Der Rat der Europäischen Union hat am 20.12.2001 eine Änderung der Rechnungsrichtline zur Vereinfachung, Modernisierung und Harmonisierung der Anforderungen von Rechnungsstellung verabschiedet. Durch diese Richtline werden die obligatorischen Angaben in Rechnungen harmonisiert und es wird u.a. für die Abrechnung durch Gutschriften, Übermittlung auf dem elektronischen Weg etc. ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen geschaffen. Die Änderungen
traten ab dem 01.01.2004 in Kraft. Im Rahmen des Gesetzes zur Intensivierung und Bekämpfung der Schwarzarbeit und der damit zusammenhängender Steuerhinterziehung, wurden die Rechnungsvorschriften zum 01.08.2004 abermals verschärft. Dabei spielten Rechnungen für die Umsatzsteuer eine wichtige Rolle. Durch sie wird der Vorsteuerabzug ermöglicht:
Ein leistender Unternehmer weist für seine Lieferung oder sonstige Leistungen den Steuerbetrag in einer Rechnung aus, die ihm geschuldet wird und zahlt sie im Zuge der USt-Voranmeldung an das Finanzamt.
Der Empfänger der Lieferung oder der Leistung zahlt den ihm gestellten Steuerbetrag an den leistenden Unternehmer. Der leistende Unternehmer ist zum Vorsteuerabzug berechtigt und erhält die gezahlten Steuer im Rahmen der USt-Voranmeldung vom Finanzamt zurück.
Am Ende einer Umsatzkette sind alle Waren und Dienstleistungen mit der Steuer belastet, die für die letzte Umsatzstufe gilt. So gewährleisten Rechnung und Vorsteuerabzug eine wettbewerbsneutrale Besteuerung.
Rechnungen, die den formalen Anforderungen des Umsatzsteuergesetzes nicht gerecht werden, schließen grundsätzlich einen Vorsteuerabzug aus. Auch in Hinblick der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GOB) spielen ordnungsgemäße Rechnungen eine wichtige Rolle. Die GOB verlangen, dass die Buchführung klar und übersichtlich sein muss. Hierzu gehört, dass jeder Buchung ein Beleg zugrunde liegen muss.
Die folgende Hausarbeit stellt die Anforderungen an ordnungsgemäße Rechnungen und die Rechnungsprüfung in der betrieblichen Praxis dar.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
1. Einführung
1.1 Allgemeines
1.2 Begriff der Rechnung
1.3 Unterschiedliche Arten einer Rechnung
1.4 Pflicht zur Ausstellung einer Rechnung
2. Anforderungen an Ordnungsgemäße Rechnungen
2.1 Allgemeine Pflichtangaben in Rechnungen
2.2 Zusätzliche Angaben in Sonderfällen
2.3.1. Gutschrift als Rechnung
2.3.2 Kleinbetragsrechnung
2.3.3. Anzahlungs- oder Vorauszahlungsrechnungen
2.3.4. Endrechnungen
2.3.5. Restrechnung
2.3.6. Rechnungen mit verschiedenen Steuersätzen
3. Rechnungsprüfung in der betrieblichen Praxis
3.1. Begriff der Rechnungsprüfung
3.2. Bedeutung der Rechnungsprüfung für Unternehmen
3.3 Allgemeiner Vorgang einer Rechnungsprüfung
3.4. Zentrale- und dezentrale Rechnungsprüfung
3.5. Berichtigung einer Rechnung
4. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum ist eine ordnungsgemäße Rechnung für den Vorsteuerabzug wichtig?
Nur Rechnungen, die alle formalen Anforderungen des Umsatzsteuergesetzes erfüllen, berechtigen den Unternehmer zum Abzug der gezahlten Vorsteuer vom Finanzamt.
Welche Pflichtangaben müssen in einer Rechnung enthalten sein?
Dazu gehören unter anderem Name und Anschrift von Leistendem und Empfänger, Steuernummer, Ausstellungsdatum, Rechnungsnummer, Menge/Art der Leistung, Zeitpunkt der Leistung und der anzuwendende Steuersatz.
Was gilt als "Kleinbetragsrechnung"?
Rechnungen, deren Gesamtbetrag 250 Euro (früher 150 Euro) nicht übersteigt, unterliegen vereinfachten Anforderungen an die Pflichtangaben.
Kann eine Gutschrift als Rechnung fungieren?
Ja, wenn dies zwischen den Beteiligten vereinbart wurde, kann der Leistungsempfänger über die Leistung abrechnen (Gutschrift), sofern das Dokument alle gesetzlichen Rechnungsangaben enthält.
Wie läuft die Rechnungsprüfung in der Praxis ab?
Die Rechnungsprüfung umfasst die sachliche und rechnerische Kontrolle sowie die Prüfung auf Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften, bevor die Zahlung freigegeben wird.
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- Christian Schwab (Author), 2011, Die Anforderungen an ordnungsgemäße Rechnungen und die Rechnungsprüfung in der betrieblichen Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198724