1 Einleitung
[...] Obwohl sich Netzwerkplattformen bis ins Jahr 1997 zurückverfolgen lassen, haben sie erst in den vergangenen Jahren an Beliebtheit und Bedeutung gewonnen [...]
Im Kontext dessen stellen sich viele Wissenschaftler und Forscher die Frage: Was macht den Reiz der sozialen Online-Netzwerke aus?
Durch die zunehmende Verbreitung der virtuellen Plattformen ist des Weiteren interes-sant, ob und inwiefern sich die Nutzung derartiger Portale auf real existierende soziale Beziehungen und die Nutzer im Allgemeinen auswirken kann. Können die Webforen wohlmöglich zum Sozialkapital der Nutzer beitragen und stellen ein Vermögen dar, das gewinnbringend im Alltag genutzt werden kann? (Kneidinger 2010, 4)
Mögliche Antworten auf diese Fragen sollen in der vorliegenden theoretischen Ausar-beitung mit anschließender Korrelationsstudie erörtert werden.
Der theoretische Teil beschäftigt sich dabei in chronologischer Reihenfolge mit folgen-den Schwerpunkten: Soziale Online-Netzwerke werden zunächst definiert, bevor zwei bedeutende Praktiken auf diesen Plattformen, das Beziehungs- und Identitätsmanage-ment, erläutert und beschrieben werden. Im dritten Kapitel soll es – wie auch in den vorherigen Kapiteln – nicht um Chancen und Risiken der Nutzung entsprechender Por-tale für die Identitätsarbeit und Identitätskonstruktion gehen, sondern hier sollen im Wesentlichen die besondere Bedeutung moderner Formen von Soziabilität erörtert und die gesellschaftliche und kulturelle Relevanz der Kontaktaufnahme, Kontaktpflege, der Vernetzung und der Selbstpräsentation in sozialen Online-Netzwerken analysiert wer-den. Der empirische Teil der Arbeit beginnt im vierten Kapitel mit einer Darstellung der Korrelationsstudie, inklusive einer Erläuterung der konkreten Forschungsfragen sowie dazugehöriger Hypothesen. Zudem werden an dieser Stelle die Datengrundlage und der Untersuchungsablauf gezeigt und die Ergebnisse der Studie aufbereitet bzw. in Bezug zu den aufgestellten Hypothesen gesetzt. Die Studie wird mit einer Diskussion der Er-gebnisse und einem Ausblick auf mögliche Erweiterungen und Modifizierungen für nachfolgende Untersuchungen abgerundet. Im letzten fünften Kapitel folgt dann das allgemeine und abschließende Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Soziale Online-Netzwerke
2.1 Definition
2.2 Beziehungsmanagement: Freunde und Vernetzungen
2.3 Identitätsmanagement: Selbstdarstellung und Online Impression Management
3 Potenzial und Folgen der sozialen Netzwerke bezüglich sozialer Beziehungen und Persönlichkeitsvariablen der Nutzer
4 Studie: Die Bedeutung sozialer Online-Netzwerke für die Persönlichkeitsvariablen und sozialen Beziehungen der Nutzer
4.1 Einleitung
4.2 Fragestellung und inhaltliche Hypothesen
4.3 Methode
4.3.1 Material
4.3.2 Variablen
4.3.3 Untersuchungsablauf
4.3.4 Probanden
4.4 Ergebnisse
4.4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.4.2 Hypothese 1
4.4.3 Hypothese 2
4.4.4 Hypothese 3
4.4.5 Hypothese 4
4.4.6 Hypothese 5
4.4.7 Hypothese 6
4.5 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung sozialer Online-Netzwerke für die Persönlichkeitsvariablen und die sozialen Beziehungen der Nutzer. Ziel ist es, durch eine Korrelationsstudie bei Studierenden aufzuklären, ob eine hohe Aktivität in sozialen Netzwerken mit spezifischen psychologischen Merkmalen, wie dem Selbstwertgefühl, der Selbstgenügsamkeit und der Teamfähigkeit, in Zusammenhang steht.
- Definition und Charakteristika sozialer Online-Netzwerke
- Praktiken des Beziehungs- und Identitätsmanagements
- Einfluss der virtuellen Kommunikation auf das Sozialkapital
- Analyse des Nutzungsverhaltens und dessen psychologische Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
2.2 Beziehungsmanagement: Freunde und Vernetzungen
„Alleine auf Facebook zu sein ist ungefähr wie eine große Party zu schmeißen, ohne einen einzigen Gast einzuladen. Sprich, es macht einfach keinen Sinn.“ (Holzapfel 2010, 44)
Schon Dahrendorf stellte fest, dass der Mensch ein „homo sociologicus“ ist, ein soziales Wesen also, bei dem der Kontakt und die Interaktion mit anderen Personen eine zentrale Rolle im gesamten Leben spielen (Kneidinger 2010, 19). Wie das Zitat zeigt, sind sozialen Beziehungen dabei nicht nur in der realen, sondern auch in der virtuellen Welt, allen voran in sozialen Online-Netzwerken, von zentraler Bedeutung für das Individuum.
