Güteverteilung für einen Buchenbestand


Hausarbeit, 2003
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit

2 Verfahrensüberblick

3 Datengrundlage und Methodik
3.1 Datengrundlage
3.2 Methodik
3.2.1 Inventurmethodik
3.2.2 Methodik der Forstschreibung

4 Auswertung der Daten
4.1 Ergebnisse der Wertinventur
4.2 Ergebnisse der Fortschreibung

5 Diskussion

6 Zusammenfassung

7 Verzeichnisse
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Abbildungsverzeichnis
7.3 Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Lange Zeit bildete die Kenntnis über die quantitative Entwicklung des Vorrats und des Zuwachses das wichtigste Planungskriterium im schlagweisen Hochwald. Dies war um so wichtiger, da es galt der Waldverwüstung der früheren Jahrhunderte entgegenzuwirken und trotzdem den Ansprüchen der Wirtschaft und der Bevölkerung gerecht zu werden. Es wurden viele Verfahren entwickelt, die es ermöglichten den Holzvorrat zu schätzen und seine Entwicklung vorherzusagen. Die Massenfachwerkstheorie, die G.L. Hartig im Jahre 1795 vorstellte, sei nur ein Beispiel dafür. Als BIOLLEY 1920 die praktischen Erfolge der Schweizer Kontrollmethode veröffentlichte, entbrannte eine lebhafte Auseinandersetzung über die Kontrollmethode. In dessen Folge machte man sich auch in Deutschland Gedanken über die qualitative Erfassung des Holzvorrats. Gefördert wurde dies durch die aufkommende Dauerwaldbewegung. So machte Ernst Jürgen von ARNSWALDT 1935 durch die Veröffentlichung seines Wertkontrollverfahrens auf die Notwendigkeit aufmerksam, neue Inventurenverfahren zu entwickeln, die auch die Qualität erfassen (SPEIDEL im Vorwort zu ARNSWALDT, 1950).

Heute ist diese Forderung aktueller denn je: In den meisten Waldbaurahmenrichtlinien der Bundesländer ist nämlich die Entwicklung von naturnahen, strukturreichen Mischwäldern als prioritäres Ziel formuliert. Ein zentrales Element der naturnahen Waldbewirtschaftung ist wiederum die von der Massenleistung losgelöste Wertleistung (Gadow, 2002a). Zur Kontrolle der Wertleistung wurden zahlreiche Verfahren entwickelt, die sich in Methodik aber auch in Arbeits- und Kostenaufwand teilweise erheblich voneinander unterscheiden (Wiegard, 1998). Hinzu kommt, dass sich zukünftige Inventurmethoden der Forsteinrichtung wachsenden Ansprüchen an den Informationsgehalt ausgesetzt sehen.

So beeinflussen zunehmend die Struktur und Vielfalt eines Bestandes genauso waldbauliche Entscheidungen, wie die Vorrats- und Güteverteilung. Deshalb sollte ein Wertholzinventurverfahren erweiterbar bzw. in andere Inventurmethoden integrierbar sein.

Die Anforderungen, die ein Wertinventurverfahren erfüllen sollte, werden von Burmann u. Hessenmöller (2000) folgendermaßen zusammengefasst:

- Es soll in vorhandene Inventurverfahren integrierbar sein (vgl. auch Wiegard et al., 1997; Wiegard, 1998; Schroeter, 2000)
- Die Stichprobepunkte sollen systematisch über die gesamte Aufnahmeeinheit verteilt sein (Saborowski, 1993; Kramer u. Akça, 1995; Akça, 1997; Mench, 2000).
- Zur Erfassung von Information über die Qualität von Merkmalsträgern wird empfohlen, zahlreiche kleine Stichprobeneinheiten systematisch auf eine Inventurfläche zu legen, statt nur weniger großer (Lohl et al., 1994).
- Es sollten nur die äußerlich sichtbaren Holzmerkmale erfasst werden, die objektiv und damit reproduzierbar erhoben werden können. Notwendige Merkmalsklassen für die Stammform und den Drehwuchs sollen eindeutig definiert sein (Wiegard et al., 1997).
- Die waldbaulich beeinflussbaren Holzmerkmale wie der Durchmesser, die astfreie Schaftlänge, die Anzahl und Stärke von Ästen und die Form und Länge der Kronen sollten bei der Ansprache im Vordergrund stehen (u.a.: Leibundgut, 1978; Bachmann, 1990; Burschel und Huss, 1997).
- Die aus naturschutzfachlicher Sicht bedeutsame Erfassung von Habitat-, Horst- und Höhlenbäume sowie das stehende Totholz sollten in das Anspracheverfahren integriert sein (Bürger-Arndt, 2000).
- Durch die Holzernte oder Schälschäden am verbleibenden Bestand verursachte Schäden sollten bei einer umfassend konzipierten Qualitätskontrolle erfasst werden können (Trisl, 1998).

