Diese Seminararbeit behandelt die Fragestellung: Wieso vollzieht sich Technischer Fortschritt überhaupt?
Durch zahlreiche Beispiele wird deutlich wieso manche Zivilisationen Technischen Fortschritt benötigen und wieso manche Kulturen ihn nicht benötigen. Es wird außerdem besonders auf das Prinzip der Entropiezunahme eingegangen und durch den zeitlichen Hintergrund der Menschheitsgeschichte wird deutlich wie sich der technische Fortschritt immer weiter vollzogen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Technische Fortschritt
2.1. Definition und Erläuterung des „Technischen Fortschritts“
2.2. Die technische Illusion
2.3. Die technische Evolution
2.4. Die technische Schöpfung
3. Der Bumerang-Effekt
3.1. Definition und Erläuterung des „Bumerang-Effekts“
3.2. Direkte Bumerang-Effekte
3.3. Indirekte Bumerang-Effekte
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ambivalenz des technischen Fortschritts unter besonderer Berücksichtigung der physikalischen Gesetze der Entropie sowie der Entstehung von Bumerang-Effekten, wobei das Ziel darin besteht, zu klären, ob Innovationen tatsächlich zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen oder sich ins Negative verkehren.
- Analyse des Begriffs technischer Fortschritt und dessen Phasenmodell
- Untersuchung des Phänomens der „technischen Illusion“ anhand konkreter Beispiele
- Darstellung der technischen Evolution auf Basis des Entropieprinzips
- Erklärung des Bumerang-Effekts bei technologischen Innovationen
- Diskussion der Auswirkungen auf Ressourcenverbrauch und Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.2 Die technische Illusion
Unter einer technischen Illusion versteht man Inventionen und die daraus folgenden Innovationen die zeitweise echte Meilensteine der Forschung und Entwicklung darstellen, sich jedoch als nutzlos oder sogar gefährlich erweisen. Wenn die Innovationen ihren eigentlichen Zweck verfehlen, dann spricht man von einer technischen Illusion. Anhand von einigen Beispielen wird dies sehr deutlich.
Heutzutage gibt es zahlreiche Beispiele für technische Illusionen. Ein sehr prägnantes Beispiel ist die Entwicklung des Überschallflugzeugs „Concorde“. Dieses Projekt sollte die französische und englische Flugzeugtechnologie demonstrieren und man wollte so beweisen, dass man mit der amerikanischen Technik und dem Know-How mithalten könne. Man sollte zuvor jedoch analysieren, inwiefern sich die Stunden addieren die man endgültig von zu Hause bis zum Bestimmungsort benötigt. Am Beispiel der Concorde und der Verbindung Paris – New York bemerkt man schnell, dass man an zwei Seiten die Zeiten optimieren, d.h. verkürzen, kann. Einerseits dauert ein Flug von Paris nach New York mit einer normalen Maschine ca. acht Stunden. Die Anreise zum Flugplatz, der Check-In, die Kontrollen usw. nehmen ca. vier Stunden in Kauf. Falls nun Störungen durch Streiks oder Staus in jeglicher Hinsicht in diesen Kreislauf hinzukommen, können sich diese vier Stunden leicht verdoppeln. Bei der Konstruktion der Concorde ging man nun nur davon aus die Reisezeit zu verkürzen, anstatt die Fehler bei der Organisation an Land zu suchen, um die vier Stunden zu verkürzen bzw. zu optimieren. Das Resultat war, dass die Kosten für einen Flug mit der Concorde mehr als doppelt so hoch waren als mit einem normalen Flugzeug.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des technischen Fortschritts ein, indem sie das Zitat von Albert Einstein aufgreift und die Forschungsfrage nach den Schattenseiten sowie dem Bumerang-Effekt von Innovationen stellt.
2. Der Technische Fortschritt: Dieses Kapitel definiert den technischen Fortschritt als stetige Weiterentwicklung und unterteilt ihn in verschiedene Phasen sowie Arten, wobei zudem das Phänomen der technischen Illusion kritisch hinterfragt wird.
2.1. Definition und Erläuterung des „Technischen Fortschritts“: Der Abschnitt erläutert die ökonomische Definition des Fortschritts sowie dessen drei Phasen Invention, Innovation und Diffusion und unterscheidet verschiedene technische Fortschrittstypen.
