Karriereziel Pokerprofi - von Österreich bis Las Vegas


Masterarbeit, 2012

109 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Kapitel 1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau

Kapitel 2 Der Anbieter
2.1 Card Casinos
2.1.1 Anbieter in Österreich
2.1.2 Kasinoumsatz
2.1.3 Konzession
2.1.4 Steuern
2.2 Onlinekasinos
2.2.1 Österreichische Anbieter
2.2.2 Internationale Anbieter
2.2.3 Umsatz
2.2.4 Lizenz
2.2.5 Steuern

Kapitel 3 Der Staat
3.1 Österreichs Glücksspielmonopol
3.1.1 Spielsuchtprävention
3.1.2 Vermeidung von Kriminalität
3.1.3 Steueraufkommen
3.2 Poker zwischen Glück und Geschick
3.2.1 Warum Poker ein Glücksspiel sein muss
3.2.2 Warum Poker kein Glücksspiel sein kann
3.3 Professionelles Spielen
3.3.1 Möglichkeit
3.3.2 Strafbarkeit

Kapitel 4 Der Spieler
4.1 Einnahmen
4.1.1 Arten von Einnahmen
4.1.2 Höhe der Einnahmen
4.1.3 Profieinnahmen
4.2 Ausgaben
4.2.1 Betriebsausgaben
4.2.2 Einkommenssteuern und Sozialversicherung

Kapitel 5 Poker global
5.1 Historische Entwicklung
5.1.1 Der Ursprung
5.1.2 Die Globalisierung
5.2 Entwicklung in der EU
5.2.1 Die Europäische Union
5.2.2 Die Mitgliedsstaaten

Kapitel 6 Fazit
6.1 Der Beruf
6.2 Ausblick

Literaturverzeichnis

Sachwortverzeichnis

Anhang

Regelwerk

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Normalverteilung

Abbildung 2: Umsatzentwicklung der Sparten der Casinos Austria AG Gruppe

Abbildung 3: Gewerbearten

Abbildung 4: CASAG Abgaben

Abbildung 5: PokerStars Cashgame Spieler im ersten Halbjahr

Abbildung 6: Suchtkranke in Österreich

Abbildung 7: Jährliche Spiel- und Wetteinsätze pro Haushalt in Euro für

Abbildung 8: Zutritt und Kontrolle

Abbildung 9: Unterschied von Durchschnitt zu Betrug

Abbildung 10: Prozentsatz von Spielern mit Gewinnen

Abbildung 11: Umfrage zur Botkompetenz

Abbildung 12: Vergleich Spieler und gespielte Hände

Abbildung 13: Gewinnkurve von Tom Dwan für Cashgame

Abbildung 14: Vergleich Gewinnkurven Daniel Negreanu und Jamie Gold

Abbildung 15: Börsenkurs bwin.party

Abbildung 16: Verschieben der Marktanteile nach UIGEA

Abbildung 17: Demographie Echtgeldspieler Online

Abbildung 18: Glücksspielumsätze in Milliarden

Abbildung 19: Glücksspieleinsätze in Österreich in Milliarden

Abbildung 20: Pokerprofi?

Abbildung 21: Die vier Kartenfarben

Abbildung 22: Ein Paar (pair)

Abbildung 23: Zwei Paare (two pairs)

Abbildung 24: Drilling (set oder trips)

Abbildung 25: Straße (straight)

Abbildung 26: Flush

Abbildung 27: Full House bzw. Full Boat

Abbildung 28: Poker (quads)

Abbildung 29: Straight Flush bzw. Royal Flush

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Vergleich der großen Drei

Tabelle 2: Vergleich Abgabenberechnung Cashgame

Tabelle 3: Vergleich der Anbieter mit Bezug zu Österreich

Tabelle 4: Vergleich internationaler Anbieter

Tabelle 5: Monatliche Kosten Sozialversicherung

Tabelle 6: Vertragsverletzungen bei Glücksspiel

Tabelle 7: Unterschiede in der Gesetzgebung der Mitgliedsstaaten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitel 1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Das Glücksspiel deckt viele Bereiche ab und häufig kommt man damit in Berührung. Bereits römische Soldaten haben sich die Zeit mit dem Würfelspiel vertrieben, so wie heutzutage etwa der Arbeiter im Gasthaus Karten spielt oder die Hausfrau ein Gewinnspiel ausfüllt.[1] Aus all diesen Bereichen wurde für diese Arbeit Poker ausgewählt, da es sich hier nicht um ein reines Glücksspiel handelt.

Poker hat sich in den letzten Jahren in Europa etabliert und hat besonders durch die Ausbreitung des Internets globale Dimensionen angenommen. Außerhalb der USA hinkt die Gesetzgebung dem Bereich Poker hinterher, während allgemein Glücksspiel meist national reguliert ist. Besonders in Österreich, mit Wien als Little Las Vegas, wird das Thema laufend behandelt, wie auch die Glücksspielnovellen aus den Jahren 2008 und 2010 und die Lizenzvergabe in 2012 und in 2015 zeigen.[2]

Die Thematik um Poker und dessen professionelle Ausübung betrifft die steuerliche Seite wie die soziale. Anders als in den USA, wo seit den 80er Jahren Poker als Beruf anerkannt ist und Steuern darauf erhoben werden, gibt es in Österreich einen Graubereich, der schrittweise reduziert wird.[3]

Welche Bereiche der Gesetzgebung regeln Poker? Wie sieht die Situation bei Onlinepoker aus, wo sich Anbieter und Spieler oft in verschiedenen Ländern befinden? Es gibt explizite Regelung in den ROM-Verordnungen aus 2009 betreffend Schuldverhältnisse bei Verträgen oder außervertraglichen Sachverhalten aber nichts zu Onlinepoker.[4] Wie sieht diese Grauzone tatsächlich aus? Hier ist die Seite der Anbieter relevant, da Unternehmen entsprechende Konzessionen benötigen. Ebenso ist das Internet und somit Onlineglücksspiel global, was Fragen zur nationalen Gesetzgebung und internationalem Zugriff aufwirft.

