Diese Arbeit versucht, nachhaltige Entwicklung und Nachhaltigkeit greifbar zu machen. Der Begriff meint, dass etwas eine längere Zeit anhaltende Wirkung besitzt. Doch was bedeutet das im Zusammenhang mit der globalen Bedrohung? Zunächst soll der Ursprung und die Entwicklung des Begriffs verfolgt und dargelegt werden. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf Nachhaltigkeit, wie sie sich in der Arbeit der Vereinten Nationen (VN) entwickelte. Die Schwierigkeit einer nachhaltigen Entwicklung macht nicht an Staatsgrenzen oder natürlich Grenzen halt; es ist ein weltweites Problem, von dessen Auswirkungen jedes Lebewesen betroffen ist, gleich welchen Anteil es an der Ursache trägt. Deshalb sind die VN der logische Akteur, um diese Herausforderung zu meistern und, pathetisch gesagt, die Welt weiterhin lebensfähig und -wert zu halten.
Im Juni 2012 trifft sich die Staatengemeinschaft erneut, um bei der United Nations Conference on Sustainable Development (UNCSD) zu beraten. Zu dieser Konferenz waren jeder Staat und viele Organisationen aufgerufen, ihre Vorstellungen, sogenannte compilation dokuments, einzureichen, um einen transparenten und erfolgsversprechenden Verlauf der Konferenz zu garantieren. Diese Dokumente sind in erster Linie Grundlage dieser Arbeit. Der Begriff der Nachhaltigkeit wird anhand jener Beiträge greifbar und veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Die Entwicklung der Nachhaltigkeit
Ursprung der Nachhaltigkeit
Entwicklung der Nachhaltigkeit in den VN
Conference on the Human Environment 1972
World Conservation Strategy 1980
World Commission on Environment and Development 1983
Brundtland-Report 1987
Conference on Environment and Development 1992
Summit on Sustainable Development 2002
Conference on Sustainable Development 2012
III Nachhaltigkeit in den compilation documents der Conference on Sustainable Development
Auswahl der Untersuchungsobjekte
Untersuchungsraster
Brasilien
Venezuela
USA
Kanada
Russland
China
Europäische Union
Schweiz
Ägypten
Südafrika
Australien
Neuseeland
IV Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Verständnis von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung anhand offizieller Einreichungen ("compilation documents") verschiedener Staaten im Vorfeld der "United Nations Conference on Sustainable Development" (Rio+20) im Jahr 2012. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den nationalen Perspektiven herauszuarbeiten und zu prüfen, ob sich der bisherige Nachhaltigkeitsbegriff in diesen Dokumenten weiterentwickelt hat.
- Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs in den Vereinten Nationen
- Qualitative Analyse nationaler Positionspapiere zur Nachhaltigkeit
- Rolle der "Green Economy" in der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte
- Integration sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Dimensionen
- Vergleich nationaler Schwerpunkte und globaler Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
Brasilien
Der brasilianische Beitrag ist einer der umfangreichsten. In vier Kapiteln widmet er sich den Themen der Konferenz. Für die Dimension der nachhaltigen Entwicklung ist das erste Kapitel „New and emerging challenges für sustainable development“ nützlich. Darin werden 25 (!) Themen angesprochen, die für die nachhaltige Entwicklung relevant sind. Zunächst aber erinnert Brasiliens Einreichung an die Entwicklung der Thematik und den Ursprung mit dem Brundtland-Bericht und dessen Definition nachhaltiger Entwicklung: „development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“
Außerdem betont es die drei Säulen nachhaltiger Entwicklung. Die Rio+20-Konferenz soll sich nicht alleine der Umweltproblematik widmen, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Nachhaltigkeit ebenso thematisieren. Die drei Bereiche sind gleichermaßen wichtig. Die 25 Themen, die Brasilien identifiziert, „lie at the heart of the inclusive sustainable development“ und geben Aufschluss über das brasilianische Verständnis der nachhaltigen Entwicklung: Eradication of extreme poverty; food and nutrition security; equity; access to health; decent work, job generation, and corporate social responsibility; education; culture; gender and the empowerment of women; promoting racial equality; reinforcing multilateralism with civil society participation; the role of the State; sustainable production and consumption; energy; cities and urban development; transportation; agriculture and rural development; promoting innovation and access to technology; funding for sustainable development; climate change; biodiversity; combating desertification; water; oceans, seas, and coastal areas; fishing and aquaculture; und forests.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit des Begriffs Nachhaltigkeit und führt in die Notwendigkeit ein, diesen Begriff im Rahmen der Vereinten Nationen und der Rio+20-Konferenz empirisch zu untersuchen.
II Die Entwicklung der Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Nachhaltigkeitskonzepts von seinen forstwirtschaftlichen Ursprüngen bis hin zu den wegweisenden UN-Konferenzen und dem Brundtland-Bericht nach.
III Nachhaltigkeit in den compilation documents der Conference on Sustainable Development: Hier erfolgt eine qualitative Analyse ausgewählter nationaler Positionspapiere, die aufzeigen, wie unterschiedliche Staaten den Begriff interpretieren und welche Schwerpunkte sie setzen.
IV Fazit: Das Fazit fasst den Konsens über die drei Säulen der Nachhaltigkeit zusammen und stellt fest, dass trotz einheitlicher Grunddefinitionen die nationalen Schwerpunkte je nach Interessenlage stark divergieren.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Rio+20, Vereinte Nationen, Brundtland-Bericht, Green Economy, Compilation Documents, Klimawandel, Armutsbekämpfung, Ressourcenmanagement, Umweltpolitik, Internationale Zusammenarbeit, Sustainable Development Goals, Sozialer Fortschritt, Ökonomisches Wachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung anhand der eingereichten Dokumente (Compilation Documents) verschiedener Staaten für die UN-Konferenz Rio+20 im Jahr 2012.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs, die Bedeutung der "Green Economy", Armutsbekämpfung sowie das Zusammenspiel von ökologischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den globalen Nachhaltigkeitsvorstellungen zu identifizieren und zu analysieren, wie Staaten den Begriff aktuell definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung ausgewählter Dokumente (Compilation Documents) von zwölf verschiedenen Staaten bzw. Akteuren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Beiträge einzelner Staaten wie Brasilien, Venezuela, USA, Kanada, Russland, China, EU, Schweiz, Ägypten, Südafrika, Australien und Neuseeland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind u.a. Nachhaltigkeit, Rio+20, Green Economy, Brundtland-Bericht, Ressourcenmanagement und internationale Umweltpolitik.
Welche Rolle spielt die "Green Economy" in den untersuchten Dokumenten?
Die "Green Economy" wird von vielen Staaten als zentrales Instrument für nachhaltige Entwicklung gesehen, wobei die Interpretationen – etwa in Bezug auf Wachstum oder soziale Gerechtigkeit – teilweise variieren.
Wie unterscheidet sich der Ansatz Venezuelas von dem anderer Staaten?
Venezuela nimmt eine Sonderrolle ein, indem es den "Eco-Socialism" fordert und den neoliberalen Kapitalismus als Ursache für die globale negative Entwicklung kritisiert.
Warum wird Kanada in der Untersuchung hervorgehoben?
Kanada fällt auf, da es im Gegensatz zu den anderen untersuchten Staaten explizit die demokratische Regierungsform als festen Bestandteil nachhaltiger Entwicklung nennt.
Welche Rolle spielt der Brundtland-Bericht für die aktuelle Konferenz?
Die Ziele des Brundtland-Berichts dienen als historischer Referenzpunkt; die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass diese Ziele 25 Jahre später weitgehend Konsens sind und heute primär über die Umsetzung debattiert wird.
- Citation du texte
- Dominik Naab (Auteur), 2012, United Nations Conference on Sustainable Development , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198060