Das folgende Essay widmet sich dem Berner Naturwissenschaftler und Schriftsteller ALBRECHT VON HALLER (1708-1777). Es verfolgt das Ziel, den aktuellen Forschungsstand zum Schweizer „Universalgelehrten“ (RÉMI 2010: 265) aufzuzeigen. Zunächst wird auf seine Biographie und die literarische Aufklärung allgemein eingegangen. Dem folgen eine Charakterisierung HALLERS berühmtesten Werkes Die Alpen, das in Bezug zu seiner Biographie und Epoche gesetzt wird. Daraufhin wird knapp auf Unvollkommenes Gedicht über die Ewigkeit eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Biographie
2. Abriss zur literarischen Aufklärung
3. Die Alpen – Annäherung
4. Die Alpen – Interpretation
5. Unvollkommenes Gedicht über die Ewigkeit – „Ein Gegenstand entzieht sich seiner Versprachlichung“
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay analysiert das Werk des Berner Naturwissenschaftlers und Schriftstellers Albrecht von Haller mit dem Ziel, dessen Einordnung in den aktuellen Forschungsstand der Epoche der Aufklärung vorzunehmen. Dabei werden insbesondere die zentralen literarischen und philosophischen Motive in den Werken "Die Alpen" und "Unvollkommenes Gedicht über die Ewigkeit" kritisch beleuchtet.
- Biographische Einordnung Albrecht von Hallers
- Charakterisierung der literarischen Aufklärung
- Rezeptionsgeschichte und Deutung des Gedichts "Die Alpen"
- Analyse des "Unvollkommenen Gedichts über die Ewigkeit"
- Verhältnis von Glaube, Vernunft und Natur in Hallers Werk
Auszug aus dem Buch
Die Alpen – Annäherung
Im folgenden Abschnitt soll erörtert werden, inwiefern sich die eben aufgeführten Charakteristika der literarischen Aufklärung bei HALLERS umfangreichsten Gedicht Die Alpen wiederfinden. Es entstand 1729 und wurde zunächst anonym in der Gedichtsammlung Versuch schweizerischer Gedichte 1732 veröffentlicht, besteht aus 49 Strophen mit jeweils zehn jambischen Alexandrinern (vgl. DEUPMANN 2009). Aufgrund seiner Rezeptionsgeschichte (vgl. unten) gilt es als HALLERS bekanntestes literarisches Werk (vgl. BAASNER: 132), was sich auch an der Anzahl der Neuauflagen zeigt: Der Gedichtband Versuch schweizerischer Gedichte erschien bis zu seinem Tod in elf Neuauflagen (vgl. MAHLMANN-BAUER/LÜTTEKEN 2007). Ferner war Die Alpen das erste deutsche Werk, das ins Französische übersetzt wurde (vgl. LAFOND-KETTLITZ 2009: 940). Die Forschungsliteratur hebt auf inhaltlicher Seite meist die Dichotomie von Stadt- und Landleben hervor (vgl. DEUPMANN; HENTSCHEL 1998: 184; PROß: 440). Lediglich MERGENTHALER betont in der gesichteten Literatur, dass – quantitativ betrachtet – nahezu ausschließlich die Darstellung der Alpen im Zentrum des Werkes steht (vgl. MERGENTHALER 2004: 282). Nichtsdestotrotz ist mit beiden Forschungspositionen – unabhängig vom Zentrum des Gedichts – sein Inhalt erfasst: die Darstellung der Alpen samt ihrer Bewohner und ihr Unterschied zu den Stadtbewohnern.
Zusammenfassung der Kapitel
Biographie: Dieser Abschnitt bietet einen prägnanten Überblick über das Leben von Albrecht von Haller, seine wissenschaftliche Karriere und sein Wirken als reformierter Christ.
Abriss zur literarischen Aufklärung: Hier werden die grundlegenden Merkmale der literarischen Aufklärung, insbesondere im Hinblick auf den Rationalismus, Empirismus und die Rolle des Intellektuellen, dargelegt.
Die Alpen – Annäherung: Es erfolgt eine inhaltliche und formale Einführung in Hallers bekanntestes Werk, wobei die wissenschaftliche Rezeption und die wesentlichen Forschungspositionen zur "Dichotomie von Stadt- und Landleben" diskutiert werden.
Die Alpen – Interpretation: Dieser Teil analysiert die thematische Ausgestaltung des Gedichts, insbesondere die Kontrastierung von Zivilisationskritik und idealisiertem Naturleben, sowie die Rolle von Hallers Glaubenshaltung.
Unvollkommenes Gedicht über die Ewigkeit – „Ein Gegenstand entzieht sich seiner Versprachlichung“: Hier wird Hallers Auseinandersetzung mit der Ewigkeit und dem Scheitern der Sprache an diesem abstrakten Thema in einem weniger bekannten, aber wesentlichen Gedicht untersucht.
Schlüsselwörter
Albrecht von Haller, Aufklärung, Die Alpen, Literaturgeschichte, Zivilisationskritik, Naturwissenschaft, Religion, Physikotheologie, Versprachlichung, Ewigkeit, Vernunft, Empirismus, Lyrik, Wirkungsgeschichte, Rationalismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das literarische Schaffen von Albrecht von Haller, insbesondere seine Gedichte, vor dem Hintergrund der aufklärerischen Strömungen des 18. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Naturphilosophie, das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft, die Zivilisationskritik sowie die sprachliche Darstellung abstrakter Konzepte wie der Ewigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Hallers Werke "Die Alpen" und das "Unvollkommene Gedicht über die Ewigkeit" in den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsdiskurs einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischen Forschungsquellen und biographischen Kontexten abgleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, eine theoretische Einbettung der Aufklärung sowie eine detaillierte textimmanente Interpretation von Hallers Hauptwerken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Aufklärung, Naturlyrik, Physikotheologie und Zivilisationskritik beschreiben.
Wie bewertet der Autor Hallers Glaubenshaltung im Kontext seines Werkes?
Der Autor führt Belege dafür an, dass Haller trotz wissenschaftlicher Zweifel an einem reformierten Glauben festhielt, was sich auch in seinem Wunsch nach einer "physikotheologischen" Ordnung widerspiegelt.
Warum wird "Die Alpen" als "Lehrgedicht" klassifiziert?
Aufgrund der Verbindung von botanischen Beobachtungen, Zivilisationskritik und philosophischer Spekulation wird das Werk in der Literaturwissenschaft als Lehrgedicht eingestuft.
Was zeichnet das "Unvollkommene Gedicht über die Ewigkeit" laut Autor aus?
Es wird als Beispiel für Hallers Ringen mit der Sprachunfähigkeit gegenüber transzendenten Themen interpretiert, in dem er die Begrenztheit menschlicher Ausdrucksmöglichkeiten thematisiert.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2012, Albrecht Haller und die Aufklärung – "Die Alpen" und "Unvollkommenes Gedicht über die Ewigkeit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197584