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht muss natürlich das Inventurverfahren hinsichtlich des Arbeits- und Kostenaufwandes dem notwendigen Informationsbedarf angepasst werden. Dabei sollte nach Möhring (1997) die Waldszustandserfassung der Forsteinrichtung das Angebot des Forstbetriebes gegliedert nach Holzarten, Stärke- und Güteklassen liefern, um den „Holzvorrat als zentrales forstbetriebliches Erfolgspotential zu erkennen und zu nutzen“.

Die seit Arnswaldt (1950) entwickelten Wertinventurverfahren wurden verschiedentlich in der Praxis erprobt und bezüglich der hinzukommenden Anforderungen weiterentwickelt. Die Chronologie der Verfahrensentwicklung lässt sich auszugsweise wie folgt beschreiben: Arnswaldt (1950)berichtet nach eigenen Untersuchungen 1935 im mecklenburgischen Forstamt Schlemmin über „Wertkontrollen in Laubholzrevieren“, Speidel (1955) über „Grundfragen zur Qualitäts- und Wertermittlung“, Mikulka (1955) über den „Versuch zur zahlenmäßigen Erfassung der Qualität von Waldbeständen“ und Brabänder (1957) über die „Gesetzmäßigkeiten im Volumen- und Wertaufbau des Schaftes als Grundlage zu Qualitätskontrolle von Laubholzbeständen“. In der jüngeren Vergangenheit folgten Verfahren von Düser (1978), Bernsdorff (1988), dem Schweizerischen Landesforstinventar (1988) und von Matenaers (1992) zum „Wertkataster für Eiche, Buche und Esche“.

Wiegard (1998) entwickelte, basierend auf der Erstückmethode von Arnswaldt (1950), mehrere modifizierte Verfahren die dem gewünschten Informationsbedarf und den Genauigkeitsanforderungen angepasst werden können. Schroeter (2000) erweiterte diese für die Wertansprache bei der Baumart Eiche und schlug vor, die zeitraubende detaillierte Erfassung der güteklassenmindernden Holzfehler auf die „Bäume von Interesse“ zu beschränken. Dazu zählte er Werthölzer mit einigen wenigen Holzfehlern und Stämme mit mindestens normaler Qualität. Die übrigen sollen gutachterlich der Güteklasse C zugeordnet werden.

Die Weiterentwicklung und Optimierung der Methoden der Qualitätsermittlung und Qualitätsüberprüfung von Waldbeständen ist noch lange nicht abgeschlossen. Insbesondere die Rationalisierung durch Integration der verschiedenen Waldinventurverfahren zu einem komplexen, aber trotzdem flexiblen System erfordert noch intensive Forschungen auf diesem Gebiet.

1.2 Ziel der Arbeit

In der folgenden Arbeit soll beispielhaft das, vom Institut für Waldwachstum und Ertragskunde Göttingen entwickelte, Verfahren vorgestellt werden, in welchem neben der Erfassung der Wert- und Vorratsstruktur auch naturschutzfachliche Informationen, wie Totholzanteil oder Vorkommen von Habitat- und Strukturbäumen gewonnen werden. Das Verfahren der Ermittlung der Güteverteilung im Aufnahmebestand soll bei den Betrachtungen im Vordergrund stehen. Zur Veranschaulichung wird aus dem ermittelten Vorrat und aktuellen Holzpreisen der Wert des aufstockenden Bestandes dargestellt. Dieser soll daraufhin mit dem Wert aus einer fiktiven Fortschreibung über einen Zeitraum von fünf Jahren verglichen werden.

