Deutschland im Krieg – Ziele, Probleme und Entwicklung des Afghanistaneinsatzes


Hausarbeit, 2011
20 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hintergründe
2.1 Bisheriger Kriegsverlauf
2.2 Aktuelle Situation im Norden Afghanistans

3 Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan
3.1 Begründung und ursprüngliche Ziele des Einsatzes
3.2 Probleme des Einsatzes
3.3 Erreichtes der Bundeswehr

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Eidesstattliche Erklärung

1 Einleitung

Der Afghanistan-Krieg geht nun bereits in sein zehntes Jahr. Ausgelöst durch die Terroranschläge am 11.09.2001[1] ereignen sich seitdem pausenlos Kämpfe am Hindukusch. Angeführt von den Streitkräften der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, begann Ende 2001 der Kampf gegen den Terror. Die Zahl der Toten und Verletzten seit Kriegsbeginn steigt von Jahr zu Jahr. Früh entschied auch Deutschland, sich am Krieg in Afghanistan zu beteiligen. Eine Entscheidung, die bis heute äußerst kontrovers diskutiert wird.

Mit welcher Begründung ist die Bundeswehr einst in den Krieg gezogen? Welche Ziele steckte sich die damalige Regierung? Welche Ziele wurden erreicht und welche Probleme gab es? Konnte die Lage in Afghanistan mithilfe der Soldaten der Bundeswehr stabilisiert werden?

In jetzt 10 Jahren hat es die Bundeswehr nicht geschafft, die Lage in Afghanistan zu stabilisieren, da die Bundesregierung bisher zu keinem Zeitpunkt ernsthaft hinter der Entscheidung des Einsatzes stand und bereit war, aktiv in die Geschehnisse am Hindukusch einzugreifen. Deutschlands Soldaten „kämpfen“[2] am Hindukusch, sowohl um ihr Leben, als auch um die politische Rechtfertigung des Einsatzes.

Diese Arbeit konzentriert sich auf die Ziele und die Rechtfertigung des Einsatzes, die Probleme, die der Einsatz mit sich bringt und den Einfluss der Bundeswehr auf die Entwicklung in Afghanistan. Eine vollständige Analyse ist aufgrund des umfangreichen Themas jedoch nicht möglich.

Das Ziel der Arbeit besteht darin, ein aktuelles Zwischenfazit liefern zu können. Aus diesem Grund ist der Großteil der Literatur nicht älter als wenige Jahre. Bewusst fiel die Wahl größtenteils auf Literatur, die sich kritisch mit dem Thema befasst, da die Arbeit zwar aus beiden Blickwinkeln betrachtet werden soll, jedoch das Hauptaugenmerk auf der kritischen Beobachtung des Einsatzes liegt.

Dazu ist zu sagen, dass sowohl ein Buch[3] von zwei Autoren der BILD-Zeitung verfasst wurde, als auch eines von Wolfgang Gehrcke.[4] Dem gegenüber steht Literatur von Seiten der Bundesregierung und ehemaligen Beteiligten der Bundeswehr. Der Forschungsstand ist demnach ungeklärt. Seit Kriegsbeginn gibt es in regelmäßigen Abständen zahlreiche Publikationen und nahezu täglich Diskussionen in der Öffentlichkeit. Die Meinungen gehen in beide Richtungen.

Im Anschluss an die Einleitung werden zunächst die Hintergründe der Thematik erläutert. Eingeschlossen darin sind eine kurze Zusammenfassung des bisherigen Kriegsverlaufes, sowie die aktuelle Lage in Afghanistan. Anschließend folgt die Rolle der Bundeswehr in Afghanistan. Begründung, Ziele, Probleme und Entwicklung stehen dabei im Mittelpunkt.

2 Hintergründe

2.1 Bisheriger Kriegsverlauf

Als am 11. September 2001 zwei entführte Passagierflugzeuge in das World Trade Center flogen, hielt die gesamte Welt den Atem an. Der größte Terroranschlag der Geschichte der Menschheit mit mehr als 3000 Toten veränderte alles. Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden von Terroristen der Organisation Al Kaida[5] angegriffen, worauf sie Afghanistan, dem damaligen Rückzugsgebiet Al Kaidas, den Krieg erklärten. Mit dem Mandat des UN-Sicherheitsrates im Rücken begannen Anfang Oktober 2001 amerikanische Soldaten die afghanische Hauptstadt Kabul zu bombardieren. Es dauerte nicht lange bis auch die Bundesregierung am 16. November 2001 ihre Beteiligung am Krieg zusagte.[6] Das Einsatzgebiet der Bundeswehr sollte der Norden Afghanistans werden. Seitdem steigen die Zahlen, sowohl die, der gefallenen Soldaten und Zivilisten, als auch die, der stationierten deutschen Truppen. Ende 2002 stockte man die Kontingente auf 2500 Soldaten auf. 2008 waren es bereits 4500 Bundeswehrsoldaten.[7]

Im September 2009 sorgte schließlich Oberst Klein für Aufsehen, nachdem er die Bombardierung zweier entführter Tanklastwagen befahl, bei der rund 142 Menschen, größtenteils Zivilisten, ums Leben kamen. Am 18.12.2010 sprach Angela Merkel stellvertretend für die gesamte Regierung erstmals von Krieg, in dem sich auch Deutschland befindet. Anfang März 2011 ereignete sich ein weiterer bedeutender Vorfall für die Bundeswehr. Mit Karl-Theodor zu Guttenberg musste bereits der dritte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn abtreten[8]. Bereits seine Vorgänger Peter Struck und Franz-Josef Jung konnten nicht lange in ihrem Amt verbleiben.