Die staatliche Seite wirft ebenfalls ähnliche Fragen auf. Wie erhalten der Staat und hier besonders das österreichische Finanzamt die Steuern? Bei Waren und Dienstleistungen gibt es in der Buchhaltung Konten zur innergemeinschaftlichen Lieferung, aber wie und wo besteuert man Onlinepokergewinne, die noch dazu kaum nach zu verfolgen sind?[5] Abgesehen davon sind für die österreichische Regierung nicht nur Steuern und Wirtschaft relevant, sondern auch soziale Aspekte wie Konsumentenschutz und Spielsuchtprävention.

Abgesehen von Kasinos und Finanzamt/Finanzministerium liegt das Augenmerk auf der Situation des Spielers. Ist der Beruf Pokerprofi in Österreich möglich? Wie sieht dieser Beruf aus? Wohl zählt der Börsenbroker als Beruf, nur verschwindet die Trennlinie, wenn dieser nur privat Aktien handelt und von den Gewinnen lebt. Ähnlich als Gesellschafter, der keinen Beruf hat, aber doch ein Einkommen. Wie ordnet man einen Pokerprofi sozial und gesetzlich ein?

Für den Spieler gibt es zusätzlich zur finanziellen Fragestellung auch die soziale Seite zu betrachten. Worauf gilt es zu achten und wie sichert man Einkommen, Pension oder Sozialversicherung ab? Wo auf der einen Seite freie Zeiteinteilung und Flexibilität stehen, da befindet sich auf der anderen Seite die Eigenverantwortung.

Die Kombination aller drei Betrachtungsweisen wird die Problematik und Komplexität aufzeigen und letztendlich die Antwort auf die gestellten Fragen liefern. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Umfang der Thematik begrenzt werden muss und die Zielsetzung der Arbeit das ebenfalls ist.

1.2 Zielsetzung

Ziel der Arbeit ist es festzustellen, ob und wie man in Österreich den Beruf des Pokerprofis ausüben kann. Hierbei sollen drei Bereiche beleuchtet werden. Das betrifft Anbieter in und außerhalb Österreichs, das österreichische Bundesministerium für Finanzen und den Spieler.

Die Anbieter- und Spielerseite benötigen umfangreiche Recherchen zu aktuellen Gesetzen, da die Legalität zuallererst gewährleistet sein muss, bevor über finanzielle und soziale Aspekte nachgedacht werden kann. Für Anbieter muss geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen diese am österreichischen Glücksspielmarkt anbieten dürfen bzw. es österreichischen Staatsbürgern erlaubt sein darf am internationalen Angebot teilzuhaben. Es besteht somit eine Wechselbeziehung zwischen Anbieter und Spieler.

Die Seite des Staats benötigt ebensolche Recherchen zur Besteuerung. Legalität und Finanzen liegen somit im Hauptfokus der Arbeit. Ergänzt werden diese durch die steuerlichen und sozialen Bereiche, so weit es aus der Sicht des Spielers wichtig ist. Die soziale Verantwortung und Anliegen staatlicher Seite sind nicht Thema dieser Arbeit. Die Erläuterungen zu Gesetzen oder Aussagen zu Richtlinien stellen keinen Ersatz für rechtliche oder finanzielle Beratung dar!

Die Arbeit wird auch auf die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union eingehen und das Umfeld beschreiben. Im letzten Jahrzehnt hat sich dazu vieles getan und in Österreich nimmt Poker eine Vorreiterrolle ein. Die USA und deren Glückspielmarkt haben global eine solch wichtige Stellung inne, dass auch auf die dortige Entwicklung eingegangen wird. Damit wird gezeigt, welche Auswirkungen und Zusammenhänge zu Österreich bestehen.

Es ist jedoch nicht Ziel der Arbeit auf Poker bzw. das Spiel selbst einzugehen. Nähere Informationen finden sich jedoch im Anhang. Noch weniger ist Spielsuchtprävention ein Thema, wenn sich auch jeder deren Wichtigkeit bewusst sein muss.[6] Ebenso wenig behandelt die Arbeit den Betrieb von Pokerkasinos in Österreich, wenn auch Themen wie Konzessionen oder Lizenzen zwangsläufig von Interesse sind. Der Fokus liegt auf dem Beruf und nicht in den Details der verschiedenen nationalen Regelungen.

1.3 Aufbau

Die Arbeit dreht sich um den Hauptbereich Pokerberuf und gliedert sich in drei Bereiche. Zuerst wird das Umfeld selbst erklärt. Das betrifft die folgenden beiden Kapitel, die als Einleitung in die Thematik dienen. Wie bereits bei den Zielen beschrieben und geklärt wurde, wovon die Arbeit handelt, wird im nachfolgenden Kapitel die Pokerindustrie selbst beschrieben. Hinter jedem Beruf steht eine entsprechende Branche. Hier findet auch bereits die erste Trennung in online und offline statt, wenn auch online von der Komplexität und vom wirtschaftlichen Umfang her interessanter ist.

