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Wissenschaft in literarischen Bildern: Eine Untersuchung von Science Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts

Title: Wissenschaft in literarischen Bildern: Eine Untersuchung von Science Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts

Master's Thesis , 2010 , 78 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sarah Bernat (Author)

Communications - Miscellaneous
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„London stimmt für `Frankenstein-Wissenschaft`“ , „Zerstreuter Professor oder krimineller Biowaffenexperte?“ , „Relativitätstheorie - Abenteuer in Einsteins Raumzeit“
In der täglichen Berichterstattung begegnet man immer wieder bestimmten Formulierungen, die implizit oder explizit auf Wissenschaftler oder wissenschaftliche Praxis anspielen. Mit jenen Formulierungen sind spezifische Assoziationen und Vorstellungsräume verbunden. Hüppauf und Weingart (2009) benennen diese Imaginationen mit „Bilder der Wissenschaft“ (S. 12). Das Besondere hierbei ist, dass diese Bilder zumeist von Nicht-Wissenschaftlern generiert und massenmedial verbreitet werden (vgl. ebd.). Die Geschichte jener Bilder weist beachtlich langlebige Wurzeln auf. Die Imaginationen, die im öffentlichen Raum zirkulieren, stehen hierbei für die „kollektiven Ideen der Öffentlichkeit über Wissenschaft“ (Felt et al. 1995: S. 256, Hervorheb. im Original). Das grundsätzliche Ansinnen dieser Arbeit ist es, einen theoretischen Bezugsrahmen von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit aufzuspannen und einige elementare Stereotype über Wissenschaftler und Wissenschaft exemplarisch anhand von literarischen Fallstudien nachzuweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

I. Zum Zusammenspiel von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit

2. Wissenschaft und ihre Öffentlichkeiten

2.1 Wissenschaftskommunikation

2.2 Die Instanz der Medien

3. Die Darstellung von Wissenschaft

3.1 Bilder von Wissenschaft - Wissenschaft und ihre mediale Aufbereitung

3.2 Gründe für die ambivalente Haltung gegenüber Wissenschaft und Interpretation

4. Bildausschnitt: Das 19. Jahrhundert im Spiegel von Wissenschaft, dem Feld der Literatur und Science Fiction

4.1 Abriss zur Entwicklung der Wissenschaft und ihrer Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert

4.2 Geistiges Leben, Literaturmarkt und Bildung

4.3 Science Fiction im 19. Jahrhundert: Eine Literaturpraxis konstituiert sich

II. Die Untersuchung von Science Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf die Darstellung von Wissenschaftlern und Wissenschaft

5. Darlegung des Untersuchungsmodus

5.1 Quellensystematik

5.2 Analyseraster und Erläuterung

6. Analyse von „Frankenstein or The Modern Prometheus“ (1818), Mary Shelley

7. Analyse von „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), Jules Verne

8. Analyse von „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ (1886), Robert Louis Stevenson

9. Analyse von „The Island of Doctor Moreau” (1896), Herbert George Wells

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die populärwissenschaftliche Darstellung von Wissenschaftlern und wissenschaftlicher Praxis in exemplarischen Science-Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts, um aufzuzeigen, wie mediale Stereotype die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft prägen. Im Zentrum steht dabei die Analyse, inwiefern literarische Charaktere als "Mad Scientist" oder "Abenteurer" etablierte kulturelle Ängste und Hoffnungen widerspiegeln.

  • Das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit.
  • Die historische Genese und Resilienz von Wissenschafts-Stereotypen in der Literatur.
  • Methodische Literaturanalyse anhand eines eigens konzipierten Analyserasters.
  • Untersuchung klassischer Werke von Mary Shelley, Jules Verne, Robert Louis Stevenson und H.G. Wells.
  • Die Rolle der Science-Fiction als Reflexionsmedium für gesellschaftliche Risiken durch Wissenschaft.

