„Geocaching-Boom: Die Welt, eine Schatzinsel“ tituliert der Spiegel-Online seinen Artikel über den neuen „Hightec-Trendsport“ (Hillenbrand, 2010) – das Abenteuerspiel ist auf dem Vormarsch und erfreut sich immer wachsender Beliebtheit. Es ist längst Zeit, dass das Geocaching auch in die schulische Praxis Einzug erhält, wie erste amerikanische Beispiele es zeigen. Nicht nur mein persönliches Interesse für das Geocaching bewog mich zu einer intensiven
Auseinandersetzung mit diesem innovativen Ansatz, indem ich ihn mit SuS praktisch erprobe,im Rahmen dieser zweiten Staatsarbeit theoretisch beleuchte und im Hinblick auf seine Implementierung
in die Schulwelt diskutiere. Abgesehen von dem hohen Spaß- und Spannungsfaktor des Geocachings, der SuS sicherlich fesseln und für diese Outdoorunternehmung begeistern könnte, bekam ich im Zuge meiner persönlichen Geocachingerlebnisse schnell einen Blick für das hier verborgene pädagogische Potential, das in meinen Augen eine große Chance für die schulische Arbeit darstellt.
Weiterhin motivierten mich die Übertragungs- und Anwendungsmöglichkeiten des Geocachings auf meine Unterrichtsfächer (D,Sp), insbesondere das Fach Sport, zu einer Bearbeitung
des Themas. Dass ich damit auch im Sinne des Entwicklungsvorhabens meiner Ausbildungsschule handle, die momentan ihre sportliche Ausrichtung forciert, insofern moderne bewegungsbezogene
Konzepte willkommen heißt und meine geschaffenen Ansätze ggf. aufgreifen und ausbauen kann, lässt das Vorhaben noch einmal funktionaler erscheinen. Bisher verfügt der deutsche Literaturmarkt über keine dezidierte Auseinandersetzung mit dem Thema Geocaching in Schulen – noch ein Grund mehr, sich auf dieses „innovative Untersuchungsfeld“ einzulassen. Auch der Abgleich mit den Richtlinien und Lehrplänen öffnet hier alle Pforten.
Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen begründet sich die thematische Ausrichtung dieser Arbeit und es leitet sich eine zentrale Fragestellung ab. Auf der Basis von Erfahrungen in der
Planung und Durchführung eines Projekts soll erörtert werden, ob und inwiefern das Geocaching eine für Schule pädagogisch wertvolle und realisierbare Innovation darstellt.
Um diesem Untersuchungsaspekt hinreichend gerecht zu werden, erfolgt eine systematische Auseinandersetzung mit dem Gegenstand der pädagogischen Praxis, dem Handlungsfeld Geocaching. Dieses wird zunächst theoretisch erörtert, um ein grundsätzliches Verständnis
des Konzepts Geocaching zu gewährleisten....
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ZUR THEORIE DES GEOCACHINGS
2.1. Geocaching – Begriffsbestimmung
2.2 Wie funktioniert Geocaching?
2.2.1 Das Anlegen und Registrieren eines Caches
2.2.2 Das Suchen, Finden und Loggen eines Caches
2.3 Die unterschiedlichen Cachearten
2.3.1 Der Traditional-Cache
2.3.2 Der Multi-Cache
2.3.3 Der Nightcache
2.3.4 Sonderarten des Caches
2.4 Kurzer Einblick in die Geschichte des Geocachings
3. GEOCACHING IM SCHULISCHEN KONTEXT
3.1 Das Projekt Geocaching am Gymnasium Am Kothen
3.1.1 Die Ausgangslage
3.1.2 Die Projektgruppen
3.1.3 Das Programm
3.2 Auswertung: Erkenntnisse und Handlungskonsequenzen
3.2.1 Legitimation: pädagogische Bedeutung des Geocachings
3.2.2 Handlungsentwürfe
3.2.2.1 Bedingungen für die Implementierung von Geocaching in die schulische Praxis
3.2.2.1.1 Anforderungen an die Initiatoren und die Lehrerschaft
3.2.2.1.2 Rechtliche Bedingungen
3.2.2.1.3 Anbindung an die Richtlinien und Lehrpläne (Sport)
3.2.2.2 Optionen einer Einbindung des Geocachings in die schulische Welt
3.2.2.2.1 Der strukturelle Rahmen
3.2.2.2.2 Anwendungsbeispiele
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Potenzial von Geocaching als innovative Unterrichtsmethode. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage erörtert, ob und inwiefern Geocaching eine pädagogisch wertvolle sowie in der Schulpraxis realisierbare Innovation darstellt, insbesondere mit Blick auf das Unterrichtsfach Sport.
- Pädagogische Legitimation und Bildungsgehalt von Geocaching
- Konzeption und Durchführung eines jahrgangsübergreifenden Geocaching-Projekts
- Methodische Anforderungen an Lehrkräfte bei der Implementierung
- Einbindung in schulische Lehrpläne und Rahmenvorgaben
- Förderung von Kompetenzen durch erlebnispädagogische Settings
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Legitimation: pädagogische Bedeutung des Geocachings
Das Geocaching hält in vielerlei Hinsicht einen pädagogischen Wert bereit. Im Sinne der heutigen Richtlinien und Lehrpläne kann eine umfassende Kompetenzförderung stattfinden.
