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Vaterschaft im geschichtlichen und heutigen Kontext

Title: Vaterschaft im geschichtlichen und heutigen Kontext

Term Paper , 2002 , 31 Pages , Grade: 2

Autor:in: Britta Böhnki (Author)

Social Work
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Wenn wir uns mit der Rolle des Mannes als Vater beschäftigen, dann getrauen wir uns an eine Materie, die bisher kaum Achtung erhielt. Noch vor wenigen Jahren waren Väter nur dann von öffentlichem Interesse, wenn sie ihre Kinder peinigten bzw. sie sexuell ausnutzen, in einer Haftanstalt saßen, im Krieg fielen oder aus anderen Gründen abwesend waren. Wenn sie dann aber anwesend waren, hatten sie ihrem Part als Brotverdiener zu entsprechen. Die Erziehungsverantwortung blieb fast ausnahmslos bei der Mutter. So wurde die Bedeutung der Mutter für die Entwicklung des Kindes hinlänglich untersucht und dank vieler Studien auch wissenschaftlich belegt. Bis vor kurzem wurde daher in der Entwicklungspsychologie nur von der Mutter-Kind-Beziehung gesprochen. Der Vater blieb dabei außen vor. Während der letzen zwanzig Jahre gewann jedoch die Vaterschaft als soziales und familiäres Phänomen zunehmend an Bedeutung.
Unterschiedliche Untersuchungen befassen sich seitdem mit diesem Themenkomplex.
Gegenstand dieser Ausarbeitung ist es, die Vaterschaft sowohl im geschichtlichen als auch im heutigen Kontext zu betrachten. Im ersten Teil dieser Arbeit wird zunächst die Begrifflichkeit der „Rolle“ näher dargelegt und ein umrisshafter Überblick über die historischen Entwicklungen der Vaterschaft bis hin zu heutigen Vaterbildern aufgestellt. Nur so ist erkennbar, dass die Vaterschaft als solches nicht immer einem Kontinuum folgte.
Basierend auf diesen Ausführungen, werden im zweiten Teil Definitionsansätze
der Vaterrolle erläutert und zwei konkrete Vaterschaftskonzepte vorgestellt. Dem dritten und letzen Teil gilt das Interesse, wie der Übergang zur Vaterschaft verläuft, wie die Vaterschaft empfunden wird und welches Ausmaß väterliches Engagement in Bezug auf die Kindesversorgung einnimmt. Diesbezüglich stellen vor allem auch junge Väter eine besondere Gruppe dar, was dazu veranlasste, auch auf die Besonderheiten der Familiensituationen junger Väter etwas genauer einzugehen.
Insbesondere im abschließenden Part ist darauf hinzuweisen, dass es sich hier um verallgemeinerte Darstellungen handelt. Auf einzelne soziale Schichten oder Gegebenheiten wird nicht näher eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Vaterrolle

1.1 Zum Rollenverständnis – Definition der Begrifflichkeit „Rolle“

1.2 Vatersein – Ein historischer Rückblick

1.3 Heutige Vaterbilder

1.4 Zusammenfassung

2 Der Vater von heute

2.1 Ansätze zur Definition der Vaterrolle

2.2 Ein erweitertes Konzept von Vaterschaft: Das Konzept der „Generativität“

2.3 Das „Pentagramm der Elternschaft“ – Ein weiteres Vaterschaftskonzept

2.4 Zusammenfassung

3 Der Vater in der Familie

3.1 Der Übergang zur Vaterschaft

3.2 Das Empfinden der Vaterschaft

3.3 Die Anteilnahme des Vaters an der elterlichen Verantwortlichkeit

3.4 Eigentümlichkeiten der Familiensituation von jungen Vätern

3.5 Zusammenfassung

4 Abschließende Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Rolle des Vaters im geschichtlichen Wandel sowie im heutigen familiären Kontext. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich väterliches Engagement entwickelt hat und durch welche Faktoren die Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung und Erziehung in der modernen Gesellschaft beeinflusst wird.