Auszug aus dem Buch

[A3] Beziehung zur Wissenschaft

Victor Frankenstein ist ein passionierter Wissenschaftler. Bereits als Kind und Jugendlicher ist er beseelt von dem Gedanken, die Geheimnisse der Natur zu entschlüsseln („It was the secrets of heaven and earth that I desired to learn“, S. 45). Durch Zufall stößt er auf Bücher der Alchemisten Cornelius Agrippa, Paracelsus und Albertus Magnus. Er ist ob der Inhalte und der tiefen Weisheit dieser Männer sofort fasziniert und begibt sich wie seine Vorbilder auf die Suche nach dem Stein der Weisen und dem Elixier des Lebens (vgl. ebd.: S. 46 ff.). Von den abwertenden Bemerkungen seines Vaters („it is sad trash“, S. 46) lässt sich Frankenstein nicht irritieren. Ein beobachteter Blitzeinschlag in eine Eiche lässt ihn kurzfristig von den alchemistischen Künsten Abstand nehmen. Ein Naturwissenschaftler berichtet dem interessierten Victor in diesem Zusammenhang von Elektrizität und Galvanismus (vgl. ebd.: S. 48). So führt dieses Ereignis zu einer verachtenden Haltung gegenüber den alchemistischen „would-be science“ (ebd.) und zu einer Hinwendung zu den mathematischen Wissenschaften.

Dennoch erzählt er einem Professor, als er sich als junger Mann an der Universität Ingolstadt einfindet, dass die Lektüre besagter Alchemisten für ihn maßgeblich gewesen sei. Der Professor ist fassungslos, wie sich jemand diesen überholten Hirngespinsten hingeben kann und rät Frankenstein, seine Studien mit Ausrichtung auf die moderne Wissenschaft noch einmal von vorne zu beginnen (vgl. ebd.: S. 51). Frankensteins Empörung hierüber spiegelt seine nach wie vor vorhandene Hingabe für die alten Meister wider, wenn er sagt „I was required to exchange chimeras of boundless grandeur for realitites of little worth“ (ebd.: S. 52).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit ein und stellt die Forschungsfrage nach den Stereotypen von Wissenschaftlern in der Literatur.

I. Zum Zusammenspiel von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit: Dieser theoretische Teil beleuchtet die Wissenschaftskommunikation sowie die Rolle der Medien als eigenständige Akteure, die populäre Wissenschaftsbilder konstruieren.

2. Wissenschaft und ihre Öffentlichkeiten: Hier werden die interne und externe Wissenschaftskommunikation unterschieden und die Rolle der Medien als Mittlerfunktion kritisch hinterfragt.

3. Die Darstellung von Wissenschaft: Das Kapitel analysiert die "Bilder der Wissenschaft" und die Gründe für die ambivalente gesellschaftliche Haltung gegenüber wissenschaftlichem Fortschritt.

4. Bildausschnitt: Das 19. Jahrhundert im Spiegel von Wissenschaft, dem Feld der Literatur und Science Fiction: Dieser Teil ordnet das 19. Jahrhundert historisch ein und skizziert die Entstehung des Science-Fiction-Genres unter den Bedingungen der Industrialisierung.

II. Die Untersuchung von Science Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf die Darstellung von Wissenschaftlern und Wissenschaft: Der zweite Teil der Arbeit wendet sich der praktischen Analyse der ausgewählten literarischen Korpora zu.

5. Darlegung des Untersuchungsmodus: Begründung der Korpuswahl und Vorstellung des Analyserasters zur Untersuchung der Wissenschaftlerfiguren und der Darstellung von Wissenschaft.

6. Analyse von „Frankenstein or The Modern Prometheus“ (1818), Mary Shelley: Untersuchung von Victor Frankenstein als Archetyp des "inhumanen Wissenschaftlers", der die Kontrolle über seine Schöpfung verliert.

