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Die Entwicklung moderner wirtschaftswissenschaftlicher Paradigmen im historischen Kontext

Eine Untersuchung zweier ökonomischer Denkschulen

Title: Die Entwicklung moderner wirtschaftswissenschaftlicher Paradigmen im historischen Kontext

Bachelor Thesis , 2012 , 65 Pages

Autor:in: Philipp Glinka (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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„Man kann sich niemals sicher sein, dass eine bestimmte Theorie wahr ist, auch dann, wenn sie die ihr gestellten Probleme zu lösen scheint, dann lohnt es sich stets nach Alternativen zu suchen, nach anderen Theorien, die möglicherweise besser sind, weil sie größere Erklärungskraft haben, bestimmte Irrtümer vermeiden oder überhaupt Schwierigkeiten irgendwelcher Art überwinden, die von bisherigen The-orien nicht bewältigt werden.“

Das Zitat des deutschen Philosophen Hans Albert, das sich auf die wissenschaftliche Entwick-lung per se bezieht, scheint in besonderem Maße auch in der Ökonomie Gültigkeit zu besitzen. Das 20. Jahrhundert ist geprägt von verschiedenen und konkurrierenden Wirtschaftstheorien, von paradigmatischen Modellen, die auf differierenden Hypothesen und Annahmen beruhen. Konkret ist die jüngere Wirtschaftsgeschichte von einem wissenschaftlichen Pluralismus ge-kennzeichnet, indem korrespondierend mit den realen ökonomischen Ereignissen verschiedene Theorien zu unterschiedlichen Zeiten das wirtschaftspolitische Handeln dominierten. Die Be-sonderheit in der Ökonomie besteht in der Komplexität und der ständigen Veränderung der Wirtschaft als Betrachtungsgrundlage sowie dem permanenten Wandel in Technik und Gesell-schaft. Diese Tatsache lässt auf einen Unterschied zu anderen Wissenschaften schließen: eine geradlinige Entwicklung der Theorie, in der neue Erkenntnisse auf bestehende aufbauen, scheint aufgrund der praktischen Dynamik abwegig. Vielmehr rechtfertigt sie die Koexistenz grundlegend verschiedener Theorien, die in Abhängigkeit der zeitgebundenen Gegebenheiten bessere Lösungen als die jeweils anderen auf die Problemstellungen zu geben scheinen. Zu solchen zählen der Keynesianismus und der Monetarismus, zwei Theorien mit verschiedenen Handlungsansätzen, aber der Gemeinsamkeit des enormen Einflusses in der jüngeren Wirt-schaftsgeschichte.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Staatsschuldenkrise ist die theoretische Debatte zwischen beiden Denkschulen wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt. Weltweit wird in akademischen und politischen Kreisen über adäquate Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise diskutiert. Die Arbeit soll unter Bezugnahme des historischen Kontextes die wesentlichen Merkmale beider Schulen, Kosten und Nutzen der jeweiligen Wirtschaftspolitiken sowie ihren Einfluss auf die moderne Ökonomie kritisch betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung

2. Der Keynesianismus

2.1 Wesentliche Merkmale und historischer Hintergrund

2.2 Hypothesen und Annahmen

2.2.1 Konsumnachfrage

2.2.2 Investitionsnachfrage

2.2.3 Liquiditätspräferenztheorie

2.2.4 Unfreiwillige Arbeitslosigkeit

2.3 Diskretionäre Stabilitätspolitik

2.3.1 Mechanismus und Multiplikatorwirkung

2.3.2 Situationsabhängige Verdrängungseffekte

2.3.3 Finanzierungsformen der Maßnahmen

2.3.4 Zielkonflikt zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit

2.4 Scheitern der praktischen Umsetzung

3. Der Monetarismus

3.1 Wesentliche Merkmale und historischer Hintergrund

3.2 Kritik an diskretionärer Stabilitätspolitik und Gegenhypothesen

3.2.1 Wirkungsverzögerungen

3.2.2 Die „Lucas-Kritik“ – Theorie der rationalen Erwartungen

3.2.3 Die langfristige Instabilität der modifizierten Phillips-Kurve

3.2.4 Das Postulat der „natürlichen“ Arbeitslosigkeit

3.2.5 Die ricardianische Äquivalenz

3.2.6 Die Theorie der Zeitinkonsistenz

3.3 Regelgebundene Stabilitätspolitik

3.4 Die monetaristische Theorie in der geldpolitischen Praxis

3.4.1 Die „Gegenrevolution“

3.4.2 Die praktische Umsetzung bis 1998

4. Die moderne Wirtschaftspolitik

4.1 Die geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank

4.2 Gefahren der europäischen Währungsunion

4.3 Lösungsansätze zur Krisenbekämpfung aus wirtschaftstheoretischer Sicht

5. Fazit und Bedeutung für die neuere Wirtschaftstheorie

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelor-Thesis analysiert die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Anwendung von keynesianischen und monetaristischen Instrumenten im Kontext der Stabilitätspolitik, um deren Kosten und Nutzen kritisch gegenüberzustellen und die wirtschaftspolitischen Auswirkungen zu bewerten.

