Historischer Streifzug durch die Hof- und Familiengeschichte, wobei Name und Hof "Farmazon" (rätoromanisch) weit ins Mittelalter zurückreichen und die Familie Prugger seit 270 Jahren ihren Heimathof bewirtschaften.
Inhaltsverzeichnis
Foto von der Walderseite
Vorwort
Einleitung
Abschnitt I: Farmazon im 17. und 18. Jahrhundert
1. Steuerkataster Passeier 1694
2. Der Kaufbrief von Balthasar und Matthias Prugger 1741
3. Maria Theresianischer Kataster 1775
4. Der Erbkontrakt von Matthias Prugger 1781
Abschnitt II: Farmazon im 19. Jh.
1. Die Verlassenschaft Georg Pruggers 1821
2. Der frühe Tod des Georg Prugger 1825
3. Die Restitutionsurkunde von 1836
4. Die Hofübernahme von Alois Prugger 1868
5. Der Hofübernahmevertrag von 1890
Abschnitt III. Farmazon im 20. Jh.
1. Alois Prugger, Bauer 1890 – 1929
2. Benedikt Prugger, Bauer 1929 – 1964
3. Benedikt Prugger 1964 – 1993
4. Michael Prugger, Bauer seit 1993
Abschnitt IV. Flurnamen auf Farmazon
Die Flurnamen in Feld, Berg und Tal
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die Hof- und Familiengeschichte des Anwesens „Farmazon“ in Passeier, beginnend mit der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur heutigen Bewirtschaftung durch die Familie Prugger.
- Wissenschaftliche Aufarbeitung historischer Steuerkataster und Erbkontrakte seit dem 17. Jahrhundert.
- Dokumentation der kontinuierlichen Erbfolgen und Familienverhältnisse der Pruggers.
- Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung des Hofes durch Generationenwechsel.
- Zusammenstellung und sprachliche Einordnung der lokalen Flurnamen.
Auszug aus dem Buch
Die Verlassenschaft Georg Pruggers 1821
Georg Prugger war knapp 40 Jahre lang Bauer auf Farmazon und ein in Dorf und Tal bekannter und geschätzter Schmiedmeister.
Nach seinem Tod am 10. September 1820 soll er – so ist es von Generation zu Generation weiter erzählt worden – in seiner Schmiedewerkstatt, die sich unter dem Ehezimmer befand, wo seine Frau Gertraud Raffl weiterhin schlief, oftmals während der Nacht geschmiedet und gehämmert haben und wie zu Lebzeiten die Stiege herauf und in die Kammer gegangen, die Kommode geöffnet, darin eine Zeit lang gewühlt haben und dann verschwunden sein. Die Witwe soll dann den Pfarrer um Rat in dieser Angelegenheit gefragt haben, welcher ihr empfohlen habe, ihren Mann anzusprechen und im Namen der hl. Dreifaltigkeit zu fragen, was sein Begehren sei und ob sie ihm helfen könne. Dies soll sie bei der nächsten ‚Begegnung’ getan haben, worauf er geantwortet haben soll, dass er N.N. immer noch etwas schuldig sei. Die Frau versprach die Schuld zu begleichen, tat es und hörte von ihm seither nichts mehr.
Zusammenfassung der Kapitel
Steuerkataster Passeier 1694: Beschreibung der damaligen Hofstruktur anhand historischer Steuerunterlagen, wobei die Familie Prugger noch nicht genannt wird.
Der Kaufbrief von Balthasar und Matthias Prugger 1741: Dokumentation der Übernahme des Farmazongutes durch die Brüder Prugger, womit der Grundstein für die heutige Familientradition gelegt wurde.
Maria Theresianischer Kataster 1775: Detaillierte Auflistung der damaligen Hofbesitzer und der steuerlichen Erfassung der landwirtschaftlichen Flächen.
Der Erbkontrakt von Matthias Prugger 1781: Vertragliche Übertragung des Hofes an den Sohn Georg Prugger aufgrund des hohen Alters des Vaters.
