Ernährungstherapie und Diät bei Hyperurikämie, Gicht, Arthrose, Arthritis und Rheuma


Ausarbeitung, 2012
24 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Richtig essen und trinken bei Arthritis, Arthrose, Gicht und Rheuma

Ernährungstherapie bei Hyperurikämie und Gicht

Therapie bei einem akuten Gichtanfall

Grundlagen der Ernährungstherapie bei Rheuma

Entzündungsmediatoren

Einfluß von mehrfach ungesättigten Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren: Gegenspieler der entzündungsfördernden Arachidonsäure

Vitamine und Mineralien bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen

Dihomo-Gamma-Linolensäure und Gamma-Linolensäure

Zusammenfassung

Was sind Glucosamine und Chondroitin?

Verhaltensweisen zur Vermeidung von Arthrose

Richtig essen und trinken bei Arthritis, Arthrose, Gicht und Rheuma

Krankheiten des Bewegungsapparates - entzündlicher wie auch degenerativer Natur - stellen für die ärztliche Praxis 10 bis 15 Prozent der zu versorgenden Patienten dar. Dabei wird der Anteil der entzündlichen-rheumatologischen Erkrankungen - Rheumatoide Arthritis - in der Bundesrepublik Deutschland mit rund 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung veranschlagt. Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die Notwendigkeit einer aktuellen Information für Betroffene und Interessierte über die Vorbeugung, Diagnostik und Therapie der entzündlichen sowie degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates sondern widerspiegeln ebenso die gesundheitlichpolitische Relevanz dieser Krankheitsgruppe. Definiert man die rheumatischen Erkrankungen als Zustände, die mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen am Bewegungsapparat einhergehen, so sind Krankheiten der peripheren Gelenke von denen des Stammskeletts sowie der Weichteile abzugrenzen. Menschen, die unter rheumatoider Arthritis leiden, profitieren von einer entzündungshemmenden Ernährungstherapie, wie sie in diesem Buch beschrieben wird. Diese Kost ist arm an entzündungsförderlicher Arachidonsäure und reich an Omega-3-Fettsäuren, die entzündliche Reaktionen herabsetzen. Mindestens 800.000 Menschen in Deutschland leiden unter rheumatoider Arthritis. Degenerative Gelenkerkrankungen (Arthrosen) sind durch einen vom Knorpel ausgehenden, fortschreitenden Zerstörungsprozess gekennzeichent. In der Ernährungstherapie profitieren Arthrosebetroffene von einer gesunden, ausgewogenen Kost, die Übergewicht abbaut oder vermeidet. Im übrigen profitieren die Arthrotiker angesichts der Häufigkeit und pathogenetischen Bedeutung entzündlicher Komplikationen (arthrtitifizierter Arthrose) von einer Kostgestaltung nach gleichen Gesichtspunkten wie bei rheumatoider Arthritis.

Gicht (Arthritis urica)

In früheren Jahrhunderten trat die Gicht (Hyperurikämie) überwiegend bei wohlhabenden Leuten auf. Sie wurde damals volkstümlich als Zipperlein bezeichnet und zählte zu den typischen Wohlstandskrankheiten. Gicht findet man heute wie auch früher als Folge der allgemeinen Überernährung und der zunehmend verringerten körperlichen Aktivität. Heute kann man davon ausgehen, dass etwa 3 Prozent aller Männer, die das 65. Lebensjahr erreichen, unter einem Gichtanfall leiden.

Definition

Unter Gicht wird eine in Schüben verlaufende Erkrankung mit Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Blut verstanden. Es kommt zur Ablagerung von Natriumurat auskristallisierender Harnsäure überwiegend in Gelenkkapseln und -knorpel, der Ohrmuschel und den Nierentubuli. Als Tophi werden die sich im (Gicht-) Knoten ablagernden Harnsäurekristalle bezeichnet. Gicht betrifft am häufigsten das Großzehengelenk, die sogenannte Podagra. Es werden zwei Formen der Gicht unterschieden: die primäre (familiäre) und die sekundäre Hyperurikämie. Die primäre Hyperurkämie beruht auf einer angeborenen Störung des Purinstoffwechsels, die in 75 bis 80 Prozent der Fälle die Ausscheidung über die Niere beeinträchtigt und in 20 bis 25 Prozent zu einer vermehrten Harnsäurebildung führt. Die sekundäre Hyperurikämie dagegen beruht nicht auf einer Störung des Stoffwechsels, sondern auf einer verminderten Ausscheidung oder erhöhten Bildung von Harnsäure. Trotz vieler Gemeinsamkeiten mit rheumatischen Erkrankungen (Gelenkschmerz, -entzündung, -zerstörung, Befall von Knochen, Knorpel, Sehnen und Schleimbeuteln) zählt die Gicht zu den Stoffwechselerkrankungen.