  • Vergleich keynesianischer und monetaristischer Paradigmen
  • Analyse der Wirksamkeit diskretionärer Fiskalpolitik
  • Kritische Betrachtung von Zeitverzögerungen und Erwartungsbildung
  • Bewertung geldpolitischer Strategien (insb. der EZB)
  • Diskussion struktureller Probleme in der Währungsunion

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Konsumnachfrage

In sämtlichen Analysen des privaten Konsumverhaltens fungiert das verfügbare Einkommen als eine essentielle Variable. Es ist davon auszugehen, dass dies für Konsum- und Sparzwecke verwendet wird. Aufgrund dessen existieren verschiedene Theorien, die das Verwendungsverhalten der Wirtschaftsteilnehmer in Abhängigkeit der Höhe des Einkommens zu erklären versuchen.

Auch der Keynesianismus stellt mit der „absoluten Einkommenshypothese“ eine entscheidende Verbindung dessen zur konsumtiven Nachfrage her. Demnach geht mit steigendem Einkommen ein ebenfalls steigender Konsum einher. Jedoch geht Keynes von einer marginalen, fallenden Konsumquote aus. Als maßgeblichen Grund nennt er das „fundamentalpsychologische Gesetz“. Demzufolge nimmt mit steigendem Einkommen auch der Konsum zu, jedoch nicht in gleicher Höhe. Die abnehmende Grenzneigung des Konsums, die hier unterstellt wird, lässt bei einer Betrachtung des gesamtwirtschaftlichen Einkommens bereits hier die Entstehung einer Nachfragelücke erkennen. Legt man eine solche Konsumverhaltenshypothese zugrunde, kommt es zwangsläufig ab einem gewissen Punkt zur Stagnation, wenn die private Nachfragelücke nicht geschlossen wird.

Die Abbildung verdeutlicht einerseits die abnehmende Konsumquote, andererseits die zunehmende Sparquote bei wachsendem Einkommen. Beide addieren sich zur Summe Eins, da sich die Einkommensverwendung auf Konsum und Sparen verteilt. Strategien zur Schließung der in der keynesianischen Konsumfunktion entstehenden Nachfragelücke sind Bestandteile keynesianischer Stabilitätspolitik und sollen im Verlauf dieser Arbeit genauer betrachtet werden. Eine weitere wesentliche Determinante der aggregierten Nachfrage stellen die Investitionen dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die wirtschaftshistorische Debatte zwischen Keynesianismus und Monetarismus sowie Definition der Forschungsfrage.

2. Der Keynesianismus: Detaillierte Darstellung der keynesianischen Lehre, ihrer Verhaltenshypothesen und der Wirksamkeit diskretionärer staatlicher Eingriffe.

3. Der Monetarismus: Analyse der monetaristischen Gegenposition, die den Fokus auf Geldmengenstabilität legt und die Grenzen staatlicher Konjunktursteuerung aufzeigt.

4. Die moderne Wirtschaftspolitik: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf aktuelle Strategien der EZB und die Herausforderungen der Europäischen Währungsunion.

5. Fazit und Bedeutung für die neuere Wirtschaftstheorie: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung beider Denkschulen für die heutige wirtschaftspolitische Praxis.

Schlüsselwörter

Keynesianismus, Monetarismus, Stabilitätspolitik, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Inflation, Arbeitslosigkeit, Nachfragelücke, Liquiditätsfalle, Erwartungsbildung, Phillips-Kurve, Konjunktursteuerung, Währungsunion, Wirtschaftstheorie, Staatsverschuldung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit vergleicht kritisch die beiden ökonomischen Denkschulen des Keynesianismus und Monetarismus hinsichtlich ihrer Ansätze zur Beeinflussung der wirtschaftlichen Stabilität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Wirksamkeit von Fiskal- und Geldpolitik, die Rolle von Erwartungen der Akteure sowie die Herausforderungen einer einheitlichen Geldpolitik in einer Währungsunion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Kosten und den Nutzen beider Politikansätze historisch und theoretisch zu bewerten und die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Theorie und praktischer Umsetzung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung makroökonomischer Datenreihen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der keynesianischen Nachfragetheorie, die monetaristische Kritik daran sowie die Anwendung dieser Konzepte auf die Praxis der Bundesbank und der EZB.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Stabilitätspolitik, Nachfragelücke, monetaristische Gegenrevolution, Lucas-Kritik und die Stabilitätsorientierung der EZB.

Wie bewertet der Autor das Scheitern keynesianischer Politik in den 70er Jahren?

Der Autor führt dies auf die zunehmende Ineffektivität der Konjunkturprogramme bei gleichzeitig steigender Inflation und Arbeitslosigkeit zurück, was den Paradigmenwechsel hin zum Monetarismus einleitete.

Welche Rolle spielen institutionelle Rahmenbedingungen für die Geldpolitik?

Institutionelle Rahmenbedingungen sind laut Monetarismus entscheidend, da sie durch feste Regeln (z. B. Geldmengensteuerung) das Vertrauen stärken und politische Willkür bei der Entscheidungsfindung begrenzen.

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Details

Title
Die Entwicklung moderner wirtschaftswissenschaftlicher Paradigmen im historischen Kontext
Subtitle
Eine Untersuchung zweier ökonomischer Denkschulen
College
Berlin School of Economics
Author
Philipp Glinka (Author)
Publication Year
2012
Pages
65
Catalog Number
V198027
ISBN (eBook)
9783656240990
ISBN (Book)
9783656241584
Language
German
Tags
Keynesianismus Monetarismus Wirtschaftstheorie Wirtschaftspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Glinka (Author), 2012, Die Entwicklung moderner wirtschaftswissenschaftlicher Paradigmen im historischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198027
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