Die in Unternehmenskäufe, Unternehmenszusammenschlüsse, Joint Ventures oder Kooperationsvorhaben gesetzten Erwartungen werden in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht erfüllt. Die Gründe für das Scheitern sind oft bereits im Anfangsstadium der Verhandlungen also zeitlich deutlich vor dem Abschluss des Kaufvertrags - erkennbar. Zur Vermeidung dieser Fehlentwicklungen sollte sich der Investor genauestens über das Zielunternehmen informieren. Hierzu bietet sich ihm die Durchführung von Due Diligence Untersuchungen an. "Unter Due Diligence versteht man eine weitgehende rechtliche Überprüfung einer Gesellschaft, die durch einen Erwerber oder eine sonstige Vertragspartei im Rahmen eines Unternehmenskaufs oder einer anderen Transaktion erfolgt."
Dabei werden Informationen im Sinne einer "Kauf- oder Übernahmeprüfung" beschafft und aufbereitet, mit dem Ziel, verborgene Chancen und Risiken beim Zielunternehmen aufzudecken. Die Qualität der Entscheidung und die Genauigkeit der Kaufpreisermittlung werden auf Grund des verbesserten Informationsstandes erhöht.Der Verkäufer kann durch die Durchführung der Due Diligence bei der anstehenden Kaufpreisverhandlung die Werthaltigkeit seiner Preisvorstellung erhärten und so mit seiner verbesserten Position ebenfalls von der Prüfung profitieren.
Das Ausmaß der Prüfung hängt sowohl vom Kenntnisstand des Käufers, wie auch der Bereitschaft des Verkäufers zur Bereitstellung der erforderlichen Informationen ab, die durch sein Interesse an der Geheimhaltung der Informationen herabgesetzt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HERKUNFT DES BEGRIFFES
3. ZIEL UND ZWECK DER DUE DILIGENCE
4. DER DUE DILIGENCE PROZESS
5. ARTEN / BEREICHE EINER DUE DILIGENCE
5.1. RECHT (LEGAL DUE DILIGENCE)
5.2. FINANZEN (FINANCIAL DUE DILIGENCE)
5.3. WIRTSCHAFTLICHE / MARKT (COMMERCIAL DUE DILIGENCE)
5.5. UMWELT (ENVIRONMENTAL DUE DILIGENCE)
5.5. STEUERN (TAX DUE DILIGENCE)
5.6. PERSONAL (HUMAN RESOURCES DUE DILIGENCE)
5.7. TECHNIK (TECHNICAL DUE DILIGENCE)
5.8. ORGANISATION & IT (ORGANIZATIONAL & IT DUE DILIGENCE)
6. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBEMERKUNGEN
7. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Due Diligence als essentielles Instrument im Rahmen von Unternehmenstransaktionen, um Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer abzubauen. Das primäre Ziel besteht darin, ein umfassendes Verständnis für den Prozess der Unternehmensprüfung sowie dessen verschiedene Teilbereiche zu vermitteln, um Investitionsentscheidungen auf eine fundierte Informationsbasis zu stellen und Risiken bei Akquisitionen zu minimieren.
- Grundlagen und Herkunft des Begriffs Due Diligence
- Strukturierung und Phasen des Due Diligence Prozesses
- Analyse der verschiedenen Prüfungsarten (Financial, Legal, Commercial etc.)
- Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken bei Unternehmenskäufen
- Bedeutung der Informationsbeschaffung und Umgang mit Interessenkonflikten
Auszug aus dem Buch
4. Der Due Diligence Prozess
Der Prozess einer Due Diligence Prüfung kann in fünf Stufen gegliedert werden.
Bei der Planung werden die Ziele, die zu prüfenden Bereiche (Tochtergesellschaften und Betriebsstätten) und die Reihenfolge der einzelnen Teilprüfungen (siehe Punkt 5) mit den entsprechenden Prüfverfahren (Einzelfall- oder Systemprüfung) festgelegt.
Um bei den Prüfvorgängen nicht wesentliche Aspekte zu vergessen, werden oft Checklisten verwendet.
Die Zusammenstellung des Prüfungsteams, das meist aus Mitarbeitern des Käuferunternehmens sowie externen Beratern verschiedener Fachrichtungen und Spezialisierungsgrade, und eine detaillierte Projektorganisation (Festsetzung der Aufgaben und Kompetenzen und Zusammenarbeit mit externen Beratern des Teams) erfolgen in der zweiten Stufe, der Organisation.
Nach Festsetzung der Strukturen und einzelnen Prüfungen (Due Diligence Reviews) (ausführliche Beschreibung siehe Punkt 5) werden im vierten Schritt Informationen beschafft und diese im Anschluss analysiert. Hierbei unterscheidet man interne und externe Informationsquellen.
Informationsquellen bezeichnen den Ort, an dem Informationen durch Beobachtung gewonnen werden können, sowie Institutionen und Personen, die Träger von Informationen sind.
Interne Informationsquellen stellen nicht öffentlich zugängliche Informationen bereit und sind somit nur durch Kooperation des Verkäufers zu erlangen. Üblich sind: Befragungen von Mitarbeitern und Management, Betriebsbesichtigungen und die Bereitstellung der erforderlichen Dokumente des internen und externen Rechnungswesens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Notwendigkeit von Due Diligence Prüfungen bei Unternehmenskäufen, um Scheitern durch Informationsmängel zu vermeiden.
2. HERKUNFT DES BEGRIFFES: Dieses Kapitel beschreibt die Ursprünge des Begriffs im US-Recht und seine heutige, erweiterte Bedeutung als Instrument der Risikobegrenzung.
3. ZIEL UND ZWECK DER DUE DILIGENCE: Hier werden der Abbau von Informationsasymmetrien und die Absicherung gegen Fehlentscheidungen als zentrale Zielsetzungen hervorgehoben.
4. DER DUE DILIGENCE PROZESS: Das Kapitel strukturiert den Ablauf der Prüfung in fünf methodische Phasen, von der Planung bis zur Dokumentation.
5. ARTEN / BEREICHE EINER DUE DILIGENCE: Eine detaillierte Aufschlüsselung der verschiedenen spezialisierten Prüfungsbereiche wie Recht, Finanzen, Markt und Umwelt.
5.1. RECHT (LEGAL DUE DILIGENCE): Fokus auf die Prüfung juristischer Verhältnisse, Verträge und potenzieller Rechtsstreitigkeiten.
5.2. FINANZEN (FINANCIAL DUE DILIGENCE): Untersuchung der Bilanzwahrheit, der Ertragskraft und der Plausibilität des Businessplans.
5.3. WIRTSCHAFTLICHE / MARKT (COMMERCIAL DUE DILIGENCE): Analyse der Marktstellung, des Wettbewerbsumfelds und der vertrieblichen Strategien.
5.5. UMWELT (ENVIRONMENTAL DUE DILIGENCE): Bewertung von Umweltrisiken, Altlasten und den damit verbundenen Kosten.
5.5. STEUERN (TAX DUE DILIGENCE): Betrachtung der steuerlichen Strukturierung und Identifikation steuerlicher Risiken.
5.6. PERSONAL (HUMAN RESOURCES DUE DILIGENCE): Einschätzung der Belegschaftsstruktur, der Unternehmenskultur und arbeitsrechtlicher Aspekte.
5.7. TECHNIK (TECHNICAL DUE DILIGENCE): Überprüfung der technischen Anlagen, Fertigungsprozesse und Forschungskapazitäten.
5.8. ORGANISATION & IT (ORGANIZATIONAL & IT DUE DILIGENCE): Untersuchung der organisatorischen Abläufe und der IT-Infrastruktur auf Kompatibilität und Effizienz.
6. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Zusammenfassung betont, dass Due Diligence keine Garantie gegen Risiken bietet, aber ein unverzichtbarer Leitfaden für professionelle Investoren ist.
7. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.
Schlüsselwörter
Due Diligence, Unternehmenskauf, Akquisition, Risikomanagement, Informationsasymmetrie, Financial Due Diligence, Legal Due Diligence, Commercial Due Diligence, Unternehmensbewertung, Transaktionsprozess, Kaufprüfung, Synergiepotenzial, Unternehmensanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die Due Diligence als strukturiertes Verfahren zur Untersuchung von Zielunternehmen vor dem Abschluss von Unternehmenskäufen oder Joint Ventures.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind der methodische Ablauf des Prüfungsprozesses, die verschiedenen spezialisierten Fachbereiche wie Recht, Finanzen, Steuern, Technik und Personal sowie die strategische Zielsetzung der Informationsgewinnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer abzubauen, um Chancen und Risiken fundiert zu bewerten und somit Fehlentscheidungen oder überhöhte Kaufpreise zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit verwendet eine strukturierte Literaturanalyse, um den Prozess der Unternehmensprüfung systematisch darzustellen und die gängigen Prüfungsbereiche in Theorie und Praxis zu definieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des fünfstufigen Prüfungsprozesses und die detaillierte Beschreibung der spezifischen Due Diligence Arten (z.B. Financial, Legal, Environmental Due Diligence).
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Akquisition, Risikobegrenzung, Unternehmenskauf, Transaktionsprüfung und die verschiedenen "Due Diligence"-Kategorien geprägt.
Welche Rolle spielt die Informationsbeschaffung bei der Due Diligence?
Die Informationsbeschaffung ist kritisch, da sie oft unter einem Interessenkonflikt leidet: Der Käufer wünscht Transparenz, während der Verkäufer sensible Daten aus Angst vor Wettbewerbsnachteilen schützen möchte.
Was sind sogenannte "Deal Breaker" im Kontext dieser Untersuchung?
Dies sind während der Prüfung entdeckte schwerwiegende Tatsachen oder Risiken, wie z.B. massive Rechtsstreitigkeiten oder Umweltbelastungen, die dazu führen, dass der Käufer die Verhandlungen sofort abbricht.
- Quote paper
- Angela von Wirth (Author), 2001, Ziel, Zweck und Formen von Due Diligence, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19805