Der Johannisthaler Flugplatz - der erste zivile Motorflugplatz Deutschlands - existiert nicht mehr. Er wurde am 26. September 1909 eröffnet und hat im September 1995 mit einer historischen Flugschau endgültig ausgedient.
Heute stehen viele neue Siedlungshäuser direkt auf dem Flugfeld. Fast nichts erinnert mehr an diesen historischen Ort. Kennen die jetzt dort angesiedelten Haus- und Grundstückbesitzer die Geschichten, die mit den Straßen - benannt nach Luftfahrtpionieren - verbunden sind?
Wir bemühen uns mit einer Dokumentenreihe über den Flugplatz Johannisthal, die Geschichte des Areals sowie die Luftfahrtgeschichte der Jahre 1909-1914, bekannt zu machen.
In dieser Ausgabe präsentieren wir ihnen die Johannisthaler Episode aus dem Leben Anton Fokkers. Seit Ende 2006 erforscht der Schweriner Michael Schmidt die persönliche Geschichte des „fliegenden Holländers“ und ist dabei auf ein paar interessante neue Fakten gestoßen. Die hier vorgestellten Ereignisse sind ein erster ungekürzter Auszug aus dem Manuskript zu einer Fokker - Biografie, die im nächsten Jahr erscheinen soll.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Flügel sprießen
Spinnen, Eierkisten und Rollmöpse
Fliegerkleidung
Cafe Senftleben
Haus Parkstraße 18
Glück ab!
Konkurrenzkampf in Johannisthal
Epilog
Anhang
Flugzeugführerprüfungen auf Fokker-Eindecker
Fokker erstes Patent
Zielsetzung und Themen
Diese Publikation zeichnet die frühen Jahre des Luftfahrtpioniers Anton Fokker während seiner Zeit am Flugplatz Berlin-Johannisthal zwischen 1909 und 1914 nach und beleuchtet die Entwicklung seiner ersten Flugapparate sowie die wirtschaftlichen und persönlichen Herausforderungen dieser Ära.
- Die technischen Anfänge und ersten Flugversuche von Anton Fokker
- Die Entwicklung der Flugzeugfabrik Fokker Aeroplanbau
- Das soziale und berufliche Umfeld am Flugplatz Johannisthal
- Die Rolle von Förderern, Technikern und Mitstreitern
- Der Konkurrenzkampf in der frühen deutschen Flugzeugindustrie
Auszug aus dem Buch
Spinnen, Eierkisten und Rollmöpse
Mit einem großen Sack voller Ideale im Gepäck zogen die beiden Holländer Anton Fokker und Fritz Cremer im Dezember 1911 aus der Mainzer Provinz nach Berlin. Fokker war inzwischen bereit, für die Fliegerei alles zu opfern, und in Johannisthal sah der junge Pilot, dass er damit nicht allein stand. Auf 800 Morgen Land bot der Flugplatz Johannisthal seit September 1909 eine eingezäunte Roll- und Flugbahn mit Flugzeugschuppen und Reparaturwerkstätten. Der publikumsfreundlich gestaltete Platz mit gastronomisch betreuten Zuschauertribünen und Terrassen, Parkplätzen für Automobile und günstigen Verkehrsanbindungen gedieh unter seinem Direktor Major a. D. Georg von Tschudi (1862-1928) zum Mittelpunkt der deutschen Fliegerei.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitende Worte zur historischen Bedeutung des Flugplatzes Johannisthal und zur Intention der Dokumentenreihe.
Die Flügel sprießen: Darstellung der frühen Jahre von Anton Fokker und seiner ersten technischen Experimente bis zum Erwerb seines Pilotenscheins.
Spinnen, Eierkisten und Rollmöpse: Beschreibung von Fokkers Ankunft in Berlin und der Etablierung seines Betriebs auf dem Flugplatz Johannisthal.
Fliegerkleidung: Einblick in die modischen und praktischen Anforderungen der frühen Fliegerei und die Rolle spezialisierter Ausrüster.
Cafe Senftleben: Die Bedeutung des Cafes als zentraler Treffpunkt und Informationsbörse für die Akteure der Johannisthaler Flugszene.
Haus Parkstraße 18: Auflistung der Piloten, die diese Adresse als Wohnort oder geschäftlichen Stützpunkt nutzten.
Glück ab!: Schilderung der persönlichen Risiken, Abstürze und der prekären medizinischen Versorgungssituation für Flieger jener Zeit.
Konkurrenzkampf in Johannisthal: Analyse des harten Wettbewerbs um Militäraufträge und der wirtschaftlichen Konsolidierung von Fokkers Firma.
Epilog: Ein rückblickendes Fazit über Fokkers Lebenswerk und die einsetzende Metallflugzeug-Ära.
Anhang: Dokumentation von Flugzeugführerprüfungen, technischen Patenten und weiterführenden Quellen.
Schlüsselwörter
Anton Fokker, Flugplatz Johannisthal, Luftfahrtgeschichte, Motorflug, Aeroplanbau, Pionierjahre, Flugschule, Flugzeugkonstruktion, Fliegerkleidung, Cafe Senftleben, Nationalflugspende, Reinhold Platz, Jacob Goedecker, Aviatik, Historische Luftfahrt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Anfänge des niederländischen Flugpioniers Anton Fokker während seiner Zeit am Flugplatz Berlin-Johannisthal zwischen 1909 und 1914.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Publikation befasst sich mit der technischen Entwicklung seiner Eindecker, dem unternehmerischen Aufbau, den sozialen Bedingungen am Flugplatz sowie den Auswirkungen der frühen Luftfahrtpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Johannisthaler Episode aus dem Leben Anton Fokkers anhand historischer Dokumente und Manuskripte aufzuarbeiten und die Luftfahrtgeschichte dieser Ära bekannt zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische Dokumentationsarbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Presseberichte, Handelsregistereinträge und Augenzeugenberichte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Entwicklung der Flugzeugentwicklung, die Rolle von Partnern wie Reinhold Platz, den Wettbewerb vor Ort und das tägliche Leben am Flugplatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Luftfahrtpionier, Fokker-Spinne, Johannisthal, Flugplatzgeschichte und frühe Motorfliegerei charakterisieren.
Welche Bedeutung hatte das Cafe Senftleben für die Piloten?
Es fungierte als Treffpunkt, Telefonzentrale, Stammtisch und Kommunikationszentrum, in dem sowohl geschäftliche als auch private Belange der Flugplatz-Community geregelt wurden.
Welche Rolle spielte Reinhold Platz für den Unternehmenserfolg?
Als Schweißtechniker und späterer leitender Konstrukteur führte er die innovative Autogenschweißtechnik für Stahlrohrrümpfe ein, was für die Stabilität und Entwicklung von Fokkers Prototypen entscheidend war.
- Quote paper
- Alexander Kauther (Author), Paul Wirtz (Author), Michael Schmidt (Author), 2012, Anton H. G. Fokker - Ein niederländischer Flieger und Flugzeughersteller in Johannisthal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198256