Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Fremdwörter. Kritik am öffentlichen Sprachgebrauch

Title: Fremdwörter. Kritik am öffentlichen Sprachgebrauch

Term Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Studienrätin Eva-Maria Größ (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Abweichungen von der Sprachnorm werden argwöhnisch betrachtet und mit der Phrase „Verfall der Sprache“ in Zusammenhang gebracht. Der „Sprachverfall“ wird zum Schlagwort, ja zur Floskel, die in aller Munde zu sein scheint. Doch sind sich die Sprecher über die Bedeutung des Ausdrucks überhaupt bewusst?

Nie zuvor diskutierten Sprachwissenschaftler die Überfremdung der deutschen Sprache wie in den letzten beiden Jahrzehnten. Etliche Bücher und Aufsätze widmen sich dieser Thematik. Darüber hinaus zählt die Fremdwortproblematik, insbesondere im Hinblick auf den vermehrten Anglizismengebrauch, zu den wenigen Sprachfragen, die auch die Öffentlichkeit bewegen. Diese Feststellung schlägt sich nicht nur in der Beobachtung nieder, dass Vereinigungen entstehen, die sich für den Schutz und die Bewahrung der deutschen Sprache aussprechen, auch eine 1999 erschienene bundesweite Repräsentativumfrage der IDS gibt preis, dass etwa ein Viertel der Deutschen die aktuellen Sprachveränderungen mit Besorgnis verfolgen und eine Überfremdung der deutschen Sprache sehen bzw. befürchten.

Wieder einmal findet die These des Sprachverfalls in der Öffentlichkeit Zustimmung. Die Klagen über den ständig fortschreitenden Verfall des Deutschen beziehen sich nicht nur auf Sprechermängel hinsichtlich der Beherrschung von Rechtschreibung, Grammatik, Lese- oder Ausdrucksfähigkeit. Ebenfalls die unreflektierte Neigung zu Fremd- und Modewörtern, insbesondere in der Sprache der Medien, der Jugend und der Wissenschaften, stößt auf Kritik. Viele Laien stehen diesen neuen Sprachwandelprozessen sehr kritisch gegenüber, reagieren sogar aggressiv. Sie nehmen die konservative Grundhaltung ein, die alte Sprache bewahren zu wollen, sie vor Neuem zu schützen. Problematisch hierbei ist, dass viele Laien von einer fest gefügten, unwandelbaren Regelsprache, ja Normsprache ausgehen, vermutlich noch diese, die sie in ihrer Jugend in Elternhaus und Schule gelernt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Bezug zum Thema des Seminars

1.2 Einstieg in die Thematik: Problematisierung „Verfall der deutschen Sprache“

2. Fremdwörter

2.1 Geschichtlicher Rückblick

2.1.1 Exkurs: Fremdsprachliche Einflüsse auf die deutsche Sprache

2.1.2 Sprachpurismus

2.2 Angloamerikanismen

2.3 Kritik am Fremdwort

3. Diskussion und Fazit

4. Didaktische Anregungen: Das Thema „Fremdwörter“ im Deutschunterricht der Sekundarstufe

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Debatte um den „Verfall der deutschen Sprache“ auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf der Aufnahme von Fremdwörtern, speziell Angloamerikanismen, liegt. Ziel ist es, die wissenschaftliche Berechtigung dieser Sprachkritik zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Sorge um die deutsche Sprache begründet oder als Panikmache zu werten ist.

  • Historische Betrachtung von Fremdsprachenkontakten und Entlehnungen
  • Analyse des Einflusses von Angloamerikanismen auf das heutige Deutsch
  • Kritische Auseinandersetzung mit den gängigen Vorbehalten gegenüber Fremdwörtern
  • Untersuchung der These vom „Sprachverfall“ aus sprachwissenschaftlicher Sicht
  • Didaktische Möglichkeiten zur Behandlung des Themas im Deutschunterricht

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Exkurs: Fremdsprachliche Einflüsse auf die deutsche Sprache

Unterschiedliche geistige Strömungen, veränderte Lebensbedingungen und neue gesellschaftliche Strukturen bringen Sprachwandelprozesse mit sich. „Dabei sind besonders die gravierenden Umbrüche im Wortbestand des Deutschen nicht zu übersehen.“ 7

Hier fungieren fremde Sprachen als Gebersprachen. Denn besonders das Deutsche ist eine Sprache, die seit frühester Geschichte im ständigen Kontakt mit anderen Sprachen stand und fast ununterbrochen von Fremdem beeinflusst wurde. Aus diesen Kontaktsituationen resultiert eine Vielzahl an sprachlichen Entlehnungen.