  • Historische Entwicklung des Väterbildes und der Vaterrolle
  • Definitionsansätze und moderne Konzepte von Vaterschaft
  • Herausforderungen beim Übergang in die Vaterrolle
  • Einflussfaktoren auf väterliches Engagement (Beruf, Partnerschaft, Kindmerkmale)
  • Besonderheiten der Familiensituation junger Väter

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Übergang zur Vaterschaft

Der Übergang zur Elternschaft bringt für beide Geschlechter homogene, aber auch verschiedenartige Erfahrungen mit sich. Im folgendem sind besonders drei Entwicklungsstufen hervorzuheben, die beim Übergang zur Vaterschaft eine Krise darstellen können, jedoch auch eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung beinhalten. Diese Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf W. J. Jordan, welcher im Jahre 1996 vom „National Center on Fathers and Families“ den Auftrag erhielt, einen entsprechenden Bericht zu veröffentlichen.

a) Eheliche Zufriedenheit

Zu Beginn der einsetzenden Elternschaft geht diese bei Vätern und Müttern mit psychischem Stress einher. Nicht nur die Frau unterliegt den auftretenden hormonellen Schwankungen, sondern auch der Mann erlebt ähnliche Hormonveränderungen, wenn auch mit geringerer Amplitude. Interessant ist, dass sein Hormonspiegel dem Muster der Schwangeren folgt und zusätzlich auch deutliche Schwangerschaftssymptome beim Mann zu erkennen sind. So leidet dieser (ähnlich der schwangeren Partnerin) an Ermattung, Appetitschüben, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. Weiterhin unterliegt er psychischen Wechselbädern, die unter anderem darin begründet sind, dass sich der Mann während der Schwangerschaft ebenfalls enorme Zukunftssorgen macht. Dieser Stress beeinträchtigt die bisherige Beziehung zu dem Partner in negativer Form. Ein Anstieg von Konflikten und Veränderungswünschen ist daher unumgänglich. Jedoch bestimmt die Qualität der Partnerschaft vor der Geburt des Kindes den weiteren Verlauf der Beziehung nach der Ankunft des Nachwuchses. Besonders zufriedenstellend wird diese betrachtet, wenn gute finanzielle Ressourcen zur Schaffung materielle Sicherheit bereit stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Vaterrolle: Dieses Kapitel beleuchtet das Rollenverständnis und bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung von Vaterbildern durch verschiedene Epochen.

2 Der Vater von heute: Hier werden moderne Definitionsansätze der Vaterrolle sowie spezielle Konzepte wie die „Generativität“ und das „Pentagramm der Elternschaft“ erörtert.

3 Der Vater in der Familie: Dieser Abschnitt widmet sich den konkreten Herausforderungen des Übergangs zur Vaterschaft, den emotionalen Aspekten und der tatsächlichen Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung.

4 Abschließende Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Vaterschaft ein stetig variierendes Phänomen ist, das für den Mann eine neue Phase der Persönlichkeitsreifung darstellt.

Schlüsselwörter

Vaterschaft, Vaterrolle, Familienleben, Erziehung, Kindesversorgung, Geschlechterrollen, Generativität, Elternschaft, Partnerschaft, soziale Entwicklung, väterliches Engagement, Familienpolitik, junge Väter, Rollenkonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Vaterschaft im Wandel der Zeit, von historischen Rollenbildern bis hin zu den heutigen Anforderungen an Männer in der Familie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern zählen die historische Herleitung väterlicher Funktionen, moderne Definitionen von Vaterschaft, der Übergang zur Elternschaft und die tatsächliche Beteiligung von Vätern in der modernen Familie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Analyse der Vaterschaft unter Berücksichtigung historischer, kultureller und sozialer Kontexte, um ein erweitertes Verständnis für die Rolle des Mannes in der Kinderbetreuung zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien, insbesondere der LBS-Familien-Studie, zur Untersuchung väterlicher Beteiligung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Vaterrolle, die Vorstellung moderner Vaterschaftskonzepte und die detaillierte Betrachtung der familiären Alltagssituation von Vätern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Vaterschaft, Vaterrolle, Familienleben, Erziehung und väterliches Engagement.

Warum spielt die Partnerschaft eine so wichtige Rolle für werdende Väter?

Die Qualität der Partnerschaft beeinflusst maßgeblich, wie der werdende Vater die Schwangerschaft erlebt und wie stark er sich nach der Geburt in die Kinderbetreuung einbringt.

Was unterscheidet die Familiensituation junger Väter von älteren Vätern?

Junge Väter befinden sich oft noch selbst in der persönlichen Reifungsphase, haben häufig noch keine abgeschlossene Ausbildung oder gesicherten Arbeitsplatz, was zu einer stärkeren Überforderung und tendenziell unrealistischeren Vorstellungen führt.

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Details

Title
Vaterschaft im geschichtlichen und heutigen Kontext
College
University of Applied Sciences Mittweida  (Soziale Arbeit)
Grade
2
Author
Britta Böhnki (Author)
Publication Year
2002
Pages
31
Catalog Number
V19826
ISBN (eBook)
9783638238670
ISBN (Book)
9783640143696
Language
German
Tags
Vaterschaft Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Böhnki (Author), 2002, Vaterschaft im geschichtlichen und heutigen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19826
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