Diese Arbeit konzentriert sich auf handlungsorientiertes Arbeiten mit Texten im Geschichtsunterricht. Der handlungsorientierte Ansatz verfolgt den Gedanken, dass das was wir handelnd erarbeiten, leichter behalten und besser verstanden wird. In der Fachdidaktik wird die Handlungsorientierung als Chance betrachtet, Schüler-interessen und Fachinteressen zu verknüpfen und dadurch Geschichte nachhaltiger lehren und lernen zu können.
Dabei gilt es, Inhalte, Ziele, Methoden und Medien ins Verhältnis zueinander zu setzen und in ein Gesamtgefüge einzubinden. Der Inhalt dieser Arbeit bezieht sich auf das Referat, welches am 21.11.2011 gehalten wurde. Aufgabe war es, einen Unterrichtsversuch zum Thema „1960er Jahre" für einen handlungsorientierten Unterricht mit Texten durchzuführen. Dabei wurden formale und methodische Fehler gemacht. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Fehler zu analysieren und einen neuen Entwurf zu entwickeln.
Im ersten Abschnitt wird Handlungsorientierung als Methode behandelt.
In einem zweiten Schritt wird näher auf die handlungsorientierte Arbeit mit Texten eingegangen, danach wird die Methode des kreativen Schreibens im Geschichtsunterricht vorgestellt, da diese im dritten Abschnitt angewandt wird. Im zweiten Abschnitt wird der Entwurf der Referatsgruppe kurz vorgestellt und es werden die formalen und methodischen Fehler analysiert. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden im dritten Abschnitt Verbesserungen angedacht. Zunächst
wird kurz dargestellt, was der Kern des Entwurfs sein wird, danach wird der Bezug zum Rahmenlehrplan hergestellt. Im Anschluss daran folgen sachliche und didaktische Analyse, Erwartungshorizont sowie der Verlaufsplan. Die Phase der Handlungsorientierung wird mit Inhalt und Lernzielen in Verbindung gesetzt. Abschließend werden
die Ergebnisse der Arbeit in einem kurzen Fazit festgehalten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Handlungsorientierung als Methode
1.1 Handlungsorientierung im Geschichtsunterricht
1.2 Handlungsorientierung mit Texten
1.3 Narrative Darstellungsformen und kreatives Schreiben
II. Erster Unterrichtsentwurf und Kritik
III. Zweiter Unterrichtsentwurf: Kreatives Schreiben
3.1 Darstellung des Unterrichtsentwurfs
3.2 Bezug zum Rahmenlehrplan
3.3 Sachanalyse
3.4 Didaktische Analyse und Reduktion
3.5 Erwartungshorizont
3.6 Verlaufsplan
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Potenziale handlungsorientierter Methoden im Geschichtsunterricht am Beispiel der 1960er Jahre. Ziel ist es, durch die Analyse eines kritisierten Erstentwurfs ein didaktisch optimiertes Unterrichtskonzept zu entwickeln, das den Generationenkonflikt für Schüler greifbar macht und sie zur Perspektivenübernahme motiviert.
- Grundlagen der Handlungsorientierung im Geschichtsunterricht
- Einsatzmöglichkeiten von kreativem Schreiben und narrativen Texten
- Analyse und Optimierung von Unterrichtsentwürfen
- Förderung der historischen Kompetenz durch Identifikation und Empathie
- Generationenkonflikt als Lerngegenstand
Auszug aus dem Buch
Text: Ein Schüler aus der Mitte der 60er Jahre
Hallo, ich bin Gerhard und wurde 1945 geboren. Ich wuchs in einer kleinbürgerlichen Familie auf, Vater, Mutter, Schwester und ich. Mein Vater arbeitete viel und am Abend will er seine Ruhe haben, besonders wenn es über die Nazi-Zeit geht. In der Familie hat nur er das Sagen und bestimmte auch, dass die Mutter nicht arbeiten gehen darf und wie sie uns Kinder erziehen soll.
Der „Tag der Heimat“ ist in unserer Familie sehr wichtig, zumindest für unsere Eltern. Dabei wird der „guten alten Zeit“ gedacht – vor der Nazi-Zeit. Wenn der Vater oder die Lehrer von Ordnung sprechen, so schwingt immer ein wenig „Preußisches“ mit: Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit. „Du könntest dir mal wieder die Haare schneiden lassen!“, wie oft musste ich das hören? Zur moralischen „Sauberkeit“ gehört auch, dass über Sexualität nicht gesprochen wird. Sie findet offiziell einfach nicht statt. Ich traute mich noch nicht einmal danach zu fragen.
