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Das Phantastik-Konzept nach Tzvetan Todorov am Beispiel von Zack Snyders 'Watchmen'

Title: Das Phantastik-Konzept nach Tzvetan Todorov am Beispiel von Zack Snyders 'Watchmen'

Term Paper , 2009 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Ewen (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die folgende Arbeit befasst sich mit dem von Tzvetan Todorov erdachten Konzept der Phantastik. Es soll untersucht werden, ob sich dieses Konzept auf Verfilmungen der Graphic Novel anwenden lässt. Als Beispiel soll Zack Snyders Filmadaption von Alan Moores „Watchmen“ dienen, die im Jahr 2009 in den deutschen Kinos zu sehen war.
Todorovs Konzept bildet eine wichtige Grundlage in der Diskussion über phantastische Literatur. In seiner „Einführung in die fantastische Literatur“ schreibt er: „...jedes Werk ändert die Gesamtheit der möglichen Werke, jedes neue Beispiel ändert die Spezies.“
Besonders deutlich wird das an „Watchmen“. Dieser Film bricht mit wahrscheinlich allem, was im Bereich Comic-Verfilmungen bisher üblich war. Damit erfüllt er insbesondere, was Todorov mit dem oben zitierten Satz ausdrücken wollte. Wenn man von wenigen Ausnahmen, wie etwa „Sin City“ absieht, dürfte es kaum einen Film dieses Genres geben, der die Superhelden auch abseits von Verbrecherjagd und Fototerminen zeigt und sie als Menschen mit allen dazu gehörenden Stärken und Schwächen präsentiert.
Im Folgenden werde ich zunächst die Bedingungen zusammenfassen, die ein Text bzw. Film erfüllen muss, um nach Todorov als „phantastisch“ gelten zu können. Danach werde ich mich dem Film „Watchmen“ zuwenden und ihn dahingehend untersuchen, ob sich in ihm phantastische Elemente finden. Ich werde dazu die Figur des Dr. Manhattan genauer untersuchen. In einem weiteren Schritt werde ich untersuchen, ob auch andere Figuren des Films, die von Todorov genannten Bedingungen erfüllen, bevor ich schließlich zum Schluss meiner Arbeit kommen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phantastik-Konzept nach Tzvetan Todorov

3. Beispiel für eine fantastische Figur: Dr. Manhattan

4. Grenzen des Phantastik-Konzeptes

4.1 Walter Kovacs/Rorschach

4.2 Adrian Veidt/Ozymandias

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von Tzvetan Todorovs theoretischem Konzept der Phantastik auf die Filmadaption der Graphic Novel „Watchmen“ von Zack Snyder. Dabei wird analysiert, inwieweit die dort gezeigten Charaktere und Handlungselemente die strengen Kriterien des Phantastischen erfüllen oder an deren Grenzen stoßen.

  • Anwendung des Phantastik-Konzepts nach Tzvetan Todorov auf moderne Comic-Verfilmungen.
  • Klassifizierung von Dr. Manhattan als „unvermischt-wunderbare“ Figur.
  • Analyse der Figur Rorschach und der Problematik seiner unerklärlichen Maske im Kontext der Phantastik.
  • Untersuchung von Adrian Veidt/Ozymandias hinsichtlich der Glaubwürdigkeit menschlicher Extremmerkmale.
  • Bewertung der strukturellen Bedingungen von Phantastik (Gleichgewicht, unheilvolles Ende) im Film.

Auszug aus dem Buch

3. Beispiel für eine fantastische Figur: Dr. Manhattan

Wie Todorov in seiner „Einführung in die fantastische Literatur“ erläutert, können Ereignisse auch dann durchaus rational erklärt werden, wenn sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht naturwissenschaftlich erfassbar sind. Als ein Beispiel dafür nennt er das „naturwissenschaftliche Wunderbare [...]“. Er schreibt: „Hier wird das Übernatürliche auf rationale Weise erklärt, aber anhand von Naturgesetzen, die die gegenwärtige Naturwissenschaft nicht anerkennt.“ Das kann durchaus für Dr. Manhattan gelten.

Seine Verwandlung vom Nuklearphysiker Jon Osterman zu einer Kreatur mit übernatürlichen Kräften wird mit einem Unfall im Labor begründet (vgl. Talkshow-Master: „...ein renommierter Atomwissenschaftler, der seit einem schrecklichen Unfall eine Vielzahl phantastischer Fähigkeiten besitzt. Allen voran die Fähigkeit, durch Gedanken Materie zu formen. Heutzutage kennt die ganze Welt ihn als: Dr. Manhattan.“)