2.2. Die technische Illusion: Hier wird der Begriff der technischen Illusion analysiert, die sich trotz anfänglicher Meilenstein-Charaktere als nutzlos oder gefährlich erweisen kann, illustriert am Beispiel der Concorde und der Atombombe.
2.3. Die technische Evolution: Dieses Kapitel betrachtet die Evolution des Menschen und der Technik im Kontext des thermodynamischen Entropieprinzips und analysiert die Entwicklung von Systemen vom Paläolithikum bis zur industriellen Revolution.
2.4. Die technische Schöpfung: Dieser Teil fasst die Eigenschaften der technischen Evolution zusammen, wie etwa Unwiderstehlichkeit und Unabwendbarkeit, und diskutiert strategische Ziele zur Minimierung der Entropiezunahme.
3. Der Bumerang-Effekt: Dieses Kapitel widmet sich der Problematik, dass technische Verbesserungen oft genau das Gegenteil ihrer beabsichtigten Zielsetzung bewirken, insbesondere im Bereich der Ökoeffizienz.
3.1. Definition und Erläuterung des „Bumerang-Effekts“: Der Begriff wird als ein Prozess definiert, bei dem sich die Wirkung einer Technik am äußersten Punkt ihres Verlaufs umkehrt und negative Folgen mit sich bringt.
3.2. Direkte Bumerang-Effekte: Es wird erklärt, wie Effizienzsteigerungen, etwa durch sparsamere Motoren, aufgrund sinkender Preise zu einem paradoxen Mehrverbrauch führen können.
3.3. Indirekte Bumerang-Effekte: Dieser Abschnitt beschreibt, wie durch Preissenkungen in gesättigten Märkten eingespartes Geld an anderer Stelle für zusätzliche ressourcenintensive Aktivitäten ausgegeben wird.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Analyse zusammen, betont die Notwendigkeit, das Prinzip der zunehmenden Entropie analytisch zu verstehen, und lässt die Frage nach einer nachhaltigen Zukunft offen.
Schlüsselwörter
Technischer Fortschritt, Bumerang-Effekt, Entropie, Technische Illusion, Technische Evolution, Ökoeffizienz, Innovation, Invention, Diffusion, Thermodynamik, Ressourcennutzung, Nachhaltigkeit, Neolithische Revolution, Industrielle Revolution, Jacques Neirynck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ambivalenten Natur des technischen Fortschritts und untersucht, warum Innovationen oft nicht die erhofften positiven Ergebnisse liefern, sondern negative Begleiterscheinungen erzeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der technische Fortschritt, das Entropiegesetz, das Phänomen der technischen Illusion sowie der Bumerang-Effekt in Bezug auf Ressourcenverbrauch und Ökoeffizienz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen verschiedenster Innovationen zu erklären und aufzuzeigen, wie sich ursprünglich als positiv verstandene Effekte in ihr Gegenteil verkehren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, insbesondere dem Werk „Der göttliche Ingenieur“ von Jacques Neirynck, basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von technischem Fortschritt, die Betrachtung der technischen Evolution durch die Thermodynamik sowie eine detaillierte Analyse von Bumerang-Effekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie technischer Fortschritt, Entropie, Bumerang-Effekt, technische Illusion und Ökoeffizienz geprägt.
Was besagt das Gesetz von Kranzberg in diesem Kontext?
Melvin Kranzberg stellte fest, dass Technik weder positiv, noch negativ, noch neutral sei, was die Komplexität und Unvorhersehbarkeit ihrer Wirkungen unterstreicht.
Warum wird die Atombombe als technische Illusion bezeichnet?
Sie gilt als eine solche Illusion, da sie einerseits als wissenschaftlicher Meilenstein der Forschung betrachtet wurde, sich jedoch als existenzbedrohendes Mittel zur Vernichtung der Menschheit erwies.
Was ist der Unterschied zwischen direkten und indirekten Bumerang-Effekten?
Direkte Effekte beziehen sich auf einen Mehrverbrauch bei ein und demselben Produkt durch höhere Effizienz, während indirekte Effekte durch Konsumverlagerung von durch Preissenkungen eingespartem Geld in anderen Bereichen entstehen.
- Arbeit zitieren
- Marcus Kreysch (Autor:in), 2011, Technischer Fortschritt und Bumerang-Effekte , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197581