Beiden Themen zu Recht und Steuern bzw. Einkommen stellen das Herzstück der Arbeit dar. Die Gesetzgebung betrifft direkt jeden professionellen Spieler und die sozialen bzw. finanziellen Aspekte klären die Möglichkeiten ab. Die Fragestellung wird separat behandelt und am Ende in einen gemeinsamen Kontext gebracht. Ein einzelner Aspekt kann den Beruf des Pokerspielers bereits unmöglich machen. Nichtsdestotrotz kann sich gerade dieser Aspekt ändern, womit wieder andere Bereiche im Mittelpunkt stehen. Deshalb müssen alle Fragen beantwortet werden und nicht nur die erste Bedingung gefunden werden, die den Beruf unmöglich macht.

Als Abschluss finden sich die Themen zur Entwicklung der Pokerindustrie und die Beschreibung der Ergebnisse. Hier wird das Fazit behandelt und die Ergebnisse werden interpretiert. Am Ende finden sich somit die Begründung und das Ergebnis der Arbeit selbst.

Bei Hinweisen auf Gesetzestexte und Paragrafen wurde der Stand der Gesetzgebung mit Ende 2010 verwendet und auf spätere Neuerungen oder Novellen hingewiesen. Besonders in 2011 wurde in Österreich Glücksspiel durch die Ausschreibung der Lizenzen in den Medien behandelt und international haben viele Staaten erste oder überarbeitete Schritte zur Regulierung in Angriff genommen.

Zur besseren Lesbarkeit wurde auf die Unterscheidung zwischen männlicher und weiblicher Form verzichtet. Alle Texte beziehen sich in gleicher Weise auf beide Geschlechter.

Kapitel 2 Der Anbieter

2.1 Card Casinos

Kartenkasinos stellen eine Untergruppe herkömmlicher Kasinos dar und bieten weder Roulette noch Automatenspiele an, sondern Kartenspiele wie Poker oder ähnlich Black Jack. Bereits hier tritt ein wichtiger Punkt in Erscheinung. Bei Black Jack und allen anderen Kasinospielen tritt man unter anderem, meist ausschließlich, gegen die Bank an. Es wird gegen die Wahrscheinlichkeit gespielt und auch wenn es in jedem Genre Personen gibt, die es verneinen, so ist es doch immer zur Gänze ein Glücksspiel. Gott würfelt nicht und nicht alle Kartenspielvarianten unterscheiden sich in diesem Bezug.[7]

Bei Black Jack erhält man durch eine einfache Kartenzählvariante einen geringen Vorteil von einem Prozent zu eigenen Gunsten.[8] Dieser minimale Vorteil gegenüber der Bank reicht aus, um aus einem mathematisch wahrscheinlich konstanten Verlust einen Gewinn zu machen. Es gibt bei Wahrscheinlichkeiten keine Garantien und sobald Mathematik ins Spiel kommt, entwickelt sich zur Logik der Aberglaube als Gegenpol. Immerhin gibt es selbst beim Roulette Kesselgucker, die durch den Wurf der Kugel die Zahl vorherzusagen versuchen. Womöglich würde sich auch dieses Thema als Arbeit anbieten, wohl aber nur für eine kurze.

Poker geht in der Komplexität und der entsprechenden Berechnung der Varianten wesentlich weiter.[9] Die Berechnung einer einzigen Karte aus einem Kartendeck ist einfach mit 1:51 durchzuführen.[10] Für ein Flush helfen aber bereits neun Karten und das ab dem Flop beim Turn oder River.[11] Es werden nicht nur mehr Verhältnisse berechnet, sondern auch deren Kombination. Selbst eigene Spielzüge bzw. die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Verhaltens des Gegners kann mit Wahrscheinlichkeiten berechnet oder geschätzt werden.[12] Ob Poker tatsächlich ein reines Glücksspiel darstellt, ist von rechtlicher Seite in Österreich wichtig. Finanziell gilt es zu klären, ob ein geregeltes Einkommen möglich ist, was selbst bei einem reinen Glücksspiel rein mathematisch aufgrund der Normalverteilung möglich ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Normalverteilung[13]

Poker ist für Kasinos aber aus einem anderen Grund interessant. Bei allgemeinem Glücksspiel verdient das Kasino Geld durch den Bankvorteil. Beim Roulette verlieren alle Spieler ihre Einsätze oder Teile davon, wenn die Null (Zero) kommt.[14] Mathematisch ist die Gewinnrate wieder einfach zu berechnen. Ähnlich verhält es sich bei Automaten oder generell bei allen Gewinnspielen. Selbstverständlich kann die Bank gesprengt werden und theoretisch niemals die Null kommen oder mit anderen Worten, das Kasino könnte laufend verlieren. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht dagegen, die Normalverteilung oder auch das Gesetz der großen Zahlen sprechen dafür. Gibt es eine ausreichend große Zahl an Kasinos, so wird es auch Vertreter an den Enden der Glockenkurve geben, wo tatsächlich alle Spieler auf der einen Seite gewinnen und auf der anderen verlieren.

2.1.1 Anbieter in Österreich

In Österreich gibt es mehrere Glücksspielanbieter, Kartenkasinos, private Clubs und Vereine. Als die großen drei der österreichischen Glücksspielindustrie gelten die Casinos Austria, bwin und Novomatic. Novomatic ist ein globaler Glücksspielkonzern der in Österreich besonders durch Spielautomaten und die Unternehmenstochter Admiral Sportwetten GmbH in Erscheinung tritt. Zur Novomatic AG gehören auch Spielbanken, jedoch keine in Österreich, sowie eine ganze Reihe anderer Unternehmen. Laut dem Jahresgeschäftsbericht für 2010 beschäftigt man im Jahresmittel 10.544 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 1.183,7 Mrd. € generieren.[15] Die Unternehmenskennzahlen von 2008 bis 2010 zeigen auch, dass das Krisenjahr 2008 auch in der Glücksspielindustrie Spuren hinterlassen hat.

bwin ist ebenfalls international tätig und firmierte von der Gründung bis 2006 unter betandwin.[16] Die Namensänderung fiel mit dem Einstieg in den US-Glücksspielmarkt zusammen, dem durch den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act of 2006 nur kurzer Erfolg beschieden war. Die Entwicklung von Poker mit seinem Ursprung in den USA wird im entsprechenden Kapitel behandelt. bwin ist vor allem online tätig, weshalb nähere Informationen im Kapitel über österreichische Onlinekasinos zu finden sind. Im selben Kapitel findet sich die Fusion von bwin mit PartyGaming in 2011 zu bwin.party.

