Der Dreißigjährige Krieg gehört zu den verheerendsten Ereignissen der europäischen und insbesondere der deutschen Geschichte. Bereits von seinen Zeitgenossen wurde er als solcher wahrgenommen und erhielt den Titel „Der Große Krieg“, den er erst verlor, als in den Jahren von 1914 bis 1918 mit dem Ersten Weltkrieg ein vergleichbar vernichtender Krieg entstanden war. Schlachten, Pest und Hunger forderten einen hohen Tribut und ließen die Bevölkerung Deutschlands während des Krieges um etwa ein Drittel sinken; es dauerte ewig, bis Europa in der Lage war, diese Narben zu heilen. Umso paradoxer wirkt es, dass genau in diesen Jahren in Deutschland die ruhmreichen Literaturepochen ihren Anfang finden: Die Zeit des Barock wird determiniert auf die Zeit von ca. 1620 bis 1720 und brachte 1624 mit Opitz‘ Buch von der Deutschen Poeterey ein fundamentales Standard-werk zur Kunst der landessprachigen Literatur in Deutschland hervor. Neben Opitz veröffentlichten in der gesamten Barockzeit noch etwa 60 weitere Autoren eine Poetik, wie etwa Philip von Zesens Deutscher Helicon. Ebendiese Koexistenz aus Krieg einerseits und einer aufblühenden deutschsprachigen Literatur andererseits sowie der Einfluss des Krieges auf die Lyrik des Barock sind Thema dieser interdisziplinär ausgerichteten Hausarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Barock und die Ursprünge der Sprachwissenschaft im Dreißigjährigen Krieg
3 Der Barocklyriker Andreas Gryphius
3.1 Die frühen Jahre
3.2 Das Sonett Thränen des Vaterlandes, Anno 1636
3.3 Das Sonett Schluss des 1650zigsten jahres
4 Fazit
5 Vollständiges Literatur- und Quellenverzeichnis
6 Abbildungsverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Welchen Einfluss hatte der Dreißigjährige Krieg auf die Literatur?
Trotz der Zerstörung und des Bevölkerungsrückgangs blühte die deutschsprachige Literatur auf, da Autoren wie Opitz und Gryphius versuchten, der deutschen Sprache neue Würde zu verleihen.
Wer war Andreas Gryphius?
Andreas Gryphius war einer der bedeutendsten Lyriker und Dramatiker des Barock, bekannt für seine Sonette, die das Leid des Krieges und die Vergänglichkeit (Vanitas) thematisieren.
Was ist das "Buch von der Deutschen Poeterey"?
Es wurde 1624 von Martin Opitz veröffentlicht und gilt als fundamentales Standardwerk, das Regeln für die deutsche Dichtkunst nach antikem Vorbild festlegte.
Was thematisiert das Sonett "Thränen des Vaterlandes"?
Es beschreibt eindringlich die Gräuel des Dreißigjährigen Krieges, wobei Gryphius nicht nur die physische Zerstörung, sondern vor allem den Seelenschaden beklagt.
Warum wird die Epoche des Barock oft als paradox bezeichnet?
Weil in einer Zeit extremer materieller Not und Gewalt durch den Krieg gleichzeitig eine hochkulturelle Blütezeit der Sprachwissenschaft und Dichtung stattfand.
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- Stefan Voßen (Author), 2012, Sprachakademien, Barock und Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198606