Wir essen viel zu wenig Gemüse und Obst!
Dass der Verzehr von Gemüse und Obst einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit und zur Vorbeugung von Krankheiten leistet, ist nicht erst seit gestern bekannt. Trotzdem zeigen Statistiken alarmierende Werte beim Gemüse- und Obstverbrauch der deutschen Bevölkerung: Wir essen zu wenig Gemüse und Obst. Zwar stieg der Gemüseverbrauch laut dem aktuellen Ernährungsbericht aus dem Jahre 2004 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) seit 1999 von 88,8 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf 90,5 Kilogramm im Jahr 2002 an, dies ist jedoch immer noch viel zu wenig. Ideal wäre ein Gemüseverbrauch von 240 Kilogramm pro Kopf und Jahr, das entspricht einer täglichen Zufuhr von 650 bis 660 Gramm.
Erheblich besser verhält es sich laut Ernährungsbericht mit dem Obstverbrauch in Deutschland: Im Jahr 2002 verbrauchte jeder Deutsche etwa 128 Kilogramm Obst, ein Wert, der gerade die wünschenswerte Mindestmenge von 350 Gramm pro Kopf und Tag abdeckt. Es ist dabei allerdings wichtig zu betonen, dass der Verbrauch keinesfalls mit dem Konsum gleichzusetzen ist – die angegebenen Werte umfassen nur die auf dem Markt abgesetzte Menge. Faules oder in den Haushalten nicht verwendetes und gegessenes Gemüse und Obst muss theoretisch abgezogen werden. Letztlich erreichte den von diversen Gesundheitsorganisationen formulierten SOLL-Wert für den Gemüse- und Obstverbrauch keine untersuchte Personengruppe, selbst wenn alle Gemüse- und Obstprodukte neben den frischen Lebensmitteln mit einbezogen wurden, so die nüchterne Analyse der Autoren des Ernährungsberichts 2004. Deswegen ist es Ziel dieser Broschüre, die ausschließlich positiven Aspekte eines hohen Gemüse- und Obstkonsums aufzuzeigen, Wege zu einem diesbezüglich geänderten Konsumverhalten zu ebnen und so einen Beitrag zu einer gesünderen Gesellschaft zu leisten.
Inhaltsverzeichnis
Wir essen viel zu wenig Gemüse und Obst!
Warum verzichten wir so oft auf die schmackhaften Fitmacher?
Warum Gemüse und Obst? Die Vorteile auf einen Blick!
a) Gemüse und Früchte können durch das Zusammenspiel ihrer Inhaltsstoffe das Risiko, an chronischen Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, Krebs und vermutlich sogar grauem Star oder Alzheimer zu erkranken, effektiv senken.
b) Egal, wie viel davon gegessen wird: Gemüse und Obst macht nicht dick.
c) Diabetiker profitieren vom Gemüse- und Obstkonsum.
d) Gemüse und Obst optimieren die Verdauung.
Gemüse und Obst: Die prallen Wirkstoffcocktails
Die Lebensnotwendigen: Vitamine
Fettlösliche Vitamine: Vitamine E, D, K und A
Wasserlösliche Vitamine, die häufig in Obst und Gemüse enthalten sind:
Die Aufbauenden und Regulierenden: Mineralstoffe
Die Unterstützer: Nahrungsfasern (Ballaststoffe)
Die Alleskönner: Sekundäre Pflanzenstoffe
Warum noch warten und nicht gleich starten? Das tägliche Kilogramm
Täglich ein Kilogramm: So funktioniert es!
Ein Kilogramm am Tag: Tipps zur Umsetzung
Reichen Gemüse und Obst tatsächlich aus, um den persönlichen Wirkstoffbedarf komplett abzudecken?
