Asiatische Werte und Menschenrechte. Zur Vereinbarkeit zweier Wertekodexe


Hausarbeit, 2002
10 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

1. Einleitung

Diese Arbeit ist keine Hausarbeit, wie sie im Fach Politikwissenschaft üblich ist. Deshalb folgt auch keine gewohnte Einleitung mit Fragestellung usw., vielmehr möchte ich in diesem ersten Teil des Konzeptpapiers kurz erläutern, wie das weitere Vorgehen aussehen wird.

In diesem Konzeptpapier soll retrospektiv mein gedanklicher Weg zu einem Konzept für eine Hausarbeit zum Thema der asiatischen Werte vorgestellt werden. Zu diesem Zweck werde ich in erster Linie meine Überlegungen zur Eingrenzung von Gegenstand und Fragestellung verfolgen, werde allerdings nicht umhin kommen, auch meine inhaltlichen Gedankengänge zum Thema vorzustellen. Ich werde dabei in drei großen Schritten verfahren: Ersten Überlegungen zum Thema und zur Konzeptualisierung (Abschnitt 2.) folgen die Präzisierungen nach dem ausführlichen Literaturstudium (3.) sowie in kurzer Form die Präsentation der endgültigen Konzeptualisierung (4.). In einem Fazit möchte ich einige resümierende Worte verlieren (5.) und den Abschluss bildet ein ausführlich kommentiertes Literaturverzeichnis, das allerdings keinesfalls als das Thema vollständig umfassend angesehen werden darf (6.).

2. Erste Überlegungen

Die Wahl des Themas „asiatische Werte“ fiel spontan. Nachdem ich ursprünglich Indonesien und die nach dem 11. September brisante Bedeutung der dortigen Islamisierungstendenzen im Visier hatte, änderten sich meine Absichten mit der Benennung der asiatischen Werte als Themenkomplex im Seminar. Ich erinnerte mich vage an diesbezügliche Diskussionen in den Auslandssparten deutscher Zeitungen und Nachrichtenmagazine aus der Zeit vor der Asienkrise von 1997. Ich entsann mich vor allem Mohamad Mahathirs, dem Ministerpräsidenten Malaysias, der Positionen vertrat, die auf die Betonung asiatischer Besonderheiten und die damit begründete Ablehnung westlicher Konzepte hinausliefen. Aus meiner Sicht stellte er die Universalität der Werte der Aufklärung in Frage, was ich damals für empörend bis gefährlich empfand. Als sich mir nun die Möglichkeit bot, mich etwas genauer damit zu beschäftigen, stand das Thema meiner Hausarbeit fest. Die Relevanz des Themas stand für mich - eingeordnet in den größeren Problemzusammenhang der Universalität aufklärerischer Werte (verstanden als historisches Konstrukt normativer Richtwerte), v.a. der Universalität von Menschenrechten und Demokratie - außer Frage. Das hat sich auch nicht geändert, trotz der Erkenntnis, dass die Debatte um die asiatischen Werte seit der Asienkrise abgeflaut ist, weil das wirtschaftliche Selbstbewusstsein ihrer Befürworter geschrumpft ist.

Die daraus folgende Problemstellung im engeren Sinne, die zu einer Fragestellung führen konnte, bestand für mich in der Frage nach der Vereinbarkeit von asiatischen Werten und Menschenrechten und Demokratie. Ich wollte die Thematik auf einen Vergleich der asiatischen Werte mit den miteinander verwobenen westlichen Konzepten einengen. Dazu hatte ich viele (sich teilweise widersprechende) Ideen, Gedanken und Fragen, die ich in ihrer ungeordneten Form stichwortartig auflisten möchte (zugegebenermaßen hatte ich zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Stichwortkatalogs bereits Anfangskenntnisse aus Heinz 1999 sowie der ersten Seminarsitzung zum Thema):

- Die asiatischen Werte gründeten sich auf den Wirtschaftsboom – ist das Thema heute nicht vielleicht doch überholt? Gibt es die Debatte überhaupt noch?
- Wie verbreitet ist die Idee der asiatischen Werte in Südostasien überhaupt?
- Lasse ich den Verbreitern der Idee zuviel Aufmerksamkeit zuteil werden? Sollte man das Thema inzwischen vielleicht einfach ignorieren?
- Auffällig ist, dass autokratische (süd)ostasiatische Machthaber asiatische Werte verteidigen, während demokratische sie für konstruiert halten und („westliche“) Menschenrechte und Demokratie als universal ansehen.
- Die angestrebte Fragestellung ist hochkompliziert, da eigentlich Vorfragen unabhängig zu Südostasien zu klären sind: Sind Menschenrechte und Demokratie universal? Darf / Soll „der Westen“ sie offensiv vertreten? Ist das vielleicht arrogant? Bin ich voreingenommen, weil diese Konzepte Teil meiner Kultur und Sozialisation sind?
- Als Arbeitshypothese: Asiatische Werte sind konstruiert zum Machterhalt, Menschenrechte und Demokratie dagegen universal. Begründungen dafür: Der kollektivistische Charakter der asiatischen Werte nützt dem Vorrang des Staates (als „Oberkollektiv“) und damit seinen Spitzen; Menschenrechte und Demokratie dagegen würde jeder Mensch gerne genießen, wenn er die Wahl hätte (als Zweifel: Ist dieser individualistische Ansatz möglicherweise gerade ein rein westliches Gedankenmuster?).
- Wie sieht es mit innergesellschaftlichen Bestrebungen zur Erlangung von Menschenrechten und Demokratie in Südostasien aus?

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Asiatische Werte und Menschenrechte. Zur Vereinbarkeit zweier Wertekodexe
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V19845
ISBN (eBook)
9783638238823
ISBN (Buch)
9783640300853
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dies ist keine ausgearbeitete Hausarbeit, sondern zunächst ein Konzeptpapier, das nicht das Thema selbst, sondern den gedanklichen Weg zu ihm behandelt (also Motivation, Eingrenzung der Fragestellung etc.). Den zweiten Teil bildet ein kommentiertes Literaturverzeichnis mit 21 Einträgen.
Schlagworte
Menschenrechte, Vereinbarkeit, Wertekodexe, Asiatische Werte, Asien, Politikwissenschaft, Kulturkonkurrenz, Instrumentalisierung von Werten, Singapur, Malaysia, China, Demokratie, Autokratie, Emanzipation
Arbeit zitieren
Frank Stadelmaier (Autor), 2002, Asiatische Werte und Menschenrechte. Zur Vereinbarkeit zweier Wertekodexe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19845

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