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Sprachakademien, Barock und Krieg

Drei Phänomene in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ihre Wechselwirkung am Beispiel von Andreas Gryphius

Título: Sprachakademien, Barock und Krieg

Trabajo Escrito , 2012 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Stefan Voßen (Autor)

Historia de Alemania - Historia contemporánea
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Der Dreißigjährige Krieg gehört zu den verheerendsten Ereignissen der europäischen und insbesondere der deutschen Geschichte. Bereits von seinen Zeitgenossen wurde er als solcher wahrgenommen und erhielt den Titel „Der Große Krieg“, den er erst verlor, als in den Jahren von 1914 bis 1918 mit dem Ersten Weltkrieg ein vergleichbar vernichtender Krieg entstanden war. Schlachten, Pest und Hunger forderten einen hohen Tribut und ließen die Bevölkerung Deutschlands während des Krieges um etwa ein Drittel sinken; es dauerte ewig, bis Europa in der Lage war, diese Narben zu heilen. Umso paradoxer wirkt es, dass genau in diesen Jahren in Deutschland die ruhmreichen Literaturepochen ihren Anfang finden: Die Zeit des Barock wird determiniert auf die Zeit von ca. 1620 bis 1720 und brachte 1624 mit Opitz‘ Buch von der Deutschen Poeterey ein fundamentales Standard-werk zur Kunst der landessprachigen Literatur in Deutschland hervor. Neben Opitz veröffentlichten in der gesamten Barockzeit noch etwa 60 weitere Autoren eine Poetik, wie etwa Philip von Zesens Deutscher Helicon. Ebendiese Koexistenz aus Krieg einerseits und einer aufblühenden deutschsprachigen Literatur andererseits sowie der Einfluss des Krieges auf die Lyrik des Barock sind Thema dieser interdisziplinär ausgerichteten Hausarbeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Barock und die Ursprünge der Sprachwissenschaft im Dreißigjährigen Krieg

3 Der Barocklyriker Andreas Gryphius

3.1 Die frühen Jahre

3.2 Das Sonett Thränen des Vaterlandes, Anno 1636

3.3 Das Sonett Schluss des 1650zigsten jahres

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Dreißigjährigen Krieg, der Entstehung deutschsprachiger Sprachakademien und der Lyrik des Barock am Beispiel von Andreas Gryphius, wobei insbesondere analysiert wird, wie der Dichter zeitgenössische Kriegsereignisse in seinen Sonetten verarbeitet.

  • Entstehung und Bedeutung deutschsprachiger Literaturgesellschaften im 17. Jahrhundert
  • Einfluss des Dreißigjährigen Krieges auf die barocke Lyrik
  • Biographische Prägung des Dichters Andreas Gryphius durch Krieg und Konfessionskonflikte
  • Analyse der Sonette "Thränen des Vaterlandes, Anno 1636" und "Schluss des 1650zigsten jahres"
  • Vergleichende Betrachtung der Kriegsverarbeitung in unterschiedlichen Entstehungsphasen

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Sonett Thränen des Vaterlandes, Anno 1636

Das Gedicht ist ein Klagelied über das zerstörte Deutschland des Jahres 1636 und beschreibt die Situation in den Quartetten und dem ersten Terzett eindrucksvoll vor dem Hintergrund, dass Deutschland schon Jahre des Krieges erlebt hat, dieser jedoch noch nicht sein Ende gefunden hat. Der erste Vers dient als Einleitung zur Situation der Einwohner Deutschlands, die Gryphius als „verheeret“ (V. 1) beschreibt – ein Wort, das den Zeitgenossen des Autors geläufig war und etymologisch mit dem Wort „Heer“ verwandt ist. Die Einführung der ersten Person mit dem Gedicht einleitende Wort „WJr“ (V. 1) ist typisch für Gryphius. Er schreibt von Erlebnissen seiner Zeit, die ihn stark betroffen und geprägt haben, und gibt in der Lyrik seine persönlichen. Diese private Note, die Gryphius seinen Sonetten verleiht, hat in der älteren Forschung – aufgrund eines Mangels an Alternativen – häufig dazu geführt, seine lyrischen Werke als biographische Quellen zu nutzen.