7. Analyse von „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), Jules Verne: Analyse von Professor Lidenbrock als Prototyp des "Wissenschaftlers als Abenteurer und Held", der die Natur durch Systematisierung beherrscht.

8. Analyse von „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ (1886), Robert Louis Stevenson: Untersuchung von Dr. Jekyll, der als Wissenschaftler, der die Kontrolle über sein Wissen verloren hat, an seiner eigenen Entdeckung scheitert.

9. Analyse von „The Island of Doctor Moreau” (1896), Herbert George Wells: Analyse von Dr. Moreau, dessen rücksichtslose Vivisektionen ihn als inhumanen Wissenschaftler im Kontext der Evolutionstheorie markieren.

10. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die zeigt, dass die behandelten literarischen Stereotype bis heute resistent sind und als kulturelle Reflexionsraster dienen.

Schlüsselwörter

Wissenschaftskommunikation, Science-Fiction, 19. Jahrhundert, Medienwirkung, Stereotype, Mad Scientist, Frankenstein, Jules Verne, H.G. Wells, Literaturanalyse, Medialisierung, Wissenschaftsethik, Wissenspopularisierung, Anthropozentrik, Forschungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit analysiert die mediale Darstellung von Wissenschaftlern und wissenschaftlicher Arbeit in Science-Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts und untersucht deren Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Wissenschaftsgeschichte, Medientheorie und Literaturwissenschaft, um die Konstruktion und Resistenz von Stereotypen wie dem "Mad Scientist" zu ergründen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine strukturierte Analyse ausgewählter Romane aufzuzeigen, wie "Bilder der Wissenschaft" in Literatur und Medien popularisiert werden und welche gesellschaftlichen Ängste in diesen Darstellungen projiziert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt ein eigens konzipiertes Analyseraster, basierend auf der Typologie von Roslynn Haynes, um die Protagonisten und die wissenschaftlichen Settings in den ausgewählten Romanen qualitativ auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Wissenschaft und Öffentlichkeit sowie eine detaillierte Literaturanalyse von vier Schlüsselwerken: Frankensteins Monster, Jules Vernes Erdmitte-Reise, Jekyll & Hyde sowie Moreaus Insel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Wissenschaftskommunikation, Medialisierung, Literaturanalyse, Science-Fiction-Frühwerke und die wissenschaftliche Typologie nach Haynes.

Warum spielt die Frankenstein-Figur eine so zentrale Rolle?

Frankenstein wird in der Arbeit als der Archetyp des "inhumanen Wissenschaftlers" identifiziert, auf den sich die mediale Wahrnehmung und spätere literarische Variationen des "Mad Scientist" maßgeblich beziehen.

Was ist das Ergebnis der Analyse zu Jules Verne?

Im Gegensatz zu Frankenstein verkörpert Verne's Lidenbrock den optimistischen Entdecker, dessen Wissenschaft als "Wunderwaffe" zur Eroberung unbekannter Welten und zur Bestätigung der menschlichen Vernunft dient.

Welchen Einfluss hatte der Darwinismus auf die betrachteten Werke?

Die Arbeit verdeutlicht, dass besonders in späteren Werken wie bei H.G. Wells die Evolutionstheorie als Schreckensszenario für die Manipulierbarkeit des Lebens und die Gefahr der Entartung thematisiert wurde.

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Details

Title
Wissenschaft in literarischen Bildern: Eine Untersuchung von Science Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Sarah Bernat (Author)
Publication Year
2010
Pages
78
Catalog Number
V197460
ISBN (eBook)
9783656236252
ISBN (Book)
9783656236771
Language
German
Tags
Wissenschaft und Öffentlichkeit Wissenschaft in Literatur Science-fiction Wissenschaft Medien Öffentlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Bernat (Author), 2010, Wissenschaft in literarischen Bildern: Eine Untersuchung von Science Fiction-Frühwerken des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197460
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