2.2 Aktuelle Situation im Norden Afghanistans

„Fragile Erfolge am Hindukusch“, lautete die Überschrift eines Artikels, der Anfang des Jahres in der Onlineausgabe der Zeit erschien.[9] In dem Bericht von Hauke Friederichs werden hochrangige deutsche Offiziere zitiert, die von einer Sicherheitslage sprechen, die so gut wie lange nicht mehr sei.[10] Doch nun stellt sich die Frage, aus welchem Grund die Sicherheitslage im Norden als verbessert gilt. Der wohl wichtigste Grund für Friederichs ist der, dass die Taliban entscheidend zurückgedrängt werden konnten. Dabei spielt die Ausrüstung eine tragende Rolle. Mehr und vor allem besser ausgestattete Panzer und Fahrzeuge verbessern die Sicherheitslage erheblich.[11] Sie haben großen Einfluss auf die Aufständischen, die sich dem größer werdenden Risiko ungern aussetzen wollen. Ein weiteres wichtiges Argument für eine stabilisierte Lage sieht Friederichs auch in der starken Truppenaufstockung der Amerikaner.

„Die 5000 US-Soldaten und vor allem die rund 60 Hubschrauber sorgten im Nor den für deutlich mehr militärische Möglichkeiten.“[12]

Doch das ist nicht der einzige positive Faktor, der auf die US-Amerikaner zurückgeht. Das Programm der US-Regierung, einheimische Dorfmilizen zu einer Afghan Local Police (ALP)[13] auszubilden, zeigte durchaus Erfolge, da die Mitglieder der ALP, im Gegensatz zur korrupten afghanischen Polizei, bei den Menschen akzeptiert sind und gemeinsame Interessen verfolgen: Ein friedliches Afghanistan.[14] Die Erfolge sind bei den Soldaten deutlich zu spüren. Seit September 2010 gab es auf Kundus[15] keinen Beschuss mehr. Deutsche Sanitäter müssen ihre Nächte nicht mehr wie früher in Bunkern verbringen.[16] Trotzdem muss man bedenken, dass die gute Sicherheitslage eine Momentaufnahme Ende Januar 2011 war. Schon damals warnte man vor aufkommender Euphorie, da die Situation im Winter traditionell entspannter ist, als im Frühjahr und im Sommer.[17] Die Lage hat sich inzwischen wieder verändert.

[...]


[1] vgl. LPB-BW: 9/11-Tag des Terrors, online im Internet <http://www.lpb-bw.de/11september.html>, [zugegriffen am: 17.03.2011].

[2] Das Wort „kämpfen“ ist an der Stelle doppeldeutig gemeint. Einmal „kämpfen“ im Sinne von „bekriegen“ und einmal „kämpfen“ im Sinne von „rechtfertigen“.

Meyer, Jan/Reichelt, Julian: Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanistan vertuschten, Köln 2011. Wolfgang Gehr>

[5] Al Kaida: (arabisch: „Das Fundament“) Weltweit operierende Terrororganisation.

[6] Teilnahme an OEF-Mission (Operation Enduring Freedom), die weltweit „Kampf gegen Terrorismus führt“.

[7] vgl. Gehrcke, Wolfgang/Buchinger, Christel/von Freyberg, Jutta/Kebir, Sabine: a.a.O., S.227-232.

[8] Aufgrund fehlender Fußnoten in seiner Dissertation.

[9] Friederichs, Hauke: Fragile Erfolge am Hindukusch, online im Internet

<http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-01/nordafghanistan-sicherheit>, 27.01.2011, [zugegriffen am: 28.05.11].

[10] vgl. ebenda., S.1.

[11] vgl. ebenda, S.2.

[12] ebenda, S.2.

[13] Hilfspolizeitruppe, die selbstständig Dörfer vor Angriffen Aufständischer schützen soll.

[14] Friederichs, Hauke: a.a.O., S.3.

[15] Hauptstadt der afghanischen Provinz Kunduz im Norden Afghanistans.

[16] vgl. Friederichs, Hauke: a.a.O., S.4.

[17] vgl. ebenda, S.1.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Deutschland im Krieg – Ziele, Probleme und Entwicklung des Afghanistaneinsatzes
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V197822
ISBN (eBook)
9783656239536
ISBN (Buch)
9783656240204
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutschland, krieg, ziele, probleme, entwicklung, afghanistaneinsatzes
Arbeit zitieren
Nils Heinichen (Autor), 2011, Deutschland im Krieg – Ziele, Probleme und Entwicklung des Afghanistaneinsatzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197822

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