- Vorzüge der grundlegenden Idee - Die dem Geocaching zugrunde liegenden konstitutiven Elemente, die kooperative Schatzsuche im naturnahen Raum und die dafür notwendige Auseinandersetzung mit technischen Orientierungsmitteln und intellektuellen Anforderungen, legen bereits einige Qualitätsmerkmale dieser Aktivität nahe.
Chance zur Naturbegegnung
So vermag die einzigartige Verbindung von Natur, Abenteuer und Technik in einem Gruppenerleben sogar Stubenhocker hinter ihrem Fernseher und ihrer Spielekonsole hervorlocken – die Geocachingwelt hält viele zu lösende Missionen bereit. Wenn sich Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit über das Outdoorhobby Geocaching für die Bewegung, das Wandern in der Natur motivieren und begeistern können, ist bereits ein wichtiger Schritt getan. Dann sind sie auch dafür offen, die Vorzüge dessen zu schätzen. So staunte ich nicht schlecht, als viele der SuS auf unseren Touren feststellten und schließlich auch bedauerten, lange nicht mehr draußen unterwegs gewesen zu sein. Einige schwärmten von der wohltuenden frischen Luft, andere sprachen sich für die beruhigende Atmosphäre im Wald und die alten, riesigen Bäume aus.
Hierin liegt meiner Meinung nach ein unschätzbarer Wert des Geocachings: Die Chance zur Naturbegegnung, die spielerische Entdeckung dieser, die Entwicklung eines Bewusstseins für die Umgebung sowie eines Blicks für die Schönheit der Orte und Landschaften. Auf der Suche nach den Caches wird automatisch die Fähigkeit geschult, aufmerksamer durch die Welt zu gehen, sie mit anderen Augen zu sehen. „They [the geocachers, A.d.V.] will have a natural tendency to pay attention to the setting and their surroundings” (Taylor, 2010, 20).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik des Geocachings als moderne Outdoor-Aktivität und Begründung der Relevanz für den schulischen Kontext.
2. ZUR THEORIE DES GEOCACHINGS: Definition, Funktionsweise, verschiedene Cachetypen sowie ein kurzer geschichtlicher Abriss zur Entstehung des Geocachings.
3. GEOCACHING IM SCHULISCHEN KONTEXT: Dokumentation des eigenen Projekts sowie eine detaillierte Auswertung bezüglich pädagogischer Potenziale und Implementierungsbedingungen.
4. FAZIT: Zusammenfassende Reflexion über die Projekterfahrungen und das Potenzial von Geocaching als dauerhafte Bereicherung des Schullebens.
Schlüsselwörter
Geocaching, Schulsport, Erlebnispädagogik, Outdoor-Aktivität, GPS-Navigation, Kompetenzförderung, Naturbegegnung, Unterrichtsinnovation, Projektunterricht, Selbstkompetenz, Teamfähigkeit, Umweltbildung, schulische Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration des Trends Geocaching in den schulischen Alltag und prüft, ob dieser Outdoorsport einen pädagogischen Mehrwert für Schüler bietet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Geocachings, dessen Einsatz im Schulsport sowie die erlebnispädagogischen Möglichkeiten zur Förderung sozialer und personaler Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Planung und Durchführung eines konkreten Projekts aufzuzeigen, inwiefern Geocaching als pädagogisch wertvolle und realisierbare Innovation in der Schule etabliert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt einen praxisorientierten Ansatz durch die Planung und Begleitung eines Geocaching-Projekts mit Schülern, kombiniert mit einer theoretischen Analyse und einer Evaluation der gewonnenen Praxiserfahrungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Geocaching-Grundlagen und eine detaillierte Auswertung des durchgeführten Schulprojekts, inklusive Anforderungskatalogen für Lehrkräfte und rechtlichen Aspekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Geocaching, Erlebnispädagogik, Schulsport, Kompetenzförderung, Outdoor-Lernen und Projektorientierung.
Welche Rolle spielt das Fach Sport bei diesem Vorhaben?
Das Fach Sport dient als primärer Anknüpfungspunkt, da Geocaching Bewegungs- und Ausdaueraspekte mit Koordinationsaufgaben verbindet, was den pädagogischen Richtlinien für den Sportunterricht entspricht.
Welche Hindernisse bei der Implementierung an Schulen werden genannt?
Die Autorin weist auf Herausforderungen wie starre Stundenpläne, organisatorischen Aufwand bei der Beförderung, nötige Flexibilität in der Schulkonferenz sowie die Finanzierung der Ausrüstung hin.
- Arbeit zitieren
- Studienrätin Eva-Maria Größ (Autor:in), 2010, Trend „Geocaching“: Chancen und Bedingungen der Einbindung in die schulische Praxis am Beispiel der Planung und Durchführung eines jahrgangsübergreifenden Projekts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197547