Diese Arbeit soll sich grundlegend mit dem Thema Drogen, Sucht und Abhängigkeit beschäftigen. Sie soll einen groben Überblick über den Stand in der wissenschaftlichen Forschung, einige ausgewählten pädagogischen Interventionsmöglichkeiten und deren Sicht auf den Menschen geben.
Der Rahmen der Arbeit ist das Modul „Grundfragen der Pädagogik“ und so soll es im das Menschenbild von Abhängigen gehen. Ist ein drogenabhängiger frei selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen? Insbesondere wird das Menschenbild der Ansätze und der
Professionellen gegenüber der Klientel anhand zwei konkreter Interventionsformen reflektiert werden.
Daraus ergibt sich die präzisierte Leitfrage für die Arbeit: Was wollen Suchtprävention und Streetwork als aufsuchende Drogenarbeit leisten und mit welchen Annahmen über den Menschen arbeiten sie?
Dazu wird unter Punkt 2 ein einführender Überblick über das Themengebiet und die Literatur gegeben und erläutert was unter Drogen, Sucht und Abhängigkeit zu verstehen ist.
Punkt 3 wird sich mit der Frage nach der Freiheit von abhängigen Menschen beschäftigen und auf diese Weise die Ebene der gesellschaftlichen Konstruktion von Anhängigkeit berücksichtigen.
In Punkt 4 werden zwei verschiedene Interventionen betrachtet. Zum ersten die Präventionsarbeit als einen Ansatz, dessen Ziel es ist Menschen vor einem Kontakt mit Drogen zu erreichen. Zum zweiten die aufsuchende Drogenarbeit, deren Zielgruppe Menschen sind, die momentan Drogen konsumieren. Bei den jeweiligen Ansätzen wird auf
das zugrunde liegende Menschenbild eingegangen. Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit in dem die Leitfrage nochmals aufgegriffen und beantwortet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick und Definitionen
2.1 Definition Dogen
2.2 Definition Sucht
3. Eine Frage der Freiheit: abhängig oder selbstbestimmt?
4. Pädagogische Interventionen und Menschenbild
4.1 Primärprävention
4.1.1 Das Menschenbild in der Primärprävention
4.2 Streetwork – aufsuchende Drogenarbeit
4.2.1 Das Menschenbild in der aufsuchenden Drogenarbeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die pädagogischen Interventionsmöglichkeiten bei Drogenkonsum und reflektiert die diesen Ansätzen zugrunde liegenden Menschenbilder. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Was wollen Suchtprävention und Streetwork als aufsuchende Drogenarbeit leisten und mit welchen Annahmen über den Menschen arbeiten sie?
- Grundlagen und Definitionen von Drogen, Sucht und Abhängigkeit
- Die philosophische und soziologische Frage nach Freiheit und Selbstbestimmung bei Abhängigen
- Analyse der Primärprävention und des dazugehörigen Menschenbildes
- Analyse der aufsuchenden Drogenarbeit (Streetwork) und des dazugehörigen Menschenbildes
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Das Menschenbild in der aufsuchenden Drogenarbeit
Aufsuchende Drogenarbeit ist nahe am Menschen orientiert. Durch die Betonung der persönlichen Beziehung von Mitarbeiter und Klient wird schon deutlich, dass das Menschenbild von Akzeptanz und Wertschätzung geprägt ist. Jeder Klient soll mit seinen Problemen ernst genommen werden, egal wie „dicht“ oder krank er ist und egal wie auswegslos seine Situation im ersten Moment scheinen mag. Man könnte fast von einer Sicht des Menschen sprechen, die sich am christlichen Menschenbild orientiert. Die Würde und der Wert jedes einzelnen Menschen werden hervorgehoben, nicht zuletzt dadurch, dass Beziehungsarbeit eine sehr zeitintensive Arbeit ist und somit breite finanzielle Ressourcen beansprucht. Idealerweise hat ein Streetworker Zeit für jeden einzelnen Klienten - und zwar ohne gezückten Terminplaner. Jeder Mensch ist es wert stehen zu bleiben und mit ihm zu sprechen! Auch hängt die Wertschätzung des einzelnen Menschen nicht von dem ab, was er getan hat, tut oder tun wird, was ebenfalls ein Gedanke christlichern Ursprungs ist.
Klienten werden als vollwertige und entscheidungsfähige Menschen gesehen, deren Meinung respektiert und geachtet wird. Streetwork versucht die Klienten nicht in einen äußeren Rahmen zu pressen um Hilfe leisten zu können, sondern bemüht sich darum die Hilfe an die betreffende Person anzupassen. Jeder Klient erfährt so Anerkennung seiner Person und bekommt nicht (wieder) das Gefühl ausgegrenzt zu sein und den Anforderungen nicht zu genügen, welches unter anderem mitverantwortliche Gründe für Abhängigkeit sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch praktische Erfahrungen im Drogenhilfe-Kontext und definiert die Leitfrage hinsichtlich pädagogischer Interventionen und Menschenbildern.
2. Überblick und Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen von Drogen und Sucht sowie die Komplexität wissenschaftlicher Theorien in diesem Bereich.
3. Eine Frage der Freiheit: abhängig oder selbstbestimmt?: Es wird die Spannung zwischen gesellschaftlichen Fremdbildern der Unfreiheit und dem konstruktivistischen Denkmodell der Autonomie bei Drogenkonsumenten diskutiert.
4. Pädagogische Interventionen und Menschenbild: Das Kapitel analysiert die Ziele und die zugrunde liegenden Menschenbilder der Primärprävention sowie der aufsuchenden Drogenarbeit (Streetwork).
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die komplementäre Bedeutung beider Interventionsformen für das Wohl des Menschen.
Schlüsselwörter
Drogenkonsum, Sucht, Abhängigkeit, Pädagogik, Interventionsmöglichkeiten, Menschenbild, Primärprävention, Streetwork, aufsuchende Drogenarbeit, Freiheit, Autonomie, Beziehungsarbeit, Suchtprävention, Sozialisation, Wertschätzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den pädagogischen Möglichkeiten, Menschen mit einer Suchtproblematik zu unterstützen, und untersucht dabei die Sicht auf den Menschen, die diesen Hilfsangeboten zugrunde liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Sucht und Drogen, das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Abhängigkeit sowie die Analyse von Präventionsarbeit und Streetwork.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte aufklären, was Suchtprävention und Streetwork konkret leisten wollen und mit welchen Annahmen über den Menschen (Menschenbildern) diese Ansätze jeweils operieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie auf qualitativen Erkenntnissen, die durch ein Praktikum und begleitende Gespräche mit Betroffenen gewonnen wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begrifflichkeiten geklärt, die Frage nach der Freiheit von Abhängigen diskutiert und anschließend die Primärprävention sowie die Streetwork-Drogenarbeit detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Primärprävention, aufsuchende Drogenarbeit, Freiheit, Autonomie, Beziehungsarbeit, Menschenbild und Suchtentstehung.
Wie unterscheidet sich das Menschenbild der Prävention von dem der Streetwork?
Die Primärprävention arbeitet eher mit einem weichen, nicht deterministischen Menschenbild, das den Menschen als durch Umwelteinflüsse formbar sieht, während Streetwork von der prinzipiellen Freiheit und Eigenverantwortung des Klienten ausgeht.
Warum ist die Beziehungsarbeit für Streetworker so zentral?
Beziehungsarbeit dient dazu, eine akzeptierende Grundlage zu schaffen, Misstrauen gegenüber Institutionen abzubauen und den Klienten dort abzuholen, wo er sich in seinem Lebensalltag befindet.
- Quote paper
- Svenja Thrams (Author), 2011, Pädagogische Interventionsmöglichkeiten bei Drogenkonsum und die zugrunde liegenden Menschenbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198503