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Sprachwandel - Entlehnungsvorgänge aus dem Angloamerikanischen

Titel: Sprachwandel - Entlehnungsvorgänge aus dem Angloamerikanischen

Hausarbeit , 2008 , 21 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Studienrätin Eva-Maria Größ (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nie zuvor diskutierten Sprachwissenschaftler die Überfremdung der deutschen Sprache wie in den letzten beiden Jahrzehnten. Etliche Bücher und Aufsätze wurden dieser Thematik in diesem Zeitraum gewidmet. Auch etwa ein Viertel der Deutschen beobachten die Entwicklung und aktuellen Sprachveränderungen des Deutschen mit Besorgnis.1 Das Deutsche wurde unter anderem geprägt durch das Französische, Lateinische oder Italienische, so eroberten vor einigen Jahrzehnten etliche italienische Gemüsesorten und Teigwaren wie die Zucchini, der Broccoli, die Makkaroni oder das Ciabatta den deutschen Wortschatz sowie die deutsche Speisekarte.
In letzter Zeit erhitzen jedoch besonders die zunehmende Anglisierung bzw. Amerikanisierung die deutschen Gemüter, so dass oft von der „kulturellen Selbstaufgabe“2, der „Sprachilloyalität“ der Deutschen oder gar des „Sprachverfalls“ die Rede ist.
Widerstand macht sich breit in sprachpflegerischen Vereinen oder Institutionen, die sich gegen den massiven Import von Anglizismen einsetzen und sich für den Erhalt der deutschen Sprache stark machen.
Sind die Ängste berechtigt? Oder ist es reine Panikmache? Verhält sich der deutsche Sprecher illoyal gegenüber seiner Sprache, wenn er zunehmend Entlehnungen aus anderen Sprachen verwendet?

Die Vorgehensweise meiner Untersuchung und zugleich der Aufbau dieser Hausarbeit lassen sich folgendermaßen skizzieren:
Zunächst definiere ich den Begriff der Entlehnung und gehe auf unterschiedliche Entlehnungsvorgänge ein. Ich möchte damit klären, wie Entlehnungen überhaupt zu Stande kommen und welche Typen von Entlehnungen existieren.
Darüber hinaus umreiße ich kurz die deutsche Sprachgeschichte und zeige Situationen des Sprachkontakts auf, um darzulegen, dass Entlehnungen schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Sprachentwicklung waren.
Ebenfalls mache ich darauf aufmerksam, dass auch das Deutsche für andere Nationen eine Gebersprache war bzw. ist.
Im nächsten Schritt betrachte ich die gegenwärtige Situation und beschreibe, welche Motive ausschlaggebend für einen so massiven Sprachimport aus dem Angloamerikanischen sind und aus welchen Feldern hier systematisch entlehnt wird.
Zuletzt diskutiere ich, ob das Deutsche vom internationalen Sprachimport profitieren kann oder Entlehnungen schlichtweg eine Gefahr für die deutsche Sprache darstellen und zunehmend zum Sprachverfall beitragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Definition

2.2 Klassifizierung der Entlehnungstypen

3. Kontaktsituationen der deutschen Sprachgeschichte

4. Weltsprache Deutsch

5. Der Einfluss des Angloamerikanischen auf die deutsche Sprache

6. Das Deutsche - eine gefährdete Sprache?

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Sprachbewusstsein deutscher Sprecher im Kontext der zunehmenden Anglisierung und fragt, ob die deutsche Sprache durch den massiven Import von Anglizismen tatsächlich in ihrem Bestand gefährdet ist oder ob sie Vitalität und Integrationsfähigkeit beweist.

  • Definition und Klassifizierung von Entlehnungsvorgängen
  • Historische Analyse der Kontaktsituationen des Deutschen
  • Status des Deutschen als Gebersprache in anderen Kulturen
  • Motive für den Einfluss des Angloamerikanischen und das Phänomen Denglisch
  • Untersuchung der tatsächlichen Gefährdungslage der deutschen Sprache

Auszug aus dem Buch

Der Einfluss des Angloamerikanischen auf die deutsche Sprache

Es ist längst bekannt, dass das Deutsche offen für Anglizismen ist, es ’saugt’ sie regelrecht auf. Während bis Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst Latein und später Französisch die ausschlaggebenden Gebersprachen für das Deutsche waren, stieg der Anteil der englischen Entlehnungen bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf 40% und erreicht derzeit sogar ca. 90%! Andere Sprachen erwehren sich gegen die zunehmende Anglisierung, besonders die Resistenz der Franzosen ist bekanntlich achtenswert. Doch wer hätte es gedacht, es gibt eine Nation die noch strengere Sprachpflege betreibt und jeglichen Angloamerikanismen den Weg versperrt. Die Rede ist von Island, in dem eine akademische Kommission den Auftrag hat, die neuartigsten, meist amerikanischen, Innovationen mit Wörtern zu benennen, deren Wurzeln garantiert isländisch sind. Demgegenüber steht ein vermeintlicher Drang zur Verwendung von Anglizismen in Deutschland. Schweden beispielsweise macht es richtig und wählt die goldene Mitte dieser „Extreme“. So ist das Schwedische nicht abgeneigt gegen Wörter aus der Fremde, es ist jedoch in der Lage, sie in kürzester Zeit an Grammatik, Schreibweise und Aussprache anzupassen, so dass sie niemandem mehr fremd erscheinen. Doch warum ist dies in Deutschland nicht der Fall?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um die Überfremdung des Deutschen und stellt die Forschungsfrage nach der Sprachloyalität deutscher Sprecher.

2. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert den Vorgang der Entlehnung und klassifiziert verschiedene Typen wie Fremdwörter, Lehnwörter, Lehnbedeutungen und Scheinentlehnungen.

3. Kontaktsituationen der deutschen Sprachgeschichte: Der Abschnitt erläutert historische Sprachkontakte, insbesondere mit dem Lateinischen und Französischen, und zeigt, dass Entlehnungen seit jeher Teil der Sprachentwicklung sind.

4. Weltsprache Deutsch: Hier wird dargelegt, dass auch die deutsche Sprache in anderen Kulturen Spuren hinterlassen hat und deutsche Lehnwörter weltweit verbreitet sind.

5. Der Einfluss des Angloamerikanischen auf die deutsche Sprache: Dieses Kapitel analysiert die Motive für den massiven Import englischer Ausdrücke und die Rolle Amerikas als kulturelles Leitbild.

6. Das Deutsche - eine gefährdete Sprache?: Abschließend wird auf Basis wissenschaftlicher Daten diskutiert, ob das Deutsche durch Anglizismen ernsthaft gefährdet ist oder diese erfolgreich integriert.

7. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass das Deutsche seine Integrationsfähigkeit unter Beweis stellt und keinem besonderen Schutz bedarf.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Entlehnung, Anglizismen, Sprachloyalität, Denglisch, Sprachgeschichte, Fremdwort, Sprachpurismus, Sprachbewusstsein, Sprachkontakt, Kultureinfluss, Integration, Wortschatz, Globalisierung, Sprachpflege

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Diskussion um die vermeintliche Überfremdung der deutschen Sprache durch den starken Einfluss des Englischen und untersucht die Sprachloyalität der deutschen Sprecher.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Entlehnungstypen, die historische Entwicklung durch Sprachkontakte, den aktuellen Einfluss des Angloamerikanischen und die Frage nach der Sprachgefährdung.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Sorge um einen drohenden Sprachverfall wissenschaftlich zu prüfen und zu bewerten, ob das Deutsche durch Entlehnungen bereichert oder gefährdet wird.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung empirischer Untersuchungen, unter anderem durch das Institut für Deutsche Sprache (IDS), zur Neologismenbildung und zum Anteil an Anglizismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Entlehnung, eine historische Einordnung, eine Betrachtung des Deutschen als Gebersprache sowie eine detaillierte Analyse der Ursachen und Folgen der aktuellen Anglisierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprachwandel, Anglizismen, Entlehnungstypen, Sprachloyalität, Denglisch und die Unterscheidung zwischen Kulturwörtern und Modewörtern.

Was besagt die Forschung über den Anteil englischer Wörter im Deutschen?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Anteil von Anglizismen in der Gemeinsprache unter 4 % liegt, während sich die Mehrheit auf den peripheren Fachwortschatz beschränkt.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich einer staatlichen Sprachpolitik?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass das Deutsche Vitalität und Integrationsfähigkeit demonstriert, weshalb reglementierende Maßnahmen, wie sie etwa in Island praktiziert werden, nicht erforderlich sind.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprachwandel - Entlehnungsvorgänge aus dem Angloamerikanischen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1.0
Autor
Studienrätin Eva-Maria Größ (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V197503
ISBN (eBook)
9783656247708
ISBN (Buch)
9783656250395
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anglizismen Angloamerikanismen Sprachwandel Überfremdung der deutschen Sprache Denglisch Entlehnungen Verein Deutscher Sprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Studienrätin Eva-Maria Größ (Autor:in), 2008, Sprachwandel - Entlehnungsvorgänge aus dem Angloamerikanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197503
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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