Unde Malum? Der Ursprung des Bösen in den Confessiones Augustins


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I De Deo

II De Creatione

III De Homine
1. Der Mensch und die rechte Schopfungsordnung
2. Augustins Ethik
3. Der freie Wille des Menschen
4. Non posse non peccare: Der Mensch nach dem Sundenfall
5. Sunde in den Confessiones

IV Unde malum? Rekapitulation und Einordnung in Augustins Theologie

V Personlicher Abschluss

Literatur
1. Quellen und Kommentare
2. Artikel und Monographien

Einleitung

Die vorliegende Arbeit versucht eine Darstellung des Denkens Augustins hinsichtlich einer Frage, die ihn spatestens wahrend seiner manichaischen Episode packt und fort - an nicht mehr loslasst. Es ist die Frage unde malum?1 In seinem Streben nach geschlif- fener Sprache fiel ihm als neunzehnjahrigen Rhetorikstudenten Ciceros Hortensius in die Hande und gab seinem Leben ein neues Ziel. Ciceros Pladoyer fur einen philoso - phisch-asketischen Lebenswandel weckte im jungen Augustin die Liebe zur Weisheit und pragte nachhaltig seinen weiteren Weg. Mit dem Eifer eines Bekehrten und ent - tauscht von der kargen Sprache der Bibel suchte er bei den Manichaern nach Weisheit.

Der Manichaismus galt besonders bei den Gebildeten im lateinischen Westen des Reiches als Alternative zum Christentum bzw. aufgrund seiner intellektuellen Ausrich - tung als hohere Form des Christentums, da er judisch-christliche Motive aufnahm, diese aber in seinen charakteristischen kosmischen Dualismus einwebte, in dem zwei Prinzipien oder Gotter - Gut und Bose bzw. Licht und Materie/ Finsternis - in standi - gem Widerstreit stehen. Das bose Prinzip verhindere die Erlosung der in der bosen Materie gefangenen guten Lichtteilchen. Durch seine Lehre versprach der Manichais - mus die guten Seelen der Menschen aus der Gefangenschaft der Materie zu befreien. Die Klarheit der Antworten, mit der innerhalb dieses geschlossenen Weltbildes schwierige Fragen (unde malum?) beantwortet werden konnten, liefi Augustin lange nicht an deren Richtigkeit zweifeln.

Es dauerte neun Jahre bis sich in Augustin Zweifel regten, die auch hochgelehrte Manichaer nicht ausraumen konnten, und er sich letztlich vom Manichaismus abwand - te. Die Frage nach dem Ursprung des Bosen beschaftigte ihn aber weiter und er trug sie mit sich bis nach Mailand. Erst beim Studium der Neuplatoniker fand er die befrei - ende Antwort: das Bose ist weder Gott noch Prinzip, sondern es ist die Beraubung des Guten und letztlich ontologisch ein Nichts.

Wenn das Bose aber nicht ist, also somit auch keine Macht hat, wie lasst sich erkla- ren, dass es in der Schopfung, die in der Bibel von Gott selbst die Note ,,sehr gut“ er- halt, offensichtlich Leid und bose Taten gibt? Es ist letztlich die Frage nach dem Men - schen und der Sunde, auf die in der vorliegenden Arbeit besonders eingegangen wer- den soll. Dabei soll auch deutlich werden, wie sich sich diese Thematik in Augustins theologisches Gesamtgebaude einfugt.

Da eine Berucksichtigung des literarischen Gesamtwerks Augustins den Rahmen einer Seminararbeit sprengen wurde, sollen uns seine Confessiones als primare Text - grundlage dienen. Andere Werke Augustins werden nur zitiert, wenn sie einen zentra- len Gedanken besonders griffig darstellen. Die in dieser Arbeit zitierten Stellen aus den Confessiones sind alle der sprachgewaltigen Ubersetzung von Joseph Bernhart entnommen, wie sie von Jorg Ulrich 2007 neu herausgegeben wurde. An einzelnen Stellen wird auch auf den lateinischen Originaltext in der zweisprachigen Fassung von Kurt Flasch und Burkhard Mojsisch zuruckgegriffen.

I De Deo

»Grofi bist Du, Herr, und hoch zupreisen«, »undgrofi ist Deine Macht undDeine Weisheit unermefilich.«

(Confessiones 1,1)

Augustin versucht in den Anfangsparagraphen des ersten Buches seiner Confessiones Gott, dem er seine Sunden, seinen Glauben und sein Lob bekennen will, zu charakteri - sieren. Gerade am Gottesbild Augustins wird deutlich, was uns bei der Beschaftigung mit den Confessiones noch oft begegnen wird, namlich dass sein Denken tief im Neu - platonismus grundet. Im Laufe seines Lebens, das spatestens seit seiner Bekehrung von intensiver Bibellekture gepragt ist, macht er seinem Denken daruber hinaus bibli - sche Gedanken zu eigen und versucht sie systematisch zu durchdringen. Das Ruckgrat seines theologischen Systems bilden somit der Neuplatonismus, vor allem aber der Apostel Paulus. Ein weiteres wichtiges Moment des augustinischen Denkens zur Zeit der Abfassung der Confessiones ist der Versuch, sich von manichaischen Vorstellun - gen zu emanzipieren und apologetisch gegen sie zu argumentieren.

Bei der Lekture der Confessiones wird schnell deutlich, dass Gott aus der Perspek - tive des Menschen immer der ganz andere ist. Zunachst fallt im ersten Buch, neben GroBe, Weisheit und Macht, die Ruhe Gottes auf, nach der sich die unruhige Seele des Menschen sehnt. Die Unruhe des Menschen durchwirkt die Bucher der Confessiones wie roter Faden. Diese Unruhe ist aber aufgefangen durch das Motiv der Ruhe bei Gott, was den Rahmen um die 13 Bucher bildet. inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.“2 - ,,[...] praeloquatur nobis [...], quod et nos [.] sabbato vitae aeternae requiescamus in te.“3 Im vierten Paragraphen des ersten Buches versucht Au- gustin dann, dem Wesen Gottes mit zum Teil bis ins Unermessliche gesteigerten Su - perlativen und dialektischen Gegensatzpaaren begrifflich nahe zukommen. Damit mochte er vor allem Gottes Unermesslichkeit Ausdruck verleihen: Hochster, Bester, Machtigster - gar Allmachtigster, Verborgenster und Gegenwartigster (um hier nur ei - nige Beispiele anzufuhren). Gott ist zwar mittels eines mystisch anmutenden, neupla- tonischen Aufstiegs geistig „beruhrbar“ und dadurch in gewisser Weise fur die menschliche Seele erkennbar, dennoch bleibt er dem Menschen letztlich Geheimnis.

Daraufhin beginnt Augustin das Verhaltnis Gottes zu seiner Schopfung zu themati - sieren, indem er mit dem wichtigsten Gegensatz zwischen beiden beginnt. Gottes Un- wandelbarkeit steht der Veranderlichkeit der Schopfung gegenuber. Die Unverander- barkeit Gottes hat fur unsere Frage unde malum? erwahnenswert, weil sie direkt mit der absoluten Gute Gottes4 verknupft ist. Auch in den weiteren Aussagen uber Gott und sein Verhaltnis zur Schopfung kann Augustin nur in Gegensatzen angemessen von ihm sprechen: niemals ist Gott neu, niemals ist er alt - und doch erneuert er alles und lasst den Uberheblichen altern. Zwei weitere Gegensatze, die in dieser Aufzahlung nicht explizit auftauchen sind Gottes Gerechtigkeit und seine Gnade, an der, wie wir spater sehen werden, der Mensch durch seine eigene Ungerechtigkeit auch sehr leiden kann. Insgesamt wird deutlich, dass Gott ein „affektiver“5, stets tatiger - immer erneu- emder, erhaltender, lenkender und vollendender - und immer auf die Schopfung und im Besonderen auf den Menschen bezogener Gott ist.6

Im siebten Buch entfaltet Augustin seine Vorstellung der ontologischen Ordnung der Schopfung. Dort macht er deutlich, dass allein Gott im vollen Sinne ist. Gott ist nicht der Zeit und damit der Verganglichkeit unterworfen, die allem zeitlichen eigen - tumlich ist. Sondern er ist ewig und immer derselbe (s.o.). Gott kann auch nicht an - hand einer Ortsangabe im Raum bestimmt werden, wie dies allem korperlichen eigen - tumlich ist. Gott ist uberall zugleich und durchdringt dabei alles7, denn Gott ist Geist.8 Ihm allein kommt das hochste Sein zu - ja Gott ist das eine, alles begrundende Sein selbst. Diese Vorstellungen Augustins sind zutiefst gepragt durch den Neuplatonismus und er wird nicht mude zu wiederholen, wie wichtig die Erkenntnis der Geistigkeit, der Einheit und der Unsichtbarkeit Gottes fur ihn waren, um sich vom Manichaismus zu losen. Der Manichaismus vertrat dagegen namlich die Vorstellung, dass der Geist, und somit auch Gott, eine feinstoffliche Substanz besitzt und damit nicht wesentlich von der Stofflichkeit der Schopfung unterschieden ist.

II De Creatione

Undpreisen -will Dich der Mensch, der herumschleppt sein Sterbewesen, herum - schleppt das Zeugnis seiner Sunde und das Zeugnis, dafi Du »den Hochfahrigen wi- derstehst«. Und dennochpreisen will Dich der Mensch, ein kummerlicher Abrifi Dei - ner Schopfung.

(Confessiones 1,1)

Gott ist ewig und unveranderlich. Die Schopfung hingegen ist der Veranderlichkeit unterworfen, denn Gott hat die Welt aus dem Nichts ins Sein gerufen und in diesem Ubergang aus dem Nichts in die Existenz liegt schon die erste Veranderung.9

Die Schopfung ist bei Augustin, getreu dem Prolog des Johannesevangeliums, als Wortschopfung gedacht. Gott schafft die Welt in zeitloser Ewigkeit durch sein gleich - ewiges Wort, in dem alles ausgesprochen ist, was war, was ist und was sein wird. Durch dieses sein Wort erschafft er die Zeit, in die sich die gesamte Schopfung ,,aus - dehnt“. Durch dieses Auffacherung der Schopfung in der Zeit existieren die einzelnen Dinge nicht gleichzeitig, sondern einjegliches hat darin seine Zeit, es wird und es ver - geht darin. Mit der Zeit kommt die Verganglichkeit10 und die Endlichkeit der Schop- fung11. Innerhalb der Schopfung existiert immer nur die ausdehnungslose Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft haben ihren Ort „nur“ in der anima als Erinnerung und Er- wartung12 und bei Gott, der alles weifi und vorherweifi13. Denn aus der zeitlos-ewigen Perspektive Gottes besteht alles zugleich, aus Sicht der Schopfung aber im Fluss aus der erwarteten Zukunft durch die reale Gegenwart hindurch hinein in die erinnerte Vergangenheit.

Die Schopfung denkt Augustin als eine Hierarchie, in die Gott alles Geschaffene wohl eingeordnet hat. In dieser Ordnung sind die einzelnen Teile der Schopfung in verschiedene Seinsstufen unterteilt. Die rein korperlichen, unbelebten Dinge bilden die ontologisch niedrigste Stufe. Die hochste Stufe innerhalb der Schopfung bilden die intelligiblen, immateriellen und unsterblichen Dinge. Dies ist die Stufe der Engel und Geister, sowie die animae. Zwischen der Stufe der rein korperlichen Dinge und der

Stufe der rein geistigen Dinge befinden sich, dualistisch gedacht, die belebten bzw. beseelten Dinge. Sie haben durch ihren stofflichen Korper Anteil an der niedrigsten und durch ihre geistige anima Anteil an der hochsten Stufe.

Uber den drei hierarchisch unterteilten Seinsstufen „thront“ Gott, auf den hin alles geschaffen ist. Jeder einzelne Teil der Schopfung ist fur sich betrachtet schon und gut und die Gesamtheit aller Teile ist sogar sehr gut. Die Schonheit und Gute der Einzel - teile liegt aber begrundet in ihrer richtigen Orientierung innerhalb der Schopfungsord - nung. Auf allen Seinsstufen soll jedes Geschaffene demutig seinen ihm zugewiesenen Platz in dieser Ordnung einnehmen und lobpreisend auf Gott den Schopfer verweisen. Darin liegt ihre gottgegebene Bestimmung, auch die des Menschen.14

Ein fur unsere Frage bedeutender Aspekt in der augustinischen Schopfungslehre ist der ontologische Status der geschaffenen Dinge im Vergleich zum Sein Gottes, sowie die Verbindung von Sein und Wert. Das Sein im Vollsinn des Wortes kommt nur Gott zu. Da aber, aufier Gott, nichts ist wie Gott, kann folglich weder der Schopfung als

Gesamtheit und schon gar nicht ihren einzelnen Teilen das volle Sein zugesprochen werden. Da sie aber offensichtlich auch nicht nicht sind, kann ihnen das Sein nicht ganzlich abgesprochen werden. Ihr ontologischer Status liegt also vielmehr zwischen dem vollen Sein und absoluten Nichtsein.15

In einem weiteren Argumentationsgang verbindet Augustin Sein und Wert miteinan- der.16 Sein ist ein Gut an sich. Einjegliches Seiendes, ist also schon gut, weil es ist. Nun stellt er fest, dass Zerstorung einen Schaden bedeutet, was wiederum eine Minde - rung der Gute ist. Das beschadigte Seiende ist durch den Schaden aber nicht schlecht, sondern „nur“ weniger gut, sein ontologischer Wert ist also ein geringerer als zuvor. Wenn ein Seiendes aber alles Guten beraubt wird, wird es dadurch alles Seins beraubt und hort folglich auf zu existieren. Daraus ergibt sich, dass das schlechthin Bose das Gegenteil des Seins - also das Nichts ist. Das Bose ist nicht, es ist also kein Seiendes, denn ware es ein solches, ware es gut, da das Sein, wie bereits erwahnt, ein Gut an sich ist. Aber die Vorstellung eines guten Bosen ist Unsinn. Das Bose als das Nichts ist damit das schlechthinnige Gegenteil zu Gott, der das Sein selbst ist - oder anders ge- wendet: Gott ist aufgrund seines unveranderlichen und somit unzerstorbaren Seins das absolute Gegenteil des Bosen, welches aus seiner Perspektive auch gar nicht existiert17 - sofern man uberhaupt sinnvoll von der Existenz des Nichts sprechen kann weil Gott nicht von der Nichtexistenz bedroht ist.

Der Beweis der Substanzlosigkeit bzw. Nichtigkeit des Bosen ist zentral fur Augus - tin, weil dadurch die beiden biblischen Aussagen, namlich die der Gute der Schopfung und die der Allgute des einen Gottes gultig bleiben - Gott also nicht als Urheber des Bosen gedacht werden muss. Der gesamte Beweis der Nichtigkeit des Bosen ist somit gegen den manichaistischen Dualismus gerichtet, der dem Guten wie dem Bosen je - weils eine eigene Substanz einraumt und sogar zwei „Gotter“ postulieren kann - den bosen Schopfergott und den guten Erlosergott. Fur den Menschen und die Moral be - deutet die manichaische Konzeption in der Konsequenz eine Trennung des Menschen von seinen bosen Taten durch die Verlagerung des Sittlichen ins Kosmische. Der Mensch ist also fur sein boses Handeln nicht ganzlich verantwortlich, da er auf ein kosmisches Prinzip verweisen konnte, das den letzten Grund seiner bosen Tat darstell- te. Da Augustin aber mit dem Neuplatonismus gegen die manichaische Konzeption die ontologische Nichtigkeit des Bosen betont, was dessen Machtlosigkeit aus sich selbst heraus impliziert, muss er eine andere Erklarung fur das offensichtliche malum in der Welt finden. Seine Antwort: Der Mensch.

III De Homine

Du selber reizest an, dafi Dich zu preisen Freude ist; denn geschaffen hast Du uns zu Dir, und ruhelos ist unser Herz, bis dafi es seine Ruhe hat in Dir.

(Confessiones 1,1)

1. Der Mensch und die rechte Schopfungsordnung

Wie im zweiten Kapitel bereits erwahnt, hat der Mensch durch seine Beschaffen- heit als beseelter Korper seinen Ort in der Seinsordnung „zwischen“ den rein stoffli - chen, unbelebten Dingen und den rein geistigen Dingen. Wie alle anderen Teile der Schopfung auch, wurde er von Gott gut geschaffen. Die Korperlichkeit des Menschen ist mitnichten schlecht, sondern ebenso von Gott gewollt und daher auch geschaffen, wie die Seele.18

[...]


1 Der Bedeutungsgehalt, der mit dem Lateinischen Wort malum ausgedruckt wird, kann im Deutschen nicht mit einem einzigen Begriff wiedergegeben werden. Malum meint sowohl das Bose, also das objektiv Schlechte, als auch das Ubel, das Leid, das Erlittene, also das subjektiv Schlechte. Daher ist die Frage unde malum? im Deutschen eine zweifache: (1.) Woher kommt das Bose - Zerstorung, Tod, bose Taten? (2.) Woher kommt das Ubel, die Erfahrung von Leid - das subjektiv Schlechte? Diese beiden Aspekte des Begriffes malum waren auch dem grofien Augustin schon deutlich und so wird auch seine Antwort eine zweifache sein. Doch so, wie beide Aspekte im Lateinischen in einem Wort zusammengebunden sind, so sind auch die beiden Antworten Augustins letztlich aufs engste miteinander verbunden in dem Begriff der Sunde.

2 Conf. 1,1.

3 Conf.XIII,51.

4 Gute Gottes im ontologischen Sinne. Die Unwandelbarkeit Gottes bedeutet zugleich auch Unverganglichkeit und Unzerstorbarkeit Gottes. Damit ist Gottes Sein, welches schon ein Gut an sich darstellt, unendlich hoher zu bewerten als das der verganglichen Schopfung. Mehr dazu in Kapitel II.

5 Gottes Affekte wie z.B. Zorn oder Liebe denkt Augustin allerdings immer mit dem groBen Aber der vollkommenen Andersartigkeit Gottes. Er versucht auf diese Weise die biblischen Aussagen uber Gott ohne Widerspruch mit den neuplatonischen Vorstellungen des ruhenden, affektfreien Gottes zusammen zu denken. Vgl. Conf. I,4: „Du liebst, aber ohne leidenschaftliche Erregung. [.] Du zurnst, aber du bleibst ruhig“.

6 Wie genau Augustin diese Bezogenheit Gottes auf den Menschen denkt, wird im Verlauf dieser Arbeit deutlich werden.

7 Vgl. Conf. VII,7. Augustin stellt sich das die Schopfung durchdringende Wesen Gottes vor wie ein unendliches Meer, in dem ein endlich grofier Schwamm schwimmt. Gott ist dabei das unendliche Meer und der Schwamm, bis in die letzte Faser vom Wasser durchdrungen, ist die Schopfung. Das Problem bei dieser Vorstellung ist fur Augustinjedoch die implizierte stoffliche Korperlichkeit Gottes (vgl. Conf. VII,If.), die zur Folge hatte, dass beispielsweise ein Elefant aufgrund seiner Grofie >mehr< von Gott aufnehmen wurde als ein kleiner Sperling. Damit ware Gottes Anwesenheit aber zerstuckelt. Von dem Zwang, Gott so zu denken kann sich Augustin spater erst mithilfe des Neuplatonismus losen, der es ihm erlaubt, Dinge rein geistig zu denken.

8 Vgl. Kienzler, Confessiones I, S. 79: ,,Die Haftung an einem >Ort< ist fur den Neuplatonismus und fur Augustinus Zeichen der Endlichkeit. Was durch Ort und Zeit umschrieben werden kann, ist endlich.“

9 Conf. X,6.

10 Conf. X,31.

11 Vgl. Conf. XIII,50: „Denn diese ganze herrliche Ordnung der Dinge, in der sie »sehr gut« sind, - sie wird, wenn ihr Mafi und Ziel erfullt ist, vergehen mussen:ja »Morgen« ward es da »und Abend«“.

12 Conf. X,26.

13 Conf. X,41.

14 Hierin spiegelt sich schon Augustins Vorstellung vom guten Handeln. Vgl. dazu Kapitel III.2.

15 Conf. VII, 17.

16 Conf. VII, 18.

17 Conf. VII, 19.

18 Horn, Anthropologie, S.481.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Unde Malum? Der Ursprung des Bösen in den Confessiones Augustins
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Seminar Anthropologie
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V198537
ISBN (eBook)
9783656249061
ISBN (Buch)
9783656249788
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gott ist das schlechthin Gute. Er hat die Welt nach dem Zeugnis der Bibel in sehr guter Ordnung geschaffen. Da stellt sich zwangläufig die Frage nach dem Ursprung des Bösen und des Leidens in dieser gut geschaffenen Welt. Augustins Antwort auf diese Frage ist aufs engste mit seiner Anthropologie und Sündenlehre verknüpft. Diese Arbeit versucht Augustins Gedanken nachzuzeichnen. Dabei werden Augustins Gotteslehre und Schöpfungslehre grob skizziert. Seine Ethik und das Problem des freien Willens finden, wie auch seine (Erb-)Sündenlehre nähere Betrachtung.
Schlagworte
Augustinus, Augustin, das Böse, Ursprung des Bösen, Leid, Theodizee, freier Wille, Sünde, Sündenlehre, Mensch, Anthropologie, Ethik, uti, frui, Erbsünde, Erbsündenlehre
Arbeit zitieren
Denny Mattern (Autor), 2012, Unde Malum? Der Ursprung des Bösen in den Confessiones Augustins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198537

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