Die nachhaltigste Wirkung ging in mehreren Schüben von der lateinischen Sprache aus. Zur Zeit der Römer (50 v. Chr. – 500 n. Chr.) überkam das Deutsche – zusammen mit vielen neuen Gebräuchen und Gegenständen- ein Strom von lateinischen Wörtern. Der Kontakt zwischen Römern und Germanen beruhte hauptsächlich auf der Besetzung einiger Gebiete Galliens. Diese Romanisierung rief einen immensen Kulturumbruch bei den germanischen Völkern hervor. Nicht nur große Teile des Vokabulars, auch zahlreiche Tätigkeiten wie der ausgeklügelte Hausbau mit Stein und Lehm, die Kochkunst, verschiedene Handelsweisen, Praktiken der Landwirtschaft und des Weinbaus gingen auf die Germanen über. Dementsprechend lassen sich die entlehnten Wörter diesen Bereichen zuordnen wie z.B. Mauer ( murus), Kalk (calx), Küche (coquina), Markt (mercato), Acker (ager) und keltern (calcare).8

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Seminarbasis, Zielsetzung der Arbeit sowie eine erste Problematisierung des Begriffs „Sprachverfall“ im öffentlichen Diskurs.

2. Fremdwörter: Umfassender historischer Rückblick auf Sprachkontakte, eine Analyse des Sprachpurismus sowie eine detaillierte Untersuchung der aktuellen Einflüsse durch Angloamerikanismen und Kritikpunkte am Fremdwortgebrauch.

3. Diskussion und Fazit: Kritische Reflexion der zuvor dargelegten Argumente gegen Fremdwörter mit dem Fazit, dass die These des Sprachverfalls aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar ist.

4. Didaktische Anregungen: Das Thema „Fremdwörter“ im Deutschunterricht der Sekundarstufe: Erörterung, wie das Thema Fremdwörter sinnvoll und handlungsorientiert im Schulunterricht behandelt werden kann.

Schlüsselwörter

Sprachkritik, Fremdwörter, Sprachverfall, Angloamerikanismen, Sprachpurismus, Sprachwandel, Sprachpflege, Deutschunterricht, Lehnwörter, Sprachwissenschaft, Fremdsprachliche Einflüsse, Sprachkultur, Sprachbewusstsein, Didaktik, Globalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die öffentliche Sprachkritik an Fremd- und Fachwörtern, insbesondere den Einfluss von Angloamerikanismen, und hinterfragt die These des deutschen Sprachverfalls.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Sprachkontakte, der historische und aktuelle Sprachpurismus, die Anglisierung des Wortschatzes sowie die Möglichkeiten der didaktischen Aufarbeitung im Schulunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die in der Öffentlichkeit verbreitete Sorge vor einem „Sprachverfall“ durch Fremdwörter wissenschaftlich begründbar ist oder ob es sich um Panikmache handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der sprachwissenschaftlichen Reflexion von Sprachwandelprozessen, ergänzt um didaktische Überlegungen für den Unterricht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die historische Entwicklung der Fremdworteinflüsse (Latein, Französisch, Englisch) analysiert, die aktuelle Debatte um Anglizismen geführt und die gängigen Kritikpunkte an Fremdwörtern wissenschaftlich geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprachkritik, Fremdwörter, Angloamerikanismen, Sprachwandel, Sprachverfall und didaktische Anwendung.

Warum hält die Autorin die These des Sprachverfalls für nicht belegt?

Die Autorin argumentiert, dass Sprachwandel und Entlehnungen natürliche Prozesse sind, die eine Sprache bereichern statt sie zu zerstören, und verweist darauf, dass die Sprache als System stabil bleibt.

Welche Rolle spielen Angloamerikanismen laut der Autorin?

Sie werden einerseits als notwendige Ergänzung für neue Sachverhalte und als Ausdruck globaler Kommunikation gesehen, andererseits wird kritisiert, wenn ihr Gebrauch nur dem Prestigedenken dient.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Fremdwörter. Kritik am öffentlichen Sprachgebrauch
College
University of Wuppertal
Grade
1.3
Author
Studienrätin Eva-Maria Größ (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V197517
ISBN (eBook)
9783668170919
ISBN (Book)
9783668170926
Language
German
Tags
Sprachkritik Fremdwörter Verfall der deutschen Sprache Sprachpurismus Angloamerikanismen Sprachwandel Anglizismen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Studienrätin Eva-Maria Größ (Author), 2007, Fremdwörter. Kritik am öffentlichen Sprachgebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197517
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint