und nicht als Psychologe. Er starb am 27.2.1936 in Leningrad.[10]

1.4. John Broadus Watson (1878 - 1958)

John Broadus Watson (amerikanischer Psychologe), geboren am 9.1.1878 in Greenville (South Carolina), studierte an der Furman University (Greenville) sowie an der University of Chicago. An letzterer übernahm er einen Job als Rattenpfleger und wurde dort nach seinem Examen Dozent.

Von 1908 bis 1920 war er Professor für Psychologie und Direktor des psychologischen Laboratoriums an der John Hopkins University in Baltimore. Später arbeitete er für die J.-Walter-Thompson-Company in New York, da er seine Anstellung an der John Hopkins Universität aufgrund eines Scheidungsskandals verlor. Er verstarb am 25.9.1958 in New York.

Watson gilt als der Begründer des amerikanischen Behaviorismus.[11]

Watsons Theorien beruhen zum großen Teil auf früheren Arbeiten von Iwan Pawlow, dessen Theorien und Beobachtungen er aufgriff. Eine gemeinsame Erkenntnis der beiden bezieht sich auf das Vernachlässigen der Bewusstseinsprozess, die aus ihrer Sicht für die klassische Konditionierung uninteressant sind.[12] Ausschließlich die Berührung der Reize sowie der Erwerb des Signalcharakters stellen das Erklärungsprinzip für die von außen beobachtbare gelernte Reaktion dar. Watsons Lernmodell befasst sich vor allem mit den vorhergehenden Bedingungen des Verhaltens und weniger mit seinen Konsequenzen.[13]

[...]


[1] Vgl.: Correll, W.: Lernpsychologie. Donauwörth: Ludwig Auer, 1961. S.11.

[2] Vgl.: Kaiser, A./Kaiser, R.: Studienbuch Pädagogik. Frankfurt/M.: Cornelsen Scriptor, 1994. S.75.

[3] Vgl.: Gudjons, H.: Pädagogisches Grundwissen. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhart, 1995. S.212.

[4] Vgl.: Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Mannheim, Wien, Zürich: Lexikonverlag, 1971. (Band 3) S.721.

[5] Vgl.: Watson, J. B.: Behaviorismus. Köln, Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1968. S.47.

[6] Vgl.: Gudjons, H.: Pädagogisches Grundwissen (1995). S.212.

[7] Vgl.: Kaiser, A./Kaiser, R.: Studienbuch Pädagogik (1994). S.76.

[8] Vgl.: ebd. S.76.

[9] Vgl.: ebd. S.76.

[10] Vgl.: Lefrancois, G. R.: Psychologie des Lernens. Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag, 1994. S.18. sowie: Brockhaus: Enzyklopädie in 24 Bänden. Mannheim: F. A. Brockhaus, 1987. (Band 16) S.616.

[11] Vgl.: Lefrancois, G. R.: Psychologie des Lernens (1994). S.20. sowie: Brockhaus: Enzyklopädie in 24 Bänden (1987). Band 23. S.650.

[12] Edelmann, W.: Lernpsychologie. Weinheim: Beltz PVU, 2000. S.32.

[13] Vgl.: Lefrancois, G. R.: Psychologie des Lernens (1994). S.17.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Klassische Konditionierung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Lernen, Motivation und Angst
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V197406
ISBN (eBook)
9783656235521
ISBN (Buch)
9783656239895
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
klassische, konditionierung
Arbeit zitieren
Christine Schub (Autor), 2004, Klassische Konditionierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197406

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Klassische Konditionierung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden