Die Arbeit gibt eine Übersicht, welche journalistischen Kriterien Nachrichtenangebote erfüllen sollen, um als qualitativ gut zu gelten.
Schwerpunkt dieser Arbeit ist es, Kriterien herauszuarbeiten, anhand derer die Qualität massenmedialer Nachrichtenangebote beurteilt werden kann. Hierzu werden in den folgenden Kapiteln definitorische Begriffsbestimmungen vorgenommen sowie ein Weg zur Entwicklung von Qualitätsmaßstäben für Nachrichtenangebote aufgezeigt. Im Anschluss wird ein Kriterienkatalog vorgestellt, der sich – in Anlehnung an den umfassenden Systematisierungsversuch von Schatz / Schulz (1992) – aus drei Dimensionen der Nachrichtenqualität zusammensetzt. Diese sind: Vielfalt, Relevanz, und Journalistische Professionalität. Die drei Dimensionen, welche aus mehreren Unterkategorien bestehen, sind nicht immer vollständig voneinander zu trennen. Dennoch werden sie als eigenständige Dimensionen in obiger Reihenfolge vorgestellt. So soll ein umfangreicher, systematisierter Kriterienkatalog entstehen, anhand dessen die Qualität massenmedialer Nachrichtenangebote gemessen werden kann. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff Nachrichtenqualität
3. Zur Entwicklung von Qualitätsmaßstäben für Nachrichtenangebote
4. Dimensionen der Nachrichtenqualität
4.1. Vielfalt
4.1.1. Strukturelle Vielfalt
4.1.2. Inhaltliche Vielfalt
4.2. Relevanz
4.3. Journalistische Professionalität
4.3.1. Inhaltliche Professionalität
4.3.2. Formale Professionalität
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftliche Ansätze zur Definition und Messung von Nachrichtenqualität in massenmedialen Angeboten. Ziel ist es, die Vielzahl potenzieller Qualitätskriterien zu systematisieren und einen Kriterienkatalog zu entwickeln, der Journalismus als gesellschaftliches Funktionssystem normativ bewertet.
- Konzeptionelle Herleitung von Nachrichtenqualität
- Systematisierung durch die Dimensionen Vielfalt, Relevanz und Professionalität
- Strukturelle vs. inhaltliche Differenzierung von Qualitätsmerkmalen
- Methoden der Operationalisierung für die publizistikwissenschaftliche Forschung
Auszug aus dem Buch
4. Dimensionen der Nachrichtenqualität
Zunächst einmal ist es nicht sonderlich schwer, eine Vielzahl möglicher Qualitätskriterien aufzulisten, die üblicherweise an den Journalismus gerichtet werden. Meistens werden diese Kriterien aus Gesetzen oder journalistischen Arbeitsregeln abgeleitet: Objektivität, Neutralität, Vielfalt, Relevanz, Ausgewogenheit, Verständlichkeit, Richtigkeit, Breite, Sachlichkeit, Professionalität, Aktualität. Diese Reihe könnte noch um eine Vielzahl weiterer Kriterien erweitert werden. Ein ellenlanger, unübersichtlicher Katalog aneinander gereihter Kriterien würde entstehen. Hinzu kommt, dass einige Begriffe offenbar sehr ähnliche Dimensionen der Nachrichtenqualität beschreiben. Wie in Kapitel 1 bereits angedeutet, besteht die Aufgabe der Publizistikwissenschaft darin, die Vielzahl möglicher Qualitätskriterien für Nachrichtenangebote zu systematisieren sowie Qualitätsindikatoren zu entwickeln und für die Forschung zu operationalisieren (vgl. Fahr 2001: 9). Im Folgenden wird ein Kriterienkatalog erstellt, der sich maßgeblich an dem Systematisierungsversuch von Schatz / Schulz (1992) orientiert. Auf der in Kapitel 3 erläuterten Grundlage entwickeln Schatz / Schulz (1992: 693) ein Konzept, das sich aus fünf Dimensionen der Nachrichtenqualität zusammensetzt: Vielfalt, Relevanz, Journalistische Professionalität, Rechtmäßigkeit und Akzeptanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Subjektivität der Nachrichtenqualität und stellt die publizistikwissenschaftliche Frage nach objektivierbaren Qualitätsmaßstäben in demokratischen Gesellschaften.
2. Zum Begriff Nachrichtenqualität: Zerlegt den Begriff in seine Komponenten und leitet aus bestehenden Definitionen erste Qualitätsanforderungen ab.
3. Zur Entwicklung von Qualitätsmaßstäben für Nachrichtenangebote: Stellt kommunikationswissenschaftliche Ansätze, insbesondere die Maximen von Grice, als Orientierungsrahmen für journalistische Standards vor.
4. Dimensionen der Nachrichtenqualität: Systematisiert die Qualitätskriterien in die Hauptkategorien Vielfalt, Relevanz und Professionalität und differenziert diese weiter.
5. Zusammenfassung: Rekapituliert die Kriterien für eine idealtypische Nachrichtenberichterstattung und deren Bedeutung für die Informations- und Meinungsbildung.
Schlüsselwörter
Nachrichtenqualität, Journalismus, Publizistikwissenschaft, Vielfalt, Relevanz, Journalistische Professionalität, Objektivität, Nachrichtenauswahl, Informationsfunktion, Medienqualität, Qualitätsmaßstäbe, Berichterstattung, Nachrichtenfaktoren, Medienanalyse, Demokratische Diskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der publizistikwissenschaftlichen Systematisierung von Kriterien, die die Qualität massenmedialer Nachrichtenangebote in demokratischen Gesellschaften bestimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Nachrichtenqualität, der Herleitung aus gesellschaftlichen Normen und der Einteilung in die Dimensionen Vielfalt, Relevanz und Professionalität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen systematischen Kriterienkatalog zu erarbeiten, der es ermöglicht, journalistische Qualität messbar zu machen und für die Forschung zu operationalisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und theoretische Konzeptualisierung basierend auf Ansätzen von Autoren wie Schatz / Schulz und McQuail.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der drei Kern-Dimensionen: Vielfalt (strukturell und inhaltlich), Relevanz (Ebenen und Attributoren) sowie Professionalität (inhaltlich und formal).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachrichtenqualität, Medienleistung, publizistische Normen, journalistische Objektivität und die Systematisierung von Medienangeboten.
Warum ist Relevanz eine relationale Kategorie?
Relevanz ist laut der Arbeit nicht an einem Ereignis selbst festzumachen, sondern entsteht erst im Bezug auf die Betroffenheit von Akteuren oder Systemen.
Wie unterscheidet der Autor zwischen inhaltlicher und formaler Professionalität?
Während die inhaltliche Professionalität Aspekte wie Objektivität und analytische Qualität umfasst, bezieht sich die formale Professionalität auf die Gestaltung und Verständlichkeit eines Beitrags.
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- Martin Armbruster (Author), 2009, Qualitätsmaßstäbe für Nachrichtenangebote, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198106