Mit den Worten „Der frechen Völcker Schaar / die rasende Posaun / Das vom Blutt fette Schwerdt / die donnernde Carthaun“ (V. 2-3) liefert Gryphius auflistend eine Reihe von aussagekräftigen Adjektiven und Substantiven, die das schreckliche Szenario einer Schlacht repräsentieren. Dabei sind mit dem Wort „Völcker“ (V. 2) explizit Kriegsvölker, also Soldaten, gemeint, die mit Posaunen, Schwertern und Kanonen den Tod bringen; untermalt wird dieses Bild einer gewaltsamen Auseinandersetzung von den Adjektiven „rasend“ und „donnernd“ sowie dem Wort „Blut“. Die Feststellung, diese Schlachten haben „aller Schweiß / und Fleiß / und Vorrath auffgezehret“ (V. 4), ist von Gryphius bewusst im Perfekt verfasst und verdeutlicht, dass die für Friedenszeiten typischen und für Fortschritt notwendigen Eigenschaften wie „Schweiß / […] Fleiß / und Vorrath“ (V. 4) bereits vom Krieg zerstört worden sind; dass eine Fortsetzung des Krieges schon aus rein wirtschaftlichen Gründen kaum möglich ist, sämtlichen produktiven Fortschritt ausbremsen wird und für das Volk aufgrund mangelnder Vorräte noch größere Hungersnöte auslösen wird als zuvor schon.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Dreißigjährigen Krieges ein und stellt die Relevanz der barocken Literatur sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.

2 Der Barock und die Ursprünge der Sprachwissenschaft im Dreißigjährigen Krieg: Dieses Kapitel erläutert die Gründung von Sprachgesellschaften wie der Fruchtbringenden Gesellschaft als Antwort auf die Zerstrittenheit der deutschen Sprache und die kriegerischen Zustände.

3 Der Barocklyriker Andreas Gryphius: Das Kapitel bietet eine biographische Einführung zu Gryphius und eine detaillierte Analyse seiner beiden Sonette im Kontext des Kriegsendes und der Friedensbemühungen.

3.1 Die frühen Jahre: Dieser Abschnitt beschreibt den Lebensweg des jungen Gryphius, seine traumatischen Erfahrungen durch Krieg und Vertreibung sowie seinen Bildungsweg.

3.2 Das Sonett Thränen des Vaterlandes, Anno 1636: Hier erfolgt eine interpretatorische Analyse des Sonetts mit Fokus auf die Darstellung des Kriegsleids und der formalen Struktur.

3.3 Das Sonett Schluss des 1650zigsten jahres: Dieser Teil ordnet das Sonett historisch ein und vergleicht es mit dem Gedicht von 1636 hinsichtlich seiner Aussage über das Kriegsende.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung von Gryphius als prägender Lyriker, dessen Werk eng mit den Zeitereignissen verknüpft ist.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Barock, Dreißigjähriger Krieg, Lyrik, Sonett, Sprachgesellschaften, Fruchtbringende Gesellschaft, Literaturgeschichte, 17. Jahrhundert, Thränen des Vaterlandes, Schluss des 1650zigsten jahres, Kriegsleid, Konfessionskonflikt, Deutschland, deutsche Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und der aufblühenden Literatur des Barock im 17. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die Entstehung der Sprachakademien, die Biographie des Dichters Andreas Gryphius und die lyrische Verarbeitung von Kriegserfahrungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie der Krieg in der Lyrik von Gryphius dargestellt wird und inwiefern biographische und historische Ereignisse die Werke beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Interpretation von zwei ausgewählten Sonetten unter Einbeziehung des historischen Kontextes basiert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Literaturgesellschaften sowie eine vertiefende biographische und lyrische Analyse des Werks von Andreas Gryphius.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Barock, Dreißigjähriger Krieg, Andreas Gryphius, Sprachpflege und Lyrik-Analyse.

Warum spielt die Fruchtbringende Gesellschaft eine Rolle für den Autor?

Die Gesellschaft war maßgeblich an der Pflege der deutschen Sprache beteiligt, was Gryphius als Dichter beeinflusste, auch wenn er erst später beitrat.

Inwiefern unterscheiden sich die beiden analysierten Sonette?

Während "Thränen des Vaterlandes" das Leid während des Krieges thematisiert, reflektiert das spätere Sonett den Frieden und zeigt eine hoffnungsvollere Perspektive.

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Detalles

Título
Sprachakademien, Barock und Krieg
Subtítulo
Drei Phänomene in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ihre Wechselwirkung am Beispiel von Andreas Gryphius
Universidad
RWTH Aachen University  (Historisches Institut)
Curso
Seminar „Der Westfälische Friede“
Calificación
1,3
Autor
Stefan Voßen (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
23
No. de catálogo
V198606
ISBN (Ebook)
9783656249443
ISBN (Libro)
9783656253624
Idioma
Alemán
Etiqueta
Andreas Gryphius westfälische Friede Dreißigjähriger Krieg Sprachakademie Barock Lyrik Literatur 17. Jahrhundert Thränen Vaterlandes 1636 Sonett Martin Opitz Deutsche Poeterey Zesen Helicon
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Voßen (Autor), 2012, Sprachakademien, Barock und Krieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198606
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