Die Casinos Austria sind ebenfalls international tätig, wobei aber zwölf Spielbanken in Österreich betrieben werden. Diese Spielbanken stellen Kasinos im konventionellen Sinn dar. Wenn man das Grand Casino Baden als Beispiel heranzieht, dann sieht man einen großen Bereich mit klassischem Glücksspiel wie Roulette und Black Jack, einen eigenen Bereich mit 63 Spielautomaten und abgetrennt in einem eigenen Raum mehrere Pokertische.[17] Poker dient bei den Casinos Austria als Zusatzangebot und kann von der Größenordnung her nicht mit reinen Kartenkasinos mithalten, wo ein ganzer Saal voller Pokertische die Regel ist. Meist werden Sit&Go mit 50 € Buyin angeboten und seltener Cash Game mit NL 400.[18]

Die Casinos Austria AG betreibt die Spielbanken in Österreich. Die Casinos Austria Gruppe setzt sich aus den Österreichischen Lotterien, win2day, tipp3 und Casinos Austria International und anderen Töchtern zusammen. win2day bietet neben Wetten auch Onlinepoker an, worauf ebenfalls im Kapitel über österreichische Onlinekasinos eingegangen wird. Betrachtet man auch hier den Geschäftsbericht für 2010, so sieht man, dass diese Unternehmensgruppe mit 9.642 Mitarbeitern und 3.687 Mrd. € Umsatz keinen Vergleich zu scheuen braucht.[19] Es soll angemerkt werden, dass der Umsatz hauptsächlich den Lotterien zuzuschreiben ist und die CASAG nur sieben Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Der Umsatz mit Poker hat erwartungsgemäß eine noch geringere Relevanz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Umsatzentwicklung der Sparten der Casinos Austria AG Gruppe[20]

Von echtem Interesse sind die Kartenkasinos. In Österreich gibt es mit dem Concord, dem Poker Royale und dem Montesino drei Kartenkasinoketten. Die Concord Card Casino Franchising GmbH hat in Österreich neun Standorte, wobei das Pokerkasino in Wien Simmering als das älteste Pokerkasino Europas gilt und sich immerhin seit 1993 in Betrieb befindet.[21] Wer ein Kartenkasino betritt wird feststellen, dass der Fokus und die Atmosphäre eine andere sind, womit nicht ausschließlich der Zigarettendunst gemeint ist. Die Kartenkasinos in Wien bieten beinahe ausschließlich Poker an und das in lockerem Dresscode. Das Spielangebot ist an Pokervarianten und Einsätzen umfangreicher, was auch dazu führt, dass die Kundschaft weniger elitär zu sein scheint, da auch zu geringen Einsätzen gespielt werden kann. Immerhin werden häufig Multitableturniere mit bis zu 200 Teilnehmern gratis angeboten, wo das Preisgeld an die 1.000 € und mehr ausmacht.

Das Poker Royale der G.G. Spiel- und Pokertisch Vermietungs GmbH wurde 2007 in Wr. Neustadt eröffnet und erinnert an den James Bond Film Casino Royale aus dem Jahr zuvor, wo ein Dealer aus dem CCC auch den Dealer im Film für Daniel Craig gespielt hat.[22] Das Poker Royale ist im Gegensatz zum CCC nicht das älteste, dafür aber das größte Kartenkasino Europas. Immerhin findet man in Wr. Neustadt 50 Pokertische vor und es werden laufend in Österreich internationale Turniere wie die European Poker Tour veranstaltet.[23] In Österreich gibt es vier Niederlassungen, wobei allerdings keine in Wien zu finden ist.

In Wien gibt es noch die Montesino Entertainment Group GmbH und das Pokerworld zu erwähnen, die sich beide ebenfalls in Simmering befinden. Das Montesino hat insgesamt drei Niederlassungen in Österreich und ist der jüngste der erwähnten Vertreter. Mit dem Montesino stieg das Angebot in Wien kurzzeitig auf drei Kartenkasinobetreiber, bis im August 2009 das Pokerworld in Konkurs ging und dessen Schließung angeordnet wurde.[24] Das Angebot für Pokerspieler endet aber nicht beim kommerziellen Kartenkasino. Etliche Gastronomen von kleinen Lokalen haben eigene Pokerclubs gegründet und bieten in kleinerem Rahmen ebenfalls Poker an.

Besonders in den letzten Jahren haben viele kleine Pokerlokale und auch Clubs geöffnet, womit genau der Effekt des Wildwuchses an Glücksspielangeboten auftritt, den der Staat vermeiden will. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass in den letzten Jahren in ganz Österreich Kartenkasinos eröffnet wurden und die Zahl der Niederlassungen von zwei in Wien auf 17 bundesweit im Jahr 2011 angewachsen ist und hierbei werden nur die bekannten, ohne die Casinos Austria, gezählt. Die Anzahl von Gasthäusern mit Hinterzimmern kann kaum abgeschätzt werden. Wer in einer Suchmaschine nach Poker oder Pokerclub sucht, der erhält Hunderttausende Ergebnisse und auch mehr als vergleichsweise bei einer Suche nach Schnapsen oder Tarock.[25] Immerhin gibt es für Österreich einen eigenen Pokersportverband als Dachverband, was auf die Verbreitung von Poker zeigt. Die Entwicklung und der Aufschwung von Poker wird im Kapitel über die historische Entwicklung erklärt.