2 Verfahrensüberblick

Die zahlreichen Verfahren der Qualitätsansprache können nach WIEGARD (1998) in folgende vier Gruppen untergliedert werden (Abb. 1):

Die Unterlängenmethode teilt den stehenden Stamm vom Wurzelanlauf an in Güteklassen ein. Die Länge der Stammabschnitte richtet sich nach der Güteeinteilung - ist also variabel. Gemessen werden die dazugehörigen Höhen, der BHD und in einzelnen Fällen der Durchmesser in 7 m Höhe (d7), um daraus die Volumen der Sortimente zu schätzen. Zur Unterlängenmethode zählen das Verfahren nach Brabänder (1957) und das Verfahren nach Düser (1978).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Schematischer Vergleich der vier klassischen Methoden zur Wertansprache (Wiegard, 1998, S. 15)

Bei der Relativlängenmethode wird der Baum vom Wurzelansatz bis zu Spitze in Abschnitte gleicher relativer Längen- oder Volumenanteile unterteilt. SPEIDEL entwickelte ein Verfahren, bei dem mit Hilfe eines Visierstabes (z.B. Spazierstock, Dendrometer nach Kramer) der Einzelstamm optisch in vier ungefähr gleichgroße volumengleiche Teile zerlegt wird. Für diese spricht er die Güteklassen an und multipliziert von ihm gebildete Wertfaktoren mit den Güteklassenanteilen. Die Summe der Produkte ergibt dann eine von fünf möglichen Wertklassen. Die Wertklassen dienen zur Einstufung der Wertleistung eines Bestandes.

Zu nennen sind hier, außer Speidels Verfahren noch die nach Bachmann (1990) und Bernsdorff (auch Gartower Verfahren, 1988).

Die Fixlängenmethode ist ähnlich der Unterlängenmethode konzipiert, jedoch werden hier Schaftabschnitte mit einer festen Länge angesprochen und einer begrenzten Anzahl von Güteklassen zugeteilt. Nach MIKULKA (1955) werden in Buchenbeständen die untersten drei 5 m Abschnitte nach der in der Schweiz gebräuchlichen Rundholzsortierung klassifiziert (Brabänder, 1957, S. 6). Ebenfalls aus der Schweiz ist das Verfahren des Schweizer Landesforstinventars (1988). Hierbei werden die beiden untersten 4 m Abschnitte des Schaftes einer von drei Güteklassen zugeordnet. Verwendet wird es für Laub- und Nadelholzbestände ab einem Mindest-BHD von 20 cm.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Schematische Darstellung der Qualitätsansprache massengleicher Stammteile mit Hilfe eines Spazierstockes (Wiegard, 1998, S. 18. nach Speidel, 1957)

Unter der Erstückmethode versteht man das eingangs erwähnte Wertkontrollverfahren nach ARNSWALDT (1950), welches er erstmalig 1935 großflächig im mecklenburgischen Forstamt Schlemmin anwandte. Im Rahmen einer Vollkluppung reifer Buchenbestände wurde das erste 6 m Stammstück (bei Eiche das unterste 4 m Stück) nach drei Güteklassen (A bis C) angesprochen. Die Güteklasse wurde jeweils am Stamm markiert, die Bäume gekluppt und das Volumen berechnet. Dieses Verfahren ist zwar sehr kostengünstig, hat aber einen eingeschränkten Informationsgehalt, da nur Daten über die unteren 6 m vorliegen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Güteverteilung für einen Buchenbestand
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie / Institut für Waldinventur und Waldwachstum)
Veranstaltung
Steuerung und Analyse der Waldentwicklung
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V19835
ISBN (eBook)
9783638238748
Dateigröße
853 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Güteverteilung, Buchenbestand, Steuerung, Analyse, Waldentwicklung
Arbeit zitieren
Denny Ohnesorge (Autor), 2003, Güteverteilung für einen Buchenbestand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19835

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