Diese Beobachtungsmappe wurde im Rahmen der Ausbildung zum Erzieher angefertigt. Auf 25 Seiten dokumentiert diese Kontakt-, Konflikt- und Spielverhalten eines fokussierten Vorschulkindes einer Oldenburger Kindertagesstätte. Der Schwerpunkt der acht nicht-teilnehmenden Beobachtungen und der abschließenden Deutung liegt dabei auf der These, dass die verschiedenen Verhaltensweisen des Mädchens auf mangelndes Selbstvertrauen zurückzuführen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorstellung des zu beobachtenden Kindes
2. Allgemeine Verhaltensbeschreibung aufgrund bisheriger Gelegenheitsbeobachtungen
3. Systematische Beobachtungsreihe
Beobachtungsprotokoll: - Nr. 1
- Nr. 2
- Nr. 3
- Nr. 4
- Nr. 5
- Nr. 6
- Nr. 7
- Nr. 8
4. Zusammenfassende Schlussfolgerung aus den Beobachtungsprotokollen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aufgestellte Hypothese, dass einem bestimmten Kind (XX1) an Selbstvertrauen mangele, durch eine systematische, nicht-teilnehmende Beobachtungsreihe zu überprüfen und fundiert zu bewerten.
- Systematische Beobachtung und Protokollierung des kindlichen Verhaltens in verschiedenen Alltagssituationen.
- Analyse des Interaktionsverhaltens mit Fachkräften, Gleichaltrigen und Spielmaterialien.
- Untersuchung der Rolle von vertrauten Objekten und Bezugspersonen für die Sicherheit des Kindes.
- Reflexion und kritische Überprüfung der anfänglichen Verhaltenshypothese auf Basis der Beobachtungsdaten.
Auszug aus dem Buch
Protokoll Nr. 1
XX1 liegt auf der Tapete und ihr Körperumriss wird von der Fachkraft ummalt. Sie hält ganz still. Sie sagt: „Es kitzelt“. Ihre Augen zeigen entweder starr geradeaus oder sehen die Fachkraft (auch, wenn diese nicht mit ihr spricht) an. Die Fachkraft ummalt den Fuß von XX1. Diese benennt diesen auf Anfrage von der Fachkraft.
XX1 sagt, dass sie ihre Augen (auf die Tapete) malen möchte. Sie malt die Augen. Sie sagt, dass sie der Zeichnung „ihre Kleider anziehen möchte“.
XX1 spricht die Fachkraft an und sagt, dass sie das Gesicht (der Zeichnung) anmalen möchte. Sie legt sich neben ihren Körperumriss und malt dessen Gesicht an.
XX1 spricht die Fachkraft an und zeigt ihr die von ihr gemalten Augen.
XX1 sagt, dass im Gesicht noch die Nase fehlen würde.
Sie sagt, dass sie ein glitzerndes Tuch für den Kopf (ihrer Zeichnung) haben möchte.
XX1 sagt ohne dabei jemanden direkt anzusprechen, dass sie „Lippenstift“ benötigt.
Sie malt den Mund (ihrer Zeichnung) an.
XX1 sagt zur Fachkraft, dass sie die Nase rosafarben anmalen möchte.
Sie schaut mit XX2 und der Fachkraft ein Bild von einer Prinzessin an und antwortet dabei auf Fragen der Fachkraft.
XX1 malt den Oberkörper ihres Körperumrisses an. Sie spricht die Fachkraft an und zeigt ihr, was sie gerade gemalt hat.
Sie malt den Arm der Zeichnung an. Sie spricht die Fachkraft an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorstellung des zu beobachtenden Kindes: In diesem Kapitel werden grundlegende biografische Daten und die familiären Rahmenbedingungen des beobachteten Mädchens XX1 dargelegt.
2. Allgemeine Verhaltensbeschreibung aufgrund bisheriger Gelegenheitsbeobachtungen: Der Autor schildert erste, zufällige Beobachtungen aus dem Alltag, die zur Aufstellung der Arbeitsthese eines mangelnden Selbstvertrauens bei dem Kind führten.
3. Systematische Beobachtungsreihe: Dieser Hauptteil umfasst acht detaillierte Protokolle von nicht-teilnehmenden Beobachtungen in unterschiedlichen Situationen, begleitet von einer jeweils ersten vorläufigen Auswertung.
4. Zusammenfassende Schlussfolgerung aus den Beobachtungsprotokollen: Das Fazit wertet die Beobachtungsergebnisse aus und revidiert die anfängliche Arbeitshypothese, da das Kind situationsabhängig durchaus Kompetenzen und Selbstvertrauen zeigt.
Schlüsselwörter
Beobachtung, Selbstvertrauen, Sozialpädagogik, Kleinkind, Kleingruppe, Verhaltensbeschreibung, Interaktion, Fachkraft, Spielverhalten, Entwicklung, Bindung, Protokoll, Einrichtung, Selbstbewusstsein, Freispiel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine systematische Beobachtungsreihe bei einem vierjährigen Mädchen in einer sozialpädagogischen Einrichtung, um dessen Verhalten und Selbstvertrauen zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die kindliche Entwicklung, das Verhalten in Gruppensituationen, die Interaktion mit Bezugspersonen und die Bedeutung von Sicherheit und Vertrautheit im Kita-Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Überprüfung der Arbeitsthese, ob bei dem Kind ein genereller Mangel an Selbstvertrauen vorliegt, anhand von acht gezielten Beobachtungsprotokollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine nicht-teilnehmende, direkte Beobachtung mit begleitender Protokollierung und qualitativer Auswertung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil besteht aus acht detaillierten Beobachtungsprotokollen zu verschiedenen Tageszeiten und Aktivitäten sowie deren jeweiliger vorläufiger Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Beobachtung, Selbstvertrauen, Sozialpädagogik, Interaktion, Spielverhalten und Entwicklung.
Welche Rolle spielen die mitgebrachten Kuscheltiere für XX1?
Die Tiere bieten dem Kind ein Stück Vertrautheit und Sicherheit, da sie eine Verbindung zu ihrem Zuhause darstellen, und erleichtern ihr teilweise die Kontaktaufnahme.
Warum revidiert der Autor seine anfängliche These?
Aufgrund der systematischen Beobachtungen zeigt sich, dass XX1 situationsabhängig und in vertrauten Kleingruppen durchaus selbstbewusst agiert, was gegen ein allgemeines Mangelphänomen spricht.
Wie verhält sich XX1 gegenüber Erwachsenen im Vergleich zu Kindern?
Das Kind ist gegenüber den ihm bekannten Fachkräften deutlich zugänglicher und kommunikativer als gegenüber Gleichaltrigen, zu denen es weniger Kontakt hat.
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- M.Ed. Georg Rabe (Author), 2004, Beobachtungsmappe Pädagogik/Psychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197569