Diese Expansion findet trotz der rechtlich prekären Lage und womöglich in Zukunft nachteiliger legislativer Entwicklung statt. Tatsächlich scheint die Gesetzeslage widersprüchlich, wie Peter Zanoni, der Geschäftsführer des CCC, regelmäßig aufzuzeigen versucht. Als passendes Beispiel dient die Eröffnung eines Pokerlokals in Bregenz im Jahr 2009. Man erhielt eine Gewerbeberechtigung und war nach einer Meldung bei der Bezirkshauptmannschaft zur Ausübung des Gewerbes berechtigt.[26] Das passierte alles, obwohl der Verwaltungsgerichtshof per Gutachten Poker als verbotenes Glücksspiel definiert hat.[27] Die Frage nach der Konzession, der Gesetzeslage und der Möglichkeit für Betreiber in Österreich wird in den nachfolgenden Kapiteln geklärt.

Tabelle 1: Vergleich der großen Drei[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2 Kasinoumsatz

Abermals nimmt Poker eine Sonderstellung ein. Hier spielt man nicht gegen die Bank bzw. das Haus. Es gibt keinen Bankhalter. Stattdessen wird von jedem Pot, den sich die Spieler ausspielen, ein Anteil für das Haus einbehalten. Dieser Anteil nennt sich Rake. Bei allen anderen Glücksspielvarianten ist es wichtig, dass die Teilnehmer möglichst gut verteilt sind. Für einen Anbieter von Sportwetten, wie in Österreich Tipp3 oder Admiral, ist es wichtig, dass auf beide Mannschaften eines Spiels gleich viel Geld gesetzt wird. Wer gewinnt ist für den Anbieter irrelevant, da die Verlierer die Gewinner ausbezahlen minus der Gebühr des Anbieters. Ein sicheres Geschäft.[29]

Beim Rake kann die Bank nicht verlieren und die Situation am Tisch bzw. unter den Spielern ist bedeutungslos, wenn auch hohe Einsätze einen hohen Rake versprechen. Diese Spielgebühr wird vom Kartengeber, dem Dealer, bei jedem gewonnenem Pot eingehoben und das auch dann, wenn eine Hand unentschieden ausgeht. Online verläuft dieser Abzug automatisch bereits während der einzelnen Spielstationen. Meist gibt es die Ausnahme der No Flop No Drop – Policy, wo kein Rake zu zahlen ist, wenn die Hand bereits vor dem Flop beendet wird. Gleiches gilt, wenn der Pot unter einer bestimmten Grenze bleibt.

Wie berechnet sich nun diese Gebühr, wenn ein Pot ausgespielt wird? Der Pot ist die Summe der gesetzten Beträge der Spieler. Setzt Spieler A 5 €, Spieler B erhöht auf 10 € und Spieler A bezahlt auf, so befinden sich 20 € im Pot. Der Gewinner erhält am Ende den Pot minus dem Rake. Der Rake im Kasino ist, aufgrund der einfacheren Berechnung für den Dealer, gestaffelt. Bei einem Pot von 20 € wird meist 1 € als Rake genommen, ab 30 € Pot dann 2 € bis meist etwa 500 € oder 1.000 €, wo ein Maximalrake von etwa 15 € eingehoben wird.

Auf Anfragen bei den wichtigsten Anbietern betreffend der Struktur des Rakes wurde nur vom Poker Royale und von den Casinos Austria je eine allgemeine Auskunft gegeben. Hierbei wurde von Werner Eder, Mitglied des Poker Royale Poker Teams, die Information übermittel, die auch auf deren Homepage zu finden ist.[30] Dort findet sich auch der Hinweis über den Tip für den Dealer, auf den man auch vor Ort vom Personal hingewiesen wird. Dabei handelt es sich um das Trinkgeld für den Kartengeber, wo man beim Gewinnen eines Pots einen Chip in passender Höhe übergibt. Von Edgar Stuchly, einem Pokermanager der Casinos Austria, wurde mitgeteilt, dass der Rake 5 Prozent und maximal 15 € beträgt. Im Concord ist der Rake im Turnierbereich in Wien im Aushang ersichtlich.

Die Kombination aus höherem Rake im Kartenkasino im Vergleich zu Onlineplattformen und dem Trinkgeld für den Dealer muss für die Kalkulation der Spielereinnahmen berücksichtigt werden. Entsprechende Vergleiche werden in den Kapiteln über Onlinekasinoumsatz und Pokereinnahmen aufgezeigt.

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass alle im Zuge dieser Arbeit besuchten Kasinos auch Getränke und Speisen verkauft haben oder einen eigenen Bereich mit Gastronomie betrieben haben. Die Einnahmen für Kartenkasinos entstehen somit aus den Spielgebühren und den Umsätzen aus Gastronomie.