Nachdem der Nutzer sich auf der Plattform angemeldet und ein Profil angelegt hat, gilt es als erstes sogenannte ‚Freunde‘ oder ‚Kontakte‘ einzuladen bzw. sich mit anderen Mitgliedern zu verbinden. So wird die Präsenz im Online-Netzwerk mitgeteilt und der User kann sich mit anderen Nutzern vernetzen und sie zu seiner virtuellen Freundesliste hinzufügen. Das Ziel dabei ist, eine Kontaktliste im sozialen Online-Netzwerk aufzubauen, die sich teilweise mit dem Bekanntenkreis in der realen Welt deckt, die aber auch angereichert werden kann, mit in der Realität fremden Mitgliedern des Portals, die der Nutzer virtuell kennengelernt hat (Hoffmann 2009, 121f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der sozialen Online-Netzwerke ein und beleuchtet deren wachsende Bedeutung im Web 2.0 sowie die zentrale Rolle der Nutzer als Produzenten von Inhalten.
2 Soziale Online-Netzwerke: Das Kapitel definiert soziale Online-Netzwerke und erläutert die wesentlichen Praktiken des Beziehungs- und Identitätsmanagements, die das Verhalten der Nutzer auf diesen Plattformen prägen.
3 Potenzial und Folgen der sozialen Netzwerke bezüglich sozialer Beziehungen und Persönlichkeitsvariablen der Nutzer: Hier wird das theoretische Potenzial sozialer Netzwerke zur Steigerung des Sozialkapitals diskutiert und der Einfluss der virtuellen Kontaktpflege auf reale Beziehungen beleuchtet.
4 Studie: Die Bedeutung sozialer Online-Netzwerke für die Persönlichkeitsvariablen und sozialen Beziehungen der Nutzer: Dieser empirische Teil beschreibt die Korrelationsstudie, ihre Methodik sowie die Ergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen zu Selbstwertgefühl, Selbstgenügsamkeit und Netzwerkverhalten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass soziale Online-Netzwerke trotz möglicher Risiken eine wichtige Bühne für die Identitätsbildung und soziale Vernetzung darstellen.
Schlüsselwörter
Soziale Online-Netzwerke, Web 2.0, Beziehungsmanagement, Identitätsmanagement, Selbstwertgefühl, Sozialkapital, Selbstgenügsamkeit, Teamfähigkeit, Netzwerkabstinenz, Virtuelle Freunde, Korrelationsstudie, Online Impression Management, Selbstdarstellung, Studierende, Internetnutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Nutzung von sozialen Online-Netzwerken auf die Persönlichkeit, das Sozialkapital und die Beziehungsstruktur der Nutzer hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Praktiken des Identitäts- und Beziehungsmanagements, dem Konstrukt des Sozialkapitals sowie der psychologischen Bedeutung von virtuellen Kontaktlisten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob sich hoch aktive Nutzer von sozialen Netzwerken in Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstwertgefühl und Teamfähigkeit von weniger aktiven Nutzern unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Korrelationsstudie mit 135 Studierenden durchgeführt, bei der mittels eines standardisierten Fragebogens Daten erhoben und statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Online-Praktiken und einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Studie anhand von sechs aufgestellten Hypothesen präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Online-Netzwerke, Selbstwertgefühl, Identitätsmanagement, Sozialkapital und Teamfähigkeit.
Haben häufige Nutzer ein höheres Selbstwertgefühl?
Nein, die Ergebnisse deuten eher auf ein geringeres Selbstwertgefühl bei häufigen Nutzern im Vergleich zu selten aktiven Nutzern hin.
Ist die Teamfähigkeit bei intensiver Nutzung ausgeprägter?
Ja, die Studie ergab, dass häufig aktive Nutzer bei der untersuchten Stichprobe höhere Werte in der Teamfähigkeit aufwiesen als wenig aktive Nutzer.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Netzwerkabstinenz und Unwohlsein?
Ja, Nutzer mit einer temporär hohen Aktivität in sozialen Netzwerken fühlen sich bei einer Netzwerkabstinenz signifikant unwohler als selten aktive User.
Wie wichtig sind virtuelle Freunde für die Nutzer?
Die Bedeutung wird von den Nutzern zwar als relevant eingestuft, jedoch messen auch hoch aktive Nutzer ihren virtuellen Kontakten insgesamt eher eine geringe Bedeutung bei.
- Arbeit zitieren
- Anna Wertenbruch (Autor:in), 2011, Die Bedeutung sozialer Online-Netzwerke für die Persönlichkeitsvariablen und sozialen Beziehungen der Nutzer , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198246