Dies wirkt zwar zunächst wie eine durchaus logische Erklärung. Denn Mutationen sind nach dem Einsatz nuklearer Technologie durchaus denkbar. Das zeigt das Beispiel Tschernobyl, wie auch die Beispiele Hiroshima und Nagasaki. Nach dem Abwurf von Atombomben auf diese beiden japanischen Städte kam es dort überdurchschnittlich oft zu Fehlbildungen bei Neugeborenen. Bisher hat es allerdings auf der ganzen Welt noch keinen nuklearen Unfall gegeben, bei dem das Opfer dadurch übernatürliche Fähigkeiten gewonnen hätte. Im Gegenteil, wie die genannten Beispiele gezeigt haben, sind die Folgen eines solchen Unfalls in aller Regel verheerend. Ein Unfall wie der im Film geschilderte erscheint daher auch Menschen mit eher lückenhaften Kenntnissen der Nuklearphysik sehr unrealistisch. Er wird aber im Film „als factum brutum in der vom Werk aufgebauten fiktiven Welt [...]“ akzeptiert. Dieter Penning schreibt darüber hinaus: „Es ist wichtig festzuhalten, daß in der Phantastik noch so außergewöhnliche Erlebnisse Anspruch auf Objektivität bzw. intersubjektive Nachvollziehbarkeit erheben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Phantastik und die Fragestellung, ob das Konzept von Todorov auf Zack Snyders „Watchmen“ anwendbar ist.

2. Das Phantastik-Konzept nach Tzvetan Todorov: Definition der theoretischen Grundlagen des Fantastischen nach Todorov, inklusive der vier Kategorien des Übernatürlichen.

3. Beispiel für eine fantastische Figur: Dr. Manhattan: Untersuchung der Figur Dr. Manhattan als Beispiel für das „naturwissenschaftlich Wunderbare“ und seine Einordnung nach Todorovs Kriterien.

4. Grenzen des Phantastik-Konzeptes: Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendbarkeit des Konzepts auf den gesamten Film, insbesondere hinsichtlich der strukturellen Bedingungen.

4.1 Walter Kovacs/Rorschach: Analyse der Figur Rorschach und der ungeklärten Beschaffenheit seiner Maske sowie seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten.

4.2 Adrian Veidt/Ozymandias: Untersuchung von Adrian Veidt bezüglich seiner übermenschlichen Eigenschaften und der Glaubwürdigkeit seines Charakters.

5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung, dass Todorovs Konzept nur mit Einschränkungen auf „Watchmen“ anwendbar ist und einige Elemente den vorgegebenen Rahmen sprengen.

Schlüsselwörter

Phantastik, Tzvetan Todorov, Watchmen, Graphic Novel, Dr. Manhattan, Rorschach, Adrian Veidt, Ozymandias, Literaturtheorie, Filmwissenschaft, Wunderbares, Unheimliches, Science-Fiction, Superhelden, Medienanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phantastik-Konzept des Literaturtheoretikers Tzvetan Todorov und wendet es auf die Filmadaption „Watchmen“ an, um zu prüfen, ob der Film als phantastisches Werk klassifiziert werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der filmtheoretischen Analyse von Superhelden-Verfilmungen, der Anwendung literaturwissenschaftlicher Phantastik-Kategorien und der Untersuchung spezifischer Charakterkonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob ein populärkulturelles Werk wie „Watchmen“ den strukturellen und inhaltlichen Anforderungen an phantastische Literatur nach Todorov genügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deduktive Analyse durchgeführt, bei der die theoretischen Bedingungen Todorovs auf die Handlung und Figuren des Films appliziert und auf ihre Passgenauigkeit geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die exemplarische Untersuchung von Dr. Manhattan als fantastische Figur sowie die Analyse der Grenzen des Konzepts anhand der Charaktere Rorschach und Adrian Veidt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Phantastik, Tzvetan Todorov, Graphic Novel, Watchmen, sowie die literaturwissenschaftliche Klassifizierung von Charakteren.

Wie wird Dr. Manhattan im Kontext der Phantastik eingeordnet?

Dr. Manhattan wird als Beispiel für das „naturwissenschaftlich Wunderbare“ eingestuft, da seine übernatürlichen Fähigkeiten innerhalb der fiktiven Welt logisch begründet, jedoch wissenschaftlich nicht erklärbar sind.

Warum stellt Rorschachs Maske eine Herausforderung für das Modell dar?

Die Maske Rorschachs wirkt laut Autor wie ein fantastisches Element, da sie technisch nicht erklärbar ist, jedoch innerhalb des Films von niemandem hinterfragt wird, was der Todorovschen Bedingung des Zweifels widerspricht.

Welches Fazit zieht der Verfasser zur Anwendbarkeit des Konzepts?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Todorovs Konzept nur eingeschränkt auf den Film passt, da wesentliche Merkmale wie Rorschachs Fähigkeiten oder Veidts Eigenschaften aus dem theoretischen Rahmen herausfallen.

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Details

Title
Das Phantastik-Konzept nach Tzvetan Todorov am Beispiel von Zack Snyders 'Watchmen'
College
University of Trier
Course
Phantastik in Literatur und Film
Grade
1,3
Author
Christoph Ewen (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V197879
ISBN (eBook)
9783656242017
ISBN (Book)
9783656242567
Language
German
Tags
phantastik-konzept tzvetan todorov beispiel zack snyders watchmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Ewen (Author), 2009, Das Phantastik-Konzept nach Tzvetan Todorov am Beispiel von Zack Snyders 'Watchmen', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197879
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