Vom Schüleraustausch in England habe ich 1965 neue Musik mitgebracht: von den langhaarigen Beatles und den Rolling Stones, mit ihren aufrührerischen Texten. Die drücken vieles von dem was ich denke und fühle aus. Zu Hause kommt es dadurch zum großen Streit. „Harte Beats“ und lange Haare entsprechen nicht den Vorstellungen meiner Eltern. Schnell wird aus dem Kampf um die Lautstärke der Musik viel mehr. Es geht um jeden Zentimeter Haarlänge. Was meine Eltern ungehörig und schmutzig finden, finde ich interessant und spannend. Eine ganz neue Welt tut sich für mich auf, ich begann mich für Politik und Mitbestimmung zu interessieren. Dabei gerate ich immer häufiger in Konflikt mit der älteren Generation: meinen Eltern und den Lehrern.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz handlungsorientierten Arbeitens mit Texten ein und formuliert das Ziel, basierend auf einer Fehleranalyse eines Referatsentwurfs, ein verbessertes Konzept zum Thema 1960er Jahre zu entwerfen.
I. Handlungsorientierung als Methode: Dieses Kapitel begründet den handlungsorientierten Ansatz kognitionspsychologisch und pädagogisch, wobei die Bedeutung von Sinneseindrücken, Identifikation und der Verbindung von Fachwissen mit der Lebenswelt der Lernenden hervorgehoben wird.
II. Erster Unterrichtsentwurf und Kritik: Hier wird der ursprüngliche Unterrichtsversuch einer Referatsgruppe vorgestellt und einer formalen sowie methodischen Fehleranalyse unterzogen, um Lernpotenziale für die Überarbeitung aufzuzeigen.
III. Zweiter Unterrichtsentwurf: Kreatives Schreiben: Dieser Kernabschnitt präsentiert den überarbeiteten Entwurf, erläutert dessen didaktische Einbettung, den Lehrplanbezug und stellt dar, wie die Methode des kreativen Schreibens zur Förderung der Perspektivenübernahme genutzt wird.
IV. Fazit: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und es wird betont, dass Handlungsorientierung bei sorgfältiger Planung die Lernmotivation und das historische Verständnis maßgeblich steigern kann.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Geschichtsunterricht, 1960er Jahre, Generationenkonflikt, kreatives Schreiben, Perspektivenübernahme, Schülerzeitung, Didaktik, Lernmotivation, historische Kompetenz, Unterrichtsentwurf, kritische Reflexion, Lebensweltbezug, Geschichtskultur, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Umsetzung handlungsorientierter Lehrmethoden, speziell unter Verwendung von Texten, im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Handlungsorientierung, die methodische Gestaltung von Geschichtsstunden und die historische Aufarbeitung der 1960er Jahre, insbesondere der Generationenkonflikt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Analyse eines Unterrichtsversuchs und die Entwicklung eines optimierten, handlungsorientierten Lehrkonzepts, das Schüler aktiver einbindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die fachdidaktische Literaturanalyse zur Begründung des Konzepts sowie die methodische Evaluation und konstruktive Weiterentwicklung eines eigenen Unterrichtsentwurfs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Handlungsorientierung, die Fehleranalyse des Erstentwurfs und die detaillierte Ausarbeitung des zweiten, verbesserten Unterrichtsentwurfs inklusive Sach- und didaktischer Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Handlungsorientierung, Geschichtsunterricht, Generationenkonflikt, kreatives Schreiben und Perspektivenübernahme.
Wie wurde das Problem des Generationenkonflikts im Unterrichtsentwurf gelöst?
Der Entwurf nutzt einen fiktionalen, aber historisch fundierten Text aus der Ich-Perspektive eines Schülers der 60er Jahre, um den Schülern eine emotionale Identifikation und Perspektivenübernahme zu ermöglichen.
Warum spielt die Schülerzeitung eine zentrale Rolle im Konzept?
Die Erstellung eines Schülerzeitungsartikels dient als handlungsorientiertes Produkt, bei dem die Schüler ihr Wissen aktiv anwenden und ihre eigene Meinung artikulieren müssen, um so die Rolle der damaligen Jugend nachzuempfinden.
Welche Rolle spielt die Reflexion im Entwurf?
Die Reflexionsphase nach der aktiven Arbeit ist essenziell, um das Erlebte mit den historischen Fakten abzugleichen, Deutungsprozesse anzuregen und einen Rückbezug zur Gegenwart herzustellen.
- Arbeit zitieren
- Steffen Rudolph (Autor:in), 2012, Handlungsorientierung mit Texten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197471