2.1.3 Konzession

Selbständig Erwerbstätige benötigen in Österreich eine Gewerbeberechtigung, wenn auch Land-, Forstwirtschaft und Bergbau sowie bestimmte selbständige Berufe, welche durch andere Gesetze geregelt sind, ausgenommen sind.[31] Freies Gewerbe ist die einfachste Form und erfordert grundsätzlich nur eine EU-Staatsangehörigkeit. Reglementiertes Gewerbe erfordert einen Befähigungsnachweis, was beispielsweise bei Lehrberufen durch die Meisterprüfung erreicht werden kann. Der Vollständigkeit halber sollen auch Teilgewerbe erwähnt werden, welche aufgrund Teiltätigkeiten nur einen einfachen Befähigungsnachweis benötigen und Verbundene Gewerbe, die Tätigkeiten von Gewerben vereinen und keinen zusätzlichen Befähigungsnachweis benötigen.[32] Ein sensibles Gewerbe wie Glücksspiel ist nicht nur reglementiert, sondern bedarf einer behördlichen Bewilligung zum Betrieb. Diese Bewilligung nennt sich Konzession.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Gewerbearten

Konzessionäre des Bundes im Rahmen des Glücksspielmonopols sind die Österreichische Lotterien GmbH und die Casinos Austria AG.[33] Die Konzessionen für Glücksspiel sind zahlenmäßig beschränkt und die zwölf Konzessionen für Spielbanken werden alle von den Casinos Austria ausgeübt. Dadurch entsteht das österreichische Glücksspielmonopol, da die Lizenzen nicht ausgeschrieben wurden, sondern zeitlich begrenzt erteilt. Die aktuellen Konzessionen laufen jedoch 2012 (sechs der zwölf Lizenzen) bzw. 2015 aus.[34]

Die Glücksspielgesetz-Novelle 2010 erhöhte die Gesamtanzahl an Konzessionen von 12 auf 15, addierte eine Lizenz für den Betrieb eines Pokersalons und beließ die eine Konzession für Lotterien. Zum Vergleich sei erwähnt, dass allein die drei Pokerketten in Österreich bereits 16 Standorte unterhalten. Da in Zukunft die Lizenzen öffentlich ausgeschrieben werden, kann ein reger Bieterwettbewerb um diese Lizenzen erwartet werden, was entsprechende Einnahmen für den Fiskus bedeuten.

Wenn bisher bereits alle Lizenzen vergeben waren, warum gibt es so viele Pokerkasinos? Pokerkasinos wurden in Österreich aufgrund einer freizügigen Interpretation einer Gesetzeslücke im Glücksspielgesetz (GSpG) gegründet. Laut § 4 des GSpG werden Glücksspiele aus dem Monopol ausgenommen, wenn es keinen Bankhalter gibt oder die Einsätze 50 Cent nicht übersteigen.[35] Die Einsätze sind definitiv höher, einfach auch deshalb, um Poker überhaupt profitabel zu machen, es gibt aber keinen Bankhalter, gegen den die Spieler antreten. Im Vergleich zu Black Jack spielt man bei Poker nicht gegen die Bank, sondern die Spieler treten gegeneinander an.

Poker war lange Jahre kein Thema, was auch erklärt, wie es zu dieser Formulierung im Gesetzestext kam. Die Judikative benötigt Genauigkeit und was nicht explizit definiert ist oder zumindest vom Verständnis abgedeckt, das bietet entsprechende Spielräume und das im zweideutigen Sinn. Die Gewerbeordnung 1994 beinhaltet das freie Gewerbe „Halten von Spielen“ und das konzessionierte Gewerbe „ Gastgewerbe “. Das Gastgewerbe erlaubt ebenfalls das Halten von Spielen, wozu etwa Billard, Kegeln und Karten- oder Gesellschaftsspiele gezählt wurden.

Die Gewerbeordnung 1994 wird laufend aktualisiert, allerdings besitzt das Montesino einen Gewerbeschein gemäß § 340 Abs. 4 angemeldet am 19.2.2001 für das Gewerbe „Veranstaltung und Organisation des Kartenspiels „Poker“ und anderer erlaubter Kartenspiele, bei denen der Spielerfolg nicht ausschließlich oder überwiegend vom Zufall abhängig ist, ohne Bankhalter.“.[36] Absatz 4 existiert nicht mehr und Poker gilt mittlerweile als Glücksspiel und fällt in das Monopol, womit mit Ende der in der Glücksspielnovelle 2010 definierten Übergangsfrist auch diese und ähnliche Gewerbeberechtigungen nicht mehr ausreichen werden.

Mit dem Pokerboom ab 2003 rückte Poker mehr und mehr in den Fokus der Politik. Ein Gewerbeschein des Gastgewerbes reichte nämlich niemals zur Veranstaltung von Glücksspielen. Das Fehlen des Bankhalters wurde als Ausnahme interpretiert und abgesehen davon wurde erst 2005 Poker als definitives Glücksspiel definiert. Das bedeutet, dass die Situation davor zwar vom Gesetzgeber so wohl nicht beabsichtigt war, jedoch nicht als eindeutig illegal zu bezeichnen war. Mittlerweile ist besonders die Glücksspielnovelle 2010 von Interesse, wo explizit steht, dass das Gastgewerbe und das Gewerbe „Halten von Spielen“ nicht das Veranstalten von Glücksspielen erlaubt!

Das Glücksspielmonopol selbst wird im Kapitel über den Staat auszugsweise erklärt. Dessen ungeachtet ist die Glücksspielnovelle 2010 wichtig für den weiteren Betrieb der bereits existierenden Pokerkasinos. In der Novelle wird für § 22 des GSpG eine spezielle Konzession für einen Pokersalon erwähnt. Ebenfalls wird erwähnt, dass in der Übergangszeit bis zur Vergabe dieser Konzession die bestehenden Pokersalons auf Basis einer aufrechten gewerberechtlichen Bewilligung weiter betrieben werden dürfen. Das bedeutet, dass der Betrieb ursprünglich legal war und in dieser Gnadenfrist auch weiter ist. Erst mit der Vergabe der Pokerlizenz darf niemand sonst mehr Poker anbieten, wenn es nicht in Form einer Ausspielung ist. Mit Ausspielung sind Pokerturniere gemeint, welche laut § 4 Abs. 6 GSpG vom Glücksspielmonopol ausgenommen sind.