Der Einkauf, die Lagerung und die richtige Zubereitung von Gemüse und Obst
Der richtige Einkauf von Gemüse und Obst
Die sinnvolle Lagerung von Gemüse und Obst
Die wirkstoffschonende Zubereitung von Gemüse und Obst
Die Saisonkalender für Gemüse und Obst
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die gesundheitliche Relevanz von Obst und Gemüse zu verdeutlichen, auf die ernährungsphysiologischen Vorteile aufmerksam zu machen und praktische Lösungsansätze zu vermitteln, um den täglichen Verzehr auf das empfohlene Maß von einem Kilogramm zu steigern.
- Gesundheitliche Prävention von Zivilisationskrankheiten durch sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe.
- Analyse des aktuellen Verbrauchs im Vergleich zu den tatsächlichen physiologischen Anforderungen.
- Strategien zur praktischen Umsetzung einer "1-Kilogramm-am-Tag"-Ernährung im Alltag.
- Optimierung von Einkauf, Lagerung und Zubereitung zur maximalen Nährstofferhaltung.
- Die Rolle von Ballaststoffen für Sättigung, Verdauung und Stoffwechselregulation.
Auszug aus dem Buch
Warum verzichten wir so oft auf die schmackhaften Fitmacher?
Natürlich: Es ist viel einfacher, abends schnell eine Pizza in den Ofen zu schieben, als sich vor dem Essen noch mit angeblich langwierigen Putz-, Schäl- und Kochaktionen zu beschäftigen. Es ist wohl auch so, dass Gemüse und Obst eine Art „Hausfrauen-“ beziehungsweise „Ökoflair“ umschwebt. Scheinbar ist es schicker, sich für die Mittagspause einen Schokoriegel mitzunehmen als „fürchterlich“ gesundes Grünzeug, das am besten noch stilgerecht in einer Frischhaltebox verpackt ist. Dies suggeriert jedenfalls die Werbung. Leider sind es oft Männer, die dem „Hasenfutter“ nicht besonders viel abgewinnen können, weil es angeblich nicht satt macht und immer gleich fade schmeckt.
Es ist jedoch mit Sicherheit einen Versuch wert, sich einmal auf dem Wochenmarkt umzuschauen oder die Gemüse- und Obstabteilung in einem Supermarkt aus der Nähe zu betrachten. Hier sind viele Gemüse- und Obstsorten zu entdecken, die man vielleicht noch nie gesehen, geschweige denn probiert hat. Die persönlichen Favoriten warten sicherlich in einem der Regale! „Blindes“ nach rechts und links Greifen, nur um aus Gewohnheit bestimmte Lebensmittel in den Wagen zu legen sind Einkaufsmuster, die längst antiquiert sind. Es ist ein Erlebnis, durch eine gut sortierte Gemüse- und Obstabteilung zu schlendern und Farben, Formen und Gerüchen eine Chance zu geben: Buchstäbliches Wellness für die Sinne! Vielleicht lässt sich auf diesem Wege auch mit dem alten Gerücht aufräumen, Gemüse und Obst wäre zu teuer.
Zusammenfassung der Kapitel
Wir essen viel zu wenig Gemüse und Obst!: Einleitende Analyse des IST-Zustands des Obst- und Gemüseverzehrs in Deutschland im Vergleich zu gesundheitlichen Soll-Werten.
Warum verzichten wir so oft auf die schmackhaften Fitmacher?: Betrachtung psychologischer und praktischer Hürden, die einen höheren Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln im Alltag verhindern.
Warum Gemüse und Obst? Die Vorteile auf einen Blick!: Detaillierte Darstellung der präventiven Wirkung von Obst und Gemüse auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gewicht und Verdauung.
Gemüse und Obst: Die prallen Wirkstoffcocktails: Überblick über die essenziellen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.
Die Lebensnotwendigen: Vitamine: Klassifizierung und Bedeutung von fett- und wasserlöslichen Vitaminen für den menschlichen Stoffwechsel.
Die Aufbauenden und Regulierenden: Mineralstoffe: Erläuterung der Funktionen von Mengen- und Spurenelementen in Obst und Gemüse.