Die Verlassenschaft Georg Pruggers 1821: Aufarbeitung der erbrechtlichen Situation nach dem Ableben des langjährigen Bauern und Schmiedemeisters.
Der frühe Tod des Georg Prugger 1825: Darstellung der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der Verlassenschaftshaltung nach dem unerwarteten Tod des jungen Familienvaters.
Die Restitutionsurkunde von 1836: Rechtliche Klärung der Erbanteile für die Kinder und die Witwe sowie die offizielle Anerkennung der Besitzverhältnisse.
Die Hofübernahme von Alois Prugger 1868: Kaufvertragliche Übergabe des Hofes an den jüngsten Bruder Alois.
Der Hofübernahmevertrag von 1890: Protokollierung der Übergabe an die nächste Generation im 19. Jahrhundert.
Alois Prugger, Bauer 1890 – 1929: Einblick in das harte Leben und die familiären Umstände um die Jahrhundertwende.
Benedikt Prugger, Bauer 1929 – 1964: Schilderung der Hofführung während und nach der Zeit der Weltkriege.
Benedikt Prugger 1964 – 1993: Bericht über Modernisierungsmaßnahmen, wie den Neubau eines größeren Stadels.
Michael Prugger, Bauer seit 1993: Zusammenfassung der aktuellen Bewirtschaftung und der baulichen Erweiterungen des Hofes.
Die Flurnamen in Feld, Berg und Tal: Systematische Erfassung und Bedeutungserläuterung der kleinräumigen Bezeichnungen rund um Farmazon.
Schlüsselwörter
Farmazon, Familie Prugger, Passeier, Hofgeschichte, Erbkontrakt, Steuerkataster, Schmiedhandwerk, Familiengeschichte, Flurnamen, Landwirtschaft, Südtirol, Ahnenforschung, Realitäten, Erbrecht, Almen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hofgeschichte grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die über 270-jährige Geschichte des Hofes Farmazon in Passeier und seine Entwicklung im Besitz der Familie Prugger.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Eigentumsübertragungen durch Kaufverträge, Erbkontrakte, steuerliche Katasteraufzeichnungen sowie die mündlich überlieferten Familienerzählungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die lückenlose Darstellung der Eigentümerhistorie des Farmazongutes und die Bewahrung des Wissens über die bäuerlichen Vorfahren und ihre Lebensumstände.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung historischer Dokumente aus dem Landesarchiv Bozen, dem Meraner Stadtarchiv sowie Pfarrmatrikeln und privater Unterlagen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den Ursprüngen im 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart, unterteilt in die Abschnitte für das 18., 19. und 20. Jahrhundert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Besonders prägend sind die Begriffe Farmazon, Prugger, Erbkontrakt, Flurnamen und die regionale Geschichte des Passeiertals.
Was hat es mit der speziellen "Schmied-Tradition" am Hof auf sich?
Die Familie Prugger war über Generationen hinweg nicht nur bäuerlich tätig, sondern betrieb auch ein Schmiedhandwerk, was in vielen historischen Verträgen explizit als Teil des Vermögens und Einkommens hervorgehoben wird.
Warum ist die Erfassung der Flurnamen so bedeutsam?
Flurnamen sind identitätsstiftende Zeugen einer vergangenen Arbeitswelt; sie bewahren das Wissen über die Nutzung und Lage der Felder, Wälder und Almen, die heute oft in Vergessenheit geraten.
Was zeigt die "Restitutionsurkunde" von 1836?
Sie dokumentiert die rechtliche Anerkennung und Übertragung der Erbanteile an die sieben Kinder von Georg Prugger nach dessen frühem Tod und stellt eine wichtige Zäsur in der Familiengeschichte dar.
- Arbeit zitieren
- Dr. Veit Pamer (Autor:in), 2012, Farmazon - Seit 270 Jahren Heimat der Familie Prugger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198112