Zukünftiges Angebot von Poker:

- Poker ist zukünftig nur noch in den 15 konzessionierten Spielbanken in jeder Form erlaubt.[37]
- Poker ist zukünftig zusätzlich in einem Pokersalon in jeder Form erlaubt.
- Poker ist zukünftig im Gastgewerbe in Turnierform erlaubt.
- Einsätze dürfen höchstens 10 Euro betragen.
- Teilnehmerzahl übersteigt nicht mehr als 100 Spieler.
- Häufigkeit ist höchstens ein Mal pro Quartal.

Für professionelles Spielen wird hier das Angebot eingeschränkt oder zumindest örtlich begrenzt. Anderslautende Aussagen von Betreibern sind schlichtweg frei erfunden. Das gilt auch für Hinweise, dass man bereits über eine Pokerkonzession verfüge und auch in Zukunft mehrere Standorte betreiben kann. Neben den Konzessionen soll auch erwähnt werden, dass es zahlreiche Richtlinien gibt, die beim Betrieb eines Kasinos generell zu beachten sind. Diese Richtlinien gelten auch für die Pokerkonzession in gleichem Maße. Elementar sind neben der Regulierung das Vorbeugen von Verbrechen wie Geldwäsche und der Spielerschutz.

2.1.4 Steuern

Kasinos bieten zwar eine Dienstleistung, verkaufen diese aber nicht. Somit ist es mit Umsatzsteuer nicht getan, wobei durch den Verkauf von Speisen und Getränken natürlich auch solche anfällt. Bei Lotterien und Wettbüros fallen auch Konzessionsabgaben und Wettgebühren an, wie die folgende Grafik am Beispiel der Österreichischen Lotterien zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: CASAG Abgaben[38]

Abgesehen von den Kosten für den Erwerb einer Kasinolizenz gibt es die Spielbankabgabe. Laut § 29 GSpG ist diese am 15. des übernächsten Monats der Spieleinnahme zu entrichten. Bei einem Pokerkasino ist die Spieleinnahme der Rake, ansonsten die Gewinne der Bank bzw. des Hauses. Die Höhe der Spielbankabgabe ist in § 28 GSpG geregelt und wurde von 48 Prozent auf 30 Prozent mit der Glücksspielgesetz-Novelle 2010 gesenkt.

Zusätzlich zu diesen Abgaben sind laut § 31 Abs. 1 GSpG alle Konzessionäre und Bewilligungsinhaber verpflichtet, bis zum 15. März des Folgejahres Spenden im Ausmaß von 10.000 € an ausgewählte Spendenempfänger nachzuweisen.[39] Dieser Spendenzwang betrifft Ausspielungen mit Glücksspielautomaten, Lotterien, Kasinos und Pokersalons und somit alle Bereiche der Glücksspielindustrie abgesehen von Sportwetten.

Zählt Poker als Ausspielung, so sind die Glücksspielabgaben nach § 57 GSpG zu entrichten, was 16 Prozent Abgabe vom Einsatz bedeuten würde bzw. bei Turnieren 16 Prozent vom erzielbaren und gesamt auszubezahlenden Gewinn. Im Gegensatz zu den 30 Prozent Spielbankabgabe (effektiv 1,5 Prozent) wäre die Abgabe verzehnfacht und die übliche Gebühr von 10 Prozent des Buyins bei Turnieren würde nicht ein Mal die Abgaben abdecken. Von der Glücksspielabgabe sind konzessionierte Spielbanken im Sinne des § 21 GSpG befreit, Pokersalons sind jedoch im § 22 GSpG geregelt. Somit ist die Besteuerung von Poker in einer § 21 Spielbank mit 30 Prozent vom etwa 5-prozentigen Rake sehr unterschiedlich von der Besteuerung in einem § 22 Pokersalon, wo 16 Prozent des Einsatzes abgeführt werden müssen.

Tabelle 2: Vergleich Abgabenberechnung Cashgame

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgrund der Übergangsfrist und der nicht völlig klaren Rechtslage wird von Betreibern die neue Pokerlizenz abgewartet, um danach aufgrund der dann entstehenden Bescheide rechtlich vorzugehen. Ähnlich äußert sich Peter Zanoni, nach dessen Aussage ein Betrieb eines Pokersalons mit unterschiedlichen Glücksspielabgaben wirtschaftlich nicht möglich ist, von seinem Standpunkt über Poker als Glücksspiel ganz zu schweigen.[40]

2.2 Onlinekasinos

Onlineplattformen haben ein breiteres und tieferes Angebot und werden oft von Anbietern von Sportwetten wie bwin.Party oder 888 holdings sowie von Brick & Mortar Kasinos, also Offlinekasinos betrieben. Das Pokerangebot geht meist über Texas Hold´em hinaus und beinhaltet auch Omaha, Draw oder Stud und selbst dann noch verschiedenste Varianten und Einsatzlimits. Während im Kasino meist No Limit 4/2 Euro gespielt wird, wo man sich mit Beträgen zwischen 100 bis 400 Euro einkaufen muss, kann man online bereits um 2/1 Cent spielen, womit entsprechend größere Kundengruppen abgedeckt werden.

[...]


[1] Vgl. Plutarch (1980), S. 152

[2] Dem Poker-Paradies Wien droht der Untergang, Zugriff am 11.7.2011

[3] McClanahan v. United States, 292 F.2d 630, 631-632.