Ursachen

Gicht ist die Folge einer Störung des Purinstoffwechsels. Purine, wie Adenin, Hypoxanthin und Guanin, sind Bestandteile der Nukleinsäuren und damit der DNA oder RNA und kommen in allen menschlichen und tierischen Zellkernen vor. Harnsäure ist das Abbauprodukt dieser Purine. Die Zufuhr zum Harnsäurepool erfolgt einerseits aus der körpereigenen, endogenen Synthese (350 mg täglich), andererseits aus Nahrungspurinen (exogener Purinzufuhr) mit mehr als 300 mg täglich. Während beim Stoffwechselgesunden ein Gleichgewicht zwischen Harnsäurezufuhr und - ausscheidung besteht, ist dieses beim Gichtkranken gestört. Somit kommt es zu einer Vergrößerung des Harnsäurepools. Beim Gesunden liegt die Harnsäurekonzentration im Serum zwischen 2 und 7 mg/dl. Ab einer Harnsäurekonzentration von 6,5 mg/dl besteht die Gefahr einer Harnsäureausfällung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung: Synthese, Zufuhr und Ausscheidung der Harnsäure

Gicht-Symptome

Ein akuter Gichtanfall führt zu Schwellungen und Hautrötungen an den Gelenken.

In 2/3 aller Fälle ist das Großzehengrundgelenk betroffen. Diese können sich auf benachbarte Gebiete ausdehnen. Begleitend treten Symptome wie allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, erhöhter Puls, Kopfschmerzen und Erbrechen auf. Man unterscheidet vier verschiedene Formen:

1. asymptomatische Hyperurikämie: erhöhter Harnsäurespiegel, der zufällig entdeckt wird und völlig symptomlos verläuft.
2. akuter Gichtanfall: entsteht durch Natriumuratkristalle im Gelenkinnenraum und führt zu erheblichen Schwellungen, Entzündungen und Ergussbildung. Der Anfall beginnt in der Regel nachts oder frühmorgens und ist extrem schmerzhaft. Auslöser sind üppige Mahlzeiten mit Alkoholgenuss. Klassisch ist der Befall der Großzehengrundgelenks, aber auch Finger- und Handwurzelgelenke sowie das obere Sprunggelenk können betroffen sein.
3. interkritische Phase: hierbei handelt es sich um die Zeitspanne zwischen zwei Gichtanfällen, die wiederum symptomfrei verläuft. Es kann Monate bis Jahre dauern, bis ein neuer Gichtfall auftritt.
4. chronische Gicht: von einer chronischen Gicht spricht man, wenn es in mehreren Gelenken zu Harnsäure Ablagerungen, entzündlichen Reaktionen sowie Knorpel- und Knochenzerstörungen mit arthritischen Gelenkveränderungen kommt.

Gicht-Diagnose

Die Diagnose einer Hyperurikämie basiert auf der Messung des Harnsäurespiegels und dem Nachweis von Natriumuratkristallen in den Geweben und Gelenken.

Gicht-Therapie

Das Ziel der Langzeittherapie ist eine dauerhafte Senkung des Harnsäurebestandes im Körper. Die Emährungstherapie ist dabei die Basis. Dabei muss die Gesamtzufuhr von Purinen, die sich sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln als Bausteine der RNS, DNS und von Nukleotiden zu finden sind. Daneben werden Medikamente eingesetzt, die zum einen die Bildung von Harnsäure hemmen (Urikostatika) und zum anderen die Ausscheidung über die Niere erhöhen (Urikosurika).

Ernährungstherapie bei Hyperurikämie und Gicht

Eine konsequente Ernährungsumstellung hilft, Medikamente einzusparen oder macht diese überflüssig. Die häufige Über- und Fehlernährung in den westlichen Industrieländern ist als Ursache für die Entstehung einer Hyperurikämie und letztlich der Gicht zu sehen. Die Ernährungsumstellung bei einer Hyperurikämie verfolgt folgende Ziele:

Einschränkung der Purinzufuhr mit der Nahrung

Normalisierung des Körpergewichts bei Übergewicht

Als Eiweißquelle Milch und Milchprodukte bevorzugen

Einschränkung des Alkoholkonsums

Eine purinarme Kost sollte nicht mehr als 300 bis 500 mg Harnsäure pro Tag oder bis 3500 mg wöchentlich enthalten.

Der Fleisch-, Fleischwaren- und Fischkonsum sollte sich auf 100 g pro Tag beschränken. Bei Geflügel und Fisch ist die purinreichere Haut entfernen.

Tierische Lebensmittel mit mehr als 200 mg Purinen pro 100 g wie Innereien, Schwarten, Fleischextrakt, bestimmte Fischarten und alle pflanzlichen Produkte mit mehr als 50 mg Purinen pro 100g wie Hülsenfrüchte, grüne Erbsen, Broccoli, Weizenkeime sollten gemieden werden.

Bevorzugung fettarmer Milchprodukte und Ei als Quelle tierischen Eiweißes

Meiden von Innereien wie Leber, Niere, Bries, Herz, einige Fischsorten und Krustentiere wie Salzhering und Hummer

Hülsenfrüchte und purinreiche pflanzliche Lebensmittel meiden (Kohl, Rosenkohl, Erbsen, weiße Bohnen und Linsen

Einschränkung des Alkoholkonsums auf ein Glas Wein oder Bier täglich. 100 ml Bier enthalten 15 mg Harnsäure. Auch alkoholfreies Bier enthält etwa die gleiche Menge Purine Tee, Kakao und Kaffee sind erlaubt.

Die Flüssigkeitszufuhr sollte täglich mehr als 2,5 Liter betragen, damit die Harnsäureausscheidung über die Niere durch die erhöhte Diurese steigt. Geeignet sind alkalisierende hydrogencarbonatreiche Mineralwässer (führen zu einem Anstieg des Harn-pH- Wertes).

Die Nahrungsmittel am besten kochen, da ein Teil der Purine in das Kochwasser übergeht Eine streng purinarme Diät enthält nicht mehr als 300 mg Harnsäure täglich oder 2000 mg pro Woche. Es gelten die Regeln der purinarmen Diät. Zusätzlich sollte sich die Fleisch-, Wurst- oder Fischaufnahme maximal bis 100 g auf einbis zweimal wöchentlich beschränken.

Therapie bei einem akuten Gichtanfall

Tritt akut ein Gichtanfall auf, sollte eine flüssigkeitsangereicherte, streng purinarme Kost verabreicht werden. Für die Flüssigkeitszufuhr eigenen sich Tee, Säfte und alkalisierende Mineralwässer. Die Kost sollte leicht verdaulich sein. Für die Dauer der akuten Phase kann auch eine Reis-Obst-Diät oder Obstkost eingesetzt werden.

Reis-Obst-Diät: Es werden 250 bis 300 g Reis (Trockengewicht) und 750 bis 1000 g Obst ohne Zusatz von Salz, Milch oder Fett zubereitet und auf 5 bis 6 Mahlzeiten täglich aufgeteilt. Die Auswahl der Obstsorten und die Art der Zubereitung sollte abwechslungsreich ausfallen: als Kompott, Rohobst oder Obstsalat. Als Geschmacksverfeinerung kann etwas Zucker, Vanillezucker, Zimt oder Zitronenzusatz verwendet werden.

Obstdiät: Sie besteht aus der Gabe von 1250 bis 1500 g Obst auf fünf bis sechs Mahlzeiten täglich verteilt. Es sollte auf eine gemischte Auswahl zurückgegriffen werden. Avocados, Trockenobst, Nüsse, und überreifes Obst sind zu meiden. Zuckerreiche Sorten wie Weintrauben, Bananen oder Süßkirschen nur auf besonderer Verordnung einsetzen. Das Obst kann in frischer Form, als Ungezuckerten Obstsalat oder bei magenempfindlichen Personen als ungezuckerter Kompott verabreicht werden.

Rheumatoide Arthritis

Bereits dem griechische Arzt Hippokrates (460 bis 377 v. Chr.) und dem großen deutschen Mediziner Paracelsus (1493 bis 1541) war Rheumatismus und dessen Behandlung bekannt. Rheumatische Erkrankungen sind der Oberbegriff einer Vielzahl verschiedener Erkrankungen. Ihr gemeinsames Hauptmerkmal ist der Lokalisationsort das Stütz- und Bindegewebe des Bewegungsapparates. Von den rheumatischen Veränderungen sind der Bewegungsapparat mit seinen Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern, aber auch Erkrankungen des Bindegewebes, betroffen. Der Begriff Rheumatismus kommt aus dem Griechischen und bedeutet fließen, strömen. Es ist die veraltete, ungenaue Bezeichnung für die verschiedendsten Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, die mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen am Bewegungsapparat einhergehen. Nur die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen wie die chronische Polyarthritis sind einer Ernährungstherapie zugänglich.

Erst in jüngster Zeit zeigen wissenschaftliche Studien, daß nur in tierischen Nahrungsmitteln Stoffe enthalten sind, die die Entzündung der Gelenke fördern. Die Entzündung steht in engem Zusammenhang mit einer erhöhten Belastung des Körpers mit Arachidonsäure. Sie kommt nur in tierischen, fettreichen Nahrungsmitteln vor. Etwa jeder 10. Erwachsene in Deutschland leidet unter den Symptomen von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Als Rheuma bezeichnet man im Volksmund Krankheiten mit Schmerzen in den Bewegungsorganen (Gelenke, Wirbelsäule oder Muskulatur). Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gibt es in zahlreichen, unterschiedlichen Ausprägungen. Rheuma ist eine Sammelbezeichnung für mehr als 100 unterschiedliche Erkrankungen. Allen ist der Schmerz der Bewegungsorgane und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke gemein. Zudem kommt es zu Schwellung und unter Umständen zum teilweisen oder vollständigen Funktionsverlust der betroffenen Körperregionen.

Die den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zugrundeliegenden immunologischen Mechanismen sind nur unzureichend bekannt und Bestandteil der medizinisch wissenschaftlichen Forschung. Neben erblichen Faktoren, die sowohl bei den entzündlichen als auch den degenerativen rheumatischen Erkrankungen als wesentliche Rolle spielen, gelten bakterielle Infektionen, Streß sowie chemikalische und physikalische Einwirkungen als wichtigste Auslöser. Für die entzündlichen Reaktionen, die bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen auftreten, sind die sogenannten Eicosanoide und Zytokine als Vermittler der Entzündung (= Entzündungsmediatoren) wesentlich mitverantwortlich. Die häufigsten Formen von Rheuma sind Arthritis, Arthrosen, Weichteilrheumatismus, Wirbelsäulenverschleiß und die chronische Polyarthritis. Aber auch Gicht, die Osteoporose und Morbus Bechterew zählen zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Rheuma-Therapie

Die medikamentöse Therapie erfolgt in erster Linie auf die Beschwerden bezogen. Die am häufigsten eingesetzten antirheumatischen Medikamente, die nichtsteoridalen Antirheumatika, Cortison und Basistherapeutika richten sich vorrangig gegen die Entzündung. Die nichtsteoridalen Antirheumatika wirken zusätzlich unterschiedlich stark gegen den Rheumaschmerz. Nachteil dieser Medikamente stellen die relativ häufig auftretenden unerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen) teils schwerwiegender Natur dar sowie Kontraindikationen, die den Einsatz bei Patienten verbieten.

Grundlagen der Ernährungstherapie bei Rheuma

Ernährung stherapie statt Medikamentenbehandlung - davon träumen viele Rheumatiker, die mit Nebenwirkungen zu kämpfen haben, oder die unter starken Schmerzen trotz Medikation leiden. Die richtige Ernährungsweise sowie die regelmäßige Krankengymnastik kann die Rheumatherapie nicht ersetzten, sie bringt jedoch eine nebenwirkungsfreie, billige und lecker schmeckende Unterstützung im Kampf gegen eine chronische Krankheit. Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sind keine ernährungsbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Gicht oder Diabetes mellitus Typ 2. Bereits Hippokrates beschrieb jedoch Beziehungen zwischen der Ernährungsweise und dem Erkrankungsverlauf bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Die primär chronische Polyarthritis ist eine immunologisch bedingte rheumatische Erkrankung, die auf eine Ernährungstherapie anspricht. Grundsätzlich läßt sich feststellen, das Patienten, die unter einer primär chronischen Polyarthritis leiden, ihre Beschwerden verringern und gegebenenfalls Medikamente einsparen können, wenn sie vorwiegend pflanzliche Nahrungsmittel, wenig fettreiche tierische Nahrungsmittel, reichlich Fisch (mindestens 3 - 4 mal wöchentlich) essen und antioxidative Vitamine sowie Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren substituieren. In einer Befragung gaben 61 von 140 Befragten Rheumatikern an, daß der Genuß von Fleisch- und Wurstwaren zu einer Verschlimmerung der Rheumabeschwerden führt und 27 gaben an, daß diese durch tierische Fette und Milchprodukte hervorgerufen wird. Eine Besserung glaubten von 140 40 nach pflanzlicher Kost, 36 nach Fasten, 57 nach einer Kost mit hohem Rohkostanteil und 17 unter anderem nach dem Genuß von pflanzlichen Fetten zu beobachten.

Übergewicht: Der Feind des Rheumatikers

Sehr viele Rheumapatienten haben Übergewicht. Jedes Kilo zuviel belastet den Bewegungsapperat. Eine Gewichtsreduktion ist für den übergewichtigen Rheumatiker der erste und wichtigste Schritt zur Schmerzreduktion.

Richtig abnehmen bei rheumatischen Erkrankungen

Nach jahrelangen Diskussionen um die richtige Reduktionskost ist klar, daß eine fettarme Ernährung zur Gewichtsabnahme führt. Ein Gewichtsverlust von 500 g pro Woche ist dabei völlig ausreichend. Die Energiezufuhr bei einer Reduktionskost liegt idealerweise zwischen 1200 und 1800 Kilokalorien. Nicht Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot, Bananen oder Weintrauben sind die Dickmacher der Nation sondern die großen Fleisch- und Wurstportionen, die auch den Arachidonsäurespiegel erhöhen. Im Gegensatz zu Fett machen Kohlenhydrate nicht dick und enthalten keine Arachidonsäure.

Kohlenhydrate

Die direkte Energieversorgung des Körpers stammt aus kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln wie Getreideprodukten (Vollkornbrot, Vollkornbrötchen, Vollkornreis, Vollkornnudeln), Gemüse, Salate, Kartoffeln, Obst und Zucker. Mit Ausnahme von Zucker und Weißmehlprodukten sind kohlenhydratereiche Nahrungsmittel relativ Kilokalorienarm aber reich an wertvollen Ballaststoffen.

Eiweiße

Eiweiß wird wissenschaftlich als Protein bezeichnet und ist lebensnotwendig. Es dient dem Körper als Baustoff für die Muskulatur aber auch für zahlreiche Hormone und Enzyme. Rheumatiker decken ihren Eiweißbedarf über pflanzliche Nahrungsmittel, fettarme Milchprodukte und insbesondere Fisch. Entgegen der häufig ausgesprochenen Empfehlung hat der Konsum von Schweinefleisch keinen negativen Effekt bei Gelenkerkrankungen oder Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Fette

Fett ist der energiereichste Nährstoff und deswegen weisen Mediziner und Diätassistenten darauf hin, daß Fett fett macht. Rheumatiker sollten ausschließlich hochwertige Vitamin-E- reiche Pflanzenöle und Diät- oder Reformmargarine verwenden. Rheumatiker, insbesondere die unter Übergewicht leidenden, profitieren von einer äußerst sparsamen Verwendung der richtigen Fette.

Richtig trinken bei Rheuma

Jeder Mensch sollte täglich mindestens 2 Liter trinken. Die meisten Getränke haben keinerlei Einfluß auf das rheumatische Geschehen. Nur alkoholische Getränke können den entzündlichen Prozeß verstärken und sollten aus diesem Grunde weitgehend gemieden werden. Rheumatikern ist insbesondere Schwarz-, Kräuter- und Früchtetee, Kaffee (maximal 4 Tasse pro Tag), vitalstoffreicher Obst- und Gemüsesaft und besonders Mineralwasser (calciumreich > 250 mg/l) zu empfehlen.

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Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Ernährungstherapie und Diät bei Hyperurikämie, Gicht, Arthrose, Arthritis und Rheuma
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V197787
ISBN (eBook)
9783656241430
ISBN (Buch)
9783656244745
Dateigröße
2324 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arthrose, Arthritis, Gicht, Hyperurikämie, Purin, Harnsäure, Arachidonsäure, Omega-3-Fettsäuren, Sven-David Müller, Diätassistent, Ernährungstherapie
Arbeit zitieren
M.Sc. Sven-David Müller (Autor), 2012, Ernährungstherapie und Diät bei Hyperurikämie, Gicht, Arthrose, Arthritis und Rheuma, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197787

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