Die Unterstützer: Nahrungsfasern (Ballaststoffe): Analyse der positiven Effekte von Ballaststoffen auf Verdauung, Sättigung und Cholesterinspiegel.
Die Alleskönner: Sekundäre Pflanzenstoffe: Übersicht der verschiedenen Gruppen sekundärer Pflanzenstoffe und deren spezifische zellschützende Wirkungsweisen.
Warum noch warten und nicht gleich starten? Das tägliche Kilogramm: Plädoyer für eine konkrete Steigerung des Verzehrs auf ein Kilogramm täglich zur Förderung der Gesundheit.
Täglich ein Kilogramm: So funktioniert es!: Definition praktischer Portionseinheiten und Strategien für die Integration im Tagesablauf.
Ein Kilogramm am Tag: Tipps zur Umsetzung: Konkrete, alltagstaugliche Empfehlungen zur Mahlzeitengestaltung, auch für Berufstätige.
Reichen Gemüse und Obst tatsächlich aus, um den persönlichen Wirkstoffbedarf komplett abzudecken?: Kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Nahrungsergänzungsmitteln bei besonderem Bedarf.
Der Einkauf, die Lagerung und die richtige Zubereitung von Gemüse und Obst: Leitfaden für qualitätserhaltende Maßnahmen vom Einkauf bis zur schonenden Garung.
Die Saisonkalender für Gemüse und Obst: Tabellarische Übersicht der saisonalen Verfügbarkeit von Gemüse- und Obstsorten zur Unterstützung einer bewussten Lebensmittelauswahl.
Schlüsselwörter
Gemüse, Obst, Ernährung, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Sekundäre Pflanzenstoffe, Herz-Kreislauf-Prävention, Gesundheit, 5-am-Tag, 1-Kilogramm-am-Tag, Nährstofferhalt, Ernährungsumstellung, Stoffwechsel, Immunsystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle von Obst und Gemüse in der menschlichen Ernährung und warum der aktuelle Verzehr in Deutschland unzureichend ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die gesundheitlichen Vorteile durch Nährstoffe, die Bedeutung sekundärer Pflanzenstoffe, praktische Tipps zur Umsetzung einer gesunden Ernährung sowie Ratschläge zu Einkauf und Zubereitung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung des "1-Kilogramm-am-Tag"-Konzepts, um die Bevölkerung zu einem gesundheitsfördernden Konsumverhalten zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Aufbereitung ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse, Studien (wie die EPIC-Studie) und offizieller Berichte zur Prävention von Zivilisationskrankheiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse von Mikronährstoffen, die Bedeutung von Ballaststoffen sowie die Anleitung zur schonenden Verarbeitung und saisonalen Auswahl von Lebensmitteln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ernährung, Prävention, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Gesundheit.
Warum ist Tiefkühlgemüse laut dem Autor ernährungsphysiologisch sinnvoll?
Da durch das Blanchieren und Schockfrosten Vitamine und Mineralstoffe direkt nach der Ernte konserviert werden und der Zellgefüge-Aufbruch die Bioverfügbarkeit bestimmter Nährstoffe sogar erhöhen kann.
Welche Rolle spielt die Saisonalität für die Qualität der Lebensmittel?
Saisonale Produkte aus heimischem Anbau sind frischer, reicher an Vitalstoffen und geschmacklich hochwertiger, da lange Transportwege und Lagerzeiten entfallen.
Was unterscheidet pflanzliche Karotinoide von tierischem Vitamin A?
Pflanzliche Karotinoide sind Vorstufen von Vitamin A, die nicht überdosiert werden können, während reines tierisches Vitamin A in hohen Mengen toxisch wirken kann.
- Arbeit zitieren
- M.Sc. Sven-David Müller (Autor:in), 2012, Obst und Gemüse sind gesund - oder?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197941