[4] Verordnung Nr. 593/2008 vom 17. Juni 2009 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht, ABI L Nr. 177 vom 4.7.2008, 6ff.

[5] Art. 7 UStG.

[6] Nähere Informationen der medizinischen Universität/Allgemeines Krankenhaus Wien unter http://www.gluecksspielsucht.at/zentrale-helpline.htm.

[7] Angelehnt an Albert Einsteins Kommentar zur Quantentheorie.

[8] Vgl. Thorp (1962), S. 4

[9] Von den bekannten Pokervarianten wird in Casinos hauptsächlich Texas Hold´em angeboten, weshalb sich diese hier im Fokus befindet. Flop, Turn und River sind die Bezeichnungen für die Boardkarten bei Texas Hold´em.

[10] Poker verwendet in allen gängigen Varianten ein Kartendeck aus 52 Karten mit französischem Bild.

[11] Neun Karten aus verbleibenden 47 Karten ergeben eine Chance von 19 Prozent für den Turn. Für den River hat man neun aus 46 Karten und 20 Prozent bzw. die Kombination beider Stationen mit 36 Prozent. Vgl. Hofer (2009), S 33.

[12] Schätzung zur Fold Equity oder Statistiken zum Estimated Value einer Hand.

[13] Vgl. Kronfellner, Peschek (1992), S. 109

[14] Casinos Austria, Zugriff am 11.7.2011

[15] Novomatic AG Geschäftsbericht 2010 veröffentlicht auf der Unternehmenswebseite bzw. die Bilanz in der Wiener Zeitung.

[16] bwin.de – betandwin plant Namensänderung, Zugriff am 20.7.2011

[17] Spielangebot Grand Casino Baden, Zugriff am 20.7.2011

[18] Cashgame ist das Spielen um Bargeld (in Form von Pokerchips), wo Spieler laufend, mit durch das entsprechende Limit definierten Beträgen, ein- und aussteigen können. Beispielsweise kann sich bei NL 10/5 Ringgame ein Spieler mit einem Betrag zwischen 200 und 1.000 Euro einkaufen und das Spiel auch jederzeit wieder verlassen und die Chips in Echtgeld umtauschen lassen. Ein Turnier hat dagegen ein Buyin und die Chips repräsentieren nur das Spielgeld, wobei ein Spieleinstieg nur zu Beginn während der Registrierung möglich ist und am Turnierende die Gewinne den erreichten Plätzen entsprechend ausbezahlt werden. Ein Sit&Go ist ein Einzeltischturnier während ein MTT ein Multi Table Tournament darstellt.

[19] Casinos Austria AG Geschäftsbericht 2010 veröffentlicht auf der Unternehmenswebseite bzw. die Bilanz in der Wiener Zeitung.

[20] Daten für Grafik aus den Casinos Austria AG Geschäftsberichten von 2002 bis 2010.

[21] Concord Card Casino, Zugriff am 20.7.2011

[22] Daniel Andreas Filmography, Zugriff am 20.7.2011

[23] Poker Royale Card Casino, Zugriff am 20.7.2011

[24] Insolvenz der FZG Freizeitbetriebe GmbH abrufbar in der Ediktsdatei des Bundesministeriums für Justiz.

[25] Suche in Google mit Filterung auf Österreich nach Poker hat 3.460.000 Ergebnisse vs. Schnapsen mit 73.700 Ergebnissen.

[26] Wirtschaft Vorarlberg, Zugriff am 21.7.2011

[27] Vom Unabhängigen Verwaltungssenat wurden durch UVS Wien-06/6/5595/1999/21 vom 3.8.2000 sowie vom Verwaltungsgerichtshof durch VwGH 2000/17/0201 vom 8.9.2005 die Glücksspieleigenschaften diverser Pokervarianten einschließlich Texas Hold´em bestätigt.

[28] Daten für Vergleich aus den Geschäftsberichten für 2009 von Novomatic, bwin und CASAG.

[29] Vgl. Dalla, Alson (2005), S. 11

[30] Jackpot und Rake, Zugriff am 14.7.2011

[31] Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194/194.

[32] Weiterführende Informationen bietet das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend.

[33] Konzessionäre in Österreich, Zugriff am 28.7.2011

[34] Glücksspiel: Konzessionszahl darf begrenzt werden, Zugriff am 28.7.2011

[35] Gemeinsame Stellungnahme 9936, Zugriff am 28.7.2011

[36] Information und Abbildung des Gewerbescheins im Eingangsbereich des Montesino im Gasometer ausgehängt, sowie auf Anfrage freundlicherweise vom Chief Operation Officer Karl Novak übermittelt.

[37] Erlaubt innerhalb des gesetzlichen Rahmens als Cashgame, Sit&Go und Turnier.

[38] Daten für Grafik aus dem Casinos Austria AG Geschäftsbericht 2009.

[39] Die Liste der Spendenempfänger ist auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen einsehbar.

[40] Recht, Glück und Können, Zugriff am 15.8.2011

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten

Details

Titel
Karriereziel Pokerprofi - von Österreich bis Las Vegas
Veranstaltung
ABWL
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
109
Katalognummer
V197629
ISBN (eBook)
9783656236313
ISBN (Buch)
9783656237143
Dateigröße
2242 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit wurde vom Betreuer und den Prüfern mit Sehr Gut bewertet. Ebenso die entsprechende Prüfung und der Abschluss erfolgte mit ausgezeichnetem Erfolg.
Schlagworte
Poker, Glücksspiel, Onlinepoker, Casino, Österreich
Arbeit zitieren
DI (fh) Reinhard Hofer (Autor:in), 2012, Karriereziel Pokerprofi - von Österreich bis Las Vegas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197629

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